Zum Glück gibt es die Wassermänner
 
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Da war ich am Sonntag mal wieder im Wald unterwegs. Es war ein schöner Morgen: angenehm warm und sonnig, aber nicht zu warm; schön schattig aber mit leuchtenden Sonnenstrahlen quer durch die dunkelgrün belaubten Äste und schließlich 200 andere Menschen, die wie ich den ganzen Vormittag durch diesen Wald laufen, denn es war Marathon.

Die erste Runde, immerhin 21km, verging wie im Fluge; hatte ich Frischling doch jede Menge guten Rat von alten Hasen bekommen und einige nette Leute kennen gelernt. Doch dann in der zweiten Runde wollte ich mein Tempo laufen, wollte ich allein die Stille des Waldes genießen, weg von Familie, Büro und Verpflichtungen mit mir eins werden.

Wer kennt das nicht, wenn sich das Läuferfeld auseinander gezogen hat, wie der gleichmäßige Rhythmus von Atem und Schritten den Kopf frei werden lassen. Doch irgendwie konnte ich die nächste Verpflegungsstelle nicht erwarten. Durst konnte das nicht sein, hatte ich doch Kannenweise Pfefferminztee und Apfelsaft intus. Oder doch??

Liebe Wassermänner und –Frauen, die ihr für uns Läufer eure Sonntagsruhe opfert: eure freundlichen Gesichter, wie ihr Elektrolyte und Wasser anpreist, wo wir es euch hektisch aus den Händen reißen. Diese nett aufmunternden Wünsche, die es zum Wasser umsonst dazu gibt – der kleine Kontakt zu wildfremden Menschen, der für die nächsten 20 Minuten das Einzige ist, was meine Gedanken, meinen Lauf unterbricht. Euch kann ich gar nicht genug Danken für die Kraft, die bei euch aufgetankt wird. Diese Menschlichkeit nach der uns so oft dürstet, zu finden, wo ich sie gar nicht erwartete.

Welcher Läufer kennt nicht den Unterschied zwischen murrenden Verpflegungsstellen ("aber ne coole Regenjacke hat der Sponsor dafür rausgerückt") und euch, die ihr freiwillig und gerne uns Glück wünschend weiterhelft. Hier mein ganz großes Dankeschön

Vom Ziel aus betrachtet ist auch die zweite Runde viel zu schnell vergangen.

29.08.99 - 42.2 km - Koberstädter Waldmarathon

made by Sabine ®, im November 1999