Stand: 16.11.2001 Hier folgen 3 Einstellanleitungen zu den Vergasern Solex 32-34 PDSIT-2 und -3, die an den Flachmotoren CJ und CU verbaut wurden. Vergaser am CJ-Motor: links: Solex 32-34 PDSIT-2 rechts: Solex 32-34 PDSIT-3 Der linke Vergaser ist zusätzlich mit einem zentralen Leerlauf- Vergaser ausgestattet, der über den Gemischverteiler beide Seiten mit dem Leerlaufgemisch versorgt. Genau genommen handelt es sich also um eine Dreivergaser-Anlage. ------------------------------------------------------------------------ Hersteller der Solex-Vergaser: ehemalige Deutsche Vergaser Gesellschaft, jetzt: Kolbenschmidt Pierburg, Neuss http://www.kolbenschmidt.de/ Pierburg AG Alfred-Pierburg-Straße 1 D-41460 Neuss Telefon +49-21 31-52 00 Telefax +49-21 31-52 06 45 Geschäftsbereich Luftversorgung E-mail: info-airmanagement@kolbenschmidt-pierburg.com Es gibt dort keine Unterlagen mehr zu den alten Solex-Vergasern. Der Restbestand Vergaser, -Teile und Unterlagen wurde schon vor einigen Jahren vollständig verkauft! ------------------------------------------------------------------------ Der folgende Tipp aus einem VW-Bus-Forum eignet sich schon sehr gut als Vorwort: "Bevor Du anfängst zu fummeln, folgende Tipps: tausche alle Unterdruckschläuche, Zündkabel, Luftfilter, Zündkerzen; das Zeug ist in all den Jahren marode geworden. Schaue nach, ob in der Betätigungswelle für die beiden Vergaser das Distanzstück/ Führungsstück vorhanden ist. Bei meinem Bus war dies alles Mist, nachdem ich diese Kur durchgeführt habe, läuft der schon doppelt so gut wie vorher, Verbrauch bei 100 km/h 13 l. Geize bloß nicht wegen ein paar Mark, Du bekommst das Ding sonst nicht eingestellt." ------------------------------------------------------------------------ ***** Einstellanleitung Nr. 1 zum Doppelvergaser: ***** (gefunden in einem der VW-Bus-Foren) Vergaser synchronisieren T2 CJ 2ltr, Automatk T2 mit Automatik ist etwas sensibel was die Leerlaufeinstellung angeht. Ich habe immer den Eindruck, das kaum ein "Profi" diesen Motor so richtig im Griff hat. Es ist halt ziemlich aufwändig wenn man den Vergaser richtig repariert und einstellt. Ich bin mit meiner Karre vor 15 Jahren mal in einer großen VW Werkstatt gewesen um die Vergaser einstellen zu lassen. Auf der Rechnung stand dann: "Wir empfehlen Ihnen unser Angebot an Neu- und Gebrauchtwagen". Danach habe ich mir einen Synchrontester und einen CO2 Tester "Marke Heimwerker" besorgt, links und rechts für den CO2 Tester einen Prüfstutzen an den Abgaskrümmern angebracht. Den Synchrontester kann man die Gummiwinkel unten am Ansaugstutzen anschließen, Drehzahlmesser anklemmen und "selbst ist der Mann": Vorher: im Leerlauf oben in die offenen Vergaser schauen: wenn da Sprit aus dem Einspritzrohr von der Beschleunigerpumpe tropft, sind die Schwimmernadeln hinüber. Dann brauch man gar nicht weiter machen. Auch KO-Kriterium: die ganzen kleinen Luftschläuche am Krümmer etc müssen dicht sein, incl. der zum Bremskraftverstärker. Kein Sandkasten im Vergaser? Thermo Einspritzmengenregulierung, Anreicherung, Abschaltventile alle OK? Membran unter dem kleinen Deckel mit 3 Schrauben noch OK? Schrauben vom Krümmer am Kopf fest? Schlauch und Unterdruckdose am Verteiler dicht? Unterbrecherkontakt OK? Zündwinkel ok? Zündzeitpunkt ok? Kerzen "funken noch"? Wenn der Wind durch die Drosselklappenwelle pfeift ist scheinbar nicht so schlimm, solange es nicht im Motorraum nach Sprit stinkt. 1. Motor warm laufen lassen. 2. Wenn die Leerlaufluft Schraube auf der Anschlagplatte aufliegt schauen ob das Gasgestänge die beiden Drosselklappen gleichzeitig anfängt zu öffnen, sonst Gestänge an der Kugelstange nachregulieren. Nur da, wo der Gaszug ansetzt ,Gasgestänge drehen. 