Vieles des hier gesagten gilt auch für andere UNIX- und Linux-Systeme.

Intro

Bei der Nutzung von LaTeX auf dem Mac kommt es immer wieder zu Fragen, vor allem bezüglich der Installation.

Meist liegt es daran, dass Mac-User nun mal Maus-Schubser sind, während LaTeX doch eher was für die Kommandozeile ist. Oder das bei LaTeX alles so schön übersichtlich rumliegt, beim Mac aber alles Wichtige versteckt ist. Eben je nach Sichtweise.

Ein funktionierendes LaTeX-System ist ohne Kommandozeile aber kaum hinzubekommen, auch für die später evtl. nötige Wartung bzw. Erweiterung sollte man sich etwas mit der Kommandozeile auskennen. Das erleichtert auch die Hilfestellung von und bei nicht Mac-Usern.

Ich habe aber gehört/gelesen, man sollte ...

Natürlich kann man ein TeX-System auch anders aufsetzen, manches ist eine Frage des persönlichen Geschmacks oder der Gewohnheit. Ich werde hier meinen Weg vorstellen, das ist schließlich meine Webseite! Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Einrichtung so ganz gut funktioniert und wende mich auch ganz speziell an Leute, die damit noch nicht viel Erfahrung haben.

Wenn es etwas anzumerken gibt, gibt es meine EMail-Adresse und mein Gästebuch.

Mac ist Unix

Für eine grundlegende LaTeX-Installation ist das Mac OS X nichts anderes als ein UNIX-System, nur eben mit einer tollen Oberfläche (an der LaTeX aber nicht interessiert ist).

Wir müssen uns also auf die Ebene der Kommandozeile begeben. Da das gerade für eingefleischte Mac-User oft Neuland ist, werde ich hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung geben, um zu einem funktionierenden LaTeX-System auf dem Mac zu kommen. Dabei werde ich hoffentlich alle notwendigen Erklärungen geben, damit nicht nur das Was sondern auch das Warum klar wird.

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

So, ab hier nun die Anleitung, zwar etwas länglich, aber hoffentlich in passende Häppchen untergliedert.

Wenn Sie etwas eingeben sollen, steht dies in einem grauen Kasten:

So wie hier

So eine Eingabe bitte genau ausführen incl. aller Leerzeichen etc.

Weitere Anmerkungen, Erklärungen usw. stehen in einem gestrichelt umrandeten Kasten:

So wie hier

Das können Sie lesen, müssen es aber nicht.

Man nehme ...

Zur Einrichtung eines TeX-Systems auf dem Mac brauchen wir mehrere Sachen:

Einen Mac (ach was?!) mit OS X
Der Mac sollte vorhanden sein, dabei spielt es keine Rolle, was das für einer ist, solange OS X (am besten das aktuellste 10.4.10) drauf läuft und genug Plattenplatz frei ist (ca. 1,2 GB).
Einen Benutzer mit Administrator-Rechten
Wenn auf dem Mac nur ein Benutzer eingerichtet ist, hat dieser die nötigen Rechte. Ansonsten müssen Sie in den Systemeinstellungen unter Benutzer nachschauen, ob bei dem eigenen Account unter dem Namen Admin steht bzw. auf dem Reiter Kennwort der Haken bei Der Benutzer darf diesen Computer verwalten gesetzt ist. Wenn nicht, dann fragen Sie bitte einen Administrator fragen, ob er die Einrichtung übernimmt.
Eine TeXLive-CD/-DVD
Als TeX-System verwende ich TeXLive, das ist plattformübergreifend verfügbar und auch für den Mac eine gute Wahl. Sie bekommen dieses bei der lokalen TeXUser-Gruppe (z.B. Dante e.V.), bei Lehmanns Buchhandlung als TeX Collection oder als Download unter http://www.ctan.org/tex-archive/systems/texlive/Images/ als texlive-live.iso.zip.
Achtung: Die Datei ist ca. 900 MB groß!
Wenn Sie die heruntergeladene .zip-Datei doppelklicken, wird diese entpackt und belegt dann ca. 1,7 GB. Die so entstandene .iso-Datei sollten Sie ebenfalls doppelklicken, dann erscheint auf dem Desktop ein neues (virtuelles) Laufwerk TeXLive-2007, in dem sich alle benötigten Daten befinden.
Einen Editor
Man kann natürlich Textedit nehmen, aber besser geht es mit einem Editor, der das teXen unterstützt. Ich verwende TeXShop in der letzten Beta-Version. Aber der wird erst gebraucht, wenn das Grundsystem eingerichtet ist.

