Uns beschäftigt, ob wir die einzige "intelligente" Zivilisation im All sind. Die elementaren Grundbausteine lebender Materie stellt das Universum seit den ersten Supernovaexplosionen - also wenigstens seit 13 Milliarden Jahren bereit. Im Spektrum der 11 Milliarden Jahre alten Radiostrahlung eines Quasars (MGJ0414+0534) etwa gelang es Wasser nachzuweisen. Unsere Erde ist vor 4,6 Milliarden Jahren aus dem Staub explodierter Sterne entstanden. 700 Millionen Jahre danach hatten sich einfachste Lebensformen entwickelt. Und 3 Milliarden Jahre ist es bei einfachen Lebensformen geblieben. Die Evolution hat fast 4 Milliarden Jahre benötigt, um aus lebendem "Schleim" eher zufällig als zielstrebig den Menschen hervorzubringen. Unsere eigene Existenz bestätigt die Gültigkeit des "Schwachen Anthropischen Prinzips": Das Universum lässt die Entstehung von "Beobachtern" zu. Nicht bewiesen ist damit das "starke" Prinzip, dass sich im Universum intelligente Lebensformen entwickeln müssen.

Auf der Erde scheinen wir Menschen die einzigen Lebewesen zu sein, die im Laufe ihres Lebens ein Todesbewusstsein entwickeln können. Todesbewusstsein kann als Kriterium für Intelligenz gewertet werden, zugleich aber stellt es eine psychische Last dar. Ungewiss bleibt wie lange Menschen während ihrer evolutionären Entwicklung diese Last schon mit sich tragen. Nehmen wir an, unsere Vorfahren konnten solche Intelligenzkriterien schon vor 100.000 Jahren erfüllen. Radio-Signale aus dem All empfangen und deuten können wir seit weniger als 100 Jahren. Diese Fähigkeit wollen wir als Kennzeichen einer technisierten Zivilisation benutzen, weil es für diese Diskussion nützlich ist. Wir wissen nicht, wie lange die Spezies Mensch künftig noch extraterrestrische Signale empfangen kann. Nehmen wir an, es seien noch 100.000 Jahre. Wenn wir eine solche Evolutionsgeschichte als typisch ansehen - was eine sehr gewagte Annahme ist -, könnten wir aus 46.000 Planeten mit freundlichen Bedingungen für höher entwickelte Lebensformen einen zur intergalaktischen Kommunikation geeigneten finden.

Bei der Sternentwicklung aus Gas- und Staubwolken gibt es nur zwei Möglichkeiten, den im Material vorhandenen Drehimpuls zu "verarbeiten": entweder es entsteht ein Doppelsternsystem (bzw. Mehrfachsternsystem) oder ein Einzelstern mit einer umgebenden rotierenden Scheibe - aus der sich Planeten entwickeln können. Beide Fälle müssen deshalb oft vorkommen. Wegen ihrer verschwindend geringen Helligkeit können Planeten als Begleiter von Sternen bisher nicht direkt mit Teleskopen beobachtet werden - von Sonderfällen abgesehen. Große Gas-Planeten vergleichbar unserem Jupiter (318 Erdmassen) verraten sich durch ihre Gravitationswirkung auf den Stern, der Stern "wackelt" ein wenig entsprechend dem Umlauf des Planeten. Man entdeckt sie bei 5% aller Sterne, jedes Jahr werden mehr entdeckt. Vielleicht gelingt es - mit viel Glück auch kleine erdähnliche Planeten - mit einem Interferenzverfahren direkt aufzufinden, bei dem das dominierende Licht des Sterns weitgehend unterdrückt werden kann. Auf dem Mt. Graham (Arizona) und dem Inzana (Teneriffa) sind spezielle Teleskope mit 2 Strahlengängen auf die Planeten-Jagd gegangen und Projekte in der Erdumlaufbahn sind von ESA und NASA geplant. Erdähnliche Exoplaneten, die Leben beherbergen könnten, sind wegen ihrer kleinen Masse und Größe naturgemäß schwer zu identifizieren. Auch solche Planeten sind wegen der riesigen Zahl der Sterne gewiss zahlreich. Günstige Bedingungen für Leben werden allerdings sehr selten anzutreffen sein. Nach unserem Empfinden sollte das auf  Planeten oder großen Monden (als Begleiter von Planeten) mit harter Kruste und Wasser- bzw. Gashülle und passenden Temperaturen (zwischen 0 und 120°C) der Fall sein, denn "extremophile" Lebensformen können noch unter exotischen Bedingungen existieren. Die Entwicklung höherer Lebensformen hat zum Beispiel auf der Erde einen langen Zeitraum von 4 Milliarden Jahren benötigt. Das erfordert einen Stern mit langer Lebensdauer und einen Planeten mit passender "Chemie" in einer sehr stabilen geschlossenen Umlaufbahn im passendem Abstand. Stabile Bedingungen sind in einem aus vielen Himmelskörpern bestehenden Planetensystem sehr selten zu erwarten. Spekulieren wir weiter, es seien bei jedem 1000. "Sonnen"system für die Entwicklung höherer Lebensformen passende Bedingungen vorhanden und dass sich typischerweise solches Leben dort auch entwickelt hat, so müsste sich unter 46 Millionen Sternen ein Planet mit kommunikationsfähigen Lebewesen finden lassen. Na ja, ziemlich ernüchternd, aber unsere Milchstraße enthält 200 Milliarden Sterne. Es können in ihr also viele Zivilisationen leben trotz der großen Unsicherheiten unserer Schätzung - vom restlichen Universum mit 80 Milliarden Galaxien ganz abgesehen. Erste Abschätzungen vergleichbarer Art waren von Frank Drake angestellt worden (Green-Bank-Formel 1961).

Die Suche nach extraterrestrischer Intelligenz (SETI) mit dem Empfang von Radiosignalen ist deshalb nicht abwegig aber eine schwierige Aufgabe: extrem schwache "künstlich" erzeugte Signale müssen im natürlichen Rauschen und gestört von irdischen Signalquellen wie Radar erkannt werden. Dabei wären die Radioteleskope nach obiger Schätzung auf Millionen Positionen entfernter Sterne zu richten. Also suchen wir die "Nadel im Heuhaufen". Mit dem Projekt "Phoenix" werden gegenwärtig 1000 benachbarte (bis 200 Lichtjahre entfernte) Sterne im Frequenzbereich von 1,2 bis 3 GHz belauscht. Ein alternatives Verfahren besteht darin, nach Lichtblitzen zu suchen. Von starken Lasern erzeugtes Licht könnte wegen der guten Strahlenbündelung noch von weit entfernten Quellen stammen. Mit ständig weiterentwickelten Empfangstechniken kann es deshalb irgendwann gelingen, Signale von intelligenten Lebewesen einer weit entfernten Zivilisation zu entdecken. Es ist sehr wahrscheinlich, dass eine solche Zivilisation einen viel weiter entwickelten Stand der Technik hätte als wir heute. Wenn wir unseren obigen Annahmen mit unsicherer Datenbasis folgen wollen mit einer Wahrscheinlichkeit 1000:1. Aus unseren unsicheren Annahmen folgt auch, dass intelligente Lebewesen nach unseren Kriterien gleich häufig in einer entwickelten technisierten Zivilisation oder in einer intelligenten Vorstufe davon leben würden.