3. Schauen, dass der Motor so näherungsweise die richtige Drehzahl hat. Und, dass er erst einmal so ungefähr richtig läuft. 4. An den einzelnen Leerlauf-Luftschrauben (Drosselklappenanschlag) den Unterdruck auf beiden Seiten synchron stellen. Der Motor sollte seine Leerlaufdrehzahl haben und die zentrale Luftschraube muss "irgendwo" im mittleren Bereich stehen. Wenn sie zu weit zu ist, funktioniert die Zentrale Gemischregulierung nicht. Ist sie zu weit auf, kann man die Drehzahl zentral nicht nicht erhöhen. 5. Leicht von Hand Gas geben und schauen, dass der Unterdruck Symmetrisch bleibt, wenn man Gas gibt, sonst die kleinen Hebelchen mit den kleinen Muttern zwischen Gasgestänge und Drosselklappe nachstellen. 6. CO2 Wert am Endrohr prüfen, ggf. schauen, ob man ihn zentral einstellen kann. Wenn mann die zentrale Gemisch- Schraube bis zum Anschlag rein oder raus drehen muss, kann man gleich abtauchen und symmetrisch auf beiden Seiten die separaten Gemisch- schrauben etwas nachstellen. Wenn sich an der Zentralen Gemischschraube nichts tut (natürlich nur, während der Zeiger nicht am Anschlag hängt): zentrale Leerlaufluftmenge erhöhen und wie unter 4 beschrieben Drehzahl wieder absenken. Tut sich nix: Düse verstopft? 7. Wenn CO2 so etwa auf 3 steht und Drehzahl ok: CO2 Tester direkt an den linken bzw. rechten Abgas Krümmer anschließen (ich habe da so kleine Gewindebohrungen reingemacht in die ich hinterher eine kleine Kupferschraube drehe). CO2 Wert links und rechts vergeleichen. Ggf. Spritmenge einseitig nachreguliegen. Jetzt muss man u.U. den Unterdruck über die Leehrlaufschrauben wieder symmetrisch stellen. Damit hat man dann wieder den CO2 Wert an den Krümmern schief und muss wieder an die Sprit Schraube.... CO2 am Endrohr messen und wieder auf 3 setzen. Dabei immer schauen dass die von oben zugänglichen zentralen Einstellschrauben noch genug Verstellweg haben. 8. Irgendwann steht alles: Der Co2 Wert auf beden Seiten ist gleich, im Endrohr richtig, die Drehzahl stimmt, der Unterdruck ist gleich, das Gestänge zieht gleichzeitig an, das Gestänge zieht gleichmäßig (Unterdruck bei Handgas symmetrisch), die oberen Schrauben sind in der Mitte Ihres Verstellbereichs... Von diesem Moment an gilt: Nie wieder die einzelnen Luft- und Sprit-Schrauben am Vergaser anpacken. Nur noch ASU-like die Zentralschrauben verwenden. Und jeden Pfuscher steinigen, der hinten an den Schrauben rumfummeln will. Die Grund- einstellung hält nämlich ewig. 9. Im kalten Zustand Zündung an und schauen, ob der hohe Leerlauf symmetrisch eine Stufe tiefer geht. (Abstand Leerlaufluft Schraube zum Anschlag auf beiden Seiten verfolgen, immer mal etwas am Gasgestänge drehen um die Mechanik freizugeben. Wenn der hohe Leerlauf mehr als nur wenige Sekunden schief sitzt, den beheizten Deckel auf einer Seite etwas drehen bis beide Seiten synchron sind (und schon ist die erste Stunde rum). 10. Wenn er morgens immer noch spuckt: Arbeitet die Beschleunigerpumpe symmetrisch, stimmt die Einspritzmenge, geht der Kaltstart zu schnell raus (beide Deckel synchron drehen)... Wenn es das noch nicht war: sind die Düsen für Automatic im Vergaser oder sind das die Düsen vom Schaltgetriebe?... Wie gesagt, selbst ist der Mann. Der Heimwerker-CO2-Tester ist jedenfalls billiger und effektvoller als auch nur ein einziger Besuch in der Fachwerkstatt. Für neue Autos geht der zwar nicht mehr, aber für den Bus ist der satte Toleranz- bereich von 1% noch OK. Das war jetzt ein Tip von einem Heimwerker. Also Erbarmen, wenn da