1.
Gebet ist
Keine
Einbahnstraße – sondern Kommunikation mit einem Gegenüber, es
bedeutet mit Gott zu reden, aber auch auf ihn zu hören
Keine
Notbremse – sondern Ruhe finden und Auftanken bei Gott, Kraft zu
sammeln, die er uns zufließen lässt
Kein Notsignal nur für den Ernstfall – denn Gott möchte
unser Ansprechpartner und liebender Vater sein, an den wir uns in allen
Dingen vertrauensvoll wenden sollen, der uns tröstet, wie eine Mutter tröstet,
der aber auch gehorsam erwartet.
Keine Automatenbedienung –
sondern ein Aussprechen vor Gott was uns bewegt, ein Danken, Klagen, Flehen,
Bitten und Fürbitten für andere, Gott möchte aber auch gelobt, gepriesen
und angebetet sein.
Kein Diskussionsgegenstand – der andere muss es selbst
erfahren, denn es gibt kein sichtbares Gegenüber, man lernt auch nicht
schwimmen, indem man davon erzählt bekommt!
Kein Ersatzrad sondern soll unser Steuerrad sein.
Gebet
ist ein Überschallgefährt, mit dem wir zu jeder
Zeit und an jedem Ort zu Gott kommen können.
Gebet ist ein Gespräch mit dem, der uns liebt.
Er ist immer hörbereit, auch Stoßgebete mitten im Alltagsgeschäft, wenn es zu
handeln gilt hört er und gibt uns Leitung durch seinen Heiligen Geist.
Das
Gebet ist die Tür aus dem Gefängnis unserer Sorge, wie Helmut Gollwitzer
sagt.
Gebet
ist ein Antrag, der garantiert bearbeitet wird. Aber Gott antwortet zu
seiner Zeit!
Gebet ist Pulsschlag und Odemzug des inneren Lebens (Luther).
(Jak.
4, 1-10 lesen)
Gott
gibt aber nur, wenn wir uns ganz ihm unterstellen, anderen vergeben und Abstand nehmen von Neid,
Hass, Streit, Kampf, Zank und selbstsüchtigen Wünschen, Leidenschaften und
Trieben, denn wenn wir so bitten werden wir von Gott nichts empfangen.
Eigene
Kraftlosigkeit, Bitterkeit, Fruchtlosigkeit, Sorgenlast, sind oft Konsequenz
eines Defizits auf diesem Gebiet. Erst wenn wir unsere Schuld und Unwürdigkeit
erkennen und uns beugen, wird er uns helfen und aufrichten.
„Wenn Gottes Hilfe nicht ankommt, liegt es nicht daran, dass die
Quelle versiegt ist,
sondern es liegt am blockieren Hilfsfluss.“
Wir alle kennen den Spruch: „Danken schützt vor Wanken und Loben
zieht nach oben“
2. Danken
Hilft Gott im Auge zu behalten, sein Wirken und seine Gnade
Wenn man auf
Gott sieht, gewinnen alle Nöte und Probleme eine andere Dimension, Gott und
seine Dimension wird riesig groß und wir
erkennen wie winzig und zeitlich begrenzt alles Leid, alle Mühsal sind. Denn er
hat ganz andere Möglichkeiten, nichts ist ihm unmöglich.
Alles von Gott zu erwarten, dagegen nichts von sich selbst
Wir dürfen alles vor Gott bringen:
- unsere ungelösten Fragen (er gibt Antwort)
- unbewältigte Aufgaben (er gibt Kraft, Mut und Befähigung)
- Angst (er hilft durch, macht ruhig)
- Schuld (er vergibt, lässt uns neu anfangen)
- Sorgen und Nöte (er verändert uns selbst,
hilft durch, wandelt
Situationen und andere Menschen
Bitten setzt Vertrauen voraus, so kann „Der Glaube wird, wie ein Vogel
schon singen,
wenn die Nacht noch dunkel ist“
Gott ermahnt uns in seinem Wort, dass wir mit ihm und seiner Liebe
verbunden bleiben sollen.
Es gilt seinem Wort gehorchen, sich
an ihm zu orientieren, dann verheißt er uns:
„Dann dürft ihr von Gott erbitten, was ihr wollt, ihr
werdet es erhalten.
Denn Gott wird dadurch verherrlicht, dass
ihr viel Frucht bringt
und euch als meine wirklichen Jünger erweist."