Das ursächliche Problem sind die gewaltigen Entfernungen zwischen den Sternen. Die "saubere" sozusagen fast leere Umgebung des Sonnensystems macht kosmische Supergaus unwahrscheinlich. Andererseits befinden wir uns in einer kosmischen Isolation. Selbst wenn wir Signale in unserer Nachbarschaft in der Milchstraße fänden, würde dies wahrscheinlich immer noch einer Entfernung von einigen 100 Lichtjahren entsprechen. Eine Kommunikation im üblichen Sinn, könnte bei einer Wartezeit auf eine Antwort von mehreren 100 Jahren nicht zu Stande kommen. Die Umgebung der Sonne gleicht einer leeren Blase - eben ohne gewaltige Ereignisse wie Supernonae innerhalb der letzten 4,5 Milliarden Jahre. Zahlreiche solcher "Glücksumstände" mussten zusammenkommen, damit der Planet Erde unsere Heimat werden konnte. Nur ein Einzelstern der richtigen Größe mit Planeten auf stabilen Bahnen, die Sonne nicht zu groß wegen ihrer sonst unzureichenden Lebensdauer für die Entwicklung von Leben, nicht zu klein wegen zu großer Gezeitenkräfte auf die dann nahen Planeten (mit der Folge eines zum Umlauf synchronen Eigenrotation wie bei unserem Mond). Planeten in der Lebenszone (im richtigen Temperaturbereich) mit harter Kruste und Wasser, ohne ständige Kollisionen mit anderen Himmelskörpern... Wenn wir im Gedankenexperiment zu fernen Welten reisen, würden wir offenbar extrem selten lebensfreundliche Bedingungen finden und dort zu erwartendes Leben wäre Schleim. Im Ozean der Erde bekam das Leben seine Chance zur evolutionären Entwicklung. Mehr als 3 Milliarden Jahre sind vergangen, ehe sich aus einfachen schließlich komplexe Lebensformen gebildet haben und dann weitere 700 Millionen Jahre ehe daraus unsere technisierte Gesellschaft entstehen konnte.

Wie verhält es sich mit Träumen wie Star Trek, also mit "Warp-Antrieb" und mehrfacher Lichtgeschwindigkeit in der Enterprise zu einer fremden Zivilisation zu reisen? Wenn wir bisher bereits elektronisch keinen Kontakt finden konnten, fallen solche Reisen auch in Zukunft aus! Zwar bietet die Relativitätstheorie Szenarien, in die Zukunft zu gelangen - durch den Aufenthalt bei einer hohen Geschwindigkeit (möglichst nahe an der Lichtgeschwindigkeit) oder in einem starken Gravitationsfeld (nahe am Ereignishorizont eines Schwarzen Lochs), Zeitreisen in die Zukunft sind theoretisch demnach möglich. Eine hohe Geschwindigkeit würde die Raumzeit in Flugrichtung komprimieren, also auch die Reise an ein Ziel verkürzen. Technisch ist das eine wegen der erforderlichen zu großen Antriebsenergie aber auch in Zukunft für große Gegenstände wie ein Raumschiff kaum realistisch. Die andere Variante scheidet wegen unserer zu großen Entfernung zu einem geeigneten Schwarzen Loch aus (wegen ihrer geringeren Gezeitenkräfte - die den Besucher nicht zerreißen - würden sich dazu nur massereiche Löcher eignen). Entsprechend verhält es sich mit Wurmlöchern oder Zeitmaschinen. Abgesehen von der fehlenden technischen Realisierbarkeit: wenn die Raumzeit nicht nur stark genug gekrümmt sondern auch noch sehr speziell geformt sein soll, treten immer große Gravitationskräfte auf, denen kein höheres Lebewesen gewachsen wäre. Hätten wir sonst nicht längst Besuch von einer der vermutlich Tausenden weiter entwickelten Zivilisationen im Universum bekommen? Überprüfbare Belege dafür fehlen.

Es wurden spezielle Zeitmaschinen vorgeschlagen, die sogar eine Reise in die Vergangenheit ermöglichen sollten, obgleich das im Unterschied zu einer Reise in die Zukunft unser logisches Denken verletzt. Um mit einer Zeitschleife in die Vergangenheit zu gelangen, müsste man mit einem Raumschiff eine Geschwindigkeit oberhalb der Lichtgeschwindigkeit erreichen. Mit einem solchen Raumschiff könnte man sogar eine Reise in eine hypothetische Zeit vor dem Urknall unternehmen. Das verbietet die spezielle Relativitätstheorie, die die Lichtgeschwindigkeit als absolute Grenze erkannt hat. Eine andere prinzipielle Möglichkeit würde der Aufenthalt innerhalb des Horizonts eines Schwarzen Lochs bieten. Dort wäre man nach der allgemeinen Relativitätstheorie im Bereich negativer Energie, die Zeitschleifen zulassen könnte. Aber wer wollte schon eine so gefährliche Reise ohne jede Möglichkeit zur Rückkehr unternehmen?

 Größer sind unsere Aussichten auf erfolgreiche Reisen zur Verbreitung, zum Export der eigenen Zivilisation. Als Basis dafür können ja nicht nur lebensfreundliche Planeten dienen, auf denen sich noch kein intelligentes Leben entwickelt hat, sondern als Stützpunkte auch unwirtliche Orte, da wir unsere Umgebung in gewissem Maße selbst schaffen können. Der Mensch beweist ja schon auf der Erde, wie anpassungsfähig er ist. Es ist auch eine erstaunliche Erfahrung, dass Menschen, die längere Zeit fern der Erde z.B. in der internationalen Raumstation ISS verbringen, diese als ihre "Heimat" empfinden können. Damit sollen nicht der Aufwand und die technischen Schwierigkeiten interplanetarer Flüge zum Mars oder einem Jupitermond verharmlost werden. Aber wer hätte zu Christopher Columbus Zeiten annehmen können, wie viele Menschen heute täglich ganz selbstverständlich von Europa nach Amerika fliegen? Die zu schaffende künstliche Umgebung ist die eigentliche Herausforderung, die einen langfristigen Aufenthalt des Menschen erst ermöglichen könnte. Es wäre ja nicht nur der Mensch mit seinen verschiedenartigen Bedürfnissen zu exportieren, sondern ein ganzes Biotop für einen möglichst vollständigen biologischen Kreislauf. Wenn wir nur den Menschen betrachten, nimmt er ja als blinde Passagiere bereits einen ganzen Mikrokosmos von Bakterien mit auf seine Reise. Jeden von uns bevölkern viele Milliarden Bakterien (geschätzt sind 3kg des menschlichen Körpers "unsere" Bakterien), im Makrokosmos vergleichbar mit der Zahl der Galaxien. So manche Art davon ist noch nicht entdeckt und die Wirkung vieler von ihnen auf uns noch unbekannt. Sie helfen bei der Verdauung und der Immunabwehr aber ihre Toxine können uns auch krank machen. Wir müssen es dankbar empfinden, wie leicht uns unsere Erde das Überleben ermöglicht und welch große Vielfalt von Lebensformen mitwirkt, einen nahezu geschlossenen Kreislauf auf unserem fast abgeschlossenen Planeten zu schaffen. Das Magnetfeld der Erde und die Atmosphäre schützen uns vor dem Sonnenwind und kurzwelliger UV-Strahlung. Der Sonnenwind "weht" uns ständig relativ niederenergetische Protonen und Elektronen aus dem Plasma der Sonne entgegen und kann als Folge von magnetischen Turbulenzen in der Sonne einige Minuten lang lokal zum Sturm ausarten. Ein Weltraumspaziergang wäre dann gefährlicher als ein Besuch beim Block 4 in Tschernobyl.

