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Nordspanien September 2001

4x4 Reisebericht über eine Offroad-/Geländewagentour, die uns von Frankreich in die Ostpyrenäen Spaniens geführt hat.

 

Nach einer ruhigen und erholsamen Urlaubswoche in Zentralfrankreich, wo lediglich 2 kurze,

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dafür aber umso heftigere Touren auf dem Programm standen, sind wir nach Nordspanien in die Bucht von Roses weitergefahren. Auf dem Campingplatz La Laguna haben wir uns sehr wohl gefühlt: gute Lage, vernünftige Ausstattung, strandnah, nicht zu teuer und - ganz wichtig - kurze Anfahrtswege zu Touren im Hinterland und den Ostpyrenäen (Tour 1-4). Danach ging es weiter ins Landesinnere, südlich von Andorra in Montferrer (bei La Seu d´Urgell) haben wir uns für die letzten Tage auf einem zentral gelegenen, sonst jedoch abschreckenden (laut, teuer, unsympathisch) Campingplatz niedergelassen (Tour 5-7). Hier hatten wir jede Nacht leichten Frost, dafür tagsüber nur Sonnenschein.

Ein Wort zum Kartenmaterial: hervorragend bewährt haben sich die Karten "Mapa comarcal de Catalunya", Maßstab 1:50.000 zu ca. 1000 pts pro (recht großem) Blatt.

Für Tour 1-4 empfiehlt sich Blatt Nr. 2 "Alt Emporada", für Tour 5 Blatt Nr. 4 "Alt Urgell" und für die Touren 6 und 7 Blatt Nr. 26 "Pallars Sobirà". Die Genauigkeit bezüglich der Topographie ist hervorragend, bzgl. des Straßenzustandes jedoch veraltet (neueste verfügbare Auflage tlw. 1995).

      

 

Tour 1  St. Quirze

Da die Touren 1 und 2 aus dem Gerstl-Pyrenäen-Buch am Cap Creus verständlicherweise nst5e.JPG (16762 Byte) (Nationalpark, Touristenmagnet) zwischenzeitlich gesperrt sind (evtl. nur in den Sommermonaten), haben wir eine Ausweichroute gesucht. Nach Blick in die Karte bietet sich eine nur wenige Kilometer entfernt liegende Schotterpiste in den östlichen Pyrenäenausläufern an:

Über Llanca und Garriguella erreichen wir Vilamaniscle. Von hier geht am nordwestlichen Ortsausgang der gut beschilderte Wanderweg GR 11 Richung Norden, wer der rot-weißen Markierung folgt, nähert sich unweigerlich der spanisch-französischen Grenze. Kurz vorher erreichen wir das abgebrannte Kloster St.Quirc de Colera nst1a.JPG (10616 Byte) mit dem danebenliegenden Restaurant Corral de St. Quirze. Die Bewirtung und das Esssen sind empfehlenswert, sogar unsere Englisch-Setter-Hündin durfte mit ins Restaurant – eine Seltenheit in Spanien.

Mit gut gefülltem Bauch geht’s weiter auf dem GR 11 am Puig de Migdianswf.JPG (15564 Byte) vorbei (Gipfelauffahrt gesperrt). Kurz vor dem Weg über die "grüne Grenze" nach Frankreich am Coll de Banyuls biegen wir beim Anwesen Mas Pils nach Südwesten ab und etwa 1 km vor els Vilars verlassen wir den GR 11 und folgen der Piste nach Espolla, wo für heute der "staubige" Teil endet.

 

Tour 2  Montanya de Rocacorba

Wir fahren die gleichnamige Tour aus dem Gerstl-Buch, deren eigentlicher Beginn westlich des Stausees von Banyols liegt. Wir wählen allerdings eine besonders idyllische Anreise: Von unserem Campingplatz geht’s über Sant Pere Pescador und l`Armentera bis Viladamat. Am südlichen Ortsausgang auf der C-252 geht ganz unscheinbar ein kleiner Weg Richtung Palauborréllnst2b.JPG (12687 Byte) ab, der nach ca. 100m zur Schotterpiste wird. Wieder als Fernwanderweg (GR 1) ausgeschildert führt er uns auf langsamen, teilweise extrem zugewachsenen und ausgewaschenen Pisten durch eine wunderschöne und recht menschenleere Gegend. Schöne Picknick- und ggf. auch einsame Übernachtungsplätze gibt es hier zuhauf. Bei Vilopriu hat uns die Teerstraße wieder und wir fahren zügig nach Banyols. nst2a.JPG (11660 Byte) Diese Tour hat wirklich den im Buch beschriebenen Charakter: langweilig bergauf zu den Sendeanlagen und dann etwas anspruchsvoller (sehr ungewöhnlich für die Gerstl-Buchreihe) bergab Richtung Girona. Dieser Weg ist endlich mal nicht mehr für PKW geeignet und Gegenverkehr zwingt uns zu lustigen und abenteuerlichen Ausweichmanövern. Naja, schließlich soll die Untersetzung unseres Toyo auch mal ein wenig Arbeit bekommen...