was nicht ganz so genau stimmt. ====================================================================== ***** Einstellanleitung Nr. 2 zum Doppelvergaser: ***** Quelle: http://www.xpower.de/dualsolexadj.html Dual Solex Adjustment First, check your plugs, wires, and points. Set everything to specs. Check for vacuum leaks. Make sure your timing isn't too far off. No point fiddling with the carbs till this is done - it will be time wasted. Now turn two side screws in then 2.5 turns out as described. Start bus. On left carb, turn in the side idle adjustment screw until the RPM starts to drop. Stop and back it out 1/2 turn. Do the same on the other carb. If these screws are misadjusted (too far in) it will cause the engine to backfire during deceleration (my experience). Now pull all four wires at the coil one at a time and make sure the RPM drops an approximately equal amount for the left and right banks of cylinders. If so, you have the idle mixture set fairly well, and your idle shutoff solenoids are working (ugh). If you have a dead cylinder at idle it's probably either the mixture screw overtightened or a bad shutoff solenoid. Now fiddle with the small adjustment screw on the top of the left carb. On my bus, it doesn't seem to make much difference where it is set, so I just set it 2.5 turns out and leave it. The bus runs fine. One other thing I have found with the dual carbs: it is VERY important that the linkage is set to open them at the same time. Tug slightly on the accelerator cable where it attaches to the crossbar (don't grab any part of the crossbar though!) and watch the stops on each carb. Make sure that the linkages are beginning to move at exactly the same time. Also check that the accelerator pumps are being actuated at the same time. Adjust the linkage if necessary. For me, this almost always makes a HUGE difference in driveability. The carbs being slightly off makes your part throttle acceleration suffer badly. "Also one more problem, carb related. When cold, the engine idles nice and fast and smoothly, but after its warmed up, and I kick down the choke, it idles too slowly and backfires (popcorn sound) alot. I have repeatedly set the idle to 900rpm, at operating temp, but it keeps returning to the slow idle. Is it possible that when my mixture is set correctly this will straighten itself out, or is there something else amiss?" I had a similar problem where when warm it would idle slow. Flooring the throttle briefly usually brought back the high idle. In my case it was the large solenoid that shuts off the air to the idle circuit. It's in the very front of the left carb, horizontal. It was sticking closed. I have several of the solenoids and they ALL stick. I finally removed it, put a washer over it, and reinstalled it (so it's about 1/8" farther out now). No more slow idle. ====================================================================== ***** Einstellanleitung Nr. 3 zum Doppelvergaser: ***** Die nachfolgende hervorragende Einstellanleitung stammt aus folgender Quelle: www.volksteile.de, dann weiter mit 'Buskatalog', dann 'Ersatzteil-Liste VW-Bus 80-92', 'herunterladen', dann Liste für 'Luftboxer 2,0 l', dort die letzten Seiten. Dort befinden sich auch die Abbildungen, auf die sich die in Klammern genannten Teile beziehen. Es handelt sich um ein PDF-Dokument. Die Anleitung ist für den CU-Motor, aber CU- und CJ-Motor sind gleich bis auf die doppelte Unterdruckverstellung und die Elektronik-Zündung (beim CU). Was man unbedingt dazu noch braucht, ist ein Synchron-Tester (z.B. Moto Meter 28.01.1000) und ein CO-Meßgerät (kostet etwa 