Das Erdklima, eine permanente Katastrophe?

Vor etwa 10.000 Jahren begann wie wir heute aus naturwissenschaftlichen Untersuchungen wissen die auf die letzte große Kaltzeit folgende Wärmeperiode, das Holozän (H - Holozän-Optimum).

In diesem Zeitraum gab es mehrere Klimaschwankungen, als jüngste Wärmeperioden auf der Nordhalbkugel:
-  das ,,Römische Klima-Optimum" (R - etwa zwischen 300 v. Chr. bis 400 n. Chr.)
   In dieser Zeit erreichte das Römische Reich seine größte Ausdehnung, Hanibal überquerte mit seinen Kriegelefanten die Alpen.
-  die ,,Mittelalterliche Wärmeperiode" (MA - etwa zwischen 900 bis 1300 n. Chr.)
   In dieser Zeit erlangte das Abendland eine kulturelle Blütezeit mit relativem Wohlstand. In England und Schweden wurde Wein angebaut, die Wikinger besiedelten Grönland (um 970) und unternahmen Entdeckungsfahrten bis nach Amerika (985).

und als jüngsten Kälteperioden:
-  das ,,Völkerwanderungspessimum" (V - etwa 450 bis 700 n. Chr.)
Es war nicht nur die nomadische Natur der Goten und Germanen die Familien mit Kind und Kegel, mit Vieh und Waffen in den Süden trieb, sondern vermutlich die Kälte. Nordafrika war in diesem Zeitabschnitt immer noch Getreidekammer der Vandalen und anderer Zuwanderer. Vielleicht gibt es auch einen Zusammenhang zwischen Klimaveränderungen und dem Niedergang der Maya-Hochkultur im 8. Jahrhundert in Mittelamerika?
-  die ,,Kleine Eiszeit" (im Zeitraum vom 15. bis 18. Jahrhundert),
   unterteilt  in die Zeiträume
                 ,,Sporer Minimum" (S - 1450 bis 1550) und
                 ,,Maunder Minimum" (M - 1645 bis 1705).
Dieser Zeitabschnitt war mit oft katastrophalen wirtschaftlichen Schwierigkeiten wie Missernten und Hungersnöten verbunden. Pest und Malaria wüteten in Europa, die Themse und holländische Flüsse, heute noch auf Bruegel-Bildern zu sehen, waren zugefroren.
Hätte man am Ende dieser Phase bei wiederansteigender Temperatur Zukunftsprognosen gemacht, wären vermutlich 200 °C für unsere heutige Zeit herausgekommen (!).

Zwischen Sonnenaktivität und Temperaturschwankungen besteht offenbar eine gesicherte Korrelation, die sich auch mit Untersuchungen typischer Baumringabstände, der C14-Auswertung (Einfluss der kosmischen Strahlung) und Untersuchungen von Eisbohrkernen decken.

Klimaschwankungen werden allgemein durch Temperatur- und Niederschlagsänderungen verursacht; sie zeigen sich vor allem in Wachstum und Rückzug der Gletscher und Änderungen der Meeresspiegelhöhe. Das Klima mit seinen vielen komplexen Einflussfaktoren wird heute naturwissenschaftlich als dynamisches System betrachtet, das sich durch jahreszeitliche Variationen sowie durch eine grossräumige Zirkulation auszeichnet.
Man muss grundsätzlich zwischen den Begriffen Klima und Wetter unterscheiden:
Klima: Das Klima ist definiert als das durchschnittliche Wetter. Diese Mittelung muss gemäss den Richtlinien der Weltmeteorologischen Organisation WMO über mindestens dreissig Jahre geschehen.
Wetter: Unter Wetter versteht man die meteorologischen Erscheinungen, die über einem bestimmten Gebiet im Verlaufe der Zeit auftreten. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass das Wetter mehrere Tage stabil sein kann oder von einer Stunde auf die andere abrupt ändert. Das Wetter über mehr als eine Woche vorherzusagen ist unmöglich.

Das Klima einer Region ändert sich also im Gegensatz zum Wetter nur innerhalb von Jahrzehnten und Jahrhunderten. Diese Schwankungen haben in der Vergangenheit zu massiven Veränderungen geführt, die Eiszeiten sind nur ein Beispiel dafür.

Es ist wichtig, dass zwischen natürlicher und anthropogen verursachter Klimaänderung unterschieden wird, um Art, Dauer, Dymanik und Wahrscheinlichkeit künftiger Klimaänderungen simuliere und abschätzen zu können.
 
 

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