 

Tour 3  Requesens

nst3a.JPG (11295 Byte)Vom Ausgangspunkt Espolla folgt man der Ausschilderung zur Befestigungsanlage Requesens. Die Piste ist recht leicht zu finden, ohne Orientierungsprobleme führt die in der Ebene startende Tour über teilweise rauhe, langsame und staubige Piste leichtnst3d.JPG (13250 Byte) ansteigend am idyllisch liegenden Örtchen els Solers vorbei, teilweise mitten durch Korkeichenwälder. Immer wieder fällt der Blick bereits aus der Ferne atemberaubend auf die gigantische, bereits von weitem sichtbare Festungsanlage. Vorher noch eine schattige Rast nach der Querung eines Baches, der zum nst3c.JPG (10721 Byte) l´Auget hinfließt. Die letzten 300m zum Castell sind wegen der nötigen Bodenfreiheit ausschließlich Geländewagen vorbehalten. Eine Besichtigung der teils verfallenen Festung ist von Mitte Mai bis Mitte September möglich, somit hatten wir Glück und konnten für 300 pts. pro Person das Castell ausgiebig besichtigen (Hunde kein Problem). nst3b.JPG (12270 Byte) Die weiterführende Piste nach Cantallops war gerade neu geschoben worden, wir waren das vielleicht dritte oder vierte Auto auf der einfachen und staubigen, etappenweise stark ausgesetzten Piste.

Fazit: eine Traumtour, bei schönem Wetter mindestens 1 Stunde für die Besichtigung der Festungsanlage einplanen.

 

 

Tour 4  el Moixer und einige Abstecher

Fahrt zum el Moixer (1443m):

Über la Vajol geht es auf der GI-505 Richtung Coll de Monrella, bis es ca. 2 km nach Ortsende links auf einem malerischen Pistenweg aufwärts geht (Ausschilderung les Salines folgen), immer ganz nah entlang der franz.-span. Grenze. Über den Coll de les Cordes wird der Aussichtspunkt mit genialem Ausblick zur Costa nst3e.JPG (13494 Byte) Brava einerseits und ins französische Hinterland (Perpignan usw.) andererseits erreicht. Auf dem Gipfel stehen mehrere Fernmeldeanlagen sowie ein Überwachungsposten der "bombers", der katalanischen Feuerwache. Bereitwillig hat uns der anwesende bomber sein Überwachungsgebiet und die Aufgaben erläutert. Die Abfahrt nach Macanet de Cabreuys entpuppt sich als kurvige, jedoch anspruchslose und eher langweilige Piste.nst4a.JPG (11922 Byte)

In Macanet de Cabreuys folgen wir der Ausschilderung zum örtlichen Fußballplatz. Hier beginnt die Piste, die um das Ostufer des Stausees Pantà de Boadella herumführt. Der niedrige Wasserstand ermöglicht schnelle, heftige Geländeabstecher in den Uferbereich. Letztendlich führt uns die staubige Piste nach Darnius.

Über die GI-502 fahren wir Richtung Autobahn und benutzen den Wanderweg GR 2 als interessanten Abstecher Richtung Süden. Der Weg ist extrem zugewachsen, Dornenbüsche zerkratzen den Lack. Die geplante Auffahrt zum Castell de Mont-roig wird leider durch ein Verbotsschild verziert, welches wir respektieren.

nst4b.JPG (10120 Byte)Einen kurzen und heftigen offroad-Abstecher finden wir ca. 2 km südlich von Biure, wir verlassen die GIV-5041 südöstlich und fahren zur Ruine Mare de Déu del-Roure (sehr eng und steinig) und weiter nach Pont de Molins.

 

 

Tour 5  Tuixen – Gosol usw.

nst5a.JPG (14124 Byte)Wir fahren auf der C-1313 südlich bis Pont de la Torre, zur LV-4001. Ab Montan de Tost wird die kleine Straße zur Piste, landschaftlich schön, aber nichts aufregendes, fahrtechnisch simpel. nst5b.JPG (10514 Byte) Bei Tuixen nehmen wir nicht die neue Teerstraße nach Gosol, sondern entscheiden uns für die unscheinbare Piste am südöstlichen Ortsausgang mit ganz unscheinbarem Wegweiser "Gosol" . Zur groben Orientierung eignet sich hervorragend die Hochspannungsleitung, die sich durchs Tal zieht. Die Strecke ist wunderschön und in Gosol angekommen findet sich direkt am Kreisverkehr eine geeignete Einkehrmöglichkeit. Leider wird das gute Essen durch die miese Stimmung der Chefin in der nst5c.JPG (14037 Byte) Erinnerung überlagert. Von Gosol aus fahren wir Richtung Tuixen über die neue Monsterteerstraße bis nach Josa. Hier führt ein kleiner, unbeschilderter und leicht zu übersehender Aufstieg zur wirklich traumhaften Strecke Richtung Cornellana. Empfehlenswert! nst5d.JPG (11200 Byte) Über Fornols und Adraén geht’s weiter, einen schönen offroad-Spielplatz findet man ca. 4km nach Adraén Richtung Coll de Creus bei dem Wegweiser Banyus. Noch 1 km und es läßt sich hervorragend in roter Erde wühlen. Als wir uns ausgetobt haben, geht’s zurück zum Hauptweg, der über die LV-4008 nach La Seu führt.