200,- Euro), macht sich aber nach kurzer Zeit durch Benzineinsparung wieder bezahlt. Bei Volksteile gibt es übrigens auch Ersatzteile für den Flachmotor, ebenso einen Dichtsatz für die Doppelvergaser (kostet ca. 20,- Euro). ---------------------------------------------------------------------- Wir geben hier eine Funktionsbeschreibung und Arbeitsübersicht für die Prüfung und Einstellung von Zündung und Vergasern. Sie soll das Verständnis der Zusammenhänge erleichtern und dem Mechaniker zusätzliche, über die knappen Anweisungen der Abgas- Datenblätter hinausgehende Hinweise zur Fehlersuche geben. Da das Abgasverhalten durch Einstellarbeiten verändert wird, muß nach Abschluß der Arbeiten eine Überprüfung der Abgaswerte nach StVZO erfolgen. Standardprüfumfang bei der Abgasuntersuchung (AU) sind nur die Schritte 1, 8 und 10. Bitte lesen Sie zuerst die komplette Anleitung, bevor Sie mit irgendwelchen Arbeiten beginnen. Vergaser, Zündanlage und Nockenwelle sind konstruktiv aufeinander und auf Motor und Fahrzeug abgestimmt. Alle Komponenten gemeinsam sind für die Leistungs- und Drehmomentcharakteristik, das Abgasverhalten und die Wirtschaftlichkeit eines Motors verantwortlich. Ohne genaue Kenntnisse der technischen Zusammenhänge sollten keine Veränderungen daran vorgenommen werden. Aufgrund der von der Zündanlage erzeugten Hochspannung darf an der Zündanlage nur bei ausgeschalteter Zündung gearbeitet werden. Die Arbeiten sind in einer Reihenfolge beschrieben, die es weitgehend vermeidet, Arbeitsschritte unnötigerweise doppelt auszuführen. Bei allen nachfolgenden Arbeitsbeschreibungen gehen wir davon aus, daß alle Teile nach Abschluß der einzelnen Schritte wieder so zusammengebaut werden, wie sie vorher montiert waren, ohne daß wir das ausdrücklich jedesmal wiederholen (Betätigungswelle aushängen, Luftfilter abnehmen, Schraube herausdrehen und weglegen, ...., Schraube einsetzen, Luftfilter aufsetzen, Betätigungswelle einhängen, ....). Weiterhin setzen wir voraus, daß ein bei einem Prüfschritt festgestellter Fehler erst behoben wird, bevor mit dem nächsten Schritt fortgefahren wird. Für Teile der Einstellung sind exakte Drehzahlmesser und Abgastester erforderlich. Allgemeine Funktionsbeschreibung: Der VW-Bus mit Motor CU ist mit einer Zweivergaser-Anlage aus Solex 34 PDSIT Vergasern ausgerüstet (34 PDSIT-2 links und 34 PDSIT-3 rechts). Jeder Vergaser versorgt 2 Zylinder mit Gemisch. Zusätzlich ist der linke Vergaser mit einem zentralen Leerlauf- Vergaser ausgestattet, der über den Gemischverteiler beide Seiten mit dem Leerlaufgemisch versorgt. Genau genommen handelt es sich also um eine Dreivergaser-Anlage. Der rechte Vergaser entspricht mit Ausnahme des zentralen Leerlaufsystems vom Aufbau spiegelbildlich dem linken. Die Bezeichnung Leerlaufsystem ist etwas irreführend, da die Leerlaufsysteme bis in den mittleren Drehzahlbereich erheblich Einfluß auf die Gemischzusammen- setzung haben. Für den Kaltstart und die Warmlaufphase sind die Vergaser mit automatischen Starterklappen ausgerüstet. Elektrische Heizelemente öffnen durch Erwärmung von Bimetallfedern die Starterklappen zeitabhängig automatisch. Auch der Zentral-Leerlauf besitzt eine vergleichbare Einrichtung, in diesem Fall Leerlauf- Anreicherung genannt. Hier öffnet ein Bimetall einen zusätzlichen Luftkanal und verändert damit das Leerlauf-Gemisch. Jeder Vergaser besitzt ein Leerlaufabschaltventil, der linke zusätzlich ein weiteres Abschaltventil für den Zentral-Leerlauf. Diese Ventile sperren bei Ausschalten der Zündung die Gemischversorgung und sollen ein Nachlaufen ("Nachdieseln") des warmen Motors verhindern. Dieser