Kurzinformationen
Zur Heimatgeschichte Aue - Aylsdorf gehören fünf chronologisch zusammenhängende Teile.
Teil 1
Vorgeschichte der Stadt Zeitz und erste Urkundliche Erwähnung von Aue im
Jahre 1147
- Veränderung im Leben der Bürger
Zeitabschnitt 967.....1925
| 967 bis 1100 |
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Vorgeschichte der Stadt Zeitz bis zum Amtsdorf "Ouwa" |
| 1147 |
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Erste Erwähnung von Aue (Ouwa, Awe...) |
| ab 1451 |
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Aylsdorf wird mir Aue in Verbindung gebracht |
| ab 1532 |
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Unruhige Zeiten durch Kriege |
| ab 1579 |
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Der Floßgraben in Aue |
| ab 1586 |
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Unglücke, Unfälle, überfälle |
| 1702 |
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Dorfordnung von Aylsdorf |
| 1792 bis1802 |
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Sonderbare Ereignisse |
| 1870 bis 1925 |
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Bekannte und Neugegründete Vereine |
Teil 2
Die Bürger als Helfer und Verändere bei der Entwicklung auf allen Gebieten des dörflichen-ländlichen Lebens.
Zeitabschnitt 1765.....1941
| ab 1765 |
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Brände |
| ab 1777 |
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Feuerwehr von Aue-Aylsdorf |
| ab 1800 |
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Baumaßnahmen |
| ab 1803 |
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Brunnen, Teiche |
| ab 1811 |
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Dürre und Kälte |
| ab 1821 |
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Einwohnerentwicklung |
| ab 1823 |
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Straßenbau |
| ab 1824 |
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Steuern, Abgaben |
| ab 1824 |
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Luxus und Moden |
| ab 1825 |
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Gedenktage |
| ab 1832 |
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Landwirtschaft und Erbhöfe |
| ab 1832 |
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Notwendigkeit eines Nachtwächters |
| ab 1839 |
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Flurbezeichungen |
| ab 1839 |
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Orts und Gemeindevorstände |
| ab 1839 |
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Gerichtsbarkeit |
| ab 1864 |
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Entstehung der Industrie |
| 1883 |
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Die Luthereiche |
| ab 1910 |
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Medizinische und Soziale Einrichtungen |
| ab 1941 |
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Oberflächenentwässerung in Aylsdorf |
Teil 3
Das Kirchenensemble im Wandel der Zeiten, einschließlich der Friedhöfe als letzte Ruhestätte der Menschen.
Zeitabschnitt 962.....1992
| 962 bis 1564 |
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Zeitzer Bistum |
| 1050 bis 1940 |
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Kirchenkomplex in Aue.Aylsdorf |
| 1587 bis 1926 |
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Die Pfarre mit ihren Nebengebäuden |
| 1616 bis 1992 |
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Letzte Ruhestätten |
| 1736 bis 1961 |
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Die Orgel |
| 1765 bis 1962 |
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Die Glocken im Turm |
| 1840 bis 1922 |
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Freiwillige Opfergaben |
| 1864 bis 1932 |
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Der Gesangverein |
Teil 4
Die Dorfschulstätten und das Lehrerkollegium - Lehren und Lernen von einst bis heute.
Zeitabschnitt 1565.....1945
| 1565 bis 1651 |
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Unterricht im Wohnzimmer des Lehrers |
| 1651 bis 1877 |
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Erste Schule, die Küsterschule in der Kirchengasse |
| 1877 bis 1884 |
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Zweite Schule in der Hauptstraße Nr. 10 |
| 1884 |
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Aufstockung der zweiten Schule |
| 1894 bis 1896 |
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Bau der dritten Schule |
| 1908 |
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Bau der vierten Schule in der Kirchengasse |
| 1914 bis 1918 |
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1. Weltkrieg |
| 1933 |
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Der nationale Aufbruch |
| 1939 |
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Endgültige Trennung von Schul und Kirchenamt |
| 1939 bis 1945 |
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2. Weltkrieg |
Teil 5
Die Entwicklungen und veränderten gesellschaftlichen Bedingungen nach dem Jahre 1945 - Zusammenbruch der Deutschen Demokratischen Republik 1989/90; Abwendung vom Sozialismus und Zuwendung zur Bundesrepublik
Deutschland als Vereintes Deutschland.
