Rasseerklärung:

Der Weimaraner

05. Januar 2008

ist ein sehr auffälliger, bis 70cm großer und 40kg schwerer Hund, der heute noch hauptsächlich jagdlich, seltener als Haushund geführt wird. Charakteristisch ist das silber-, reh-silber- bzw. mausgraue Fell und die hell bis dunkel bernsteinfarbenen Augen, die im Welpenalter himmelblau sind. Gezüchtet wird er in zwei Schlägen mit unterschiedlicher Fellstruktur:
Die Ohren sind breit und ziemlich lang, etwa den Mundwinkel erreichend, hoch und schmal angesetzt, unten spitz abgerundet Der Weimaraner ist ein vielseitiger, anhänglicher, leichtführiger, passionierter Jagdhund mit ausdauernder, nicht allzu temperamentvoller Suche. Geschätzt werden seine hervorragende Nase, Wild -, Raubzeugschärfe ( Ein Hund ist raubwild- und raubzeugscharf, wenn er kleineres Raubwild und Raubzeug [in der Regel wildernde Katzen] angreift und nach Möglichkeit abwürgt [ Kieler Entschließung ], größeres stellt und verbellt) . Wildscharf ist ein Hund, der bei der Nachsuche angeschweißtes kleineres Wild (Hasen, Rehwild) abtut oder abwürgt, stärkeres Wild stellt und anhaltend verbellt.). Der Weimaraner ist besonders geeignet für die Arbeit nach dem Schuss (Schweiß, Verlorenbringen usw.).

Über die Entstehung des Weimaraner Vorstehhundes gibt es zahlreiche Theorien. Fest steht nur, dass der Weimaraner Anfang des 19. Jahrhunderts am Hof zu Weimar von Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757-1828) gehalten wurde. Ab etwa 1890 wird die Rasse planmäßig gezüchtet (zunächst fast ausschließlich in Thüringen) und zuchtbuchmäßig erfasst.

Der Weimaraner galt früher als "Försterhund", dies wegen seines recht ausgeprägten Schutztriebes. Die "Mannschärfe" (Mannscharf ist ein Hund, der auf Befehl einen Menschen angreift; auf Befehl muss er wieder loslassen. Abgelegt bei einem Gegenstand hat er diesen zu verteidigen. Ein Hund, der ohne Befehl angreift, ist bissig.) wurde früher von Förstern geschätzt, bringt aber Probleme mit sich, sollte dieser Hund von unerfahrenen Haltern als Haushund geführt werden. Aus diesem Grund wird die Rasse auch nicht für Anfänger empfohlen.

Die Erziehung und Ausbildung erfordert ein hohes Maß an Konsequenz und Durchsetzungsvermögen. Vor der Anschaffung ist eine intensive Auseinandersetzung mit den Eigenarten der Rasse unabdingbar. Nicht selten landen Weimaraner, ebenso wie andere reine Jagdhundrassen, ansonsten als Problemhunde im Tierheim. Wer sich jedoch intensiv mit dem Hund beschäftigt, ihm sowohl genügend Auslauf, als auch Zuneigung zukommen lässt, dem zahlt der Weimaraner dies durch absolutes Vertrauen und Liebe zurück. Der Weimaraner benötigt eine konsequente Erziehung und eine klare Autorität, alles andere legt er als Schwäche aus. Das Führen als Haushund stellt dann kein Problem dar.

Der Weimaraner verfügt über rassespezifische Eigenschaften, die von Kennern bzw. Liebhabern der Rasse geschätzt werden:
Zunächst zeichnet den Weimaraner eine manchmal fast aufdringliche Anhänglichkeit; gegenüber seinem Führer und den ihm bekannten Personen aus. Hieraus resultiert die außerordentliche Leichtführigkeit der Rasse sowie seine unermüdliche Bringfreude und leichte Abrichtbarkeit insgesamt.
Charakteristisch für den Weimaraner ist als Ausfluß der engen Bindung an Personen, Familie und Haus des Besitzers zudem der meist angewölfte (=angeborene) Schutztrieb. Gerade diese rassespezifische natürliche Anlage, die den Weimaraner auch für den Schutzdienst geeignet erscheinen lässt, muss aber sowohl bei der Dressur als auch bei der Haltung berücksichtigt werden, wenn es nicht zu ernsten Problemen kommen soll.

Schließlich sind es diese "geistig-seelischen" Eigenschaften des ohnehin nicht extrem frühreifen Weimaraners gepaart mit einer durchweg hohen Intelligenz, auf die ein Führer seine Ausbildung abstimmen muss. Auf stupides "Pauken" reagiert er daher nicht selten mit Arbeitsverweigerung. Ein Weimaraner will respektiert, konsequent aber liebevoll behandelt und nicht zum bloßen "Befehlsempfänger" degradiert werden.