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Seealpen - August `02

2 Toyota LandCruiser stürmen die Berge... 4x4 Reisebericht über eine Offroad- bzw. Geländewagen-Tour im südlichen Grenzgebiet Frankreich - Italien ... den sogenannten Seealpen.

August – eigentlich der optimale Zeitraum für eine Tour in die Seealpen. Für eine Woche wollen wir mit unserem 78er sowie Fiddi und Lydia (ebenfalls HZJ 78) die Alpen nördlich von Nizza unsicher machen.

Zügig geht es am Samstag, den 10.8., Richtung Schweiz los. Leider hat der Wetterbericht nichts Gutes verheissen und bereits nach kurzer Zeit auf Schweizer Boden schüttet es wie aus Eimern (Der Beginntag der "Jahrhundertflut" in Deutschland). Und während wir durch die Schweiz mehr schwimmen als fahren, entschließen wir uns, unsere Route zu ändern, denn Regenwetter in den Alpen ist so ziemlich das Bescheidenste, was es gibt. So fahren wir wieder einmal von Genf Richtung Lyon..... und siehe da, bereits vor Lyon wird es trocken und deutlich wärmer. Kurzentschlossen wollen wir einen Abstecher an die Ardèche machen. Wir fahren abends auf den Campingplatz von Cruas an der N 86, der Ort ist optisch eine Katastrophe ..... Zementwerk und AKW ... aber der Campingplatz ist ok und billig, die Leute extrem freundlich.

Sonntagmorgen dieseln wir weiter nach Ruoms an der Ardèche, wir wollen bei Jonny (Auberge 4x4) vorbeigucken und dort einen Tag verbringen. Und, welch Glück, ausgerechnet heute Weinfest in Ruoms, das Ergebnis wird ein feuchtfröhlicher Nichts-Tu-Tag. Schön, daß Jonny auf "Camper" eingestellt ist, Du/WC und Selbstversorger-Küche stehen uns zu akzeptablen Konditionen zur Verfügung.

Mittlerweile hat sich das Wetter wieder stabilisiert, es sieht nach bestem Sommerwetter aus. So entscheiden wir uns, am nächsten Tag ungefähr Richtung Seealpen zu fahren.

Vorher wollen wir noch eine Roadbook-Tour aus der "Passion 4x4" in der Vaucluse fahren. Über Orange und Carpentras erreichen wir das verschlafene Mazan, Ausgangspunkt der Tour. Auf malerischen, engen Natursträsschen schlängeln wir uns durch die recht einsame Vaucluse. Leiderseealp1.JPG (38888 Byte) müssen wir die Tour im ersten Drittel abbrechen, da unsere HZJ für einen Teilabschnitt einfach zu groß bzw. hoch sind: das würde entweder brutale Schäden an den Autos oder ewige Baumsägearbeiten bedeuten. Da der Wiedereinstieg in die Tour nicht zu lokalisieren ist, entscheiden wir uns für eine Verbindungsetappe. Schließlich wollen wir aus "Geländewagen-Touren" Band 2 noch die Touren 9 (Lambruisse) und 10 (Col de Séoune) fahren. Beide sind sehr einfache und recht kurze, landschaftlich jedoch durchaus lohnende Touren. Die Gegend empfiehlt sich durchaus für weitere Unternehmungen.

seealp2.JPG (37093 Byte)Um unser Hauptziel, die Ligurische Grenzkammstrasse, nicht aus den Augen zu verlieren, machen wir wieder eine Verbindungsetappe und wählen für die Auffahrt zum Fort Central am Tende-Pass die westliche Variante: von St. Dalmas de Tende über les Mesches und Casterino die wunderschöne Piste über den Baisse de Peyrefique zu den genannten Befestigungsanlagen (auch beschrieben im Enduro-Atlas Band 1). Wirklich empfehlenswert.

Ab dem Fort Central beginnt der Einstieg in die "Ligurische" (vgl. Denzel, Nr. 437). Wir starten amseealp6.JPG (23436 Byte) frühen Nachmittag bei Traumwetter diese teils enge und ausgesetzte Tour. Wider Erwarten haben wir relativ wenig Gegenverkehr, was sich angesichts dem tolpatschigen Verhalten einiger Entgegenkommender als sehr seealp5.JPG (39783 Byte) nervenschonend erweist. Doch nach einiger Zeit ziehen Wolken auf... ab dem Col des Seigneurs fahren wir tlw. in immer dichteren Wolken..... Als es sich total zuzieht und die Sicht nur noch an die 50 Meter beträgt, beenden wir an der Abfahrt nach Monesi diese eindrucksvolle Strecke. Irgendwann werde ich dorthin zurückkehren und auch die restlichen noch befahrbaren Wege unter die Räder nehmen.

Auf dem Weg zum italienischen Upega finden wir einen schön angelegten Wald-Grillplatz, der sich hervorragend für eine Übernachtung eignet.

Am nächsten Morgen ist wieder bestes Wetter, doch leider ist der 15. August auch in Italien Feiertag.... tausende von Ausflüglern sind unterwegs. Über eine langweilige Verbindungsetappe steuern wir die Maira-Stura-Kammstrasse an (vgl. Denzel, Nr. 429). Prinzipiell eine gute Idee, da landschaftlich echt toll. Aber nie, nie wieder am 15.8.! Natürlich war für diesen Tag die Stichstrasse zum Gardetta-Pass sowie die Weiterfahrt über den Colle del Preit gesperrt, so mußten wir über den Colle del Morti ins Mairatal abfahren. Schade.

seealp4.JPG (37369 Byte)Nun, ein Tag bleibt uns noch und wir wählen den Mont Jafferau aus. Vor 12seealp3.JPG (28508 Byte) Jahren war ich mit der Enduro am Gipfel-Fort, was heute mit dem Auto ja nicht mehr ganz geht. Erstaunlich, in welcher Menge dort oben Edelweiss vorkommen, so viele habe ich vorher noch nie gesehen. Schön ist, daß es mittlerweile eine Rückfahrtalternative gibt, man muß nicht mehr durch den (inzwischen "weichgespülten") Tunnel zurück, sondern kann über ruhige und sonnige Pisten wie im Denzel beschrieben nach Savoulx abfahren.

Hier trennen sich auch unsere Wege: Fiddi und Lydia haben einen Tag mehr Zeit, wir müssen leider schon zurück.

 

Fazit: es lohnt sich wiederzukommen, wobei mich hauptsächlich der Süden reizt. Empfehlenswert ist auch das teils einsame und unbekannte Hinterland der Côte d`Azur: Var und Vaucluse.