(Joh. 15,7)
Es kommt
darauf weniger auf uns an, unser Können und Wissen
Blaise Pascal prägte folgenden Satz:
“Es ist nicht auszudenken, was Gott aus den Bruchstücken unseres Lebens
machen kann, wenn wir sie ihm ganz überlassen.“
4.Warum fällt uns das Beten dann oft so schwer
Gott schuf die Menschen als sein Gegenüber und dachte wohl, dass sie begeistert sein würden mit ihrem Schöpfer zu kommunizieren.
Durch
den Sündenfall wurde diese Beziehung unterbrochen und Jesus hat durch sein
Opfer am Kreuz, den freien Zugang zu Gott wieder hergestellt.
Leider ist es
mit dieser Möglichkeit, Gott alles zu sagen, auf ihn zu hören, was er uns dann
gebietet zu tun oft so, wie mit jemandem der ein Paar Schuhe geschenkt bekam. Er
hielt sie in Ehren, benutzte sie aber als Blumentopf, statt die wunden, blutigen
Füßen damit zu schützen.
Oft fallen uns 5 Minuten Gebet schwer – wie oft haben sie sich bei der Gebetszeit von 12.00 bis 12.05 Uhr dabei ertappt , als sie auf die Uhr sahen?
Angenommen
wir sind mit einem Freund oder einer Freundin verabredet, sagen sie diesem dann
nach einer ¼ Stunde: „O Schreck, noch 3 Stunden muss ich mit dir
zusammensein“ – Der würde uns bestimmt fragen, ob uns überhaupt daran
gelegen ist mit ihm zusammen zu sein.
Ich denke es liegt an der verzogenen Handhabung, denn:
Gebet ist nicht Gewohnheit, Aktivität, so hilfreich
eine feste Gebetszeit auch sein kann. Sicher ist es gut eine feste Zeit
der Begegnung mit Gott zu haben – morgens als erstes in der Bibel zu
lesen, wann Zeit ist mit dem Partner gemeinsam im Wort zu forschen und zu
beten. Aber das sind wenige Minuten am Tag.
Das ist damit vergleichbar dass ein Mann mit seiner Frau täglich eine ½
Stunde lang redet (das ist schon eine gute Investition und sehr hilfreich,
denn laut einer Studie, bringen es der Durchschnitt der Verheirateten, nur
auf 5 Minuten täglich!). Was ist aber wenn der Mann seine Frau (oder die
Frau ihren Mann) die restliche Zeit komplett übergeht, ignoriert, so tut
als ob sie/er Luft für ihn/sie
wäre. Das würde denjenigen bestimmt sehr traurig machen – vielleicht
sogar verärgern, und die Zeit des Redens würde als Pflichterfüllung
empfunden werden...
Gebet ist ein Lebensstil – denn Gott will den ganzen Tag über
bei uns sein, mit uns immer wieder Kontakt haben. Es ist ein Vorrecht mit
ihm reden zu dürfen – dabei ignorieren wir ihn oft.
Uns geht es immer wieder so:
- Gott klingelt an
unserer Tür – wir reagieren nicht – er klingelt wieder und wieder ...
- Schließlich tritt er ein, läuft mir hinterher, in der Küche, im Badezimmer,
im Schlafzimmer, sagt immer wieder: „Du, hör zu, ich möchte mit dir
reden!“ keine Reaktion von uns ... (wir sind in Gedanken ganz wo anders oder
schimpfe vor uns hin, sind enttäuscht, ....)
- Er folgt uns in den Supermarkt, auf die Arbeitsstelle, in die Schule, aber wir
beachten ihn nicht
- das geht die ganzen Tag so weiter (bei manch einem), montags, dienstags ...
die ganze Woche über.
- Endlich am Sonntagmorgen begrüßen wir ihn mit strahlendem Lächeln im
Gottesdienst und sind verdutzt, dass er uns erst einmal zur Seite nimmt und
sagt: „Du - ich war die ganze
Woche in deinem Haus, aber du hast meine Anwesenheit überhaupt nicht zur
Kenntnis genommen“.
Hören wir Gottes leise Stimme, wenn er zu uns spricht?
Wie geht es uns mit dem Atmen? Wir müssen nicht darüber nachdenken
- Es fällt uns schwer und wir können gerade für ein paar Augenblicke die
Luft anhalten.– wir tun es einfach. Schon ab 5 Minuten ohne Aufnahme von
Sauerstoff wird unser Gehirn irreversibel geschädigt. Sobald ich
aufhöre zu atmen, sterbe ich!
