Dies ist ein 300SEL 6.3 Baujahr 1968

Abb. 1: Der Wagen im Mai 2002


1. Die Historie:

Dieser 300 SEL 6.3 wird 1968 in Stuttgart mit der Fahrgestell-Nr 1200068x gebaut. Alles weitere ist unbekannt! Nachvollziehen lassen sich nur noch wenige Tatsachen: Das Fahrzeug hat 3 verschiedene Farben besessen: Erst champagner, dann weinrot, dann hellgrün. Der letzte Besitzer war Diamantenhändler am Niederrhein und verstarb Ende der 80iger Jahre. Seit dem Stand der Wagen in einer Garage, KM-Stand 288.756. Anfang 2002 nun mußte die Garage geräumt werden. Da die Bremse festgerostet war und die Federung luftlos wurde ein Schrotthändler gerufen, der den Wagen erst mit der Kette aus der Garage zog, und dann mit dem Kran auf seinen LKW lud.

2. Der Kauf

In diesem Fall war es nützlich, auch kleinsten Hinweisen nachzugehen. So fand sich ein erster nichtssagender Hinweis ohne Bezug zum eigentlichen Auto im Internet. Aber wer nachfragt ist klar im Vorteil. So kamen wir dem Auto auf die Spur. Also haben wir uns Bilder schicken lassen, und sind dann gleich mit Hänger an den Niederrhein gefahren. Bemerkenswert ist, daß der Wagen vor seiner Stillegung noch mit Neuteilen versehen wurde. So ist der Endtopf nigelnagelneu, und die Luftfederung wurde "vor Kurzem" überholt (ganz kurz vor Stillegung des Wagens vor 13 Jahren) - sie funktioniert bis heute und hält die Luft etwa 4 Wochen! Leider hat der Schrotthändler bereits Türen, Scheinwerfer und Rücklichter einzeln verkauft. Schade. Und beim Ausbau ging er nicht zimperlich vor - Nur Seitenschneider, Flex und Brecheisen wurden als Werkzeug zum Ausbau verwendet.

Abb. 2: Der Wagen nach dem Kauf in der heimischen Werkstatt

In der Werkstatt haben wir uns dann der Technik gewidmet: Die Bremszangen sind dermaßen verrostet, daß sie selbst mit Gewalt nicht gangbar zu machen sind. Aber das Beste: Der Motor läuft! Der Auspuff ist zwar am Mitteltopf abgerissen, aber nach dem Einsetzen neuer Kerzen lief die Maschine! Welch ein akustisches Feuerwerk! Bei einer ganz kurzen Fahrt um den Block schaltete auch das Getriebe sauber.

3. Die Folgekosten:

Die Folgekosten sind bis jetzt überschaubar. Schließlich ist es ein Teilespender! Um den Wagen rangierfähig zu machen, muß nur die total undichte Benzinpumpe abgedichtet werden. Ansonsten vom Blech her ist eh nicht mehr viel zu gebrauchen. Erfreulich ist, daß der Wagen einen neueren Motor hat (mit einer sehr dubiosen Motornummer) und eine Einspritzpumpe der letzten Evolutionsstufe.

Abb. 3: Der lhnke Schweller und das vom Kran eingedrückte Schiebedach

4. Die Ausstattung:

Die Ausstattung war früher ziemlich komplett mit eSSD, Klima, ZV, Color, 4 eFh, Velours und Autotelefon!

Die Datenkarte hat folgenden Inhalt:

40/1 Einzelsitze 41/0 Schiebedach elektrisch
53/4 Antenne mechanisch, ohne Radio 58/0Klimaanlage
59/7 Wärmedämmendes Glas, rundum 220 Türkontakte Fondtüren
   

 

5. Fazit:

Das Fahrzeug ist zum Ausschlachten Gold wert. Technisch funktioniert fast alles, und das Fahrzeug als Ganzes aufzuheben ist deshalb sinnvoll, da alle Teile sogar rangierbar sind! Das marode Blech ist völlig egal.

Abb. 4: Der Kofferraum

Heute steht der Wagen trocken in einer Halle. Wenn wir dazu kommen, wird noch die Benzinpumpe ersetzt, dem Motor eine Inspektion mit Öl, Unterbrecherkontakten und Zündkabeln spendiert, und dann wird er sicherlich für die eine oder andere Testfahrt auf dem riesigen Privatgelände, wo er steht, herhalten müssen.
Der 6.3 ist unverkäuflich!

Erfahrungsaustausch / Kommentare gerne per mail an 300SEL6.3@web.de

Letztes Update dieser Seite: 06.10.2002
(C) HR