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Quer durch Spanien, Mai/Juni 2002

4x4 Reisebericht über eine 3-wöchige Offroad-/Geländewagentour durch Spanien, wie es die wenigsten kennen. Wieder einmal Toyota LandCruiser dominiert und von eindrucksvollen Landschaftseindrücken geprägt. 

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Tag 1, 25.5.

So, nun ist es passiert.

Da baut man ewig und 3 Tage am Auto, und dann ist es zum Urlaub nicht fertig. Es ist Samstag, der 25. Mai, 5 Uhr früh. Um 6 Uhr wollen wir uns mit Stefan und Reinald treffen, doch der HZJ ist noch ne Baustelle. Keine Elektrik im Wohnbereich, nicht eingeräumt. Obwohl ich die ganze Nacht durchgearbeitet habe. Also telefonieren, sagen, dass wir später nachkommen. Um 7 Uhr ist alles verdrahtet, aber die Kühlbox läuft nicht. Gegen 9 Uhr und nach dem umcrimpen einiger Kabel funktionierts. Jetzt noch packen, einräumen......kurz vor Mittag kommen wir los.

Wir wechseln uns beim Fahren ab und abends um 22 Uhr treffen wir die anderen auf einem Campingplatz bei Serrières südlich von Vienne in Frankreich. Jetzt kann der Urlaub beginnen!

 

Tag 2, 26.5.

Wir fahren weiter an die Costa Brava, treffen Alfred und Gerti mit dem neuen 78er bei Malgrat de Mar. Wieder eine Nacht auf nem Campingplatz.

 

Tag 3, 27.5.

sptour_b.JPG (28348 Byte)Nach verregneter Nacht gehts zügig Richtung Tarragona, wo wir Richtung Flix ins Landesinnere abzweigen. Wir wollen heute noch die erste Tour beginnen. Hierfür habe ich die Roadbooks aus dem mittlerweile nicht mehr lieferbaren Buch " Guia Toyota 4x4: 101 rutas por la Espana rural" besorgt. Leider ist das Teil von 1997, d.h. es mangelt etwas an Aktualität. Nun gut, Tour 79 "Montes de Ascó" wird der Erstversuch. Der Einstieg am Kraftwerk von Riba Roja muß erst mal gefunden werden, dann gehts los. Eine schöne Strecke, von der wir uns bei Bild 34 aus dem Roadbook verabschieden, wir finden den richtigen Weg nicht mehr und es wird schon spät. Etwa eine Stunde später ist ein schöner Übernachtungsplatz gefunden, zwischen Batea und Nonaspe (UTM 31T 0271883, 4556927). UTM-Angaben sind in Spanien übrigens üblich.

 

Tag 4, 28.5.

Wir fahren eine Teilstrecke von RB 19 "El Desierto de Calandra" bis Mazaleon (Bild 28). Eine wirklich schöne Tour durchs ländliche Spanien. Einen genialen Übernachtungsplatz finden wir bei N40°44.488´, W000°18.321´, südlich von Castellote. Direkt am Fluss, mit Badestellen und richtig romantisch.

 

Tag 5, 29.5.

sp1a.JPG (35927 Byte)Auf kleinen Pisten, von denen es hier jede Menge gibt, fahren wir Richtung Teruel. Einige Kilometer vorher suchen wir einen schönen Übernachtungsplatz, auf 1.230 m Höhe, idyllisch mitten im Wald (N40°22.985´, W000°59.235´).

 

Tag 6, 30.5.

Über Pisten erreichen wir Teruel. Von hier aus südöstlich auf der 234 bis Sarrion. Hier befindet sich der Einstieg zu RB 18 "Sierra de Javalambre". Natürlich ist wieder mal der Beginn alles andere als leicht zu finden, doch die Mühe lohnt: 70 Kilometer Piste, teils auf 2000 m Höhe in eindrucksvoller Landschaft. Die Kilometrierung im Roadbook ist alles, nur nicht genau, aber für jeden, der es gewohnt ist nach Roadbook zu fahren, machbar. Fazit: Eine Traumtour! Hier waren wir bestimmt nicht das letzte Mal. Weiter gehts grob Richtung Cuenca, wir übernachten kurz vor Canete (RN 420) bei N40°05.678´ , W001°33.058´.