Motor ist mit einer kontaktlosen Transistor-Spulen-Zündung (TSZ-h) ausgestattet. Sie bietet den Vorteil, praktisch wartungsfrei zu sein. Unter normalen Umständen verändert sich der Zündzeitpunkt nicht. In die Zündanlage integriert ist die Digitale Leerlauf- Stabilisierung (DLS). Sie hält durch Verlagerung des Zündzeitpunktes in Richtung "früh" die Leerlauf-Drehzahl auf einem fest im Steuergerät gespeicherten Wert. Deshalb muß sie für Einstellarbeiten durch Zusammenstecken der Anschlußstecker überbrückt werden. Die Kabel dürfen nur bei ausgeschalteter Zündung umgesteckt werden. Der Zündverteiler ist mit einer doppelten Unterdruckverstellung und Fliehkraftverstellung ausgestattet. Im Drehzahlbereich von unter ca. 1000 U/min stellt die "Spät"-Seite den Zündzeitpunkt auf 5° nach OT und gibt damit unter anderem der DLS ihren Arbeitsbereich. Fliehkraftverstellung und "Früh"-Unterdruckverstellung arbeiten im Drehzahlbereich ab ca. 1100 U/min aufwärts, um dem Motor unter allen Drehzahl- und Belastungsbedingungen möglichst optimal zu steuern. Arbeitsschritte: 1. Sichtkontrolle und grundsätzliche Voraussetzungen: - Motor und Ventiltrieb müssen mechanisch in Ordnung sein. Der Ventiltrieb muß spielfrei arbeiten (Hinweise zu Hydrostößeln: Seite 1.09). - Grundsätzlich wird erst die Zündung geprüft, bevor die Vergaser eingestellt werden. - Das gesamte Ansaug- und Unterdrucksystem muß gasdicht sein. Bitte auch die Leitung zum Bremskraftverstärker mit prüfen. Zu Testzwecken können die Verbindungsstellen des Unterdrucksystems vorsichtig bei laufendem Motor mit "Startpilot" eingesprüht werden, verändert sich dabei die Drehzahl, liegt eine Undichtigkeit vor. - Zündkabel, Zündkerzenstecker, Verteilerkappe und Verteilerläufer sauber und unbeschädigt. - Zündkerzen einwandfrei, Elektrodenabstand 0,6 bis 0,7 mm. - Luftfiltereinsatz nicht oder nur wenig verschmutzt, nicht verölt. Im Zweifel ersetzen. Ein verschmutzter Luftfilter verändert durch den erhöhten Saugwiderstand die Gemischzusammensetzung. Betätigugswelle aushängen, Luftfilter abnehmen. Sollen die Vergaser zerlegt und gereinigt werden, dann jetzt die Vergaser ausbauen. Vergaserdüsen nur mit Preßluft reinigen, nicht mit Draht durchstoßen. Ziehen Sie dann bitte die Schritte vor, die bei ausgebautem Vergaser durchgeführt werden können. - Leerlaufabschaltventile fest eingeschraubt ? Lose Ventile mit Gefühl festschrauben. Das Material des Vergasergehäuses ist weich. - Unterdruckanschluß am rechten Vergasergehäuse durch Stopfen verschlossen ? Die Unterdruckentnahme für die Zündverstellung "früh" erfolgt nur am linken Vergaser. - Stopfen (14) (ca. 10 mm Durchmesser) vorn im Leerlaufkanal Zentral-Leerlauf vorhanden ? Dieser Stopfen (im Vergaserdeckel verpreßt) fällt manchmal heraus. - Lufttrichter in richtiger Position, Klemmschraube vorhanden ? - Rückzugfedern der Drosselklappen vorhanden und richtig eingehängt ? - Lagerstück und Druckfeder der Betätigungswelle (rechte Seite) vorhanden ? - Elektrische Leitungen unbeschädigt und richtig angeschlossen ? - Unterdruckleitungen unbeschädigt und richtig angeschlossen ? Bitte nach Anschlußplan überprüfen. Die Unterdruckentnahme am linken Vergaser wird mit dem "Früh"-Anschluß der Unterdruckdose verbunden (original: schwarz). Der Unterdruckanschluß am Gemischverteiler wird über ein T-Stück mit dem schwarzen Anschluß am Luftfilter und mit dem "Spät"-Anschluß der Unterdruckdose verbunden (original: weiß). Der Messinganschluß am Luftfilter wird mit der Unterdruckdose im Ansaugschnorchel (Reglerkasten für Ansaugluft-Vorwärmung) verbunden (original: braun). Die Farben der Leitungen