Beten ist das Atemholen der Seele! Wenn ich aufhöre zu beten, so sterbe
ich langsam aber sicher geistlich, denn Gebet ist so wie Atmen im Geist.
Dabei kommt es nicht auf lange Gebete an, sondern auf konstante Verbindung.
Vielen erscheint Beten anstrengend und die Aufforderung von Paulus: „Betet
ohne Unterlass“ unmöglich zu erfüllen – dabei gilt: „Beten ist
Leben“
Jesus ist immer bei uns. Im Geist zu leben bedeutet ständig mit ihm in
Verbindung zu sein, denn er ist nur einen Gebetshauch von uns entfernt.
Jesus möchte aufs innigste mit uns verbunden sein. Er erwartet von uns
keine Aktion, möchte nicht ein durchreisender Gast sein, der schnell ein
Butterbrot von uns in die Hand gedrückt bekommt. Er möchte unsere
Aufmerksamkeit, dass wir auf ihn hören und das auch in unserem Handeln berücksichtigen.
Gebet
ist Gemeinschaft mit Gott.
Diese ist nicht nur auf emotionale Höhepunkte beschränkt, wie wir sie
im Gottesdienst, in Haus- oder Bibelkreisen und in der Gebetsgemeinschaft
zusammen mit anderen erleben.
Viele begnügen sich damit dabei zu sein und zu konsumieren, was für eine
lose Beziehung auch genug ist.
Die tägliche Verbindung mit dem Herrn, wird jedoch nie das werden, was sie
eigentlich sein sollte, wenn nicht mehr investiert wird. Eine tiefe
Beziehung, lebt von dem Verlangen, beständig mit einander – mit Gott
Gemeinschaft zu haben.
Wenn sich eine Beziehung vertieft, ist ein Dialog notwendig, man braucht
mehr Zeit für Gespräche, man möchte Zeit mit dem anderen allein
verbringen, in der man sich einander ganz intensiv widmen kann. Man
empfindet dies nicht als Zwang, Belästigung, gesetzliches „Ich muss mal
wieder“, es ist auch kein langweiliger Eingriff in ein sonst spannendes
Tagesgeschehen.
Die Freude mit Gott allein zu sein und sich ungestört, mit ihm zu
unterhalten, ihm zuzuhören, wo er uns etwas klarmachen will, kann zu den
unterschiedlichsten Zeiten erfahren werden. Es kommt nur darauf an, dass
unsere Empfangskanäle offen sind.
Das kann bei einer längeren Autofahrt erfolgen, beim Radfahren, beim Wäsche
aufhängen, beim Musizieren, beim Unkraut jäten, Putzen, beim Kochen –
bei jedem werden es unterschiedliche Zeitpunkte und Beschäftigungen sein.
Wichtig ist dass die Handgriffe sitzen, es für uns Routineaufgaben sind,
bei denen wir nicht viel nachdenken müssen.
Gottes
Fingerzeige kommen auf verschiedene Weise bei uns an und für wichtige
Dinge benutzt er die verschiedensten Empfangskanäle, dass wir sie
nicht übersehen und überhören Dies können sein:
a) sein Wort, beim Bibellesen (Tageslosung, Bibelleseplan, Tageslese,
Predigt, Andacht,...)
b) im Gebet
c) dass uns Glaubensgeschwister auf etwas ansprechen
d) Tageserlebnisse, durch die uns Gott auf etwas aufmerksam machen
will
e) Bücher, Lieder oder Bilder, die in uns etwas lebendig werden
lassen
f) Träume
g) Visionen, wo Gott zu Menschen spricht, bzw. ihnen Dinge zeigt, ein
Ziel steckt, eine Aufgabe gibt (es muss jedoch überprüft werden, ob diese
mit seinem Wort übereinstimmen, von ihm kommen, denn der Feind legt auch
seine Fährten!!)
h) unser Gewissen, das uns ermahnt, wo wir von seinem Wort abweichen.
Um noch einmal zusammen zu fassen:
1.
Gebet zu jeder Zeit und an jedem Ort möglich (= Überschallgefährt).
Gebet ist
Pulsschlag, Atmen der Seele. Jesus
ist nur einen Gebetshauch von uns entfernt.
2.
Danken schützt vor Wanken und Loben zieht nach oben.
Danken eröffnet den Blick auf Gottes Dimension, lässt Nöte und
Schwierigkeiten kleiner erscheinen.
Gebet verändert zuerst uns, gibt Kraft, verändert aber auch Situationen und
andere Menschen.
3.