Eine Herausforderung in einer ganz anderen Dimension stellen interstellare Flüge zu einem anderen Sonnensystem dar und zwar zusätzlich zu dem ungelösten Problem des leistungsstarken Antriebs. Wir wissen heute, dass lebensnotwendige Stoffe wie Wasser im Universum weit verbreitet sind. Die genauere Analyse von Kometen wird das für die weite Umgebung der Sonne bestätigen. Vor einer Reise in ein anderes Sonnensystem wäre es - wie wir gesehen haben - schwierig herauszufinden, ob dort lebensfreundliche Bedingungen anzutreffen sein werden. Bereits existierendes Leben wäre - so glaubt man - mittels Spektralanalyse atmosphärischer Gase zu identifizieren. Freier Sauerstoff oder Ozon sind reaktiv. Ihr Vorkommen könnte ein Hinweis auf Leben sein, da freier Sauerstoff ständig durch Lebewesen neu erzeugt werden müsste. Eine Reise zu einem anderen "Sonnensystem" würde selbst bei Nutzung von Ionentriebwerken viel länger als eine Generation dauern, "Generationenraumschiffe" wären nötig zur Kolonisation von Exoplaneten. Eine unbemannte Erkundungsexpedition würde wohl einem Besuch mit Menschen vorangehen. Ob solche bemannte Flüge in diesem Jahrtausend stattfinden können, wird von vielen Faktoren abhängen.

Jedenfalls hat uns die Evolution für interstellare Fernreisen schlecht  ausgestattet. Wichtige Voraussetzungen dafür würde die Entwicklung vor allem der Medizin und der Gentechnik noch schaffen müssen. Wollte man mit sparsamen Ressourcen einen Flug über viele Jahrzehnte oder mehrere Generationen bewältigen, wäre das mit wenigen wachen Menschen und einer Mehrzahl in künstlichem Winterschlaf mit möglichst geringer Alterung eher zu schaffen. Eine Auswanderung mit Bewahrung unserer genetischen Vielfalt kann in einer künftigen fortgeschrittenen Zivilisation in einer fernen Zukunft gelingen. Föten werden dann voraussichtlich außerhalb des mütterlichen Körpers heranwachsen. Konzentriertes Erbmaterial (etwa gefrorene Eizellen und Spermien oder Zygoten) ließe sich auf einer interstellaren Reise in einem kleinen Strahlenschutz-Bereich besser vor der kosmischen Strahlung abschirmen als der gesamte Aufenthaltsbereich einer Besatzung im Raumschiff. Und dann bleibt noch die Spekulation wie sich die Robotertechnik weiterentwickeln wird. In einer fernen Zukunft werden Rechner eine Leistungsklasse erreicht haben, die kognitive heute nur Menschen mögliche Fähigkeiten beinhaltet und auch übertrifft. In Robotern implementiert könnte sich eine "Roboter-Subkultur" entwickeln. Die könnte Merkmale aufweisen - wie sich selbst erhaltend, Roboter reparierend und vermehrend und den verbliebenen Menschen (ihren Schöpfern) vielleicht dienend, zumindest wohl gesonnen ihnen den "zoologischen Garten Erde" überlassend. Roboter hätten es leichter, das uns umgebende Universum zu kolonisieren. Und ihre an einem kosmischen Ort erreichte "Software-Wissensbasis" lässt sich mit Lichtgeschwindigkeit verbreiten. Physisches Reisen würde seltener notwendig sein und meist durch Softwareübertragung ersetzt.

Kosmische Strahlung besteht aus einem kleinen Anteil elektromagnetischer Strahlung darunter energiereicher Gamma-Strahlung mit Frequenzen bis 1027Hz (1013eV) und überwiegend aus Ionen der im Universum vertretenen Elemente - am häufigsten Protonen und He-Kernen. Ihre Geschwindigkeiten sind breit gestreut, die schnellsten von ihnen sind extrem nahe an der Lichtgeschwindigkeit mit Energien bis zu 1020eV - wie wir sie in Teilchenbeschleunigern nicht erreichen. Als Strahlungsquellen werden verschiedene Prozesse im Universum angenommen, etwa bewegte Magnetfelder der Sonne. Nach jeder Supernovaexplosion entsteht durch Zerfall instabiler Isotope und bei der Wechselwirkung von Elementarteilchen radioaktive Strahlung. Strahlungsanteile mit höherer Energie stammen wahrscheinlich aus den Jets aktiver galaktischer Kerne (etwa M87). Hier zeigt uns die Natur eine Seite unserer Welt, wie wir sie uns nur im Zusammenwirken extremster Zustände vorstellen können: in frühen Stadien des Urknalls oder aktiven massiven Schwarzen Löchern. Diese harte kosmische Strahlung kann man nicht so einfach wie Sonnenwind abschirmen. Viele Steine liegen auf dem weiten Weg vor unserem Besuch ferner Welten.

Erlauben wir uns noch ein Gedankenexperiment: Eine ferne Zivilisation hätte die Umwandlung von Masse in Antriebsenergie so perfektioniert, dass sie ihre Raumschiffe bis nahe an die Lichtgeschwindigkeit beschleunigen könnte. Raum und Zeit wären dann keine unüberwindlichen Hindernisse mehr. Während eines solchen Fluges erscheint die Geometrie des umgebenden Weltraums verzerrt. Das Raumschiff würde wie durch einen Tunnel fliegen, Entfernungen in Flugrichtung würden schrumpfen, eine Uhr am Raumschiff würde für Beobachter langsamer gehen, innerhalb eines Menschenlebens könnten Entfernungen von einigen Lichtjahren zurückgelegt werden. Allerdings die Astronauten würden die Außenwelt mit ihren Augen nicht sehen können, das Licht der Sterne, vielleicht sogar die uns überall umgebende Mikrowellen-Hintergrundstrahlung, würde zu kurzwelliger Röntgen- oder Gammastrahlung verwandelt. Zusätzlich zu der dann auch nach höherer Energie verschobenen kosmischen Strahlung würde die Gammastrahlung vorn auf das Raumschiff treffen. Die Astronauten befänden sich in einer Tötungskammer, lebensfeindlich wie inmitten eines Kernreaktors... und hoffentlich haben sie noch wenigstens die Hälfte an Treibstoff dabei, denn sie müssten ihr Raumschiff vor dem Ziel abbremsen. Sonst wären sie dort wie im Zentrum einer Kernwaffenexplosion...

Heute befindet sich bei einer künstlichen Befruchtung (in-vitro-Fertilisation) ein "Retortenbaby" nur 2 Tage außerhalb der Mutter. Interessant ist der Hinweis im feedback einer Expertin: Die Zeit von 2 Tagen ist juristisch begründet. Möglich ist das Überleben des Embryos in einer Nährlösung im Brutschrank schon bis zur 20. Woche. Bereits drei Wochen später bestünde aber für ein Frühchen immerhin eine 10%ige Überlebenschance. Eine künstliche Gebärmutter müsste also nicht eine unkalkuliert lange Zeit überbrücken. Die Entwicklung einer solchen Technik wäre mit gewaltigen Anstrengungen verbunden, vielleicht vergleichbar dem Apollo-Programm im vergangenen Jahrhundert. Erfolgreich zu realisieren wäre ein solches Projekt nur mit hoher Priorisierung und gesellschaftlichem Konsens. Denn Auswirkungen hätte es auf viele Lebensbereiche.