gelten nur, soweit noch die originalen Leitungen vorhanden sind, da als Ersatzteil nur weiße Leitung geliefert wird. 2. Elektrische Verbindungen und Startautomatik prüfen Der Motor muß für diese Prüfung kalt sein. Betätigungswelle aushängen, Luftfilter abnehmen. Die Starterdeckel (1) sind mit "LI" für links und "RE" für rechts gekennzeichnet. Sie sollen so positioniert sein, daß die Strichmarkierung (2) auf dem Starterdeckel der Kerbe am Vergaser- Oberteil gegenübersteht. Kurz die Betätigungswelle bewegen ("Gas geben"), damit sich die Starterklappen (3) schließen. Bei höheren Außentemperaturen ist es normal, daß sie einen Spalt breit offen stehen bleiben. Zündung einschalten, aber Motor nicht anlassen. Die Starterklappen oben in den Vergasern beobachten. Bei einwandfreier Funktion erwärmen sich die Starterdeckel fühlbar und die Klappen öffnen sich in ca. 5 min bis zur senkrechten Stellung. Beide Klappen sollen sich möglicht synchron bewegen. Die Leerlauf- Anreicherung (4) muß sich ebenfalls fühlbar erwärmen. Die Leerlaufabschaltventile (5/6) folgendermaßen prüfen: Den Kabelanschluß abziehen, das jeweilige Ventil muß beim Abziehen und Aufstecken hörbar klicken. Sollte eine der Komponenten nicht funktionieren, zuerst die Stromversorgung mit einer 12V-Prüflampe überprüfen, an allen elektrischen Anschlüssen an den Vergasern muß bei eingeschalteter Zündung Bordspannung anliegen. Das Kabel (schwarz) verbindet Klemme 15 der Zündspule mit der Leerlaufanreicherung, allen 3 Leerlaufabschaltventilen und beiden Starterdeckeln (4 Anschlüsse am linken, 2 Anschlüsse am rechten Vergaser). Beim Aus- und Einbau eines Starterdeckels darauf achten, daß die Spiralfeder richtig in die Klappenwelle eingehängt wird. Der Innenraum der Startautomatik steht mit dem Unterdrucksystem in Verbindung, daher eine neue Dichtung unter dem Starterdeckel verwenden. 3. Drosselklappengrundeinstellung vornehmen (Vergaser aus- oder eingebaut) Betätigungswelle aushängen, Luftfilter abnehmen. Die Starterklappe (3) von Hand aufdrücken und festhalten. Die Starterklappe muß während des folgenden Arbeitsschrittes geöffnet bleiben, sie kann z.B. mit einem kleinen Stück Pappe festgeklemmt werden. Die Startautomatik ist mit einem innen liegenden Stufen- Anschlag versehen, der die Drosselklappe bei geschlossener Starterklappe etwas geöffnet hält. Den Stufenanschlag durch kurze Betätigung der Drosselklappe entlasten. Die Drosselklappen- Anschlagschraube (7) vorsichtig herausdrehen bis die Drosselklappe innen im Gehäuse anschlägt. Anschlagschraube vorsichtig wieder hineindrehen bis die Drosselklappe im Gehäuse spielfrei schließt. Die Klappe darf nicht im Gehäuse klemmen, die Schraube muß außen auf der Druckfläche anliegen. Die Anschlagschraube von diesem Punkt aus 1 Umdrehung weiter hineindrehen. Falsche Grundeinstellung der Drosselklappe führt dazu, daß unter Anderem die Unterdruckverstellung des Zündverteilers nicht richtig arbeitet. 4. Zugstangen einstellen Die Betätigungswelle einhängen. Darauf achten, daß Lagerstück und Druckfeder auf der rechten Seite vorhanden sind. Die Zugstangen so einstellen, daß beide Drosselklappen synchron betätigt werden. Der Mittelteil einer Zugstange (manchmal auch auf beiden Seiten) ist mit Rechts- und Linksgewinden versehen, sodaß sie sich nach Lösen der Kontermuttern in der Länge einstellen läßt. 5. Drosselklappenspalt einstellen. (Vergaser ausgebaut) Vergaser ausbauen. Die Starterklappe von Hand schließen und festhalten. Die Drosselklappe öffnen und wieder schließen. Die Drosselklappe soll nun in etwas geöffneter Stellung auf dem innenliegenden Stufenanschlag der Startautomatik anliegen. Der Spalt zwischen Drosselklappe und Gehäuse soll 0,65 mm betragen, mit einem passenden kleinen Bohrer oder einer Drahtlehre prüfen. Einstellung mit den beiden Muttern (8) an der Verbindungsstange. Muttern hinterher mit Lack sichern. 