Reisebericht Urlaub November 1997
Von Chiang Mai ( Thailand ) aus flog ich in die Hauptstadt von Burma ( heute Myanmar )
Yangon früher Rangoon
Mein benötigtes Visum hatte ich zuvor ohne Schwierigkeiten in
Bangkok erhalten.
Nach meiner Ankunft auf dem Airport erfolgte ein " Zwangsumtausch " von
300 US $ ( aktuell, kein Zwangsumtausch ) in Myanmar $.( Achtung, nur in Burma gültig ! )
Geldwechsel in Landeswährung, burmesischer Kyat, war auf dem "
Black Market "am günstigsten. Mit einem Taxi ging es in die Stadt.
Es gab Hotels in allen Preisklassen, Frühstück ist immer dabei. Essenmöglichkeit
von indischer Garküche an der Straße bis zum Nobelrestaurant. Ich fand Unterkunft in der gemütlichen
Green Hill Lodge etwas oberhalb der
Downtown ( Zentrum ) von Yangon.
Zu Fuß und per Fahrradrikscha machte ich mich auf Entdeckungstour. Vorbei am Kandawgyi-See
mit seinem Restaurant-Schiff zur Shwedagon Pagode ( aus dem 5.Jh.v.Ch. )
Wahrzeichen von Rangoon und ein absolutes Muß. Weiter zur Sule Pagode mit
ihren Wahrsagerständen und in die Altstadt unten am Fluß. Sehr schöne alte Gebäude aus der englischen Kolonialzeit.
Auch die Botahtaung- und Kaba AyePagode waren einen Besuch wert.
Die Stadt hat sehr viele Parks und Grünanlagen, besonders schön, der Inya See.
Nach zwei Tagen Sightseeing fuhr ich mit einem Bus Richtung Norden bis Maiktila.
Die Fahrt dauerte von 6 Uhr abends bis in den frühen Morgen. Auf einem Markt
stieg ich dann in einen total überladen Picup ( zwei lebende Schweine außen am Fahrzeug hängend
) um und es ging weiter, den ganzen Tag hindurch, bis ins Gebiet der Shan. Die
Fahrt führte über Dschungelpässe und Straßen, die man als
solche fast nicht bezeichnen kann. An mehreren Militär-Checkpoints wurde ich
vorher als schlafender Burmese mit einer alten Decke getarnt.
Es war nicht erlaubt, als Tourist, auf " eigene Faust " ins Shangebiet zu reisen,
was ich vorher aber nicht wußte und der Fahrer hatte scheinbar nur meine 3 US $
im Kopf, die er für die Fahrt verlangte.
Aber Glück gehabt und so erreichte ich
Das Städtchen liegt auf einem Berg und es ging in steilen Serpentinen hinauf. Ich
stieg in einem der wenigen kleinen Hotels ab. Am nächsten Morgen schaute ich mir den farbenprächtigen Markt mit den vielen
verschiedenen Volksgruppen in ihren malerischen Trachten an.
Taunggyi hat ein kleines Museum über die Shankultur. ( anschauen ) Nachmittags
bummelte ich durch den Ort und die Umgebung.
Am zweiten Tag fuhr ich mit einem Picup die, ca.20 Km zum
Der See liegt in einer traumhaften Landschaft umgeben von Bergen auf 1000 m Höhe
und hat nur geringe Wassertiefe. Hier lebt das Volk der Inta. Mit einem gemieteten Boot ging es hinaus auf
den See. Man konnte die Fischer, mit ihrer besonderen Ruder- und Fangtechnik,
bei der Arbeit sehen. Die Technik besteht daraus, das mit einer Hand und einem
Fuß gerudert wird und dem Absenken großer runde Reusen zum Seegrund in die
Wasserpflanzen darin werden die Fische dann gespießt. Die Dörfer am Rande des
Sees stehen auf Pfählen, sehr interessant waren auch die schwimmenden Gemüsegärten,
mit Tomaten ,Gurken , usw. Das ganze Leben spielt sich fast nur auf dem Wasser
ab. Es gibt keinen Schulbus, aber ein Schulboot. Die ganz aus Holz errichtete Pagode
Nga Phe Kyaung mitten im See,
mit ihren sehr freundlichen Mönchen und dressierten Katzen, ist auch einen Besuch wert.
Am Inle See werden hauptsächlich auch die bekannten Charut-Zigarren der Burmesen hergestellt.
Auch das kauen der Betelnuß ist in ganz Burma beliebt.
Am nächsten Morgen, es war noch dunkel, ging es von Taunggyi aus weiter per Minibus ( drei Reifenpannen, ca.10 Std.) in die zweitgrößte Stadt Burmas, nach
Ich stieg im Taungzalat Hotel ( netter Besitzer ) ab und machte mich am nächsten Morgen auf
Entdeckungstour.
Zuerst zur großen Maha Muni Pagode. Es ist eine sehr eindrucksvolle
Anlage. Die dortige Buddha Statue ist über und über mit Blattgold der Pilger
bedeckt. Frauen dürfen die Statue nur per Video-Übertragung betrachten. Von
dort ging es weiter zum ehemaligen Königspalast, mit seinen Wassergräben
und Wehranlagen. Dann hinauf zur Marmor-Pagode ( Kyauk Tawgyi ) mit
Tausenden von kleinen Spiegeln.
Von dort herrlicher Rundblick über die Stadt mit ihren vielen Pagoden.
