Was sind Pfadfinder?
Pfadfinder haben Spaß in der Natur, Pfadfinder
erleben Abenteuer und Pfadfinder denken nicht an sich selber
zuerst! Auf Zeltlagern und Wanderungen erleben wir die kleinen
Wunder der Natur, wir lernen in der Gemeinschaft zu leben,
denn sie verleiht uns unsere Stärke, und zwingt uns auf der
anderen Seite immer auch für die anderen Verantwortung zu
übernehmen. Die Pfadfinderei fängt meistens als
Freizeitbeschäftigung an, aber irgendwann wird sie zur
Lebenseinstellung.
Die Entstehungsgeschichte
Als Gründungsjahr der Pfadfinderbewegung sehen
wir heute das Jahr 1907 an. In diesem Jahr führte Lord Baden Powell auf Brownsea
Island, einer Insel an der Südküste Englands, das erste
Pfadfinderlager durch. Dazu schrieb er das Buch "Scouting for
Boys", welches die englische Jugend vollständig begeisterte.
Lord Baden Powell hatte damit den Anstoß für eine neue
Bewegung gegeben, die sich rasch weltweit ausbreitete. Dieser
Funke zündete natürlich auch bei den Mädchen; schon 1909 kamen
die ersten Mädchengruppen zu Pfadfinderveranstaltungen. Heute
gehören ihr über 24 Millionen Kinder, Jugendliche und
Erwachsene in mehr als 150 Ländern an, damit sind die
Pfadfinder die größte Jugendbewegung weltweit.
Der Begriff "Pfadfinder"
Von außen erscheinen die Pfadfinder in der Regel
als homogene Gruppe, deren Methoden und Auftreten in der
Öffentlichkeit weitgehend identisch ist. Dies täuscht darüber
hinweg, dass der Begriff "Pfadfinder" nicht geschützt ist; es
kann sich jede Gruppierung und jeder Verein die Bezeichnung
"Pfadfinder" auf die Fahnen schreiben. In der Folge bedeutet
das, dass es von Zeit zu Zeit Negativschlagzeilen über
Pfadfinder gibt, obwohl es sich dabei nur um schwarze Schafe
handelt, die nicht innerhalb eines Verbands sondern auf eigene
Faust handeln. In der Öffentlichkeit wird dies aber häufig
leider nicht so differenziert wahrgenommen.
Wenn wir hier von "Pfadfindern" sprechen, so
meinen wir die Pfadfinderorganisationen, die Mitglied in einem
der beiden Weltpfadfinderverbände WOSM (World Organisation of
the Scout Movement) und WAGGS (World Association of Girl
Guides & Girl Scouts) sind. Unter anderem handelt es sich
dabei um die drei großen deutschen Verbände:
- Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg
(DPSG)
- Bund deutscher Pfadfinder (BdP)
- Verband Christlicher Pfadfinder (VCP)
Methoden und Ziele der Pfadfinder
Die Idee hinter der Pfadfinderei und das damit
verbundene Lebensgefühl lassen sich schwer in wenigen Sätzen
beschreiben. Pfadfinderei muss man erleben! Das
Pfadfinderleben zeichnet sich durch die folgenden Elemente
aus:
Das Leben in der Gemeinschaft, in der
jedes Mitglied seine Rechte wahrnehmen darf, aber auch seine
Pflichten erfüllen muss. Dabei unterscheiden wir weder
zwischen äußeren Merkmalen wie Geschlecht oder Hautfarbe, noch
Religion,
Wohlstand oder Abstammung. Die
Kinder lernen so schon früh Toleranz zu üben, auf andere
Rücksicht zu nehmen und für andere einzustehen. Im Laufe der
Jahre wird ihnen dabei entsprechend ihrer Entwicklung immer
mehr Freiraum eingeräumt; gleichzeitig werden sie stärker in
die Verantwortung genommen. In der Gemeinschaft wird uns immer
wieder vor Augen geführt, dass das kostbarste Gut trotz allen
Wohlstands noch immer die Gesellschaft netter Menschen ist.
Das Leben in der Natur, die uns manchmal
ihre ganze Härte zeigt, aber genauso durch ihre atemberaubende
Schönheit überwältigen kann. Durch diesen Kontakt auf
Zeltlagern, Wanderungen und Freizeiten bekommen wir Eindrücke,
die einem sonst in dieser Gesellschaft verwehrt bleiben. Dies
hilft uns, die Natur besser zu verstehen, und veranlasst uns
sie zu schützen und zu bewahren.
Das Leben mit dem Verzicht auf viele
Dinge, die für uns selbstverständlich geworden sind. Zwar sind
Pfadfinder keine weltfremden Missionare, die den Konsum als
Geißel der Menschheit verdammen. Allerdings glauben wir, dass
es sinnvoll ist, für einige Wochen im Jahr die Gewohnheiten zu
ändern, und für diese Zeit auf weiches Bett, Fernseher und
warme Dusche zu verzichten. Erst wenn man in der Situation
war, auf einer Wanderung sein ganzes Gepäck mehrere Tage auf
dem Rücken zu tragen, wird man sich bewusst, mit wie wenig man
auskommen kann. Dieser Verzicht führt dazu, dass wir die
Dinge, denen wir sonst keine große Aufmerksamkeit schenken,
wieder wertschätzen können.
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