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Von Andorra zum Atlantik 2003

4x4 Reisebericht über eine Offroad-/Geländewagentour in den Nordwesten Spaniens: Andorra, Pyrenäen, Vall d`Aran, die Wälder von Irati, Bardenas Reales und vieles mehr.

Natürlich dominiert von interessant umgebauten Toyota LandCruisern HZJ 78.

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grober Tourverlauf

Die Vorarbeit

Streckentipps haben wir uns im wesentlichen aus 2 spanischen Büchern besorgt:

Roadbooks aus dem Toyota-Führer "Guia Toyota 4x4, 101 rutas por la Espana rural", hier gekennzeichnet mit (T)
Kartenskizzen aus dem Pyrenäenführer " Los Pirineos en Todoterreno, del Mediterraneo al Atlantico", hier gekennzeichnet mit (P).

Beide sind über fähige Buchhandlungen auch in Deutschland zu beziehen.

Weiterhin bieten Suchmaschinen und spanische Internetseiten wertvolle Hilfe.

Übersetzungsprogramme bieten zumeist passable Ergebnisse ins verständlichere Englisch.

Hervorragendes Kartenmaterial gibt es in 1:50.000 vom Institut Cartografic de Catalunya.

 

Die Anreise

Wie üblich fahren wir über die Schweiz und Lyon ins Rhonetal. Außergewöhnlicherweise einmal ohne Regen. In Vienne Nord hätte uns dann beinahe das vorzeitige Ende ereilt: Direkt vor unserem HZJ schneidet mich eine Französin mit ihrer Möhre und macht gleichzeitig eine Vollbremsung. Hui, mit 3 Tonnen im Rücken kommt da Freude auf, 2 Füße auf der Bremse, blockierend und quietschend nähert sich der LandCruiser den aufgerissenen Augen im Rückspiegel vor mir. Gedanklich sehe ich die Fetzen fliegen ... der Knall bleibt aus, keine Hand hätte mehr dazwischengepasst ... tief durchatmend und lachend fahren wir weiter ... nachdem ich der lieben Dame erklärt habe, was ich von ihren Fahrkünsten halte.

Später treffen wir Theo und Gerlinde samt weissem 78er in Tournon, wir fahren bis Cruaz und übernachten auf dem dortigen Campingplatz.

Nach einer geruhsamen Nacht zieht sich gegen Morgen der Himmel mit Gewitterwolken zu. Gemütlich fahren wir durchs Hinterland auf kleinen Landstraßen gen Süden, erst bei Montpellier geht’s wieder auf die Autobahn, bis Perpignon .... es soll ja Richtung Andorra gehen. In I’lle sur Têt gehen wir auf den örtlichen, gepflegten Campingplatz und richten die LandCruiser am Wind aus. Dies macht sich bezahlt, fast die ganze Nacht stürmt es orkanartig, dunkle Regenwolken drücken in die Pyrenäen. Leider ist bei so einem Wetter nicht gerade an ruhigen und erholsamen Schlaf im Hubdach zu denken.

Es nieselt bei Sturm und ist bei nur 10° saukalt. Später geht der Niederschlag in richtigen Regen über. Da unsere Hündin Vicky mal wieder Bauchweh hat, bin ich schon sehr früh auf, dusche erstmal heiß. Bereits gegen 10 Uhr sind wir auf dem Weg nach Andorra. Und siehe da, La Seu d‘ Urgell empfängt uns mit deutlich besserem Wetter. Wir machen einen Einkaufsabstecher nach Andorra, kaufen etwas Alkohol (Osborne Veterano 3,90 €) und tanken voll (57 Cent je Liter Diesel). Auf dem Campingplatz südlich von La Seu planen wir unsere erste Tour und übernachten unidyllisch (laut, 2 Pers. mit Auto 12,50 €).

