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| Henry alias - Radiohoerer |
| verantwortlich für den radiohoerer blog, u.a. |
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Ausser Nr.1!in alphabetischer Reihenfolge und ohne Wertung!
@c - Music For Empty Spaces
Miguel Carvalhais & Pedro Tudela alias @c aus Porto, waren für mich das Hör - Erlebnis des Jahres und somit auch die unangefochtene Cd des Jahres.
Bei ihrer Tour rund um die Welt und in der Zusammenarbeit mit Künstlern wie Nuno Arsoso, Miquel Bernat, Raymond MacDonald und Jonthan Uliel, ist dieses Collage entstanden. Quasi als Fundgrube ihrer Erinnerungen, haben sie Soundschnipsel ihrer Konzerte, Feldaufnahmen und andere Fundstücke zusammengefügt.
Dabei ist etwas wirklich organisch ganzes entstanden, das sehr, sehr spannend ist.
Und auch nach unzähligen anhören, hat es nichts von seiner Faszination eingebüßt ....
Benoît Pioulard - Lasted
Nach "Precis", "Temper" jetzt "Lastet" und alle guten dinge sind drei. Aber sind das jetzt Folk Songs? Und ist das jetzt Ambient? Beides, es ist die organische Mischung von beiden, die seine samtweiche Stimme zusammenhält. Die Feldaufnahmen sind Ergänzungen für das melancholische Stimmungsbild. Aber es ist nicht Episch. Stimmungsvoll und wunderschön!
Cosa Brava - Ragged Atlas
Fred Frith rockt wieder, wen man die Art Bears oder Henry Cow als Rock bezeichnet.
Aber das stimmt nicht ganz. Schon nach den ersten Minuten weiß man, das er es ist.
Seine verqueren Melodien und Rhythmen sind unverkennbar. Mit Cosa Brava stimmt alles.
Demdike Stare - Voices of Dust
Das Duo Demdike Stare hat sich doch noch vor Shackelton geschoben. Schon ihr Industrial Mix hat mich aufhorchen lassen. 'Voices Of Dust' wird gern in die Dubstep Ecke gedrängt, aber diese Schubladen funktionieren hier (wie so oft) überhaupt nicht. Sind es dort Samples aus Indien, oder elektronische Klangexperimente und Rhythmische Studien.
So ist es die fahrt durch ihr Klanglabor. Faszinierend.
Fennesz, Danielle, Buck - KnoxVille
Dieses erste zusammentreffen dieser 3 Improvisatoren ist ungemein dicht und intensiv.
Ein spannendes Erlebnis das auch nach mehrmaligem hören, seine Kraft nicht verliert ...
Vielleicht gibt es ja noch einen Nachfolger.
Francois Couterier - Un Jour Si Blanc
Seine Auseinandersetzung mit Andrej Tarkovsky begann 2006, jetzt heißt seine Solo-Cd nach einem Gedicht des Vaters von Andrej Tarkovsky: 'Un Jour Si Blanc'. Was aber nicht heißt, das es bei dieser Cd nur um ihn geht. Der bogen spannt sich über Künstler denen sich Francois verbunden fühlt. Sei es Bach oder Paul Klee, Kandinski oder Schubert. Sie alle befinden sich in seinem Kosmos und aus ihnen schöpft er seine Kompositionen
und Improvisationen. Für mich die überzeugendste Solo Klavier Cd des Jahres.
Jan Bang ....and Poppies From Kandahar
Das ist seine erste eigene Veröffentlichung. Ich hab 2mal hingeschaut, weil ich es kaum glauben wollte. Hat er doch bei vielen Produktionen schon mitgemacht oder entstehen lassen. Bei verschiedenen Konzerten, Studiosession's und anderen Gelegenheiten entstanden seine Samples und so unterschiedlich ist dieses Werk. Jeder Titel ist ein Ort auf seiner imaginären Landkarte, und die Besuche dort, vergisst man so schnell nicht.
Gil Scott-Heron - I'm New Here
Der Godfather des Rap kommt nach 13jahren mit einem Paukenschlag zurück.
Er singt den heutigen Blues, in seiner Mischung aus Spoken Word und Soul.
Kraftvoll, voller leben. Musikalisch sacht in das heute transportiert.
Vorsicht Suchtgefahr ....
Laurie Anderson - Homeland
Sie bleibt sich treu. Ihrem Land und den Menschen widmet sie ihrer ganze Aufmerksamkeit, die sie immer kritisch hinterfragt. Musikalisch hat sie wie immer ein hohes Niveau und ihr gelingen wieder wunderschöne und einprägsame Lieder. Hat mich mehr als positiv überrascht.
Marc Ribot - Silent Movies
Unaufgeregt, ohne jegliche Effekthascherei, etwas zum Genießen.
Und weil da ganz viel Substanz ist, wird sie mit jedem hören besser ...
Also viel zeit nehmen und entdecken.