Jetzt geht's looos!

Zuerst sollten Sie die Lizenzbedingungen des TeXLive-Systems lesen und akzeptieren. Diese sind auf der CD als LICENSE.TL zu finden. Das ist eine einfache Textdatei, die z.B. mit Textedit geöffnet werden kann.

Anschließend brauchen Sie das Terminal. Dieses ist im Ordner Programme und dort im Ordner Dienstprogramme zu finden.

Nach dem Start erscheint ein Fenster, welches etwa so aussieht:

Ein neues Terminal-Fenster

Die blinkende Schreibmarke steht hinter der Eingabeaufforderung, und Sie können loslegen.

Zuerst wechseln Sie Ihr Arbeitsverzeichnis zur TeXLive-CD. Dazu geben Sie die folgende Zeile im Terminal ein:

cd /Volumes/TeXLive-2007

Der Befehl cd steht für change directory, also wechsle das Verzeichnis. Das Zielverzeichnis wird durch /Volumes/TeXLive-2007 angebeben. Der erste Schrägstrich (engl. slash) steht für das Wurzelverzeichnis des Systems, dann kommt das Verzeichnis Volume, in dem alle angemeldeten Platten stehen. Unsere Platte bzw. CD heißt TeXLive-2007.

Nach einem Druck auf die Return-Taste befinden Sie sich im entsprechenden Verzeichnis und können mit der eigentlichen Installation beginnen.

Die Installation

Das Installationsprogramm heißt install-tl.sh und ist ein Shell-Skript (.sh).

Da das TeX-System in einem Bereich installiert werden soll, mit dem der normale Mac-Nutzer selbst als Administrator nicht viel zu tun hat, müssen Sie sich speziell authorisieren und dieses Skript mit erweiterten Rechten ausführen.

Dazu geben Sie auf der Kommandozeile folgendes ein:

sudo ./install-tl.sh

Mit dem Kommando sudo (do as superuser) fordern Sie erweiterte Rechte an. Dieses können Sie nur als Administrator tun, nicht als normaler Benutzer.

Das ./ vor dem Namen des Skripts ist notwendig, damit das Programm auch im aktuellen Verzeichnis gesucht und gefunden wird. Dies ist ein zusätzlicher Sicherheitsmechanismus, um zu verhindern, dass statt eines Standard-Kommandos wie z.B. cd ein gleichnamiges Programm im aktuellen Verzeichnis verwendet wird.

Nun wird von Ihnen das Passwort verlangt. Auch das dient zur Sicherheit, damit nicht ein Unbefugter an einem unbewachten Computer etwas Schlimmes anstellen kann.

Dann startet das Installationsskript und sammelt erst einmal diverse Informationen zur Installation. Anschließend präsentiert es eine Bildschirmmaske mit Angaben zur gewünschten Installation bzw. zur Anpassung der Installation:

Die Installations-Maske

Hier ist u.a. zu lesen, dass ein PowerPC-System installiert wird (bei neueren Macs natürlich ein Intel-System), dass so ziemlich alles installiert wird (scheme_full, 82 out of 85) und dass nach /usr/local/texlive/2007 installiert wird.

Da dies eine Anleitung für den einfachen Standard-Fall ist, lassen Sie alles so, wie es ist!

Nun müssen Sie nur noch die Installation durch die folgende Eingabe starten:

i

Nun passiert wieder einiges, die nötigen Dinge für die Installation werden gesammelt, es werden Verzeichnisse angelegt, Dateien hin und her kopiert etc. Nach einiger Zeit erscheint dann eine nette Meldung, dass das System nun installiert ist und Sie loslegen können.

TaaTaaTaaaa!

Herzlichen Glückwunsch, Sie haben soeben Ihr TeX-System installiert!

Nachbereitung

Bevor Sie damit loslegen, sollten aber noch einige Nacharbeiten erfolgen, damit die Arbeit auch flott von der Hand geht.

Das aktuelle TeX-System

Wie Sie gesehen haben, wurde für die Installation ein Verzeichnis 2007 angelegt. Die nächste Version von TeXLive kommt dann in ein Verzeichnis 2008 usw. Damit Sie nun nicht jedes Jahr nach einem TeX-Update die nachfolgenden Arbeiten ausführen müssen, sollten Sie einen symbolischen Link anlegen, der auf die aktuelle Version verweist und bei Bedarf einfach umgebogen wird. Dazu wechseln Sie in das texlive-Verzeichnis mit dem Kommando

cd /usr/local/texlive

Dort angekommen legen Sie den Link mit dem folgenden Kommando an

sudo ln -s 2007 current

sudo sorgt wieder dafür, dass Sie in den Systemverzeichnissen Änderungen durchführen dürfen. ln mit der Option -s legt einen symbolischen Link an, das Unix-Äquivalent zu einem Alias bei Mac OS X. Dann folgt noch die Quelle und das Ziel, der neue Link heißt also current und verweist auf das Verzeichnis 2007.