Eine lange und schöne Tour liegt hinter uns.

 

Tour 6  Vall Ferrera und Andorra

Nur wenige hundert Meter südlich vom Campingplatz in Montferrer entfernt, fahren wir auf gut ausgebauter Straße Richtung Castellbò. Schon bald endet die Teerdecke und der staubige Weg zieht sich in wunderschöner Landschaft am Riu de Castellbo entlang. nst6a.JPG (8991 Byte) Über Albet, Sant Andreu und den Coll de la Basseta (Sant Joan de l`Ern) sind zwar keine fahrtechnischen Schwierigkeiten zu erwarten, dafür umso mehr eindrucksvolle Fotopunkte. Über den Coll de Jou erreichen wir schließlich Tirvia und somit auch die neu ausgebaute L-510, die uns schnell nach Alins bringt. Hier geht’s am Ortsende rechts auf Teerstraße Richtung Tor ab. Nach wenigen Kurven stehen wir vor einer nst6b.JPG (13244 Byte) versteckten Polizei-Kontrolle, diese interessiert jedoch viel mehr der eventuelle Verkehr Richtung Alins, denn es handelt sich um eine alte Schmugglerstrecke aus dem steuerreduzierten Andorra. Somit fahren wir unbehelligt weiter. Die Strecke führt durch eine enge Schlucht, immer am Fluß entlang. Wer will, kann sich auch an einer einfachen und einer etwas schwereren Wasserdurchfahrt probieren (letztere empfahl sich zum Zeitpunkt unserer Reise nur für höhergelegte 4x4). Von Tor aus geht es auf holpriger, jedoch anspruchsloser Piste bis zum Port de Cabús (2.400 m). nst6c.JPG (17060 Byte) Wir sind in Andorra. Und wie als Scherz vorher angesprochen, um uns hunderte von Menschen ... lauter Rentner, die mit Bussen auf den breiten Teerstraßen Andorras zu diesem Aussichtspunkt hochgekarrt werden und ihr Ausflugsprogramm durchziehen. Nix wie weg hier! Tja, über das restliche Andorra enthalte ich mich eines Urteils, die einen lieben, die anderen hassen es.

 

Tour 7  Forstwege

Ohne spezielles Ziel wollen wir heute eine letzte Tour unternehmen, möglichst kleine und unscheinbare Wege sollen es sein. Über die C 1313 gelangen wir zur LV-5134 bis kurz hinter Nyus. Von dort Richtung Castellàs und auf immer kleiner werdenden Pisten über Junyent nach Freixe. nst7a.JPG (16389 Byte) Hier in diesem verlassenen Kaff ist die einzige Kreuzung unumfahrbar durch einen 110er Landy (bzw. Santana) versperrt. Weit und breit kein Mensch, dafür 3 Schafe im Auto. Hupen, rufen und suchen hilft nichts, keiner kommt, die Kiste muß aber weg...und siehe da, der Zündschlüssel steckt. Also muß Stefan den Landy auf die Seite fahren (als Toyo-Fahrer habe ich mich geweigert)....Dennoch findet in diesem Ort unsere Weiterfahrt 50 Meter weiter ein Ende: nach einer überaus engen Hofdurchfahrt erweist sich der einzige weiterführende Weg als einfach zu schmal und abgebrochen....mit einer Enduro problemlos, mit unseren Fahrzeugen jedoch nicht machbar. Also zurück nach Junyent und über Biscarbó auf kleinem, einspurigen und ausgesetztem Weg zur N 260. nst7b.JPG (13168 Byte) Direkt gegenüber geht die Forststraße zum casa forestal de Rubio. Eine holprige Piste, aber ungemein schöne Picknickplätze in Bachnähe. Leider ist das Forsthaus unter der Woche unbewirtschaftet. Beim einige Kilometer später im nächsten Tal folgenden Forsthaus casa forestal de Pallerols lohnt der Abstecher zum schön angelegten Grillplatz mit Mini-Wasserdurchfahrt. Über Canturri erreichen wir wieder die N 260......insgesamt eine recht kurze, bei Trockenheit problemlose Tour, Bodenfreiheit ist allerdings einige Male gefordert.