6. Beschleunigerpumpe und Einspritzröhrchen überprüfen. Den Motor kurz laufen lassen, damit beide Schwimmerkammern mit Benzin gefüllt sind. Motor abstellen. Betätigungswelle aushängen, Luftfilter abnehmen. Starterklappe von Hand öffnen und überprüfen, ob das Einspritzröhrchen vorhanden ist. Es fällt manchmal heraus und verschwindet im Inneren des Motors. Günstigenfalls wird es in den Auspuff geblasen, es kommt aber auch zu Schäden im Inneren des Motors. Die Drosselklappenwelle einmal bis zum Vollgas-Anschlag bewegen. Aus dem Einspritzröhrchen soll ein feiner Strahl in Richtung Drosselklappenspalt auf der Innenseite austreten. Das Ganze beim zweiten Vergaser wiederholen. Mit einem entsprechend geformten Röhrchen und einem Prüfglas kann die Einspritzmenge genau bestimmt werden. Sollwert bei Vergasern mit Thermostat (9): unter 19°C 1,5 ±0,15 cm³ pro Hub, über 24°C 0,7 ±0,15 cm³ pro Hub. Vergaser ohne Thermostat (10): 0,7 ±0,15 cm³ pro Hub. Eingestellt wird die Einspritzmenge mit der Schlitzmutter der Betätigungsstange, Rechtsdrehen vergrößert, Linksdrehen verringert die Einspritzmenge. 7. Vergaserdeckel-Dichtung und Schwimmernadelventil prüfen. Betätigungswelle aushängen, Luftfilter abnehmen. Die Papierdichtung zwischen Vergaserdeckel und Vergasergehäuse ist außen und innen ein wenig zu sehen. Sollten Beschädigungen erkennbar sein, auf jeden Fall die Deckeldichtung auswechseln. Von einem Helfer den Motor starten und kurz laufen lassen, damit sich die Schwimmerkammern mit Benzin füllen. Motor wieder abstellen. Dabei beobachten, ob nach dem Abstellen aus den sichtbaren Düsen oder Röhrchen noch Benzin austritt (überläuft). Wenn ja, besteht der Verdacht auf ein defektes oder loses Schwimmer- Nadelventil. Gleichen Vorgang beim anderen Vergaser wiederholen. 8. Unterdruckdosen prüfen. Verteilerkappe abnehmen, Verteilerfinger abziehen und Staubdeckel herausnehmen. Einen Unterdruckanschluß an der Unterdruckdose abziehen und einen passenden, ca. 0,50 m langen Schlauch aufstecken. Mit dem Mund daran saugen. Es darf sich keine Luft durch die Unterdruckdose ansaugen lassen. Bei genauem Hinsehen sollte eine leichte Bewegung der Verteilergrundplatte erkennbar sein. Das Ganze am anderen Unterdruckanschluß wiederholen. Alle Teile wieder zusammenstecken oder einbauen. Stecker an der DLS abziehen und verbinden. Motor starten. Der Motor muß für die folgende Prüfung warm sein (Öltemperatur min. 60°C). Leerlaufdrehzahl 850 bis 900 U/min, ggf. nachjustieren. Mit einer Stroboskoplampe die Zündzeitpunkt-Skala anblitzen und den Zündzeitpunkt ablesen. Den Unterdruckschlauch vom "Spät"- Anschluß abziehen, der Zündzeitpunkt soll in Richtung "früh" (nach links) auswandern. Sollwert 11 bis 13° Verstellwinkel (Beispiel: Wert vorher 5° nach OT, abgezogen 7° vor OT ergibt Verstellwinkel 12°). Schlauchanschluß wieder aufstecken. Die Drehzahl auf 1500 bis 2000 U/min erhöhen und den Unterdruckschlauch vom "Früh"- Anschluß abziehen, die Drehzahl muß sinken. Verändert sich der Zündzeitpunkt nicht oder nur wenig oder bleibt die Drehzahl gleich, kann die Grundplatte im Verteiler klemmen, die Unterdruckdose defekt sein oder die Unterdruckentnahme am Vergaser ist verstopft. 