Vielleicht wird von einer künftigen Zivilisation die Genmanipulation benutzt werden, um Menschen mit besonderen Ausprägungen auszustatten oder an andere Umgebungsbedingungen anzupassen. Menschen könnten etwa mehr Wert auf ein großes Gehirn und weniger auf entbehrliche oder hinderliche Teile ihres Körpers legen. Noch können wir uns nicht recht mit dem Gedanken anfreunden, aber es könnte notwendig sein, Spezialisten zu "züchten", die bei einem langen Aufenthalt in Schwerelosigkeit oder unter den abweichenden Bedingungen einer Raumstation oder eines anderen Planeten gesund bleiben können.

Unsere Sonne hat eine Energiebilanz der Kernfusion im Inneren und der Abstrahlung an ihrer Oberfläche. Sie hat schon über mehr als vier Milliarden Jahre lebensfreundliche Temperaturen auf der Erde im inzwischen kalten Kosmos ermöglicht. Im Lebenslauf der Sonne verringert sich in ihrem Zentrum der Anteil an Wasserstoff. Der Kern wird mit Helium angereichert dichter und heißer, der Fusionsprozess heftiger und wandert schalenförmig mehr nach außen. Dort ist der Gravitationsdruck des Plasmas geringer und der Stern bläht sich auf. Die Sonne wird von der Erde aus betrachtet schließlich ein riesiger roter Ball (Sonne als roter Riese) und bedeckt am Tag einen großen Teil des Himmels, sie hat Merkur und vielleicht Venus verschluckt. Zwar ist dann die Oberflächentemperatur geringer aber wegen ihrer Größe strahlt sie viel mehr Energie ab. In einer Milliarde Jahren wird die Bestrahlung der Erde bereits um 10% höher sein mit starker Wirkung auf das globale Klimageschehen: Ozeane verkochen, die Atmosphäre driftet in den Weltraum. Falls es noch intelligentes Leben gibt, war es dann zum Auswandern in einen größeren Abstand zur Sonne gezwungen. Der Strahlungsdruck treibt in 6 Milliarden Jahren - etwa 10% des Wasserstoffs ist dann verbraucht - die äußeren Schichten der Sonne als Planetaren Nebel in den umgebenden Raum. Der Rest der Sonne mit 50% ihrer jetzigen Masse besteht schließlich aus dem sehr dichten Kern von der Größe der Erde, ein Weißer Zwergstern, der noch Millionen Jahre leuchtet. Die verbrannte Erde ist auf eine Bahn weiter entfernt von der Sonne weggedriftet.

Es ist ungewiss, wie lange es zuvor noch intelligentes Leben auf unserer Erde geben wird - jedenfalls wäre es ein völlig anderes als die Menschheit heute. Die mittlere Lebensdauer einer Spezies bis zu ihrem Aussterben scheint eine große Bandbreite zu haben. Besonders einfache einzellige Lebensformen gibt es in fast unveränderter Form schon mehrere Milliarden Jahre, während andere Arten bereits in viel kürzerer Zeit ausgestorben sind. Entscheidend war offenbar die Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Umweltbedingungen. Klimakatastrophen gaben insofern auch immer Chancen für Entwicklung neuer Arten. Und die Natur selbst schafft "Lösungen", wenn eine Art sich extrem vermehrt, zur "Plage" (für andere) wird. Die Evolution erfindet Fressfeinde, große oder ganz kleine. Die ungebremste Vermehrung der Menschheit ist eine solche Situation, auf die andere Lebensformen - Bakterien, Viren - reagieren. Menschenähnliches Leben oder wie Robert Merle es ausgedrückt hat "ein vernunftbegabtes Tier" gibt es erst seit wenigen Millionen Jahren. Schon Aristoteles hatte den Menschen als Vernunft- und Gemeinschaftstier beschrieben. Zu beweisen wäre immer noch, ob es sich um eine moralfähige Spezies handelt. Zeitgenossen sterben nicht aus, die dem Menschen einen exklusiven Status verleihen wollen, Opfer eigener Eitelkeit und Selbstüberschätzung. Ob jene Entwicklungsstufe des homo sapiens, die Signale aus dem All empfangen und senden kann, die die eigene Vergangenheit zu entschlüsseln sucht und die Zukunft mitbestimmen möchte, entsprechend der oben gemachten Annahme dies (nur) noch 100.000 Jahre tun kann, ist ungewiss. Diese angenommene Zeit beinhaltet, dass "Intelligenz" - wie wir sie bisher kennen - die Lebensdauer einer Spezies nicht verlängert, sondern eher neue Risiken in sich birgt. Das muss nicht so sein und gibt Anlass daran zu arbeiten. Der Mensch ist als Genotyp nicht sehr hoch spezialisiert. Deshalb gelingt ihm eine Anpassung an unterschiedlichste Lebensumstände. Und die Trumpfkarte Großhirn hat das Potenzial Wunder zu bewirken, Mittel und Wege in extremen Situationen aufzuspüren.

Welche externe Bedrohungen warten auf die Spezies Mensch? Bei aller Ungewissheit, welche Katastrophe wann möglich sind, muss zuerst gefragt werden, wie wahrscheinlich sie ist. Doch die Zahlenbasis ist schwach, deshalb soll etwas Spekulation erlaubt sein. Seit der "kambrischen Artenexplosion" vor 570 Millionen Jahren finden wir Fossilien von Tieren auf der Erde und können im Mittel aller 100 Millionen Jahre ein Massensterben von Arten als Folge ökologischer Katastrophen beobachten. Wenn ein Ökosystem aus dem Gleichgewicht gerät, steigt die Artentodquote dramatisch an, da viele Arten voneinander abhängig sind. In der Vergangenheit waren es vor allem Klimaschwankungen, die einerseits zum Aussterben vieler Arten - besonders an der Erdoberfläche - geführt haben, andererseits aber auch die Evolution angetrieben und zur Entstehung neuer angepasster Arten beigetragen haben. Aus dem Isotopenverhältnis von 18O zu 16O in Proben von Bohrkernen aus Meeressedimenten und aus arktischem Eis kann auf die Temperatur lang vergangener Zeiten geschlossen werden, weil sich der schwere Sauerstoff  18O im Meer, der leichte 16O im Eis anreichert. Deshalb ist bekannt, dass auf der Erde die meiste Zeit bisher ein warmes Klima mit geringen Temperaturschwankungen geherrscht hat - die polaren Regionen waren meist eisfrei. In der Erdgeschichte hat es andererseits mehrere - darunter zwei extreme - Eiszeiten gegeben. Bei diesen war die Erde vollkommen mit Eis bedeckt. Als Ursache wird die unterschiedliche Zusammensetzung der Atmosphäre in den Erdzeitaltern angenommen. Etwa könnte die Zunahme von freiem Sauerstoff in der Erdatmosphäre vor 2,3 Milliarden Jahren - erzeugt von Lebewesen, den Cyanobakterien (Blaualgen) - eine Abnahme des Treibhausgases Methan (CH4) bewirkt haben mit der Folge einer Eiszeit. Andererseits erhöht Vulkanismus auf einer vereisten Erde den Gehalt an Kohlenstoffdioxyd (CO2), wobei dieses Klimagas sich dann nicht im Meer lösen kann. Eine Warmzeit folgt. Extreme Klimaverschiebungen haben in der Vergangenheit entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung der Lebensformen auf unserem Planeten genommen. Also werden sie es auch in Zukunft tun, den Menschen eingeschlossen.   

