Glücksgefühl

 

Genieße die Momente Deines Gefühls beim Erreichen eines ersehnten Ziels, der lang ersehnten Umarmung mit der Liebsten, dem Meistern einer ungewohnten Herausforderung! Denn Glück ist ein flüchtiges Hochgefühl des Einklangs mit sich selbst, das sich einstellt, wenn die Geliebte endlich im Arm liegt, wenn eine Angst überwunden ist, wenn eine unlösbar scheinende Aufgabe gelöst wird oder eine Herausforderung angenommen ist, der zu stellen man sich nicht zugetraut hatte. Glück flüchtet wie die Gegenwart. Glück ist weniger Vergnügen als ein Triumphgefühl, etwas geleistet zu haben. Das Glücksgefühl folgt dem Ankommen bei einem ersehnten Ziel, einer Fähigkeit, die man neu erlangt hat, einem Ort, an dem man sich lange gewünscht, einem Besitz den man erträumt hat...

Im Deutschen sammeln sich unter dem Begriff "Glück" Erlebnisse wie einem Unfall entgangen zu sein, eine Prüfung bestanden zu haben oder belohnt zu werden etwa mit einem angenehmen Gefühl. Weniger flüchtig ist die sich einstellende Zufriedenheit, wenn man für etwas einstehen kann, an dessen Sinn man glaubt oder wenn ein befürchtetes Unglück ausgeblieben ist. Unsere Bewertung eines emotionalen Ereignisses beschreibt die Peak-End-Regel (Daniel Kahnemann's): die Intensität des Gefühls am Höhepunkt und am Ende bestimmen mehr als andere Zeitpunkte unsere Erinnerung. Weise war Mutter's scherzhafter Rat, "höre auf zu essen, wenn's am besten schmeckt".

Ein anderer Blickwinkel sagt uns, Glück hat auch mit Phantasie zu tun - um einem Gedanken Schopenhauers zu folgen: "Der Zauber der Entfernung zeigt uns Paradiese, welche wie optische Täuschungen verschwinden... Das Glück liegt demgemäß stets in der Zukunft, oder auch in der Vergangenheit, und die Gegenwart ist einer kleinen dunklen Wolke zu vergleichen, welche der Wind über die besonnene Fläche treibt: vor ihr und hinter ihr ist alles hell, nur sie selbst wirft stets einen Schatten."

"Und wenn ich ... alle Geheimnisse und alle Erkenntnis wüsste und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts." (aus dem 1. Brief des Paulus an die Korinther im Jahr 54)

 

 

 

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