 

Die Touren

Alt Urgell - von Gerri de la Sal nach Aos de Civis

Wir haben bereits zuhause ordentlich vorselektiert und beginnen mit Tour 72 (T). Zuerst also 50 km Verbindungsetappe über die N 260 nach Sort und dann zum Ausgangspunkt Gerri de la Sal. Bei sich permanent besserndem Wetter fahren wir eine abwechslungsreiche Tour, die von ca. 800 Höhenmetern permanent unbefestigt in östlicher Richtung auf tlw. über 2.000 m ansteigt. Das Roadbook ist extrem genau. Auf dem zweiten Teil der Strecke, nördlich der N 260 (nach dem Refugio de Rubio) zwingen viele riesige Pfützen und umgestürzte Bäume zu vorsichtiger Fahrweise. Das schlechte Wetter der letzten Wochen (überall Schneereste) macht sich bemerkbar. Die Wasserdurchfahrt auf dem Weg nach Sta. Madalena (Roadbook-Bild 46) ist jedenfalls nicht ohne ... Allrad und Untersetzung durchaus empfehlenswert. Kurz später finden wir bei N 42°27.885‘, E 01°20.262‘ einen idyllischen, aber fliegenverseuchten Platz auf 1.570 m Höhe. Ich staune nicht schlecht, als jemand von TC-Offroad-Trekking um die Ecke stolpert und "hey, rso4x4, oder?" sagt. Die Gruppe fährt allerdings noch weiter.

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bei Baen Serra de Mollet Serra de Mollet Verschränkung?
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in den Bergen nahe Refugio de Rubio nahe San Joan Lagerplatz  bei Sta. Madalena

Nach arschkalter Nacht fahren wir die 72 (T) weiter, das schönste Stück kommt nach Sta. Madalena. Gegen Mittag erreichen wir den Ort Os de Civis, die Wege dorthin gehen deutlich über 2.000 m hinaus. Der kleine Touristenort ist auf Teerstraße nur über Andorra zu erreichen. Leider ist der Einstieg in Tour 73 (T) die ersten Kilometer mit dem Ende von 72 (T) identisch, darauf haben wir aber keine Lust. 

Von Aos de Civis nach Esterri d'Aneu

So suchen wir uns nach Karte einen eigenen Rückweg: über Andorra bis Bixessarri, dort ab in die Berge (steil!) Richtung Civis. Über den Coll d’Ares fahren wir Richtung Sta. Madalena, versuchen jedoch vorher den direkten Abzweig an der Furt des Flüßchens Barranc dels Prats Richtung Südwest. Leider müssen wir uns 800 Meter später mühevoll in Untersetzung rückwärtsfahrend wieder heraus kämpfen, da der weitere Weg hemmungslos zum Flußbett mutiert ist ... mit Geländekampfgeräten, Winde und heimischer Infrastruktur wäre das ein Heidenspaß, nicht jedoch mit 3,2 to Lebendgewicht und ohne Winde ..... Schade. Also erreichen wir über Bordes de Jussa die Kapelle Sta. Madalena und folgen der Piste über den Creu de Bedet weiter Richtung Tirvia. Überall hat die Schneeschmelze starke Auswaschungen hinterlassen. Von Tirvia geht es über Llavorsi nach Esterri d’Aneu, wo wir uns mit Lebensmitteln eindecken und im Campingplatz am südlichen Ortsende (2 Pers. + Auto 12,60 €) übernachten. Alles ist vom Feinsten, wir grillen, duschen und die Nacht bleibt vergleichsweise warm.