 

Tag 7, 31.5.

sp2a.JPG (23212 Byte)Nun, es würde sich fahrtechnisch lohnen in der Gegend zu bleiben, aber wir wollen ja weiter und so machen einige aus der Gruppe Druck. Also fahren wir Verbindungsetappe Richtung Toledo. Bei der RB-Tour 46 "Montes de Toledo" finden wir trotz ausgiebiger Sucherei den Einstieg in Los Yébenes nicht, also gehts auf eigene Faust weiter. Bald wird deutlich, dass diese Gegend zwar schön ist, beim Fahren aber schnell für Frust sorgt: Es ist fast alles eingezäunt. Allein am Stausee "Embalse de Torre de Abraham" vergurken wir 2,5 Stunden, ohne einen vernünftigen Zugang, geschweige einen geeigneten Übernachtungsplatz zu finden. So fahren wir weiter südliche Richtung, in die Berge der Sierra del Pocito, es ist richtig Arbeit, eine Piste zu finden, wo nicht alles eingezäunt ist. Wir übernachten auf einem huppeligen Acker auf 952 m Höhe bei N39°18.768´, W004°08.426´.

 

Tag 8, 1.6.

Weiter Richtung Süden: über Piedrabuena durch die Sierra de los Canalizos nach Almadén. Über Santa Eufemia - Alcaracejos - Penarroya-Pueblonuevo - Fuente-Obejuna -sp3a.JPG (35043 Byte) Alanis erreichen wir Guadalcanal, den Ausgangspunkt zu RB 14 "Sierra Norte II". Endlich mal ein Roadbook, wo der Einstieg einfach zu finden ist. Über sehr staubige Pisten geht es durch recht abwechslungsreiche Landschaft, direkt neben der Piste finden wir bei Bild 10 des Roadbooks unseren Übernachtungsplatz, ein sauberer Bach ist nur 20 Meter entfernt. (N38°09.535´, W005°57.919´)

 

Tag 9, 2.6.

Wir fahren das Roadbook weiter, leider enden wir irgendwann an einer verschlossenen Schranke. Aufgrund der vielen, neuangelegten Wege wäre es allerdings kein Wunder, wenn wir irgendwo falsch abgebogen wären, die Zeichnungen und Kilometerangaben des Toyota-Führers sind teilweise, nun ja, gewöhnungsbedürftig. Schade, die Gegend hätte noch einiges hergegeben. Über Guadalcanal fahren wir nach Cazella, wo wir inmitten einer gerade beendeten Prozession in Dorfmitte eine Kneipe ansteuern und köstliche Tortillas essen. Weiter nach El Pedroso, wo wir südlich bei einer Brücke einen wunderschönen Bade- und Picknickplatz entdecken. Direkt am Fluß richten wir unser heutiges Camp ein und lassen den Tag mit Baden und Lagerfeuer ausklingen (N37°42.340´, W005°52.717´).

 

Tag 10, 3.6.

sp5a.JPG (41705 Byte)Wir kommen nur ca. 2 Kilometer weit. Stefan hat an seinem Disco ein kaputtes Vorderachsdifferential. Ein Landrover halt. Schon seit Tagen hatte er über undefinierbare Geräusche geklagt. OK, vordere Kardanwelle ausgebaut, aber die Geräusche bleiben, der Anruf beim ADAC sorgt dafür, dass nach ca. 2 Stunden ein Abschleppwagen auftaucht. In der Zwischenzeit war sogar die Guardia Civil hier, hat die Strasse abgesichert und unsere Lösung des Problems erst nach langem hin- und her verstanden. In Sevilla erfährt Stefan, dass die Reparatur frühestens in 4 Tagen erledigt sein wird, er tritt deshalb seinen Heimflug an, dem ADAC sei Dank. Der Rest fährt weiter zum Atlantik. Zwischen Donana-Nationalpark und Huelva übernachten wir bei Mazagon unromantisch in Ortsnähe am Strand. (N37°07.873´, W006°49.519´). Es ist kalt und windig.

 

Tag 11, 4.6.