9. Zündzeitpunkt einstellen. Stecker an der DLS abziehen und miteinander verbinden. Alle elektrischen Verbraucher ausschalten. Motor starten. Der Motor muß für die folgende Prüfung warm sein (Öltemperatur min. 60°C). Leerlaufdrehzahl 850 bis 900 U/min, ggf. nachjustieren. Mit einer Stroboskoplampe die Zündzeitpunkt-Skala (links am Kühlgebläse) anblitzen und den Zündzeitpunkt ggf. durch Lösen der Klemmschraube und Verdrehen des Zündverteilers auf 5° nach OT einstellen (links = früh, rechts = spät). Sollte dabei die Motordrehzahl über 950 U/min steigen, die Leerlaufdrehzahl verringern, dann den Zündzeitpunkt erneut prüfen und ggf. nachjustieren. 10. Leerlaufgrundeinstellung (Synchronisation der Vergaser) Motor warmlaufen lassen (Öltemperatur min. 60°C). Motor abstellen. Stecker an DLS abziehen und miteinander verbinden. Alle elektrischen Verbraucher ausschalten. Der Motor darf während der Prüfung keine Abgase aus dem Kurbelgehäuse ansaugen, da sie das Ergebnis verfälschen würden. Daher den Schlauch der Kurbelgehäuse-Entlüftung am Stutzen am Kurbelgehäuse abziehen und zuklemmen, damit nicht auf diesem Wege Luft am Luftfilter vorbei angesaugt wird. Den Stecker am Umluftabschaltventil (5) des Zentral-Leerlaufs abziehen. Leerlauf-Einstellschraube (11) und Leerlauf-Gemischschraube (12) des Zentral-Leerlaufs feinfühlig bis zum Anschlag eindrehen, um das Zentral-Leerlauf-System ganz stillzulegen. An beiden Vergasern die Gemisch-Regulierschrauben (13) im Drosselklappen-Teil vorsichtig bis zum Anschlag eindrehen und von hier aus 2 1/2 Umdrehungen herausdrehen. Motor starten und durch gleichmäßiges Verdrehen der Gemisch- Regulierschrauben in den Drosselklappen-Teilen auf 500 bis 700 U/min bei 3 bis 5% CO im Abgas einstellen. Gleichmäßig bedeutet in diesem Fall zum Beispiel bei beiden Vergasern die Schrauben 1/2 Umdrehung herauszudrehen. Bei der folgenden Prüfung zwischendurch kein Gas geben. Kabel vom Leerlaufabschaltventil eines Vergasers abziehen. Den Drehzahlunterschied feststellen und Kabel wieder aufstecken. Vorgang beim anderen Vergaser wiederholen. Durch Abziehen des Kabels schaltet man den Vergaser ab, der Motor läuft dann nur noch mit dem anderen Vergaser. Am jeweils aktiven Vergaser (der mit dem aufgesteckten Kabel) die Gemisch-Regulierschraube (13) nachjustieren, bis sich bei beiden Vergasern der gleiche Drehzahlabfall ergibt. Stecker am Umluftabschaltventil des Zentral-Leerlaufs aufstecken und beide Einstellschrauben 1 bis 2 Umdrehungen herausdrehen (Drehzahl steigt). Direkt mit Schritt 10 (Absatz 2) fortfahren. 11. Leerlaufdrehzahl und -gemisch einstellen Falls nicht vorher Schritt 9 ausgeführt wurde: Motor warmlaufen lassen (Öltemperatur min. 60°C). Motor abstellen. Stecker an DLS abziehen und miteinander verbinden. Alle elektrischen Verbraucher ausschalten. Der Motor darf während der Prüfung keine Abgase aus dem Kurbelgehäuse ansaugen, da sie das Ergebnis verfälschen würden. Daher den Schlauch der Kurbelgehäuse-Entlüftung am Stutzen am Kurbelgehäuse abziehen und zuklemmen, damit nicht auf diesem Wege Luft am Luftfilter vorbei angesaugt wird. Für alle: Kurz Gas geben und dann Leerlaufdrehzahl und Gemischzusammensetzung einstellen. Einstellwert 850 ±50 U/min, CO-Gehalt 0,6 ±0,3%. Leerlauf-Einstellschraube (11) und Leerlauf- Gemischschraube (12). Erfahrungsgemäß sollten Fahrzeuge mit automatischem Getriebe eher auf Werte im oberen zulässigen Drehzahlbereich (ca. 900 U/min) eingestellt werden. Bei Schaltgetriebe ist ein mittlerer Wert angebracht. Der CO-Gehalt ist bei diesen Motoren eher etwas "fett" einzustellen (oberhalb 0,6%), um Überhitzung durch zu mageres Gemisch zu vermeiden. Den Motor abstellen, die Stecker der DLS wieder verbinden und Motor erneut starten. Leerlaufdrehzahl prüfen, Prüfwert 950 ±50 U/min (Regeldrehzahl der DLS).