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tolle Aussicht bei Andorra Wasser.... Flußdurchfahrt 1 Flußdurchfahrt 2
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..mehr Wasser Schneereste in der Höhe Wasser im Tal nahe Bordes de Jussa

Im Vall d'Aran

Esterri d’Aneu ist am nächsten Morgen auch unser Ausgangspunkt für Tour 75 (T): "El Vall D’Aran". Die Auffahrt über Alos d’Isil und das Vall d’Aneu ist traumhaft, keine Beschreibung kann die Schönheit des Tals auch nur annähernd wiedergeben. Für organisierte Gruppen über 3 Autos besteht ein Fahrverbot. Leider ist oben an der Skistation beim Plan de Beret mit der Schönheit Schluß, was wieder einmal beweist, daß nicht unbedingt die paar Offroader für Naturzerstörung verantwortlich sind, sondern der Kommerz Weniger in Verbindung mit dem vielgelobten Breitensport. Unsere Alpen und die dafür verantwortlichen Scheinheiligen (Geldgier siegt) sind das beste Beispiel dafür.

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Bordes de Civis Creu de Bedet Vall d'Aneu Vall d'Aran

Weiter geht es nach Bagergue, wo Bild 15 im Toyo-Führer leicht mißverständlich ist: es geht nicht links am Parkplatz vorbei, sondern rechts durch diesen durch. Leider können wir die Tour nicht zu Ende fahren, denn hinter Bild 22 ist nach 5,8 km für uns Schluß: Restschnee hat die Bergpiste in 1.900 m Höhe auf Nordseite ünüberbrückbar blockiert, entgegenkommende Wanderer berichten von vielen weiteren Restschneefeldern. Also müssen wir zurück. Über Salardu fahren wir zum südlich gelegenen Stausee Barratge d‘Aiguamog, wo wir ein schönes und windiges Plätzchen für die Nacht finden (auf 1.450 m, bei N 42°41.349‘, E 0°54.994‘).

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Vall d'Aran Wasserdurchfahrt Vall d'Aran bei Bagergue Schneefeld
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Schaufelversuche Rückweg nach Bagergue Barratge d'Aiguamog

Früh wollen wir den Weg vom mückenverseuchten See aus weiterfahren, doch kurz später versperrt ein Verbotsschild Richtung Arties eindeutig die Weiterfahrt. Also retour. Auf der Straße fahren wir nach Vielha, besorgen Vorräte, nachmittags wollen wir uns mit Ulf und Simone in Pont de Suert treffen. Doch vorher machen wir auf der Südseite des Vielha-Tunnels beim Refugi forestan de Conangels noch einen kurzen Abstecher in die Pampa. 

Sierra de Chia: von Pont de Suert nach Plan

Später – nachdem wir nun 3 HZJ sind – beginnen wir Tour 16 (T): Über Cires wollen wir nach Bonansa. Bei Bild 7 des Roadbooks vor Cires ist die Piste wegen einer eingezäunten Schafherde nicht befahrbar, somit schlagen wir uns weiter südlich entlang der Trasse unter der großen Stromleitung nach Bonansa durch (einige Fehlversuche inklusive). Wir folgen dem Tourverlauf und übernachten ausgesetzt am Aussichtspunkt von Bild 17. Ein hervorragender Grillplatz mit grandioser Rundumsicht, wie auf einer Klippe, ganz für uns alleine.

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südlich von Vielha Aussichtspunkt und Grillplatz men at work

Am nächsten Morgen fahren wir die 16 (T) weiter, doch bei Bild 20 verbietet ein Schild eindeutig die Durchfahrt. Die Roadbooks sind halt doch schon 6-7 Jahre alt. Also suchen wir mittels Ulfs Karten eine Piste Richtung Espés. Dort Abzweig nach Abella, wo wir noch vor den Häusern einer "Telegrafenpiste" folgen. Wir erreichen San Feliu de Veri und unternehmen nördlich des Weilers einige heftige 4x4-Abstecher, teilweise ist trialartige Fahrweise gefragt. Die Wege enden aber alle im Nirvana. Über La Muria erreichen wir auf idyllischen Pisten einen wunderschönen und gepflegten Picknick-Platz am Baranco Cogulas. Von hier folgen wir der bergwärts gehenden Piste durch die Montanata de Gabas, bilderbuchartig Richtung Seira. Über Barbaruens folgen wir im Anschluß kleinen Wegen, die ein Bauer nur als "mui mal" bezeichnet hat (.... und das sind sie auch, ohne Allrad und Untersetzung geht bald nichts mehr) über den Collado de la Cruz nach Plan. Glücklicherweise sind alle Schranken offen und Verbotsschilder existieren nur in Gegenrichtung, ob das eine moderne Einbahn-Regelung ist? 