Nächsten Tag fuhr ich per Tuck-Tuck ( dreirädriges Motorrad-Taxi ) zum Ufer
des Errawaddy und sah dem geschäftigen Treiben am Fluss zu.
Den Rest des Tages verbrachte ich mit weiterem Sightseeing und dem Kauf eines
Schiffs-Tickets für den folgenden Tag.
In aller Frühe legten wir ab und es ging Richtung Süden. Es
folgte eine wirklich unvergeßliche Fahrt auf dem gewaltigen Errawaddy,
vorbei an eindrucksvollen Tempelanlagen und Pagoden, vorbei an Dörfern und
riesigen Sandbänken, durch eine der großartigsten Landschaften, die ich je
sah. Der Strom ist die Lebensader des Landes.
Am späten Abend erreichten wir
Unterkunft fand ich im Golden Myanmar Motel ( total nette
Eigentümer ) im Ort Nyaung-U.
Per Bike machte ich mich auf Tour. Bagan liegt in einem Knie des Errawaddy. Eine
Ebene, bedeckt mit über 2000 Tempelruinen erbaut vom 3 th. bis zum 13 th .Jahrhundert. Von kleinen Stupas bis zu gewaltigen Gebäuden,
zum Teil restauriert und heute noch, von der Bevölkerung genutzt. Die bekanntesten Tempel und Pagoden sind Ananda / Shwegugyi / PitakatTaik / Sulamani / Mahabdhi
/ Shwesandaw / Gawdawpalin / Dhammayangyi / Nathlaung Kyaung.
Vom Thatbyinnyu oder Bupaya sind die Sonnenuntergänge in den
Ruinen traumhaft schön.
Auch die neuere Shwezigon-Pagode ist überwältigend. Es ist ein
Fotografen-Paradies.
Bagan ist gleichwertig den Tempelanlagen von Angkor in Kambodscha und ist per
Bus oder Flugzeug ebenso erreichbar.
Ich verbrachte drei herrliche Tage in diesem phantastischen Gebiet, dann flog
ich zurück nach Yangon.
Von Yangon aus, machte ich mich per Schiff ( mit Schlafkabine ),
auf den Weg nach Bassein.
Auch diese Fahrt durch das Delta des Errawaddy zur Westküste war grandios. Die
Landschaft, die vielen Vögel, die Mangrovenwälder einfach wunderschön. Es
ging am Nachmittag los, Ankunft nächsten Tag mittags. Dann ca.2 Std. weiter mit
Picup ans Meer.
In dem kleinen Fischerdorf Chaung Tah mietete ich einem
Bungalow und machte ein paar Tage Badeurlaub. Auch hier gab es einiges zu sehen.
Bauern auf den Feldern, Palmsaftsammler ( wird für Palmwein verwendet ) und Fischer bei der Arbeit, den
kleinen Dorfmarkt und die schöne Landschaft.
Nach einigen Tagen Ausruhen fuhr ich mit einem Minibus ( Tagestour ) zurück.
In der Hauptstadt angekommen mietete ich ein Taxi samt Fahrer, übernachtete und
machte mich am nächsten Tag auf den Weg nach
Kyaikhtiyo Golden Rock
Die Fahrt ging nach Osten, durch ein hauptsächlich
landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Unterwegs sah ich, wie an einigen Stellen
die Straße repariert wurde, alles ohne Maschinen. Hauptsächlich Frauen
und Kinder waren dabei Steine zu klopfen und Teerkübel zu schleppten
und das bei einem staatlichen Tageslohn von umgerechnet 42 €-Cent.
Am Nachmittag erreichten wir ein kleines Dorf am Fuße der Berge. Dort
quartierten wir uns ein. In dem Dorf blühte das Geschäft mit religiösen
und sonstigen Souvenirs. Eine Besonderheit jedoch waren bunt bemalte Holzgewehre. Mit
einem LKW voller Pilger, fuhr ich dann in steilen Serpentinen hoch, durch eine
Dschungellandschaft zum Goldenen Felsen, ein besonderes Heiligtum in
Burma. Für die letzten 2 Km bis zum Ziel war ein mörderischer Fußmarsch
angesagt und der Schweiß floß in Strömen, aber der Felsen und die Aussicht
waren die Strapazen wert.
Die Legende sagt, falls der goldene Felsen jemals in die Tiefe stürzt, dann geht auch
Burma unter.
Bergab ging es leichter. Nach einem Abendessen mit meinem Fahrer bin ich todmüde
in mein Bett gefallen.
Am Morgen machten wir uns auf den Rückweg und erreichten gegen Mittag
In Bago stoppten wir an der Shwe Mawdaw-Pagode, der dort
zu besichtigende Buddha ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
Mit einer Länge von 55 m, ist es die drittlängste liegende Buddhastatue.
Interessant für mich waren besonders die Ornamente an den Fußsohlen.
Von Bago fuhren wir zurück nach Yangon, welches wir am Abend erreichten.
Dort waren die öffentlichen Gebäude mit Stacheldraht umgeben
und Panzer waren an strategisch wichtigen Punkten aufgefahren.
Die Studenten hatten wieder einmal gewagt für mehr Freiheit zu
demonstrieren, doch das Militärregime zeigte seine ganze Macht. Soldaten waren überall und kontrollierten.
Am nächsten Abend verließ ich Burma und flog zurück nach Thailand.
Burma ist ein wunderschönes Land,
mit freundlichen Menschen.
Diesen Menschen wünsche ich, das Sie sobald wie möglich genau so frei sind wie wir.
Es ist Zeit für eine Demokratie !