Zeitabschnitt 1945.....1996
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Kanalisation |
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Gewerbe und Betriebe |
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Kirche |
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Schule |
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Landwirtschaft |
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Heimatverein |
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Käthe-Kollwitz-Siedlung |
oben
Informationen zur Chronik
oben
Johann Traugott Weise
Am 17. April 1993 jährte sich zum 200. Male der Geburtstag von Johan Traugott Weise. Er war ein Lehrer der Lehrer und zugleich ein Helfer der Armen - der erste Hilfsschullehrer Deutschlands.
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Die Kirche hatte bis weit in das Mittelalter das Alleinrecht der Bildung und neben der geistigen auch die politisch - wissenschaftliche Macht über die Menschen.
Nur sehr Wenige wurden zur Bildung zugelassen; die Armen und diejenigen mit geringer geistiger Veranlagung waren von vornherein ausgeschlossen.
Die wahre Erkenntnis über solche menschlichen Eigenschaften hat sich erst sehr spät durchgesetzt.
Der große Pädagoge Comenius hatte diesen Zustand der Minderbegabten erkannt und gelehrt, aber seine Stimme blieb lange ungehört. Erst im 19. Jhd. schien der Durchbruch gelungen zu sein. An diesem unleugbaren
Fortschritt war ein schlichter Volksschullehrer beteiligt, dessen Wiege in unserer Heimat, in Aue - Aylsdorf stand, der seine ganze Lebenskraft unserer Heimatstadt Zeitz gewidmet hat:
Johann Traugott Weise.
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Als drittes Kind des "treuverdienten Schuldieners und Schulmeisters" Adam Weise und seiner Ehefrau Susanne Weise, geb. Schneider, wurde Johann Traugott Weise am 17. April 1793 im "Schulhaus"
zur Langenaue, jetzt Aue - Aylsdorf, geboren. Drei Jahre nach seiner Geburt starb sein Vater und hinterließ eine Witwe mit 3 kleinen Kindern. Obwohl das Heimatdorf einen rein ländlichen Charakter hatte, war
die Jugend sehr entbehrungsvoll.
Ein großer Dank galt dem Ortspfarrer Ernst Friedrich August Hütter, welcher dem begabten und aufgeweckten Traugott eine Erziehungs- und Bildungshilfe gab. Dadurch war es möglich,
dass Traugott Weise bald die
Stiftsschule in Zeitz besuchen konnte. nach 5 Jahren kam die Entscheidung, sich für ein akademisches Studium zu bewerben. Dazu fehlten aber der armen Schulmeisterwitwe die nötigen Mittel. So blieb er in der
Stiftsschule und bildete sich zum Volksschullehrer. Hier erhielten alle jungen Lehramtsanwärter besonderen Unterricht mit praktischer Lehrausbildung in der
so genannten Armenschule.
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Johann Traugott Weise hatte das Glück, dass sich ein ausgezeichneter Lehrer für sein Bildungsstreben interessierte. Es war der musikalisch hochbegabte Professor Christian Gottlob Rebs. Durch ihn bekam Traugott
Weise eine gediegene musikalische Ausbildung, unter anderem auch an der Orgel. Nach der
Abschlussprüfung im Hauptseminar in Weißenfels wurde Johann Traugott Weise im Jahre 1815 Mädchenschulmeister in Zeitz. Aus
seiner späteren Ehe entsprossen 2 Kinder, welche aber nicht den Lehrweg einschlugen.
Die Ansicht, dass die Armenschulteilnehmer einer besonderen Behandlung bedurften,
musste er nach allen Seiten stark verteidigen. Natürlich ließ sich dieser Gedanke in einem Schulwesen nur schwer verwirklichen,
das fast nur von Almosenbeiträgen der Einwohner erhalten wurde.
