Der Wirberg
wurde  A.D. 1999 - 850 Jahre alt

(ehemals Kloster, heute evangelische Zentralkirche für die Stadtteile Göbelnrod, Beltershain und Reinhardshain)
Der Name Wirberg wird in alten Urkunden auch als Werberg oder Wehreberg = aus dem mhd. "were" (Wehrhaftigkeit) kommend bezeichnet und im Volksmund der heimischen Region wird er schlichtweg "Wirwich" genannt.

Zur Lage:
Kommen Sie von Grünberg auf der B49 oder mit der, entlang der Wieseck geführten Eisenbahn in Richtung Gießen, so bemerken Sie zur rechten Seite einen kurz hinter Göbelnrod gelegenen Berg mit einer Kirche und einigen Gebäuden: den Wirberg.
Diese Anhöhe, auf der im Mittelalter einst eine Burg und später ein Nonnenkloster errichtet wurde (Mauerreste sind noch erhalten), ist heute Kirche und Jugendherberge des Evangelischen Dekanats.
Sollten Sie sich die Mühe machen, den Wirberg zu besuchen, werden Sie u.a. durch die herrliche Aussicht in ein anmutiges Tal und eine überraschende Fernsicht belohnt. Sie erreichen den Wirberg entweder über Göbelnrod - Saasen/Bollnbach oder auch über Reinhardshain.

Die Enstehung des (Klosters) Wirberg :
urkundliche Ersterwähnung 30.11.1149 (Urkunde des Mainzer Erzbischofs Heinrich); StArchiv Darmstadt

Es ist anzunehmen, dass der Wirberg von altersher dem Schutz der umliegenden Dörfer diente, die in den Kriegen auf der ursprünglich dort errichteten Burg Zuflucht suchten und ihren Schutz in dieser Burg (Wehranlage) einem Ritter Manegold unterstellten. Dieser Ritter - so wird berichtet - wurde ermordet und seine Tochter Aurelia, ein bildhübsches Mädchen, sei von ihrem Onkel überredet worden, ins Kloster zu gehen. So wurde aus der Burg Wirberg ein Nonnenkloster.
Dieses Kloster wurde 1527 säkularisiert. Die letzte Äbtissin, Amalie von Fischborn, verließ es 1529. Die übrigen dort lebenden Nonnen wurden alle mit einer lebenslänglichen Rente abgefunden. So endete das Dasein des ehemaligen Klosters der Augustinerinnen. Der Besitz des Klosters wurde der Universität Marburg und 1607 der neuen Universität Gießen übereignet. Von den Klostergebäuden und dem ehemaligen Klosterkirchhof und dem Klostergarten sind kaum Spuren geblieben, lediglich von den mächtigen Mauern, die das Kloster umgaben, finden sich noch Überreste.
Aus dem noch ziemlich erhaltenen Kreuzgang des Klosters erbaute man eine Kirche.

Die Kirche Wirberg

Zeichnung von OStDir Hans-Joachim Sbresny (+)

Die der hl. Jungfrau Maria und dem hl. Martin geweihte Kirche diente nach der Einführung der Reformation ihrer Bestimmung noch etwa 180 Jahre. Im Dreißigjährigen Krieg litt die Kirche derart, dass ihr Wiederaufbau notwendig wurde. 1658 kam es zu einer gründlichen Wiederherstellung des Gotteshauses und wird in Berichten der damaligen Zeit "als sehr feines Gebew" bezeichnet. 1716 stürzte der Kirchturm ein und zerstörte den wunderbaren Kirchenbau. Es wurde nunmehr der mit roten, steinernen Säulen und offenen Bogen gezierte Kreuzgang, der vor der Kirche lag und von dem Einsturz verschont geblieben war, an den Seiten zugemauert und notdürftig zum Gottesdienst eingerichtet. Dieser Kreuzgang diente als Notkirche bis ins Jahr 1753. In demselben Jahr begann man mit dem Bau einer neuen Kirche und vollendete diesen bereits 1754. Diese, unter Verwendung von Steinen der alten Klostergebäude erbaute Kirche, ist noch heute Pfarrkirche.