Pansonic & Keji Haino - In The Studio
Das finnische Elektro Experimental Duo trifft auf den japanischen Noise Gitarristen.
Nach dem furiosen live mitschnitt sind sie nun im Studio. Die rohe kraft wurde nun gebündelt was sehr von Vorteil ist. Die Dynamik ist diffiziler, es gibt zarte Noise Momente, nachdem einen die geballte kraft um so unmittelbarer trifft.
Steve Lacy - November
Dieser Konzertmitschnitt vom November 2003 ist das letzte Konzert das der an Krebs erkrankte Sopransaxophonist gegeben hat. Ich persönlich konnte ihn bei einem Solokonzert in Peitz erleben. Dort spielten neben ihm, noch Walter Norris und 'Baby' Sommer. Sein Schlagzeug war schon aufgebaut und während Steve Lacy spielte, merkte er, wie der Gong bei bestimmten Tönen mitschwang.
So stellte er sich direkt neben den Gong und improvisierte über die mitschwingenden Töne. Ein für mich unvergesslicher Moment. Beim anhören dieses Mitschnitts mußte ich unweigerlich an dieses Konzert denken und es war genauso bewegend.
Vor allem wenn er das Haiku singt.
Ein überzeugendes Dokument eines großen Musikers !
Stian Westerhus - Pitch Black Star Spangled
Es ist lange her, das ich so eine Hoch-Energetische Gitarre gehört habe.
Da fliegen die Fetzen. Die Feedbacks sind der Wahnsinn und was er mit den Loops und Pedals anstellt. Schickt die Nachbarn weg, leise macht diese Musik keinen Sinn …
Supersilent - Supersilent 10
Kraftvoll, spröde und dann zwischen drin ein Stück so voller Poesie, das man zu träumen glaubt. Im unbekannten Terrain zwischen improvisierter und zeitgenössischer Musik schaffen sie rohe Diamanten. Einfach zeitlos schön !
The Books - The Way Out
Einfach unglaublich, wie bei all der Raffinesse, den Verfremdungen, Samples
ihre Musik dennoch so leicht wirkt, so unangestrengt.
Dabei muß man genau zuhören, um diese Sprachmontagen auch zu verstehen.
Hier hat vieles einen doppelten Boden, eine andere Bedeutung.
Das alles zu hören, macht ungeheuer viel Spaß!
The Legendary Pink Dots - Seconds Late For The Brighton Lane
dward Ka-Spel und Phil Knight bilden das Grundgerüst und seit 30Jahren faszinieren sie uns schon mit ihren herrlichen verschrobenen Liedern. Ka-Spel's Gesang ist unverkennbar, mal schreit er, dann wieder wirkt es wie eine predigt oder er setzt seine Stimme wie ein Instrument ein. Sie ist das beherrschende Element in ihrer Musik. Ein mehr als würdiges Jubiläum!
Ultralyd - Inertiadrome
Heavy Metal Jazz ? Industrial Jazz ? Free Rock ?
Wieder Schubladen die nicht greifen. Ihre Musik ist grenzenlos und sie tragen sie kompromisslos vor. Sie haben keine Zweifel ....
Wir Hörer müssen uns entscheiden, hassen oder lieben ....
VA -Room 40-10 Curated and Mixed by Lawrence English
Für sein eigenes Label zusammengestellte Compilation.
Sie ist ein grandioser Querschnitt durch die Lager der Elektronischen und Ambitionierten Musik, vom Experiment bis Ambient und es ist ein wirklicher Mix, keine Aneinanderreihung einzelner Titel. Die Playlist ist ein Who is Who und genauso macht sie auch Spaß.
Unzählige male angehört und wieder und wieder ....
Wyatt/Atzmon/Stephen - For The Ghosts Within
1Ausnahme Musiker und 2 gleichwertige Partner lassen etwas entstehen, das mehr als bemerkenswert ist. Den bekannte Lieder neu zu interpretieren, kann gewaltig daneben gehen (da haben sich nicht wenige verhoben...). Robert Wyatt ist dazu in der Lage. Seine ganz eigene Art zu singen, lässt einen genauer hinhören und schafft jenen Raum, der eine Neuinterpretation möglich macht. Atzmon und Stephen gelingt es dort musikalisch anzuknüpfen und weiterzuführen. Ein gelungenes Wagnis.
Zeitkratzer - Releases 2010
Dieses Jahr begannen sie die Reihe Old School. Ihre Aneignung der Musik von Cage, Tenney und Alvin Lucier.( weitere folgen...) daneben noch eine Veröffentlichung mit William Bennett alias Whitehouse. Dieses Ensemble macht da weiter, wohin Ihnen das Ensemble Modern nicht folgen kann. Sie lassen neue Musik entstehen, statt sie nur zu spielen und das sehr überzeugend.
Für alle denen neue Musik nicht fremd ist, unbedingt anhören !
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