Um nun aber den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, unterrichtete J. T. Weise die schwach begabten Kinder in der Armenfreischule ohne jede Entschädigung, nur aus Mitleid für die armen Kinder.
Auch als ihm im Jahre 1823 die erste Lehrstelle an der Armenschule übertragen wurde, deren Schülerzahl 536 war, verzichtete er mehrere Jahre lang freiwillig auf je 30 Taler seines Gehalts, nur um die Not
der Schule mit überwinden zu helfen.
Johann Traugott Weise war neben seiner Tätigkeit als erster Lehrer noch Kantor in der
Schlosskirche, Seminarlehrer und Inspektor des Waisenhauses. Eine große Genugtuung war es für ihn, als die in jahrelanger
mühevoller Arbeit vollständig umgebildete Armenschule am 18. Mai 1846 in neuen Räumen eröffnet werden konnte. In der neuen Schule hatten 8 Lehrkräfte fast 700 Schulkinder zu betreuen; das war ein unleugbarer
Erfolg für J. T. Weise.
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Seine ganze Berufstätigkeit zeigt einen tüchtigen, gewissenhaften, allzeit strebsamen und kenntnisreichen Lehrer, der sich allgemeiner Hochachtung erfreute. Er ging in seinem Beruf auf und liebte "Gottes schöne
Natur".
Bereits nach fünfjähriger Amtstätigkeit erschien von ihm eine Schrift: "Betrachtung über geistesschwache Kinder in Hinsicht der Verschiedenheit, Grundursachen, Kennzeichen und der Mittel, ihnen auf leichte Art
durch Unterricht beizukommen mit besonderer Rücksicht auf die Pestalozzische Rechenmethode".
J. T. Weise hatte sehr bald erkannt, dass die unterschiedliche Behandlung geistesschwacher Kinder einen besonderen Teil der Pädagogik
bilden müsse, ebenso wie die Behandlung von Taubstummen und Blinden.
Anschließend an die Schrift hat J. T. Weise noch ein "Neues Lesebuch für die deutsche Jugend zum Gebrauch in Stadt- und Landschulen"
verfasst. Seine "Betrachtungen" haben damals bei den Zeitgenossen im
Allgemeinen wenig Widerhall gefunden. Es war ein ständiger Kampf, das Neue über das Alte triumphieren zu lassen.
Besondere Beachtung aber haben seine Ideen im Ausland gefunden. Der holländische Sekretär der
Kommission Schulwesen in Friesland hat J. T. Weises Schrift ins Holländische übersetzt und aus seiner Erfahrung
ausgezeichnete Ergänzungen und Erläuterungen dazu gegeben. So ist also ein Spezialgebiet der Pädagogik, das durch einen Zeitzer Volksschullehrer erforscht worden ist, im Ausland wesentlich gefördert worden.
J. T. Weise wird nicht nur als bemerkenswerter Vorläufer, sondern auch zugleich als bedeutsamer Didaktiker der Geistesschwachenbehandlung bezeichnet. Zeitz ist somit Wiege dieses Spezialgebietes der
Pädagogik
Als Zeichen hoher Achtung und als Dankabstattung wurde an seinem Geburtshaus in der Kirchstraße Aue - Aylsdorf im Jahre 1959 eine Gedenktafel zur ewigen Erinnerung an den großen Sohn und hervorragenden
Hilfsschullehrer Deutschlands angebracht.
Am 22. November 1859 sangen zu seiner Beerdigung all die armen und schwachen Kinder, denen seine uneigennützige Liebe so lange gegolten hatte, auf dem oberen Johannisfriedhof zum Abschied das von ihm gewünschte
Lied "Mit Fried' und Freud' fahr ich dahin".
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Liebe Bürger von Aue - Aylsdorf, verehrte Gäste!
Wir alle schätzen seine Verdienste auf dem Gebiet der Erziehung von geistesgeminderten Kindern und sind sehr stolz darauf, daß es einer von uns war! Ein schlichter, genügsamer, aber ehrgeiziger und mit viel Liebe
lehrender Volksschullehrer -
Johann Traugott Weise
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