 Mittelpunkt der evangelischen Christen

Die heutige Kirche auf dem Wirberg wurde im Jahre 1965 aufgrund der dringlichsten Notwendigkeit renoviert. 1987 erfolgte der Einbau eines neuen Glockenstuhls aus Eichenholz, die Restaurierung der kleinen, wertvollen Denkmalglocke aus dem 13. Jahrhundert und die Elektrifizierung der Läuteanlage. Im Gottesdienst am Heiligen Abend 1987 wurden die Glocken der Wirberger Kirche zum ersten Mal nicht mehr per Hand, sondern elektrisch geläutet.
Die nächste und umfassende Renovierung der Kirche wurde in den Jahren 1992 / 1993  in drei Bauabschnitten vorgenommen:
 
1.Bauabschnitt: Sanierung des Dachstuhls
2.Bauabschnitt: Innenrenovierung
Einbau einer neuen Heizung, neue Beleuchtung, neue Farbgebung
3.Bauabschnitt: Restaurierung der alten Denkmalorgel
Einbau eines zusätzlichen Registers, Erneuerung der Prospektpfeifen (jetzt wieder aus Zinn).

1996 führte die Evangelische Kirchengemeinde die Erweiterung des Geläutes um zwei neue Glocken durch.
1963-1965 wurde in Göbelnrod ein Gemeindehaus mit einer neuen Pfarrwohnung erbaut (s.Chronik Göbelnrod), und an Stelle
des Pfarrhauses auf dem Wirberg dient seither dieses Gebäude direkt neben der Wirbergkirche Pfadfindern und der Dekantsjugend.

Das Gotteshaus auf dem Wirberg hat nach wie vor für die zugehörigen Gemeinden des Kirchspiels seine zentrale Bedeutung behalten. Gemeinsame Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen für die Gemeindeglieder aus Reinhardshain, Beltershain und Göbelnrod werden dort gerne besucht und insbesondere an den christlichen Feiertagen, tritt für die hier lebenden Menschen die Verbundenheit mit "ihrer" altehrwürdigen Wirbergskirche hervor.Gleiches gilt für Eheschließungen, Taufen und Konfirmationen.

Die Glocken

Das Geläut der Kirche auf dem Wirberg zählt heute vier Glocken, diese sind in den jeweiligen Tönen c - f - g - a  harmonisch aufeinander abgestimmt und tragen folgende Inschriften:

Glocke (aus dem 13. Jhdt.) mit Schlagton "c":
"DUM + RESONO - Francisce + DEO + VOTA + MEORUM"
d.h."Sobald ich erschalle, Franciscus, bringe ich Gott die Gebete der Meinigen dar"

Glocke mit Schlagton "f":
"Es loben sooft ich erschalle, alle Völker den Herrn, den dreieinigen Gott, welchem sei Ehre und Preis in Ewigkeit"

Glocke mit Schlagton  "g": (Friedensglocke):
"Christus ist unser Friede"

Glocke mit Schlagton  "a": (Taufglocke):
"Gott hat alle Kinder lieb"

Glockenstuhl mit alter Glocke (13.Jhdt.)

Glocke a. d. 13. Jahrhundert

Glocke v. 1788

Glocken v. 1996

    


Impressionen:
Taufbecken
Innenraum nach der Renovierung

Taufbecken (Aufsicht)

Taufbecken
Blick auf Altar, Orgel und Kanzel

Taufbecken (Aufsicht)

Kirche Wirberg mit ehemaligen Pfarrhaus

Die Orgel
25-jähriges Jubiläum 2011 von Pfarrer Rolf Schmidt (Mitte), Pfarrer des heutigen Kirchspiels Wirberg

Die Kirche auf dem Wirberg
und das ehemalige Pfarrhaus,
heute Jugendbegegnungsstätte



Veranstaltungen

 

 Gottesdienste, Veranstaltungen in der Pfarrkirche Wirberg 

                                                                       

 Terminvorschau 2011

 Konfirmation

29. Mai 2011

Kirchspiel Beltershain und Wirberg

 




Änderungen vorbehalten


2011-01-09