Der Pfad zum TeX

Nun sollten Sie die neuen Programme bekannt machen, damit sie von der Kommandozeile (oder anderen Programmen) aus aufgerufen werden können.

Dazu wechseln Sie bitte in das Verzeichnis /etc mit dem Kommando

cd /etc

Dort angekommen müssen Sie die Datei profile editieren. In dieser Datei werden Grundeinstellungen für die Kommandozeile für alle Benutzer vorgenommen. Zum Editieren können Sie den Editor pico verwenden. Insgesamt lautet das Kommando also

sudo pico profile

Nun wird eine Editor-Maske mit der Datei angezeigt.

Unten stehen die Kommandos, die zur Verfügung stehen, das ^ steht dabei für die ctrl-Taste. Beendet wird der Editor also mit ctrl-X.

Hier können Sie die Datei ändern. Und zwar muss zunächst der Pfad erweitert werden. Dazu müssen Sie den Pfad zu den TeX-Programmen zu der Variable $PATH hinzufügen. Also bewegen Sie die Schreibmarke mit den Pfeiltasten an den Anfang der Zeile export PATH und drücken einmal auf die Return-Taste. Damit erzeugen Sie eine Leerzeile. Bewegen Sie nun mit der Pfeiltaste nach oben die Schreibmarke in diese leere Zeile und geben auf PowerPC-Systemen folgendes ein:

PATH="/usr/local/texlive/current/bin/powerpc-darwin:$PATH"

Auf Intel-Systemen lautet die Zeile

PATH="/usr/local/texlive/current/bin/i386-darwin:$PATH"

Damit wird der Variable PATH der Pfad zu den gerade installierten Programmen vorangestellt.

Hier zeigt sich auch der Nutzen des symbolischen Links. Ohne ihn hätten Sie im nächsten Jahr diese Datei wieder editieren müssen.

Als nächstes sollten Sie noch den Pfad zu den Info-Dateien setzen. Auch wenn Sie das info-Programm bisher nicht benutzt haben, kann das ja noch kommen, und wir wollen ja ein sauber konfiguriertes System hinterlassen, eben mac-like.

Dazu bewegen Sie die Schreibmarke mit den Pfeiltasten an den Anfang der Zeile unter export PATH. Dort drücken Sie einmal die Return-Taste für eine Leerzeile, damit die Datei etwas übersichtlicher wird. Anschließend geben Sie die folgenden beiden Zeilen ein:

INFOPATH="/usr/local/texlive/current/texmf/doc/info:$INFOPATH"

export INFOPATH

Nun können Sie die Datei mit ctrl-O sichern. Die Abfrage nach dem Dateinamen bestätigen Sie bitte mit der Return-Taste.

Zum Schluß beenden Sie den Editor mit ctrl-X.

Wer liest schon Handbücher?

Als letzte Information müssen Sie noch den Pfad zu den Manual Pages, also den Handbüchern einrichten. Das geschah früher analog zum INFOPATH über die Variable MANPATH, aber neuerdings verwendet das man-Kommando einen anderen Weg. Dieser führt über die Datei /usr/share/misc/man.conf

Sie müssen also zuerst in das Verzeichnis /usr/share/misc wechseln:

cd /usr/share/misc

Dort öffnen Sie die Datei man.conf mit einem Editor, also

sudo pico man.conf

In dieser Datei bewegen Sie die Schreibmarke mit den Pfeiltasten bis zum Abschnitt mit den MANPATH-Einträgen. Dahinter fügen Sie eine neue Zeile mit dem folgenden Inhalt ein:

MANPATH /usr/local/texlive/current/texmf/doc/man

Sie dürfen natürlich eine Kommentarzeile davor einfügen, um klar zu machen, dass Sie das eingefügt haben, also etwa

# added MANPATH for texlive by HB on 2007-06-25

wobei Sie für HB Ihre eigenen Initialen und für 2007-06-25das aktuelle Datum einsetzen sollten. Jede andere Form der Markierung geht natürlich auch!