Die letzte jetzt noch andauernde Eiszeit begann vor 3 Millionen Jahren, die Temperatur senkte sich im Mittel um 5° ab verbunden mit großen Schwankungen (+- 4°) zwischen eingelagerten Kalt- und Warmperioden. Viele Ursachen für Klimaveränderungen sind diskutiert worden: sich zyklisch ändernde Parameter der Erdbahn und Orientierung zur Sonne (verursacht Bevorzugung der Süd- oder Nordhemisphäre in den Milankovic-Zyklen), wechselnde Sonnenaktivität verbunden mit dem Sonnenwind (im 17. Jahrhundert war es beispielsweise kälter und es gab fast keine Sonnenflecken und damit wenig Sonnenwind), ferner die wechselnde Intensität der kosmischen Strahlung (der hochenergetischen Teilchen aus dem Kosmos), besonders aber die sich verändernde Zusammensetzung der Atmosphäre mit mehr oder weniger Treibhausgasen und Kondensationskeimen, mehr oder weniger Wolken und Staub. Temperatur und Strömungsverhältnisse in den Meeren sowie der Austausch von Wasser und CO2 zwischen Atmosphäre (sowie Eis/Wasser auf Kontinenten) und dem Meer sind entscheidende Einflussgrößen. Mit der Wanderung der Kontinente als Folge der Plattentektonik haben sich diese Verhältnisse in der Vergangenheit mehrfach verändert. Fördernd für eine Eiszeit scheint zu sein, wenn sich ein Kontinent in einer Polarregion befindet (wie Antarktika jetzt) und wenn die globale Meereszirkulation durch Landbrücken - etwa zwischen Nord- und Südamerika - behindert wird. Die Bedeckung mit Wolken und für wolkenlose Bereiche der Absorptionskoeffizient der Erdoberfläche für Sonnenlicht (Albedo) bestimmen maßgeblich die mittlere Temperatur. So nimmt man an, dass in der Eiszeit vor 700 Millionen Jahren wachsende Teile zunächst des Festlandes schneebedeckt waren, wodurch immer mehr Sonnenstrahlung reflektiert wurde. Die mittlere Temperatur ist deshalb weiter abgesunken bis schließlich sogar die tropischen Gebiete mit Eis bedeckt wurden. Von Gletschern transportierte Findlinge in damals äquatornahen Sedimenten beweisen das. Glücklicherweise sind die Kaltzeiten der aktuellen Eiszeit bisher weit weniger dramatisch verlaufen. Sonst hätten unsere schon lebenden Vorfahren kaum eine Überlebenschance gehabt.

Das Universum mit seinen fast endlosen Räumen und Zeiten schenkt uns ziemliche Sicherheiten: Es wird mehr als 3 Milliarden Jahre dauern, ehe mit der Vereinigung der Galaxis Milchstraße mit der größeren Galaxie Andromeda M31 in unserer kosmischen Umgebung unruhige Zeiten anbrechen. Die beiden Galaxien - ihre Halos aus Dunkler Materie berühren sich vielleicht schon - werden einander durchdringen und in einem längeren Zeitraum durcheinander oszillieren, ehe sich schließlich eine große Galaxie aus ihnen formiert. Die zentralen Schwarzen Löcher (mit 2,6 Millionen Sonnenmassen in der Milchstraße und mit mehr als 140 Millionen Sonnenmassen in M31) werden voraussichtlich aktiv werden wie wir es an Quasaren beobachten. Nicht ausgeschlossen ist, dass sie sich in einem spektakulären Ereignis vereinigen. Viele neue Sterne werden auch in "unserer" Nachbarschaft entstehen und die uns gewohnten Sternbilder werden sich verändern. Die umgerührten interstellaren Gasmassen können dann auch zur Geburtstätte sehr massereicher Sterne werden, die ihr kurzes Leben mit einer Supernova als Neutronenstern oder Schwarzes Loch beenden (vergleiche auch Blasar). Im Gefolge kann es zu einem kurzen aber gewaltigen Ausbruch energiereicher Röntgen- und Gammastrahlung kommen. Wenn solche Strahlung auf einen Planeten wie die Erde in ihrem jetzigen Zustand trifft, würde seine Atmosphäre einen großen Teil der Strahlung absorbieren. Vor einem solchen Szenario in der nahen galaktischen Umgebung wären freilich am besten Bewohner der Tiefsee geschützt.

Es gibt in unserer Umgebung auch jetzt schon massereiche Sterne, die ihr Leben als Hypernova beenden könnten. Mit dem Röntgen Satelliten ROSAT wurde am Südhimmel das Nachglimmen einer Supernova im Sternbild Segel (Vela) entdeckt, die sich in der Entfernung von nur 700 Lichtjahren abgespielt hat. Ein bekannter Kandidat ist Eta Carinae (im Sternbild Schiff) mit 100 Sonnenmassen in der größeren Entfernung von 7500 Lichtjahren. Falls seine Rotationsachse nach der Explosion ausgerechnet in Richtung der Erde zeigt, könnte ein Strahlungs-Ausbruch von einigen Minuten Dauer für die Menschen auf der ihm zugewandten Seite der Südhalbkugel gefährlich sein. Immerhin verraten uns Gesteinsanalysen, dass sich seit der Entstehung der Erde - also über 4,5 Milliarden Jahre - keine Supernova in unserer unmittelbaren Umgebung (< 50 Lichtjahre) ereignet hat. Unsere kosmische Umgebung ist "sauber", kein Entstehungsgebiet für kurzlebige Riesensterne.