Dicke Regenwolken ziehen vom Atlantik ins Land. Da der Wetterbericht keine Besserung in Aussicht stellt, fahren wir über Sevilla wieder südöstlich, nach Paterna de Rivera, dem Ausgangspunkt der als leicht eingestuften Tour Nr. 3 "Ruta del Toro". Doch bereits nach wenigen Kilometern folgt die Überraschung: Bei Bild 5 steht "Zona dificil", und genau das sind die nächsten 1,5 Kilometer auch....denn wenn man außer der Untersetzung auch schon mal die Achssperren braucht..... . Wir lotsen alle Autos durch die teils engen, stufigen und ausgewaschenen Pistenreste, ganz ohne Beulen und Kratzer geht es jedoch bei keinem ab. Es empfiehlt sich unbedingt, den Großteil dieser Strecke vorher abzulaufen und die Fahrzeuge an den Schlüsselstellen einzuweisen. Vermutlich ändert sich der fahrbare Verlauf je nach Regenfällen und Erosion. Übernachtet haben wir bei Bild 17 (N36°23.504´, W005°53.126´). Es ist windig bei ca. 22 Grad.

 

Tag 12, 5.6.

sptour9.JPG (27026 Byte)In der Nacht hat Regen eingesetzt, was den weiteren Verlauf der Tour zu einer leicht rutschigen Angelegenheit werden lässt. Nicht zuletzt aufgrund Alfreds geringer 4x4-Erfahrung kehren wir bei einem extrem rutschigen Teilstück (Bild 21) um. Wir fahren zügig zum Mittelmeer, ab Marbella wird das Wetter wieder richtig gut und wir lassen den Tag hinter Nerja an einer einsamen Surfer-Bucht mit Meeresrauschen ausklingen (N36°45.074´, W003°48.913´).

 

Tag 13, 6.6.

sptour22.JPG (43572 Byte)Heute gehts ab in die Sierra Nevada. Über Jete fahren wir nach Jayena, von dort nehmen wir die herrliche Piste nach Albunuelas. Überall laden ausgetrocknete Bachbetten zu kleinen Abstechern ein. An einer besonders schönen Stelle mit Brunnen machen wir auf 830 m Höhe Mittagsrast (N36°55.114´, W003°39.352´). Wir fahren weiter zur Roadbook-Tour Nr. 6 "Las Alpujarras", deren Einstieg wir an der Abfahrt "Lecrin" von der 323 nach Granada finden. Am südlichen Ortsende befindet sich die Brücke von Bild 1. Die ersten Meter der Tour sind frisch geteert.sptour31.JPG (50495 Byte) Langsam schrauben wir uns immer höher. Kurz vor Bild 23 des Roadbooks befindet sich auf 1.690 m sptour28.JPG (46164 Byte) ein schönes Plateau mit genialer Aussicht. Unsere Absicht, hier zu übernachten, wird durch einen sich entwickelnden Sturm vereitelt. Wir sammeln unsere umherfliegenden Habseligkeiten und fahren etwas weiter. Bei Bild 26 befindet sich ein einsamer, unbelegter Waldcampingplatz, der wesentlich mehr Schutz verspricht. Hier, auf 1.780 m Höhe (N36°57.992´, W003°24.745´) haben wir eine recht unruhige Nacht und sind am nächsten Morgen froh, dass sie heil überstanden ist.

 

Tag 14, 7.6.

sptour27.JPG (32073 Byte)Wir fahren die Tour, die auf teils neu geschobener Piste immer staubiger wird, zu Ende. Etwas Erholung täte jetzt gut. So entschließen wir uns, zum Capo de Gata weiterzufahren. Über San José führt eine Piste zu den Stränden Genoveses und Monsul. Noch 1 km weiter, am Ende der Sackgasse, befindet sich ein recht einsamer Strand, wo wir übernachten (N36°43.834´, W002°09.408´). Die Nacht ist wieder sehr windig.

 

Tag 15, 8.6.

sptour26.JPG (30849 Byte)sptour25.JPG (37108 Byte)Na klasse, gerade heute, an unserem geplanten Strand- und Badetag, ist Sturm und bewölkter Himmel. Also tuckern wir weiter, wir wollen uns noch die anderen Strände des Capo de Gata ansehen. Kurz hinter Rodalquilar beim Castillo San Ramon ist ein Traumstrand. Da sich das Wetter gebessert hat, entscheiden wir uns, hier zu nächtigen (N36°51.695´, W002°00.383´).

