Pechtelsgrün

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Am Westhang des 512 m hohen Höllberges erstreckt sich das Dorf Pechtelsgrün. Erstmals erwähnte im Jahre 1410 tauchte der Ort zunächst unter vielen verschiedenen Namensbezeichnungen auf. 1870 wurde durch behördliche Entscheidung der Name in der bis heute erhalten gebliebenen die landwirtschaftliche Tradition des Waldhufendorfes hin.

Als ausgangs des 12. Jahrhunderts die Wälder von Mylau und Reichenbach her nach dem Gebirge hin gerodet wurden, bildete der Höllenberg 494 m über NN dei äußerste Ostgrenze der Herrschaft Mylau. Die Höhenlage ist zwischen 440 m über NN. Die Siedler wurden Vermutlich von einem Mann namens Bertold Angeführt. 1410 wird als Name des Dorfes ,, Bertoldsgrunne " genannt . Dies gilt als die älteste schriftliche Erwähnung des Ortes. Mundartlich bedingt wurde daraus im 16. Jahrhundert ,, Pechtelsgrün " . Die Siedlung wurde als ,, Rundreindorf " sehr weiträumig angelegt , so das auf einen Dorfplatz im Innern des Ovals verzichtet wurde. Später kam es deshalb zur Ausbildung der Straße außen um das Rund der Güter. Da das Dorf relativ weit entfernt von der Herrschaft Mylau war, wurden dei Fron - Abgabeleistungen an das Rittergut Irfersgrün Oberdorf bzw. Plohn Unterdorf abgeben. Auch verkehrsmäßig wurde Pechtelsgrün kaum erschlossen. So führt die Straße von Lengenfeld nach Zwickau etwa 1 Km am Ort vorbei und auch die 1875 eingeweihte Eisenbahnlinie Zwickau - Lengenfeld verläuft parallel zur Straße, so das der nächste Haltpunkt 4 Km entfernt sich in Irfersgrün befindet. Die Bevölkerung des Bauerndorfes war bis 1764 auf 38 Familien angewachsen. Kirchen und Feudalsitze gab es in Pechtelsgrün nicht, sondern nur in den benachbarten Dörfern Plohn und Irfersgrün. Heute wohnen ca. 370 Bürger, die in Landwirtschaft und in andern Betrieben tätig sind. Die natürlichen Bedingungen für die Landwirtschaft sind nicht besonders günstig entsprechend der geographischen Lage und der geologischen Bedingungen, die vor allem durch die Randzone des Kirchberger Granitblockes bestimmt werden. Die geologisch interessante Gegend wurden in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts für den Bergbau bedeutsam. 1933 stieß der Lengenfelder Lehrer Curt Gerber östlich des Höllenberges auf einen wolframithaltigen Quarzgang. In den Jahren 1934 - 1936 wurden weitergehende geologische Untersuchungen vorgenommen, die bis zum Abbau führten. Entsprechende Aufbereitungsanlagen wurden am Schacht und am Plohnbach bei Lengenfeld errichtet. Die vom IG-Farben-Konzern mitbesessene Grube wurde während des Zweiten Weltkrieges auch zur Ausbeutungsstätte für zwangsverschleppte Ausländer. Da das Wolfram als Härtungsmittel für die Stahlerzeugung eingesetzt wurde, wuchs der Bedarf in der Kriegsvorbereitung und im Krieg. Im Februar 1944 erfolgte ein amerikanischer Bombenangriff, der aber nur einen Bauernhof zerstörte. Beim Einmarsch der US-Truppen 1945 im Raum Lengenfeld wurde durch diese der Förderturm gesprengt. Bereits am 10. September 1945 wurde die Verarbeitung und im März 1946 die Förderung wieder aufgenommen, 1947 wurde der neue Turm in Betrieb genommen, 1950 ein großer Klärteich an der Straße von Zwickau nach Lengenfeld angelegt und mit dem Bau sozialer Einrichtungen verbesserte Arbeitsbedingungen geschaffen. Als Wolframit Zinnerz trug dieser einzige bergmännische Betrieb des 1952 gebildeten Kreises Reichenbach zur  volkswirtschaftlichen Entwicklung bis 1968 bei. Da das Erz versiegte, wurde die Grube stillgelegt. Die Gebäude wurden 1971 von der damaligen LPG,, Göltzschtal " Lengenfeld übernommen und zu einem landwirtschaftlichen Trockenwerk ausgebaut. Auf der Liste der Naturdenkmale des Vogtlandkreises steht in Pechtelsgrün die,, Kandelaberlinde" ( Winterlinde ), die etwa 400 Jahre alt, 21 m hoch ist und einen Umfang von   5 m  aufweist. Sie ist ein sehr markanter Baum im Ortsbild. Weitere Denkmale sind großer granitener Wegweiser von 1856 in der Dorfmitte sowie zwei Griebenherde im Oberdorf. Mindestens ein Pechsiederei war um 1870 im Ort vorhanden. 1870 wurde durch behördliche Entscheidung ,,Pechtelsgrün" ( vermutlich im Zusammenhang mit der Pechsiederei ) als offizielle Ortsbezeichnung eingetragen. Von der Ortsmitte Pechtelsgrün in Richtung  Irfersgrün ( etwa 1 Km entfernt ) liegen die ,, Höllenhäuser " , die so genannt werden, weil ,, Hölle " als abgelegen, schwer zugängliche Stellen im Wald erklärt wird.  

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Stand: 31.07.11