Wie schon festgestellt wurde endet jedes Leben auf der Erde spätestens in einer Milliarde Jahren mit dem Lebenszyklus unserer Sonne, die Erde wird unbewohnbar heiß. Bereits viel eher könnte aber der Einschlag eines großen Meteoriten oder Kometen auf unserem Planeten schlimme Folgen haben - nicht nur unmittelbar am Ort des Einschlags. Der Energieumsatz bei einer kosmischen Kollision hängt neben der Masse von der Geschwindigkeitsdifferenz ab. Die ist in jedem Fall so groß, dass ein 10km großer Körper leicht die Energie von mehreren Millionen Atombomben mit sich tragen kann. Ein Teil der Kollisionsenergie verteilt sich über die Atmosphäre, die Erdoberfläche verbrennt. Globale Erdbeben zerstören auch Regionen, die nicht an Plattengrenzen liegen. Tsunamis können weite Gebiete verwüsten, eine "Sintflut" auslösen, wie sie die Menschheit noch nicht erleben musste. Die sich anschließende Klimakatastrophe führt als Folge des Staubeintrags in die Atmosphäre zu einem mehrjährigen globalen Winter. Risse in einer Kontinentalscholle könnten schließlich schwer kalkulierbare vulkanische Aktivitäten auslösen. In der frühen Entstehungsphase unseres Sonnensystems waren Meteoriteneinschläge an der Tagesordnung. Die Oberfläche unseres Mondes - geschützt vor Wasser, Wind und Wetter - hat das aufbewahrt und spricht eine deutliche Sprache. Im jetzigen ruhigen Entwicklungsstadium des Sonnensystems hat sich nach Jahrmillionen ein fein abgestimmtes Spiel der Gravitationskräfte eingestellt, das zu vorwiegend zyklischen Abläufen geführt hat. Wegen der riesigen Zahl der beteiligten Körper, ist das Alter unseres Sonnensystems aber doch noch nicht groß genug, um jeden Zwischenfall schon vorweggenommen zu haben. Und Glück haben wir auch mit dem mächtigen Jupiter, der solche Brocken gern aufnimmt, ehe sie die Erdbahn kreuzen. Die Chaostheorie sagt uns, dass wir die künftigen Bahnparameter für Asteroiden und Kometen im Vielkörpersystem nicht genau genug bestimmen können, um eine sehr lange Vorwarnzeit zu garantieren. Im Zeitablauf aller 30 Millionen Jahre könnte es zudem eine etwas gefährlichere Situation geben, wenn sich die Sonne innerhalb unseres Spiralarms der Milchstraße durch einen dichter mit Sternen bevölkerten Bereich bewegt und zusätzliche Gravitationskräfte wirken. Zuletzt hat die Sonne vor 1 Million Jahren diesen Bereich verlassen und bewegt sich nun in einem ruhigeren Fahrwasser. An Beschuss-Material fehlt es nicht: Kugelförmig umgibt die Oortsche Wolke das Planetensystem bis zu 1,5 Lichtjahren mit - so nimmt man an - einer Billion kometenartiger Brocken. Weiter innen bis zur Bahn des Planeten Pluto befindet sich der Kuiper-Ring mit einer Milliarde Kometen. Und schließlich bewegen sich vorwiegend aber nicht nur im Bereich zwischen Mars und Jupiter einige Millionen Asteroide um die Sonne. 200 haben einen Durchmesser von über 100km, tausende sind nur wenig kleiner. Welche Auswirkung die Kollision mit dem Kern eines Kometen hätte, konnten wir beim Kometen Shoemaker-Levi 9 als Augenzeugen beobachten. Der Komet war bereits 1992 beim Vorbeiflug am Jupiter zerbrochen und die Bruchstücke schlugen mit 210.000 km/s im Juli 1994 in den Jupiter ein. Die gewaltigen Feuerbälle waren größer als die Erde. Da wir wenige Einschlagkrater auf der Erde finden, die noch nicht von der Erosion unkenntlich gemacht sind, können wir annehmen und hoffen, dass solch ein Ereignis nur im Abstand von einigen 100 Millionen Jahren vorkommt. Aber die Wahrscheinlichkeit ist unberechenbar - gleich morgen könnte der countdown beginnen. Ein großer Brocken von 10km Durchmesser - der Chicxulub-Meteorit - ist vor 65 Millionen Jahren am Ende der Kreide-Zeit in Mexiko eingeschlagen und hat ein Massensterben verursacht, bei dem 80% der Arten verschwanden. In den Ablagerungen aus dieser Zeit (KT-Grenze zwischen Kreide und Tertiär) finden sich weltweit Reste großer Brände. Die große Zeit der Saurier ging damals zu Ende. Dieser Krater ist heute 900m tief im Sediment verborgen. Der Einschlag verrät sich an bestimmten Glas-Kiesel-Mineralen, die nur bei extrem hohen Temperatur- und Druckwerten und rascher Abkühlung entstehen, und am hohen Anteil von Iridium in der abgelagerten Sedimentschicht, welches vom Meteoriten herrührt. Vor 15 Millionen Jahren hat ein Meteorit von 700m Durchmesser das Nördlinger Ries mit einem Durchmesser von 25km hinterlassen. Die immer noch 1000-fache Wirkung der Bombe von Hiroschima kann man bei dem "kleinen" Meteoriten mit 50m Durchmesser am "Meteor Crater" in Arizona (Bild rechts oben) bestaunen. Der Krater ist 49.000 Jahre alt, 1300m im Durchmesser, 190m tief und noch verhältnismäßig wenig durch Erosion verändert. 1908 ereignete sich in Sibirien nahe dem Fluss Tunguska eine Hitze- und Schockwelle, die alle Bäume im Umkreis von 25km umknickte und verkohlte. Die Wirkung eines Einschlags wird nicht nur durch Masse und Bahnparameter wie die Geschwindigkeit bestimmt sondern auch durch das Beschuss-Material (gesteinartiges, metallartiges oder gefrorenes Material etwa Wasser, Methan u.s.w.). Damals war die abgelegene Gegend wahrscheinlich durch einen Kometen von etwa 50m Durchmesser verwüstet worden. Bei (nichtperiodischen) Objekten aus den äußersten Regionen des Sonnensystems kann mit einen hohen Anteil gefrorener und leichtflüchtiger Bestandteile gerechnet werden. Ein größeres Objekt mit vielleicht 500m Durchmesser hat etwa um das Jahr 536 mit seinem Staubeintrag in der Atmosphäre für eine globale Abkühlung gesorgt. "Kleine" Brocken mit bis zu einigen 100 Tonnen Masse treffen fast jedes Jahr auf die Erde. Bisher sind etwa 850 Asteroide bekannt, die sich der Erdbahn annähern können. Geschätzt wird aber, dass 600 größere Objekte mit etwa 1km Durchmesser in den "Sicherheitsabstand" von einem Erdradius gelangen können. Viele warten noch auf ihre Entdeckung und manche von ihnen haben eine langperiodische Bahn, die weit in den Raum hinausreicht. Diese nähern sich deshalb nicht so oft der Erde, dann allerdings mit hohen Geschwindigkeiten von mehr als 50km/s. Deshalb sind sie besonders schwer zu entdecken. Es ist nicht die Frage, ob es zu einer solchen Katastrophe kommen kann, sondern ausschließlich wann. Der Meteorit 2002MN mit 75m Durchmesser flog beispielsweise im Juni 2002 mit einem Abstand von 1/3 des Mondes an der Erde vorbei, wurde aber erst einige Tage später entdeckt. Bereits entdeckte Körper mit Kollisionskurs etwa 1950 DA, 1997 XR2 oder 2004 MN4 ("Apophis" mit 400m Durchmesser) kommen der Erde unangenehm nahe (in den Jahren 2880, 2101 bzw. am 13. Apr. 2029). Falls Apophis beim Vorbeiflug 2029 durch die Gezeitenkräfte der Erdanziehung zerbricht, kann bei einer der folgenden Begegnung - z.B. 2036 - eine Kollision von Bruchstücken nicht ganz ausgeschlossen werden.