Bitten setzt Vertrauen in Gott und Erwartung der Hilfe und offene
Empfangskanäle voraus.
Bitten finden nur dort Gehör, wo man mit Gott und seinem Sohn verbunden bleibt,
sein Wort hört, ihm gehorcht und sich daran orientiert – aber Gott verheißt
dann viel Frucht, die uns als seine Jünger erweist und ihn verherrlicht.
4.
Gebet ohne Unterlass ist ein Lebensstil, wo Gott die Mitte sein darf.
Er möchte eine tiefe Beziehung zu uns haben, unser Ansprechpartner sein, von
dem wir uns auch korrigieren lassen.
Zusammengestellt
für Bibel- und Gebetskreis 28.03.2001
Quellen: Bibel, eigene Erfahrungen damit
Buch von Juan Carlos Ortiz „Gott ist dir näher als du denkst“
Bibelstellen zum Thema Gebet:
Psalm 50, 15 „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen“
Phil. 4, 6
„Sorget nichts sondern in allen Dingen, lasset eure Bitten im Gebet und
Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden.“
1. Thess. 5, 17 - 22
„Hört niemals auf zu beten. Vergesst nicht Gott für alles zu danken,
denn das erwartet Gott von seinen Kindern. Lasst den Heiligen Geist ungehindert
in euch wirken – Hört auf das was er euch sagt. Prüft alles sorgfältig und
behaltet nur das Gute - das Böse aber ganz gleich
in welcher Form – meidet wie die Pest“
Matth. 18, 19 – 20
„Wo zwei unter euch eins werden, warum es ist, dass sie bitten wollen,
dass soll ihnen widerfahren, von meinem Vater im Himmel“
Matth. 21, 22 „ Ihr werdet alles bekommen, wenn ihr nur im festen Glauben darum bittet“ (Wenn ihr wirklich glaubt und nicht zweifelt, könnt ihr nicht nur dies tun, sondern noch größere Wunder, selbst Berge könnt ihr durch Gebet ins Meer stürzen lassen!)
Mark.
11, 24 – 26 „Alles worum
wir Gott im festen Glauben beten, wird Gott uns geben. Aber wenn ihr um etwas
bittet, sollt ihr vorher den Menschen vergeben, die euch Unrecht getan haben.
Dann wird euch der Vater im Himmel eure Schuld auch vergeben. Wenn ihr ihnen
aber nicht vergeben wollt, dann wird euch Gott eure Schuld auch nicht
vergeben.“
Jak.
5, 16 „Darum
sollt Ihr einander eure Sünden bekennen und für einander beten, damit ihr
geheilt werdet. Denn das Gebet eines Menschen, der unbeirrt glaubt hat große
Kraft.“
Ps.
145, 18 – 19 „Der HERR
ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn mit Ernst anrufen.
Er
tut, was die Gottesfürchtigen (Mennschen, die voller Ehrfurcht zu ihm kommen)
begehren, und hört ihr
Schreien und hilft ihnen.“
Joh.
14, 12 – 14 „Eines
ist sicher: wer an mich glaubt,
wird die gleichen Taten vollbringen wie ich, ja sogar noch größere; denn ich
gehe zum Vater. Worin ihr in meinem Namen bitten werdet, das werde ich euch
geben, damit durch die Taten des Sohnens die Herrlichkeit des Vaters sichtbar
wird. Was ihr also in meinem Namen bitten werdet, das werde ich euch geben.“
Joh.
15, 7 - 8 „Wenn
ihr aber fest mit mir verbunden bleibt und euch nach meinem Wort richtet, dürft
ihr von Gott erbitten was ihr wollt; ihr werdet es erhalten. Gott wird dadurch
verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und ihr euch als seine wirklichen Jünger
erweist.“
Joh.
16, 23 - 24 „Jesus
versichert uns: wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bittet, wird er es
euch geben. Bisher habt ihr in meinem Namen noch nichts von Gott erbeten. Bittet
ihn, und er wird es euch geben.
Dann wird eure Freude vollkommen sein.“
Jak.
1, 5 – 7 „Falls
jemand unter euch nicht weiß, was der Wille Gottes in einer ganz bestimmten
Sache ist, soll er um Weisheit bitten. Ihr wisst doch wie reich Gott jeden
beschenkt, und wie gern er allen
hilft. Also wird er euer Gebet erhören. Betet aber in großer Zuversicht und
zweifelt nicht... Ein solcher Mensch kann nicht erwarten, dass Gott ihm etwas
gibt.“