Beten ein Lebensstil 

 1. Gebet ist  

Gebet ist ein Überschallgefährt, mit dem wir zu jeder Zeit und an jedem Ort zu Gott kommen können.
Gebet ist ein Gespräch mit dem, der uns liebt.
Er ist immer hörbereit, auch Stoßgebete mitten im Alltagsgeschäft, wenn es zu handeln gilt hört er und gibt uns Leitung durch seinen Heiligen Geist.

Das
Gebet ist die Tür aus dem Gefängnis unserer Sorge, wie Helmut Gollwitzer sagt.

Gebet ist ein Antrag, der garantiert bearbeitet wird. Aber Gott antwortet zu seiner Zeit!

Gebet ist Pulsschlag und Odemzug des inneren Lebens
(Luther).

(Jak. 4, 1-10 lesen)

Gott gibt aber nur, wenn wir uns ganz ihm unterstellen, anderen vergeben und Abstand nehmen von Neid, Hass, Streit, Kampf, Zank und selbstsüchtigen Wünschen, Leidenschaften und Trieben, denn wenn wir so bitten werden wir von Gott nichts empfangen.
Eigene Kraftlosigkeit, Bitterkeit, Fruchtlosigkeit, Sorgenlast, sind oft Konsequenz eines Defizits auf diesem Gebiet. Erst wenn wir unsere Schuld und Unwürdigkeit erkennen und uns beugen, wird er uns helfen und aufrichten. 

2. Danken

Wenn man auf Gott sieht, gewinnen alle Nöte und Probleme eine andere Dimension, Gott und seine Dimension wird riesig groß und  wir erkennen wie winzig und zeitlich begrenzt alles Leid, alle Mühsal sind. Denn er hat ganz andere Möglichkeiten, nichts ist ihm unmöglich.

3. Bitten

Es kommt darauf weniger auf uns an, unser Können und Wissen

Blaise Pascal prägte folgenden Satz:

   “Es ist nicht auszudenken, was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens machen   kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen.“

4.Warum fällt uns das Beten dann oft so schwer

Gott schuf die Menschen als sein Gegenüber und dachte wohl, dass sie begeistert sein würden mit ihrem Schöpfer zu kommunizieren.

Durch den Sündenfall wurde diese Beziehung unterbrochen und Jesus hat durch sein Opfer am Kreuz, den freien Zugang zu Gott wieder hergestellt.

Leider ist es mit dieser Möglichkeit, Gott alles zu sagen, auf ihn zu hören, was er uns dann gebietet zu tun oft so, wie mit jemandem der ein Paar Schuhe geschenkt bekam. Er hielt sie in Ehren, benutzte sie aber als Blumentopf, statt die wunden, blutigen Füßen damit zu schützen. 

Oft fallen uns 5 Minuten Gebet schwer – wie oft haben sie sich bei der Gebetszeit von 12.00 bis 12.05 Uhr dabei ertappt , als sie auf die Uhr sahen?

Angenommen wir sind mit einem Freund oder einer Freundin verabredet, sagen sie diesem dann nach einer ¼ Stunde: „O Schreck, noch 3 Stunden muss ich mit dir zusammensein“ – Der würde uns bestimmt fragen, ob uns überhaupt daran gelegen ist mit ihm zusammen zu sein. 

Warum sind die Gebetsstunden oft die schlecht besuchtesten Stunden? Anders gesagt, warum tun wir uns oft so schwer mit unserer stillen Zeit?

Ich denke es liegt an der verzogenen Handhabung, denn:

      - Gott klingelt an unserer Tür – wir reagieren nicht – er klingelt wieder und wieder ...
- Schließlich tritt er ein, läuft mir hinterher, in der Küche, im Badezimmer, im Schlafzimmer, sagt immer wieder: „Du, hör zu, ich möchte mit dir reden!“ keine Reaktion von uns ... (wir sind in Gedanken ganz wo anders oder schimpfe vor uns hin, sind enttäuscht, ....)
- Er folgt uns in den Supermarkt, auf die Arbeitsstelle, in die Schule, aber wir beachten ihn nicht
- das geht die ganzen Tag so weiter (bei manch einem), montags, dienstags ... die ganze Woche über.
- Endlich am Sonntagmorgen begrüßen wir ihn mit strahlendem Lächeln im Gottesdienst und sind verdutzt, dass er uns erst einmal zur Seite nimmt und sagt: „Du  - ich war die ganze Woche in deinem Haus, aber du hast meine Anwesenheit überhaupt nicht zur Kenntnis genommen“.
Hören wir Gottes leise Stimme, wenn er zu uns spricht?

   

Bibelstellen zum Thema Gebet

 

Um noch einmal zusammen zu fassen:

1.   Gebet zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich (= Überschallgefährt).
      Gebet ist Pulsschlag, Atmen der Seele.  Jesus ist nur einen Gebetshauch von uns entfernt.  

