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Waldkirchen liegt etwa 500 m oberhalb der
Göltzschtalstraße. Wenige hundert
Meter vor dem Ortseingang Lengenfeld zweigt links die Straße nach Waldkirchen
ab. Am Waldkirchener Bach, der die Göltzsch bei 366 m ü. NN mündet, liegen
2,5 Km lang die Gebäude, meist Bauernhäuser, bergwärts. Die Besiedlung
schließt an der Autobahn Chemnitz - Plauen ab. Hier, an der Marienhöhe (498 m
ü. NN, historischer Punkt der Landesvermessung, Granitsäule mit Inschrift ,,
Station Marienhöhe der Königlichen - Sächsischen Triangulierung
1876", restauriert), entspringt auch der Bach. An der höchsten
Stelle des Dorfes steht die Kirche mit einem gut erhaltenen spätromanischen
Westportal und einer eichenen, eisenbeschlagenen Tür. Der Turm wurde 1657
erbaut, die Kirche 1722 zur heutigen Form umgebaut. Der Flügelaltar stammt aus
der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Eines der beiden im Vogtlandkreis
vorhandenen Steinkreuze befindet sich in Waldkirchen, nähe des Bürgerhauses,
mit einem originellen Aussehen, der zur Bezeichnung ,,Pferdekopf"
führte. Das Steinkreuz (ein ,,Sühnestein") ist so stark
verwittert, dass nur noch ein Arm vorhanden ist und er so einem Pferdekopf
ähnelt. Das gut erhaltene Fachwerkpfarrhaus von 1704, mit doppelten
Schiffchenkehlen im Gebälk, steht ebenfalls unter Denkmalschutz.
Waldkirchen ist ein typisches Reihendorf mit regelmäßigen Waldhufen aus der
Siedlungszeit im Rahmen der deutschen Ostexpansion im 12. Jahrhundert. Die erste
urkundliche Erwähnung des Ortes stammt von 1315. Die Namensentstehung des
Dorfes steht aber sicherlich mit der Waldrodung in Verbindung. Der Wald wurde
auf die Flurgrenzen zurückgedrängt (über 1100 ha). Regelmäßige Waldhufen
sind noch innerhalb der Ortslage erkennbar. Der Ortsname steht aber in
Verbindung mit der alten Kirche, die in dieser Zeit entstanden ist. Waldkirchen
gehörte bis ins 19. Jahrhundert zu den Herrschaften Mylau und Netzschkau. Es
ist sicher kein Zufall , dass sich im Mai 1525 die aufständischen Bauern bei
Waldkirchen in einem Lager gesammelt haben sollen, denn dieses Dorf war eine der
größten bäuerlichen Siedlungen. Der Mylauer Burgherr Conrad Metzsch wandte
sich um Hilfe an den Rat der Stadt Eger. Der unentschlossene Bauernhaufen löste
sich nach der Frankenhausener Niederlage von selbst auf. Die Waldkirchner Bauern
hatten nach dem Gericht des Kurfürsten 40 bis 50 Gulden Strafgeld aufzubringen.
Das entsprach einem Wert von mindestens 20 Kühen. Der früheste Kartoffelanbau
in der Herrschaft Mylau 1693 erfolgte in Waldkirchen. 1549 wohnten in
Waldkirchen 45 Bauern, 1764 waren es schon 80 und 28 ,,Häusler" mit
geringen Grundbesitz. Die Einwohnerzahlen betrugen 1835 (678), 1871 (919), 1925
(1009), 1946 (1172), 1960 (1012) und heute ca. (860). Die Industrialisierung
wirkte sich nur insofern auf das Dorf aus, indem Waldkirchener zur Lohnarbeit
nach Lengenfeld gingen, wie z. B. in die im Vorfeld der Stadt gelegenen beiden
Textilbetriebe. Auch heute arbeiten Waldkirchener Einwohner in Lengenfeld. Der
landwirtschaftliche Charakter des Dorfes blieb aber bis heute weitgehend
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