Bei den Lagos de Bielsa

Bei mittlerweile einsetzendem Gewitter drehen wir auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz eine – bei diesem Wetter total glitschige und eigentlich überflüssige – Runde aus Roadbook 17 (T), ab Bild 17 Saravillo (ohne den Abstecher nach Lavasar) Richtung San Miguel. Aufgrund des strömenden Regens kämpfen wir uns auf diesen nicht ungefährlichen Pisten mit Allrad durch den immer dunkler werdenden Wald, bis wir auf Bild 31 treffen, der Straße nach Bielsa.

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Platz am Baranco Cogulas Montanas de Gabas Montanas de Gabas bei Barbaruens 

Wir wollen nur noch einen schönen Übernachtungsplatz nach diesem langen und anstrengenden Tag. Über Bielsa erreichen wir den Stausee Embalse de Pineta, wo wir am westlichen Ende direkt am Rio Cinca sehr malerisch in 1.150 m Höhe (N 42°38.113‘, E 0°10.961‘) übernachten. Als Regenschutz bietet Theos großes Tarp wertvolle Hilfe.

Der folgende Sonntagmorgen bietet noch letzte Regenschauer, ab 9 Uhr klart es auf, wird immer wärmer. Wir entscheiden uns für einen Faulenzer-Tag und bleiben.

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am Rio Cinca im Regen am Rio Cinca bei Sonne Auffahrt zum Stausee, Schneereste

Natürlich kommen wir am nächsten Morgen erst relativ spät los, aber es ist strahlender Sonnenschein. Von Bielsa geht’s ein Stück nordwärts, wir nehmen nach wenigen Kilometern den östlich aufsteigenden Weg zum Stausee des regionalen Stromversorgers. Bei ca. 2.000 m machen uns die Restschneefelder wieder mal einen Strich durch die Rechnung. Aber die kernige Stichstraße hat sich trotzdem gelohnt.

Canon de Anisclo

Vom südlich gelegenen Escalona (unter 1.000 m Höhe steigen die Temperaturen sofort über 30°) wollen wir Tour 22 (P) fahren. Durch den Canon de Anisclo schrauben wir uns eindrucksvoll auf einspuriger Straße das enge Flußtal empor. Glücklicherweise ist an diesem Montagmittag kaum Gegenverkehr unterwegs. Der Landschaftseindruck ist überwältigend. Bis Fanlo de Valle de Vio geht die grandiose Fahrt auf Teer. Doch nun folgt die Überraschung: Die Weiterfahrt nach Sarvise bzw. Broto (Tour 23 (P) ) ist wegen Straßenbau gesperrt. Obwohl wir, nachdem wir die Beschrankung zur Seite geschoben haben, bis zur Baustelle fahren, läßt sich der Baggerführer nicht erweichen ... nun ja, er kann sich auch nicht in Luft auflösen. Also zähneknirschend retour. Doch diesmal nehmen wir den Rückweg durch die Berge über Buerba nach Escalona. Auch schön. Zur nun folgenden Umfahrung des Ordes-Nationalparks ist weiter Teer angesagt: über Ainsa, Boltana, Broto und Biescas erreichen wir Sabinanigo und kaufen kurz vor einem Wolkenbruch bei Lidl ein. Gegen 20 Uhr stehen wir viel zu spät auf dem lauten und teuren (17€) Campingplatz hinter Jaca. (N 42°33.843‘, E 0°34.256‘)

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Canon de Anisclo Canon de Anisclo Haarwäsche "on the Road" Nähe Lazar-Paß

In Aisa treffen wir uns am nächsten Morgen wieder mit Ulf und Simone, die beide wild gecampt hatten, und fahren erstmal Verbindungsetappe: Jasa, Hecko, Anso...bis Roncal (27, 28, 29 (P) ). Ab Roncal endlich wieder auf Schotter über Vidangoz sehr schön das Flußtal hoch, über den Lazar-Paß und weiter auf Asphalt zur alten Grenzstation nach Frankreich bei Abodi (Skistation).