2.   Danken schützt vor Wanken und Loben zieht nach oben.
Danken eröffnet den Blick auf Gottes Dimension, lässt Nöte und Schwierigkeiten kleiner erscheinen.
Gebet verändert zuerst uns, gibt Kraft, verändert aber auch Situationen und andere Menschen.
 

3.    Bitten setzt Vertrauen in Gott und Erwartung der Hilfe und offene Empfangskanäle voraus.
Bitten finden nur dort Gehör, wo man mit Gott und seinem Sohn verbunden bleibt, sein Wort hört, ihm gehorcht und sich daran orientiert – aber Gott verheißt dann viel Frucht, die uns als seine Jünger erweist und ihn verherrlicht.
 

4.    Gebet ohne Unterlass ist ein Lebensstil, wo Gott die Mitte sein darf.
Er möchte eine tiefe Beziehung zu uns haben, unser Ansprechpartner sein, von dem wir uns auch korrigieren lassen.
 

Zusammengestellt für Bibel- und Gebetskreis 28.03.2001 

 Quellen:  Bibel, eigene Erfahrungen damit
Buch von Juan Carlos Ortiz „Gott ist dir näher als du denkst“

 

 

 

Bibelstellen zum Thema Gebet:

 

Psalm 50, 15     „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen“

 

Phil. 4, 6     „Sorget nichts sondern in allen Dingen, lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden.“

                               

1. Thess. 5, 17 - 22     „Hört niemals auf zu beten. Vergesst nicht Gott für alles zu danken, denn das erwartet Gott von seinen Kindern. Lasst den Heiligen Geist ungehindert in euch wirken – Hört auf das was er euch sagt. Prüft alles sorgfältig und behaltet nur das Gute - das Böse aber ganz gleich  in welcher Form – meidet wie die Pest“

 

Matth. 18, 19 – 20      „Wo zwei unter euch eins werden, warum es ist, dass sie bitten wollen, dass soll ihnen widerfahren, von meinem Vater im Himmel“

 

Matth. 21, 22     „ Ihr werdet alles bekommen, wenn ihr nur im festen Glauben darum bittet“ (Wenn ihr wirklich glaubt und nicht zweifelt, könnt ihr nicht nur dies tun, sondern noch größere Wunder, selbst Berge könnt ihr durch Gebet ins Meer stürzen lassen!)

 

Mark. 11, 24 – 26    „Alles worum wir Gott im festen Glauben beten, wird Gott uns geben. Aber wenn ihr um etwas bittet, sollt ihr vorher den Menschen vergeben, die euch Unrecht getan haben. Dann wird euch der Vater im Himmel eure Schuld auch vergeben. Wenn ihr ihnen aber nicht vergeben wollt, dann wird euch Gott eure Schuld auch nicht vergeben.“

 

Jak. 5, 16     „Darum sollt Ihr einander eure Sünden bekennen und für einander beten, damit ihr geheilt werdet. Denn das Gebet eines Menschen, der unbeirrt glaubt hat große Kraft.“

 

Ps. 145, 18 – 19 „Der HERR  ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.

Er tut, was die Gottesfürchtigen (Mennschen, die voller Ehrfurcht zu ihm kommen)  begehren, und hört  ihr Schreien und hilft  ihnen.“

 

Joh. 14, 12 – 14     „Eines ist sicher:  wer an mich glaubt, wird die gleichen Taten vollbringen wie ich, ja sogar noch größere; denn ich gehe zum Vater. Worin ihr in meinem Namen bitten werdet, das werde ich euch geben, damit durch die Taten des Sohnens die Herrlichkeit des Vaters sichtbar wird. Was ihr also in meinem Namen bitten werdet, das werde ich euch geben.“

 

Joh. 15, 7 - 8     „Wenn ihr aber fest mit mir verbunden bleibt und euch nach meinem Wort richtet, dürft ihr von Gott erbitten was ihr wollt; ihr werdet es erhalten. Gott wird dadurch verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und ihr euch als seine wirklichen Jünger erweist.“

 

Joh. 16, 23 - 24     „Jesus versichert uns: wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es euch geben. Bisher habt ihr in meinem Namen noch nichts von Gott erbeten. Bittet ihn,  und er wird es euch geben. Dann wird eure Freude vollkommen sein.“

 

Jak. 1, 5 – 7     „Falls jemand unter euch nicht weiß, was der Wille Gottes in einer ganz bestimmten Sache ist, soll er um Weisheit bitten. Ihr wisst doch wie reich Gott jeden beschenkt, und  wie gern er allen hilft. Also wird er euer Gebet erhören. Betet aber in großer Zuversicht und zweifelt nicht... Ein solcher Mensch kann nicht erwarten, dass Gott ihm etwas gibt.“