Weiterhin müssen Sie im Abschnitt # Set up PATH to MANPATH mapping noch die Zeile

MANPATH_MAP /usr/local/texlive/current/bin/powerpc-darwin /usr/local/texlive/current/texmf/doc/man

bzw. bei Intel-Macs

MANPATH_MAP /usr/local/texlive/current/bin/i386-darwin /usr/local/texlive/current/texmf/doc/man

einfügen. Diese Zeile sorgt dafür, dass die Manual Pages zu Programmen aus dem texlive-Verzeichnis richtig zugeordnet werden.

Auch diese Änderungen speichern Sie bitte mit ctrl-O, bestätigen den Dateinamen mit der Return-Taste und beenden den Editor mit ctrl-X.

Test, Test, Test

Um zu überprüfen, ob alle Einstellungen auch korrekt durchgeführt wurden, öffnen Sie bitte ein neues Terminal-Fenster, damit die geänderten Konfigurationsdateien auch ausgelesen werden. Dann geben Sie nacheinander die folgenden Kommandos ein:

echo $PATH

manpath

echo $INFOPATH

Als Ausgabe sollte Sie jeweils eine Zeile mit Pfadangaben erhalten, in denen die entsprechenden Verzeichnisse für TeXLive enthalten sind.

Anschließend können Sie noch prüfen, ob die zugehörigen Programme auch korrekt funktionieren. Dies geschieht mit den Kommandos

man pdftex

und

info pdftex

Beendet werden die Programme jeweils durch Eingabe von

q

Nun sind die grundlegenden Systemanpassungen erledigt!

Ein System mit Format

Nachdem Sie nun das TeX-System eingerichtet haben, schließen sich noch einige kleine Arbeiten an.

Es fehlt z.B. noch die Erzeugung der Format-Dateien für die verschiedenen TeX-Formate. Dieses sollte am Anfang systemweit für alle erfolgen, damit nicht jeder Benutzer dies selbst machen muss.

Dazu öffnen Sie bitte ein neues Terminal-Fenster (oder nutzen das offene aus dem letzten Test). In diesem Fenster führen Sie das folgende Kommando aus:

sudo fmtutil-sys --all

Falls hier eine Meldung kommt, dass das Kommando nicht gefunden wurde, ist in den vorhergehenden Schritten etwas schiefgelaufen!

Ansonsten werden diverse fmt-Dateien erzeugt, das dauert etwas.

Nun können Sie auf der Kommandozeile zum ersten Mal das TeX-Programm aufrufen. Dazu geben Sie einfach das folgende Kommando ein:

pdftex -version

Es sollte eine Ausgabe erfolgen, in der die verwendete TeX-Version angezeigt wird. Wenn sie mit pdfTeX 3.141592-1.40.1-2.2 (oder mehr) anfängt ist erstmal alles in Ordnung, die Programme werden gefunden.

Der Weg an die Oberfläche

Sie sollten jetzt noch ein Alias zum texlive-Verzeichnis anlegen, so dass Sie auf die Dokumentation etc. auch vom Finder aus zugreifen können. Ein guter Ort ist der systemweite Library-Ordner.

Dazu öffnen Sie im Finder das Menü Gehe zu und wählen dort den Punkt Gehe zum Ordner... Im anschließenden Dialog geben Sie bitte /Library ein. Dann öffnet sich eben dieses Verzeichnis.

Anschließend öffnen Sie ein neues Finder-Fenster und wählen wieder Gehe zum Ordner.... Im anschließenden Dialog geben Sie bitte /usr/local ein. Dann öffnet sich eben dieses Verzeichnis, in dem auch das texlive-Verzeichnis liegt.

Greifen Sie nun mit der Maus den texlive-Ordner, drücken die Alt- und die Command/Apfel-Taste, so dass der Mauszeiger die Form eines Alias-Pfeils annimmt und ziehen den Ordner in den Ordner Library. Nach dem Loslassen der Maustaste sollte nun im Ordner Library ein Alias namens texlive vorhanden sein, welches auf /usr/local/texlive verweist.

Wenn Sie wollen, können Sie diesen Ordner auch in die Seitenleiste des Finders oder in Ihr Dock ziehen, dann haben Sie noch schnelleren Zugriff.

Hinweis: Die Pakete für das LaTeX-System liegen im Verzeichnis 2007/texmf-dist/tex/latex, die Dokumentation dazu in 2007/texmf-dist/doc/latex (texmf-dist steht hier für den distributionsabhängigen Teil).

