Was ist mit dem ,,Handy-Smog"?

Einer repräsentativen Umfrage des Bundesamtes für Strahlenschutz zufolge befürchten 35 % der Bundesbürger negative Einflüsse der elektro-magnetischen Strahlung von Handys (81%), Handy-Sendeanlagen (57 %) und Schnurlos-Telefonen (37 %) auf ihre Gesundheit.

Der "Handy-Smog" hat sich sukzessive vom Aufreger zu einem Top-Panik-Thema der deutschen Öffentlichkeit entwickelt. Inzwischen gibt es in Deutschland über 40.000 Antennenanlagen für das derzeitige GSM-Netz und Tausende Bürgerinitiativen gegen den Bau neuer Sendeanlagen. Von den Bürgerinitiativen werden die Gesundheitsrisiken oft einseitig und häufig unsachlich beschworen – die Industrie spielt sie in ähnlicher Weise oft einseitig herunter. Die meisten seriösen Wissenschaftler und Techniker, die am Thema arbeiten betonen: Bewiesen ist bisher keinerlei Gesundheitsgefahr.

Erwiesen ist heute, dass der thermische Effekt hochfrequenter elektro-magnetischer Felder zu einer Erwärmung der Körpergewebes führt. Auf diesen thermischen Effekt sind alle gegenwärtig und weltweit gültigen Grenzwerte ausgerichtet, durch die Gewebeerwärmung ist demnach keine gesundheitliche Beeinträchtigung zu befürchten. Kritiker vermuten aber auch "athermische Effekte", so ein möglicher schädlicher Einfluss elektro-magnetischer Felder auf die Gehirnströme. In Studien wird auf Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen bis zu Alzheimer mutgemaßt.


Grenzwerte für Handys

Die Spezifische Absorptionsrate (SAR-Wert) darf in Deutschland maximal 2 Watt pro kg Körpergewicht betragen. Die SAR-Rate gibt an, wie viel Leistung vom Körpergewebe aufgenommen und in Wärme umgewandelt wird.

Grundsätzlich gilt: in einem weitmaschigen Netz mit großen Entfernungen zum nächsten Sendemast schalten die Handys beim Telefonieren auf die höchstmögliche Leistungsstufe – in einem engmaschigeren Netz, mit geringem Abstand zum nächsten Sendemast, senden die Handys mit relativ niedriger Leistung.

Grenzwerte für Handy-Sendeanlagen

In der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung ist der SAR-Grenzwert für Sendeanlagen auf maximal 0,08 Watt pro kg begrenzt. Daraus läßt sich der abgeleitete Grenzwert für die elektrische Feldstärke und die mittlere Leistungsflussdichte berechnen:
 
Handy-
Netz
elektrische Feldstärke
[V / m]
mittlere Leistungs-
flussdichte
[W / m²]
D
41
4,5
E
58
9

In den meisten Ländern gelten ähnliche Grenzwerte wie in Deutschland (z.B. Frankreich, Großbritannien, Japan, Portugal, Schweden, Spanien, Tschechien). Strengere Vorschriften gelten in China, Italien (6 V / m bei dauerhafter Exposition) und in der Schweiz (4 V / m in Wohnräumen), höhere Grenzwerte gelten in den USA, Kanada, Taiwan.
Aktuelle Angaben zu SAR-Werten von Mobil-Telefonen aus der Zeitschrift Connect finden Sie hier.

Tipps für Vorsichtige:

  1. Verbindungsaufbau

    Beim Gesprächsaufbau sendet das Handy mit maximaler Leistung, erst bei Verbindungsaufnahme wird die Sendeleistung reduziert. Deshalb sollten Vorsichtige erst wenn die Verbindung steht das Handy ganz ans Ohr halten.

  2. Telefonieren

    Die ins Gerät oben eingebaute Antenne sollte möglichst nicht per Hand abgedeckt werden, das kann die Sendeleistung beeinflussen – Handy ganz locker am Ohr halten.

  3. zu "Strahlenblockern"

    Alle abschirmenden Materialien führen zu einer automatischen Hochreglung der Sendeleistung und sind deshalb Unfug.

  4. schlechter Empfang

    An Orten mit schlechtem Empfang sendet ein Handy automatisch mit der höchsten Leistungsstufe, man sollte sich einen besseren Standort suchen (Fenster, außerhalb Gebäude ...).

  5. Handy im Auto

    Im Auto als Faradayscher Käfig sollte grundsätzlich man nur kurz oder mit Außenantenne und unter Beachtung der Straßenverkehrsvorschriften telefonieren.

  6. Handy in der Bahn

    Egal ob in Zug, U-Bahn, Straßenbahn oder Bus ist das Handy ständig auf Sendersuche und versucht mit hoher Leistung ein Netz zu finden, weil der Empfang schlecht ist.

  7. Handy am Körper

    Man sollte das Handy nicht ständig eingeschaltet am Körper tragen, vor allem nicht in Verkehrsmitteln, siehe erhöhte Sendeleistung oben.

  8. Headset

    Durch Headsets kann die Einwirkung der elektro-magnetischen Strahlung vom Handy auf den Kopfbereich verringert werden, man sollte daran denken, dass das Handy trotzdem aus Jackentasche, Hosentasche ... sendet.

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