In den Wäldern von Irati

Weiter geht’s über Tour 31 (P), die uns komplett durch den Irati-Wald führt. Leider ist hier – trotz der Einsamkeit in der Vorsaison – alles verboten: Zelten, Rauchen, Hund frei laufen lassen .... dumm gucken vermutlich auch. Der dortige Stausee ist irgendwie ein Reinfall, die Piste schlaglochübersät. Von der vielgelobten Faszination Iratis ist hier vor Ort recht wenig zu spüren. Glücklicherweise kommt kurz nach Ende des Selva del Irati ein Spezial-Campingplatz: "Acampar" mitten in der Pampa für 250 ptas (gibt’s die noch?) pro Nase beim Bürgermeister im nächsten Ort. Glücklicherweise können wir kein Spanisch. Dafür tröpfelt es aber schon wieder ... ein feuchter Urlaub auf 838 m bei N 43°00.065‘, W 01°12.546‘.

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Irati Irati Irati "Acampar"

Im Grenzgebiet

Bei durchwachsenem Wetter starten wir in den neuen Tag, fahren die wunderschöne Tour 32 (P), die hinter Fabrica de Orbeiceta wegen diverser Hangrutsche des öfteren Allrad und Untersetzung notwendig macht. Die Strecke führt nun nach Frankreich und wegen geänderter Straßenführung verfahren wir uns bei Bild 6 (es geht eigentlich ganz einfach auf der Hauptpiste weiter) und beim Abzweig nach Urepel legen wir deshalb einen eigentlich unnötigen, aber sehr schönen Geländeabstecher ein. Wir finden zurück auf die eigentliche Piste und fahren die Onroad-Verbindungstour 33 (P).

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Furt hinter Fabrica de Orbeiceta vorsichtiges Hochtasten Hangrutsch Hindernisse

Valle del Baztan

Als nächstes steht der Einstieg in Tour 90 (T) an. Die Beschreibung des Einstiegs zur Tour ist zwar grundverkehrt, aber die GPS-Koordinaten im UTM-Gitter stimmen fast exakt und so finden wir den versteckten Ausgangspunkt. Bergauf geht es über glitschige Wald- und Wiesenwege, immer enger geht’s durch den Wald. Wir kommen jedoch nur bis Bild 8: aufgrund des nassen Bodens sind die Anstiege nicht mehr zu schaffen, eine ausgekundschaftete Umfahrungsmöglichkeit halte ich nach Abgehen der Strecke wegen Schräglage im Wald, gepaart mit gemeinen Matschfeldern, für zu risikoreich bei unserem Fahrzeuggewicht. Also zurück. Natürlich ist so etwas schade, aber Sicherheit geht vor.

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markierte Schafe im Grenzgebiet Umkehr im Wald Kochen Essen am Campingplatz

Alternativ könnte es nur 2 km entfernt mit Tour 34 (P) weitergehen. Doch bei Bild 2 stehen neue, eindeutige Verbotsschilder. Mittlerweile hat Nebel und strömender Regen eingesetzt, zusätzlich blitzt und donnert es. Wir haben Probleme aus dieser unausgeschilderten Bergwelt herauszufinden. Doch irgendwann am beginnenden Abend sind wir zurück auf der Hauptstrasse und entscheiden uns spontan, Richtung Süden zu fahren. Im strömenden Regen erreichen wir hungrig gegen halb acht einen Campingplatz kurz vor Pamplona und machen uns im Geschirrspülunterstand des Platzes breit, kochen und trinken bis spät in die Nacht.