Alles fließt

Jetzt ist so ein TeX-System eine feine Sache, aber meist nicht total statisch. Sie werden also früher oder später neue Pakete einspielen wollen oder neue Versionen von vorhandenen Paketen. Damit das reibungslos geht und Sie ihr Basissystem nicht gefährden, sollten Sie dabei nach folgendem Muster vorgehen.

Die Basis ist die Grundlage für das Fundament

Die Überschrift soll andeuten, dass das Basissystem, also alles hinter 2007, am besten nicht geändert wird. Nächstes Jahr können Sie sich eine neue TeXLive-Version holen, dann gibt es einen Ordner 2008 und sie können den 2007-Ordner löschen.

Für Alle

Wenn Sie aber nun ein neues Paket für alle Benutzer einspielen wollen, nehmen Sie dafür den Ordner texmf-local. Dieser wird vor den anderen Ordnern durchsucht, sollte hier also ein neueres Paket liegen, wird dieses verwendet. Außerdem wird dieser Ordner von einer Neuinstallation nicht angefasst, sein Inhalt bleibt also auch nach einer erneuten Installation erhalten.

Die Struktur entspricht genau dem normalen texmf-Baum, Sie sollten also Pakete für LaTeX in das Verzeichnis texmf/tex/latex/ in entsprechend benannte Verzeichnisse legen etc.

Nach dem Kopieren der Dateien müssen diese dem TeX-System noch bekanntgegeben werden. Dies geschieht mit dem texhash-Kommando, welches Sie wieder im Terminal mit erweiterten Rechten ausführen müssen, also

sudo texhash

Mit dem Kommando texhash werden die internen Dateilisten ls-r aufgebaut. Dies sind einfache Textdateien, in denen zeilenweise alle Dateien eines Verzeichnisses aufgeführt sind. Wenn das TeX-System nun ein Paket sucht, muss es nur in dieser Datei schauen, was erheblich schneller geht, als die Dateinamen durchzugehen.

Für Einen

Wenn das Paket nur für einen Benutzer sein soll, kann dieser einfach in seinem Home-Ordner (dem mit dem Haus) einen Ordner texmf anlegen und alles dort hineinlegen. Dieser wird noch vor den systemweiten Ordnern durchsucht. Hier muss keine besondere Struktur eingehalten werden, obwohl ich das aus Gründen der Übersicht dringend empfehle! Auch ein texhash ist nicht nötig, meist sind hier nicht so viele Dateien, so dass diese einzeln durchsucht werden können.

Schreibhilfen

Wie oben schon erwähnt, macht das TeXen erst mit einem guten Editor Spaß.

TeXShop TeXShop-Icon

Als Editor empfehle ich TeXShop in der letzten Beta-Version. Einfach runterladen, installieren und fertig. Na ja, fast. Sie müssen dem Programm noch beibringen, wo die TeX-Programme liegen.

Dazu einfach den TeXShop öffnen und in den Einstellungen unter Programme im Feld (pdf)TeX den Pfad zu den Programmen eintragen, also

/usr/local/texlive/current/bin/powerpc-darwin

für PowerPC-Systeme bzw.

/usr/local/texlive/current/bin/i386-darwin

für Intel-Systeme.

Ich habe noch die Kodierung unter Dokument auf Westeuropäisch (ISO Latin 1) gestellt, damit ist der Austauch von Dokumenten mit Windows- und UNIX/Linux-User etwas einfacher.

BibDesk BibDesk-Icon

Zur Verwaltung von Bibliographie-Einträgen verwende ich das Programm BibDesk. Hier beschränkt sich die Installation auf ein einfaches Herunterladen, Entpacken und In-den-Programme-Ordner-legen.

Aber auch hier muss noch der Pfad zu den TeX-Programmen bekannt gemacht werden. Dazu müssen Sie die Einstellungen öffnen und dort im Bereich Preview unter TeX Programms Locations bei Full path to pdflatex das Folgende eintragen:

/usr/local/texlive/current/bin/powerpc-darwin/pdflatex

für PowerPC-Systeme bzw.

/usr/local/texlive/current/bin/i386-darwin/pdflatex

für Intel-Systeme.

Analog dazu im Feld Full path to bibtex:

/usr/local/texlive/current/bin/powerpc-darwin/bibtex

für PowerPC-Systeme bzw.

/usr/local/texlive/current/bin/i386-darwin/bibtex

für Intel-Systeme.

Aus, Aus, Aus, das Spiel ist aus

Meinen Dank an alle, die bis hierher durchgehalten haben. Ich weiß, es war lang, aber es hat sich hoffentlich gelohnt.