Heute ist noch keine Technik erprobt, einen sich auf Kollisionskurs nähernden Körper von seiner bedrohlichen Bahn abzulenken. Anstrengungen sind im Gange, eine drohende Gefahr früh zu erkennen. Denn die Vorwarnzeit ist für jede Gegenmaßnahme entscheidend. Auf dem Haleakala (Maui, 3055m, Bild links) wird mit einem Teleskop gezielt nach solchen bewegten Objekten gesucht. Dabei werden helle Objekte im Empfänger selektiv unterdrückt, so dass lichtschwache Objekte besser hervortreten und ihre Ortsveränderung registriert werden kann. Die Suche wird bald noch empfindlicher möglich sein, wenn auf dem Mauna Kea (Hawaii, 4205m, Bild oben rechts) 4 Teleskope zusammen arbeiten. Dann können etwa Lichtblitze durch Höhenstrahlung in nur einem der 4 extrem empfindlichen Halbleiterdetektoren als Ereignis ausgeschlossen werden. Der Standort ist nicht nur wegen seiner Höhe geeignet. Die weite Wasserfläche des Pazifik gleicht Temperaturdifferenzen aus, die Dichteschwankungen der Luft und damit Bildunschärfe bewirken könnten.

Eine andere Gefahr besteht in besonderen Formen des Vulkanismus der Erde: Tiefeneruptionen aus Rissen in einer Kontinentalscholle oder der Ausbruch einer der vorhandenen großen Magmakammern können sich jederzeit ereignen und das Klima durch freigesetzten Staub und Gase schnell verändern. Der in die Stratosphäre abgegebene sulfathaltige Staub führt zunächst zu einer Abkühlung - also einer irregulären und plötzlichen Eiszeit, die einige Jahre andauert. Das freigesetzte Kohlenstoffdioxid führt danach zu einer langsamen Erwärmung, die das Gleichgewicht des Klimas auf der Erde kippen kann. Man spekuliert, dass eine Erwärmung der kalten Tiefsee um 5° zum Freisetzen des im Meer etwa an den Kontinentalschelfen in fester Form lagernden Methanhydrats führt und dass dieses Treibhausgas die Erwärmung dann weiter steigert. Eine Tiefeneruption in Sibirien (mit viel CO2-Emission) hat vielleicht am Ende des Perm vor 250 Millionen Jahren das bisher größte Massensterben auf solche Weise ausgelöst, bei dem 70 bis 95% aller Arten untergegangen sind. Als Auslöser für das Zerbrechen der Kontinentalscholle wird auch ein Meteorit von 50km Durchmesser diskutiert. Sein Einschlagort befindet sich vielleicht auf der entgegen gesetzten Seite in Antarktika. Gigantische Magmakammern sind auch jetzt prall gefüllt, warten nur auf ihre Entleerung mit von Menschen in geschichtlicher Zeit noch nicht erlebten Auswirkungen: eine davon unter dem Yellowstone-Nationalpark in Wyoming. Der letzte von mehreren großen Ausbrüchen - etwa aller 800.000 Jahre - hat sich dort vor 640.000 Jahren ereignet. Ein solches Ereignis würde das Ökosystem stark beeinträchtigen aber in unserer Zivilisation vermutlich nicht zum Aussterben aller Menschen führen. Ausbrüche eines Supervulkans haben sich in jüngerer Zeit - vor 75.000 Jahren (Toba auf Sumatra) und vor 23.000 Jahren (Taupo auf der Nordinsel Neuseeland) ereignet. Wie die Darstellung oben links zeigt war der Taupo auch später noch aktiv. Inzwischen hat sich seine Caldera mit Wasser gefüllt und bildet den friedlichen Taupo-See (Bild rechts). Am Horizont erkennt man in der Bildmitte den Gipfel des aktiven Vulkans Ruapehu.

Hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit sind die größten Gefährdungen unserer Zivilisation durch den Menschen selbst gegeben:
Wir haben noch zu wenig intelligente Verfahrenswege zur Konfliktbewältigung gefunden. Im letzten Jahrhundert hat uns nur das Gleichgewicht des "Schreckens" vor einem vernichtenden Kernwaffenkrieg oder besser gesagt der Besitz der Atomwaffen und die Erwartung des Schrecklichen hat uns vor einem weiteren Weltkrieg bewahrt. Die wichtigen Anstrengungen, die weitere Verbreitung von Massenvernichtungswaffen zu verhindern, allein schützen uns nicht. Noch jeder Krieg in der Vergangenheit hat eine Eigendynamik entwickelt, die nicht zu unterbrechen war. Das hängt offenbar mit unseren Anlagen zusammen. Ein Urprinzip des Lebens sind Wettbewerb und Konkurrenzkampf. Wir besitzen kein "Kriegsgen" aber die Bereitschaft zum Wettstreit, auch zum kollektiven Wettstreit. Demagogische Verführer nutzen ein gesellschaftliches und kulturelles Umfeld allzu leicht zu ihrem Machtgewinn mit dem Mittel "Krieg" aus. Eine Kultur der friedlichen Konfliktbewältigung darf nicht Traum bleiben, muss ein erfüllbares Ziel werden.

Eine Grenze erwächst uns aus den Ressourcen unseres Planeten. Hier ist besonders die demographische Entwicklung beeindruckend und beängstigend zugleich. Unsere Natur, unser genetisches Erbe, hat uns auf Vermehrung der Art programmiert. Unsere "Mutter Erde" ist jetzt die Heimat von 6 Milliarden Menschen. Vor nur 50 Jahren waren es noch 2,5 Milliarden. Das Bevölkerungswachstum erfolgte in Entwicklungs- und Schwellenländern. Diese Länder haben eine Bevölkerung mit überwiegend niedrigem Bildungsniveau, konnten sich aber durch Importe von auf dem Weltmarkt reichlich verfügbarem Saatgut, von Impfstoffen und Antibiotika gegen Hungersnöte und Seuchen besser wehren als in der Vergangenheit. Ihren Anteil hat auch eine verfehlte Entwicklungspolitik, die sich stärker um die Organisation profitabler Hilfe mit diesen Gütern, mit der Wasseraufbereitung und zu wenig mit Geburtenkontrolle, der Aufklärung darüber und der Bereitstellung solcher Hilfsmittel bemüht hat. Weshalb gelingt es nicht, das Verbot von Kinderarbeit und die Einführung einer Rentenversicherung für alle zu exportieren? Kinder sind in vielen Ländern die alleinige Altersvorsorge, je mehr also desto sicherer. Bereits aus dem Weltraum erkennt man die Ausbreitung der Wüsten und das ungezügelte Wachstum der Städte, in denen schon die Hälfte der Menschheit lebt. Auf der Suche nach eigenen  Überlebensmöglichkeiten hat der Mensch mit seiner  Landwirtschaft den größten Teil bewohnbaren Landes zum "seinem" Lebensraum umgestaltet. Er ist zum Verursacher einer neuen hohen Artentodquote geworden. Verkehr und Güteraustausch verbreiten nicht nur Menschen sondern auch "Unkrautspezies" wie Ratten und Tauben ... in seinem Gefolge.