 

Tag 16, 9.6.

Den Sonntag verbringen wir bis zum frühen Nachmittag am Strand, bevor wir doch noch weiter fahren. Zügig soll es grob Richtung Barcelona gehen. Hinter Alicante machen wir Nachtlager an einem Strand bei Villajoyosa. Mit Strandbar!

 

Tag 17, 10.6.

Alfred tankt Benzin statt Diesel. Während der Tankbereinigung besprechen wir die weiteresptour24.JPG (14325 Byte) Fahrtroute. Aber es ist schon genial, was man alles schafft, wenn man sich nicht ans Abgesprochene hält: unsere Gruppe teilt sich unfreiwillig, d.h. wir verlieren uns kurz darauf an einem Kreisverkehr, trotz CB-Funk. Nun gut, uns machts nichts, wir geniesen einen angenehmen, unterhaltsamen und weinseligen Abend mit anderen Wildcampern direkt am Strand bei La Pobla (N41°09.520´, E1°26.818´).

 

Tag 18, 11.6.

Wir treffen uns wieder bei Sabadell, einem Ort nördlich von Barcelona. Nach Karte werden Pistensptour23.JPG (38763 Byte) gefahren, die vorhandenen Roadbooks sind anscheinend zu langweilig. Über Castellar - St. Lorenc - Gallifa - Sant Feliu de Codines - Castelltercol - Centelles - Aiguafreda fahren wir zum Berg Tagamanent im Parque Natural de Montseny. Besonders diese letzte Auffahrt ist malerisch und ausgesetzt. Auf 1.128 m Höhe übernachten wir auf einer Lichtung (N41°45.570´, E2°13.782´).

 

Tag 19, 12.6.

sptour30.JPG (47352 Byte)Auf dem Wanderweg GR 5 erreichen wir über El Pla de la Calma den Paß "Collformic". Die Fahrt erstreckt sich über ein aussichtsreiches Hochplateau, im Norden erscheinen die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen zum Greifen nah. Die Strecke nach Sant Marcal ist eine Augenweide, was man von der stupiden Weiterfahrt über Waldpiste nach Arbúcies nicht behaupten kann. Dafür passiert hier der größte Gag: mitten im Nirgendwo wird der Weg durch eine Schranke versperrt, für die Weiterfahrt kassiert eine aus dem danebenliegenden Bauernhaus kommende Oma pro Fahrzeug 2 €. Mit Abreissticket!sptour29.JPG (17286 Byte)

Am Nachmittag diesen Tages trennen sich unsere Wege: während Oliver, Reinald, Alfred und Gerti noch 2 Tage "offroad" fahren wollen, machen Birgit und ich einen gemütlichen Ausklang unserer  Tour: wir fahren zuerst an die Costa Brava zum Camping Laguna weiter und lassen es uns die letzten 3 Tage mit gemütlicher Heimfahrt über den Gard und die Ardèche in Südfrankreich richtig gutgehen. Endlich mal ungestört urlaubsmäßig ausschlafen. Und, man glaubt es kaum......selbst die Rückfahrt durch die Schweiz geht diesmal mit Sonne ab, kein Dauerregen, wie wir es sonst immer gewohnt waren.

 

Fazit:

Insgesamt über 6.000 km. Größtenteils eine sehr schöne Tour. Besonders das Gebiet um Teruel und Cuenca verdient Aufmerksamkeit. Ansonsten: schöne Gebiete gibt’s überall, tlw. ist man ohne Roadbook jedoch aufgeschmissen, da die Großgrundbesitzer im spanischen Süden ihr Gelände gnadenlos eingezäunt haben.

Der HZJ hat sich voll bewährt, angefangen vom Hubdach über den Zusatztank bis hin zu meinem Innenausbau. Natürlich gibt es einiges zu verfeinern, der Praxistest hat gezeigt, wo noch Feinschliff und Änderungen notwendig sind (insbesondere Wasserversorgung und Kocher).

Die nächste Tour kann kommen!