Bardenas Reales

Wir schlafen aus, der Regen hat aufgehört. Große Wäsche, Körperpflege und weitere Planung sind angesagt. Leider müssen wir uns von Ulf und Simone trennen, beide wollen Richtung Galizien, wir dagegen zu dem südlich von Pamplona gelegenen Wüstengebiet Bardenas Reales. Wir erreichen die Bardenas, denen man die ungewöhnlichen Regenmassen der vergangenen Tage ansieht, am frühen Nachmittag . Wir fahren die Tour 89 (T), eine eindrucksvolle Rundtour durch diese in Europa einzigartige Wüste mit kuriosen Sandsteinkonstellationen. Alternative Routen sind fast überall verboten, zusätzlich schränkt das Militärgelände mittendrin die Bewegungsfreiheit ein. Leider gibt es infolge des vorausgegangenen Regens unheimlich viele kleine Fliegen, deren gemeine Eigenheit es ist, sich sofort auf Augen, Nase und Mund zu stürzen. Als wir die Bardenas verlassen um unsere Roadbooktour weiterzufahren bzw. einen Übernachtungsplatz zu suchen, jagen diese Kleintiere Gerlinde dermaßen einen Schreck ein, daß wir den Entschluß fassen müssen, weiterzufahren. Ohne Rücksicht auf das Wetter entscheiden wir uns für die französische Atlantikküste ... Ruhetage über Pfingsten wären nicht übel. Und wie es der Zufall so will, enden wir wieder an dem Campingplatz, von dem aus wir zu früh gestartet waren.

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Bardenas Reales einsame Monumente Panorama Wüste

 

Der Ausklang

Gemütlich starten wir in den wolkenverhangenen Tag. Wir gehen auf spanischer Seite nochmals einkaufen (direkt an der Grenze stehen Supermärkte) und tanken auf (ca. 67 Cent gegenüber ca. 73 Cent an französischen Supermärkten, Markentankstellen in Frankreich sind meist weitere 10 Cent teurer). Dabei stelle ich fest, daß der Tankverschluß am Zusatztank kaputt ist ... alles Billiggelump!

Da, wo wir vor 2 Tagen in strömenden Regen standen, sieht die Welt nun viel freundlicher aus. Doch der Boden ist mit Wasser vollgesogen, somit ist an eine Fortsetzung der letzten Roadbooketappe über La Rhune bis zum Atlantik nicht zu denken. Aber 10 Tage Offroad genügen ja auch. Irgendwann werden auch diese letzten paar Kilometer noch ihre Vollendung finden ... aber nicht auf nassem Boden und erst recht nicht zu Pfingsten.

In Frankreich geht es dann gemütlich auf kleinsten Landstrassen bis zur Autobahn und wir umfahren Bayonne großzügig. Danach folgen wir durch Kiefernwälder dem Verlauf der Küstenlandstraße nordwärts und enden bei St. Girons Plage auf dem Campingplatz "Les Tourterelles", wo auch vor 2 Jahren unsere Pyrenäentour endete. Natürlich haben wir diesmal bestes Wetter. Das Pfingstwochenende erwartet uns mit Sonne pur am feinen Sandstrand, leider liegen recht viele Ölklumpen vom galizischen Tankerunglück herum. Während Theo und Gerlinde am nächsten Tag weiterfahren, gammeln wir noch einen weiteren Tag an diesem tollen Platz ... der weite Sandstrand, ausreichender Komfort sowie das jugendliche (Surfer-)Publikum haben es uns angetan, eine durchaus willkommene Abwechslung. Und das bei überaus attraktiven Preisen außerhalb der Saison (knapp unter 10€).

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am Atlantik

Nun, auch wir müssen irgendwann nach Hause, ganz gemütlich fahren wir auf kleinsten Landstrassen die nächsten Tage über Dordogne und Auvergne wieder nach Nordosten Richtung Heimat ... die uns diesmal sogar mit extrem heissen Temperaturen erwartet.