Weniger sichtbare aber bedeutsame Folge ist das raschere Auftreten von neuen oder veränderten Krankheitskeimen, die sich in mehr menschlichen "Wirten" als je zuvor entwickeln und verbreiten können. Die wachsende Population Mensch - einschließlich all seiner Besitzansprüche - hat sich in vielen Regionen zur Plage für die Mutter Erde entwickelt. Die sozialen Folgen der unharmonischen Bevölkerungsentwicklung wird der wichtigste Konfliktstoff der Zukunft sein. Einer vergleichsweise "wohlhabenden" Gesellschaft in vielen entwickelten Ländern steht eine arme Gesellschaft in zurückgebliebenen Regionen gegenüber, die ihren Anteil am Kuchen einfordert. Die "Nehmermentalität" bei den Ärmsten wächst und wird auch gefördert, Selbsthilfe durch "die eigene Tat" und Hilfe zur Selbsthilfe sind immer noch Mangelware. Als Beispiel für zu kurz gedachte Hilfeleistungen stillt die UN den Hunger in Afganistan durch reichliche Weizenspenden, so dass die dortigen Bauern anscheinend nur durch den Anbau von Mohn überleben können. Wie können Bildung und Aufklärung und Selbsthilfe Millionen von Menschen erreichen, die nicht in einer demokratischen Gesellschaft leben, denen jedes Startkapital - auch im Kopf - fehlt? Die Globalisierung führt zum raschen Austausch von Technologien, Ideen und Menschenrechten und auch dazu, dass der Wohlstand in aufstrebenden Schwellenländern rasch wächst und in den bisher hoch entwickelten Ländern stagniert. Die jetzige Lebensweise in den industrialisierten Ländern taugt nicht uneingeschränkt zur Nachahmung durch die vielen Milliarden im Aufbruch befindlichen Menschen. Besonders deutlich ist der weltweite Energiehunger der Menschen. In einigen Regionen werden die letzten Bäume zur Nahrungsaufbereitung verfeuert und in industrialisierten Ländern werden fossile Energieträger in wenigen Jahrhunderten verbrannt, für deren Entstehung die Natur das Sonnenlicht von Jahrmillionen "gesammelt" hat. An der gegenwärtigen Klimaerwärmung wirkt der Mensch entscheidend mit, gilt doch das freigesetzte Kohlendioxyd neben Methan - das von Bakterien etwa beim Reisanbau und der Verdauung bei Wiederkäuern erzeugt wird -  als Hauptursache. Selbst das Uran unserer Kernkraftwerke ist eine begrenzte Ressource produziert von der Supernova, aus deren Resten unsere Erde entstanden ist. Es wäre eine Illusion zu glauben, künftige Generationen würden mit weniger Energie auskommen. Allein schon die globale Wirtschaftsentwicklung wird das Gegenteil bewirken. Und erneuerbare Energien? Der jetzige weltweite Bedarf hat bereits die Größe von 0,01% der gesamten von der Erde empfangenen Sonnenstrahlung erreicht. Schwer zu sagen, wie viel man davon "abzweigen" könnte, ohne in die empfindlichen Klimakreisläufe einzugreifen.

Wie unterschiedlich man die Situation bewerten kann, verdeutlicht das folgende Gedankenexperiment. Aliens - viel weiter fortgeschritten als wir - erforschen die Population der menschlichen Spezies etwa so wie unsere Biologen es mit den Buckelwalen tun. Sie stellen fest, dass die Population in Europa bedenklich abnimmt, wegen der niedrigen Geburtenrate müsste die Art hier als gefährdet gelten. In anderen Regionen z.B. in Afrika würden sie ein rasantes Wachstum feststellen. Der europäische Typ kommt offensichtlich mit seiner Umwelt nicht mehr so zu recht wie die anderen, die anscheinend widerstandsfähiger sind und denen die genetische Zukunft gehört, würden sie schlussfolgern. Kehren wir zur menschlichen Perspektive zurück und dazu, dass wir unsere Umwelt weitgehend selbst verantworten. Sollten es vor allem Politiker sein, unfähig Rahmenbedingungen zum Gedeihen ihres "Volkes" zu schaffen, in Europa nicht und auch nicht in Afrika? Sie befassen sich hier wie dort lieber mit den Symptomen der Gesellschafts-Krankheiten als mit der Beseitigung der Ursachen.

Wir wissen noch nicht, wie lange die Menschheit ihre Zukunft meistern kann. Unsere Spezies hat biologisch gesehen das Potenzial einer viel längeren "Restlebensdauer" als die oben angenommenen 100.000 Jahre. Und der Mensch hat seine besonders hohe Anpassungsfähigkeit mit seiner Ausbreitung über alle Klimazonen auf der Erde ja schon bewiesen. Wir müssen intelligente Antworten auf die Herausforderungen unseres Lebens finden - im Einklang mit unseren "Lebenspartnern", die die Evolution uns zu Mitbewohnern auf der Erde bestimmt hat.

Bei der Entscheidungsfindung für die komplexen Fragestellungen im Alltag wie auch der großen Politik hilft uns Richard Feynman`s Methode: Die häufig sich stellende Frage "soll ich das tun" sollte aufgeteilt werden in die Fragestellung "wenn ich das tue, was passiert dann?". Dieser Teil der Frage lässt sich meist logisch mit unseren Erfahrungen zweifelsfrei und rational beantworten. Daran kann sich die Frage anschließen "will ich, dass dies so wird?" Diese Frage muss ich allerdings subjektiv nach menschlichen Wertkriterien entscheiden. Moralische Grundsätze, auch meine Religion, können mir dabei helfen.

Wir Menschen spielen keine Rolle für das Universum. So wie der Einzelne nur Gast auf dieser Welt ist, ist die Menschheit nur eine zeitweilige nebensächliche Episode in "Gottes Plan". Vermutlich sind wir in der Schöpfung ja auch nicht einmalig sondern eine unter vielen anderen Zivilisationen. Aber wir Menschen sind dazu geboren, die Hauptrolle für uns zu spielen. Spielen wir sie mit menschlichen Wertmaßstäben so gut wir können! Unser Streben, Liebe zu schenken, achtvoll miteinander umzugehen, Trost zu spenden und die helfende Tat, versprechen Glück. Unser angeborener Drang nach Erkenntnis wird nicht durch die frustrierende Tatsache zu bremsen sein, dass all die Information, all das Wissen, welches wir mühevoll erringen, eines Tages bedeutungslos und verloren sein wird. Es wird dafür keine Interessenten geben, alle unsere Datenträger werden letztendlich in ein Schwarzes Loch fallen und die darauf enthaltene Information wird unwiederbringlich verloren sein. Unser Weg ist unser einziges Ziel! Und - wie Ingeborg Bachmann gesagt hat - die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar! Folgen wir dem Gedanken Albert Camus´: "Aber die erdrückenden Wahrheiten verlieren an Gewicht, sobald sie erkannt werden." Oder sagen wir lieber, wenn wir die übermächtigen Tatsachen innerlich akzeptiert haben. Und die Entwicklung des Lebens auf der Erde erscheint uns wie eine phantastisches Märchen. Die Zukunft kann nicht vorstellbare Möglichkeiten für die Weiterentwicklung von intelligenten Lebensformen und von neuen Fähigkeiten zum kognitiven Denken hervorbringen. Die Menschheit kann auf diesem Weg der Evolution das wertvollste Brückenglied sein, falls sie ihr Streben zum Selbstmord zügeln kann.

Ich träumte - ich wäre ein Buckelwal im Atlantik und bekäme den für mich schwer lösbaren Auftrag, die Sahara zu kartographieren. Vielleicht müssen wir im richtigen Leben lernen, den Bauplan des Universums oder das Innere eines Schwarzen Loches - ohne jemals hineinschauen zu können - nicht mit 4 sondern mit 10 Dimensionen zu verstehen. Solche Aufgaben der Zukunft sind wohl eher damit zu vergleichen, der Buckelwal solle mit seinen Mitteln die gesamte Entstehungsgeschichte der Sahara klären einschließlich der Tatsache, weshalb 40 Millionen Jahre alte Skelette seiner Vorfahren dort gefunden werden.

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