facebooklogo

Film AG am LSH
BAF-Preisträger Bayerischer Löwe

media education through moving images

Workshop Drehbuch - Drehbuchschreiben - Der Film hinter dem Film

Scriptwriting mit Schülern - (wie) geht das?

Das schwierigste beim Film ist es, die passende Idee für eine Geschichte zu finden. Wer weiß zudem genau, was das Geheimnis eines guten Films ist und was eine gute Geschichte, die den Zuschauer in ihren Bann zieht, ausmacht?

Wir versuchen die Schülern im Rahmen von Ideen- und Script-Workshops an das Schreiben von kleinen Szenen und kurzen Drehbüchern heran zu führen.

Nicht alle Stoffe eignen sich gleichermaßen für eine Umsetzung im Bereich der schulischen Medien- und Filmarbeit. Es hat sich gezeigt, dass Geschichten aus dem schulischen Umfeld am leichtesten umzusetzen sind. Auch Stoffe und Themen aus der näheren Umgebung der Schule bieten sich an. Ebenso eignen sich literarische Kurzformen, also beispielsweise Gedichte und Kurzgeschichten, als Anregungen für eine Film.

Wir erarbeiten wir mit den Schülern Stoffe und Charaktere. Experten aus der Film- und Fernsehbranche unterstützen uns, wenn wir nicht mehr weiter wissen, beispielsweise wenn es darum geht, einen Charakter auszubauen oder eine Geschichte zu einem sinnvollen Ende zu führen.

Die Arbeit beginnt in der Regel mit einer Ideen- und Stoffsammlung. Aus dieser bildet sich ein Treatment heraus, das die Grundlage für ein Drehbuch liefert. Die Szenenauflösung wird in einem so genannten Storyboard ausgeführt. Nach einer Teambesprechung, in der die einzelnen Gruppen ihre Geschichte vorstellen und verteidigen müssen, beginnen schließlich die Dreharbeiten. Zuvor jedoch müssen die Dialoge vollständig ausgestaltet werden.

Am meisten Spaß macht es, wenn man mit den Schülern Charaktere und Plot Lines erarbeitet. Dabei bieten sich auch fächerübergreifende Bezüge an. Gerade das Fach Deutsch bietet hier mit den Aufsatzformen der Erzählung sowie der Charakterisierung eine gute Ausgangsbasis an. Nichts macht den Schülern mehr Spaß, als spannende und interessante Geschichten zu entwickeln. Auch ist es sinnvoll, wenn die Schüler nicht nur den Auftrag erhalten, Charaktere in einem literarischen Werk zu analysieren, sondern sich auch einmal daran machen, das “character building” selbst nach gewissen Regeln und Vorgaben vorzunehmen.

Plot und Charakter

Eine interessante, abwechslungsreiche, lebendige und spannende Geschichte zu gestalten ist nicht immer einfach. Deshalb sollte man sich an ein paar Grundregeln orientieren. Grundsätzlich kann man sich an folgendem Schema, das vom klassischen Drama herrührt, orientieren:

  • Einleitung
  • Spannungssteigerung
  • Höhepunkt - Moment der größten Spannung
  • retardierendes Moment - abschwellende Handlung
  • Lösung

Die Einleitung führt den Zuschauer an das Thema heran. Im nun folgenden Aufbau der Handlung wird der Konflikt deutlich. Danach baut sich der Konflikt auf. Schließlich kommt es zum Handungsumschlag. Danach zu einem Abbau der Spannung. Darauf folgt der Ausklang der Geschichte.

Die Geschichte soll den Zuschauer an das Thema heranführen, soll interessante Fragen aufwerfen und soll dem Prinzip der Spannungssteigerung folgen. Der Höhepunkt sollte genau ausgestaltet werden, auch muss man sich ganz genau überlegen, wie man den Zuschauer wieder aus der Geschichte entlässt.

Wish und Mode

Der Drehbuchtheorie nach hat jeder Charakter im Film seinen “wish” und seinen “mode”. Zu dem wish zählt man die Begehren und Wünsche, denen eine Figur im Film nachstrebt, also beispielsweise die verzweifelte Suche nach einem passenden Partner. Unter dem mode versteht man hingegen das wahre Bedürfnis, das den Charakter antreibt, ohne dass dies jedoch der Figur von Beginn der Handlung an bewusst ist, also das beispielsweise das Bedürfnis nach Geborgenheit und Sicherheit.

Manche Drehbuchautoren arbeiten mit mehreren Plot Lines, ordnen mehrere Höhepunkte hintereinander an oder lassen die Geschichte sogar im Moment der größten Spannung aufhören. Der Film von Schauspieler und Regisseur Zach Braff mit dem Titel ”Garden State” ist beispielsweise so einer, der einfach “in der Mitte der Handlung” beginnt.

Der Film hinter dem Film: Wie funktioniert eigentlich Film?

Beim Betrachten eines Filmes laufen im Kopf unterschiedliche Wahrnehmungs- Prozesse ab:
Zunächst einmal gibt es eine erzählende Ebene (narrative Ebene), auf der sich der Zuschauer mit der Handlung beschäftigt.
Eine zweite Ebene bezeichnet man als emotionale Ebene: Hier wird die Gefühlswelt des Zuschauers angesprochen. Handlungs- und Gefühlswelt können ineinander greifen, müssen es aber nicht.

Hat ein Zuschauer beispielsweise ein bestimmte Szene, die er im Film sieht, so oder so ähnlich schon einmal erlebt, so wird er emotional viel stärker mit der Szene verbunden sein als ein Zuschauer, dem das im Film dargestellt Geschehen ferner liegt.

    Grundsätzlich lässt sich der Zuschauer auf einen Vertrag mit dem Erzähler ein: Solange der Zuschauer das als nachvollziehbar oder glaubhaft erachtet, was auf der Leinwand passiert, kann der Film seine Wirkung entfalten (selbst bei Fantasy- oder Historienfilmen). Wirkt das Geschehen unglaubwürdig oder brüchig, so kündigt der Zuschauer den mentalen Vertrag auf, er hinterfragt die Handlung und das Geschehen zunehmenst. Das Konstrukt des ganzheitlichen Filmerlebens (auf der narrativen und emotionalen Ebene) zerfällt.

(chh)

                          

[Schule und Film] [Filmclub] [Kompetenzzentrum] [Technik] [Drehbuch] [Awards] [Filmtipps] [Presse] [Filmwissen] [Camp Hollywood] [Netzwerk] [Veranstaltungen] [Youth Media Trends] [FilmBauBox] [Impressum]

Filmbesprechung anlässlich der Filmtage Bayerischer Schulen in Marktheidenfeld


IN FÜNF SCHRITTEN ZUM FILM

Schritt 1 FINDEN UND ENTWICKELN DER STORY

Schritt 2 VERFASSEN VON DREHBUCH u.          STORYBOARD

Phase der PRE-PRODUCTION (PP)

Team, Darsteller, Drehorte (Location), Ausrüstung (Equipment), Finanzierung, Versicherung

Phase der PRODUKTION (DREH)

Schritt 3 DER DREH

Phase der POST-PRODUCTION (POST)

Schritt 4 EINSPIELEN/SCHNITT/VERTONUNG/ABNAHME

FERTIGES PRODUKT

Schritt 5 PRÄSENTATION/KRITIK/REFLEXION

by digital classroom/schuleundfilm