|
Gertrud Rodewig geb. Loiß hinterließ einen Sohn, Hermann, Bürgermeister zu Horn, und vier Töchter, nämlich Adelheid, verheiratet mit Alhard Lange, ferner eine verheiratet mit Henrich 0tterjäger, dann Gesa, verheiratet mit Henrich Sander, und Ilsa verheiratet mit Lüdecke Waterbeck (Wasserbach). Alhard Lange und Adelheid geb. Rodewig hinterließen eine Tochter, die einen Rodewig Niebecker heiratete, deren Sohn Johann Niebecker war Richter und Gograf zu Horn, geb. um 1524 und verheiratet mit Margarete Hanebaum. Hieraus erwuchsen die fünf Nachkommenlinien Rodewig, Niebecker, Otterjäger (später Höcker), Sander und Wasserbach, deren jede einmal im Jahr, wenn ein geeigneter studierender Bewerber vorhanden war, in den Genuß der Zinsen des gestifteten Kapitals kam. Nach Aussterben der Sanderschen Linie blieben bis zur Gegenwart, d. h. praktisch bis zum 15.11.1923, dem Tage der Einführung der Rentenmark, die vier Zweige Rodewig, Niebecker, Höcker und Wasserbach Nutznießer des Stipendiums, bei dem für den Fall einer größeren Bewerberzahl 1820 die einschränkende Bestimmung getroffen wurde, daß geborene Lipper vor sonst gleichberechtigten ,,ausländischen" Anwärtern den Vorzug hätten. Infolge der vielfachen Versippung der Akademiker in dem kleinen Lande sind sehr viele Lipper, die Theologie, Rechtswissenschaft, Medizin oder Philologie auf einer deutschen Universität studiert haben, in den Genuß dieses Stipendiums gekommen, das über 400 Jahre gelebt hat und nun durch die Geldentwertungen nach den beiden Weltkriegen zum Erliegen gekommen und am 14.10.69 amtlich aufgelöst wurde. Als Schwiegersohn des Richters Johann Niebecker in Horn (gest. vor April 1615) bekam auch Christoph Petri, Richter zu Horn und Stammvater der Familie Petri, für sich und seine Nachkommen den Anschluß an die Stiftung. Durch die Forschungen des stud. theol. Friedrich Reinecke in Horn, der die Hof- und Familiengeschichte vieler lippischer Bauernfamilien im Zeitalter der Erbhöfe archivalisch bearbeitet hat - sein wissenschaftlicher Nachlaß liegt im Staatsarchiv Detmold - ist erwiesen, daß Christoph Petri vom Petershof in Oberheesten Nr. 3 (bei Horn), heute Petringmeier stammt. Über den Hof und seine Besitzer bis zur Gegenwart wird im Anhang noch kurz berichtet. Auf den ersten Richter aus der Familie geht wohl die Latinisierung des Familiennamens Peters und das Wappen zurück, das in seinem Siegelbild das Felsentier, die Gemse, zeigt und an den Felsenmann Petrus erinnert, von dem ja der ursprüngliche Vorname Peter abgeleitet ist. Die Familie, die zunächst nur in Lippe gewohnt hat, ist schon im 18. Jahrhundert, wohl durch die verwandtschaftlichen Beziehungen, auch in preußische Dienste in Westfalen, Lingen / Ems und am Niederrhein getreten. im 19. Jahrhundert haben sich dann auch Zweige in England und den Vereinigten Staaten von Nordamerika gebildet. Evangelisch , vereinzelt katholische Angehörige der Familie leben heute in fast allen Bundesländern, mit Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen, in England, USA mit Schwerpunkt Massachusets, Argentinien und Südafrika. Orte 1999 in Ann Arbor, MI (USA), Berlin, Bad Salzuflen, Bielefeld, Bodelshausen, Boston, MA (USA), Bremen, Burnham-on Crouch, Essex (GB), Detmold, Ebenhausen, Earls Baxton (GB), Eutin, Framingham, MA (USA), Frankfurt am Main, Grafing, Grosse Pointe, MI (USA), Hamburg, Herford, Iserlohn, Jülich, Kapstadt (Südafrika), Köln, Kusterdingen, Lemgo, London, Mettlach, München, Münster, Newcastle-upon -Tyne (GB), Newton, MA (USA), Nürnberg, Osnabrück, Rochester,MA (USA), Saarbrücken, Southborough, MA (USA), Tecklenburg, Ulm, Villa General Belgrano (Argentinien), Volmarstein, Voerde (Ndrh.), Wesel, Wuppertal. Berufe Unter den Berufen überwogen zunächst die Juristen. Ein wohl seltener Fall ist, daß in einem Teil der Familie durch 11 Generationen hindurch immer vom Vater auf den Sohn sich ju ristische Berufe vererbt haben. Heute ist die Mehrzahl der lebenden Petri im kaufmännischen und wirtschaftlichen Leben tätig , gefolgt von LehrerInen, Ingenieuren, Juristen u.v.m. Publikationen Die im Jahr 1903 im 10. Band des Genealogischen Handbuchs Bürgerlicher Familien (Berlin, bei W. T. Bruer) und 1931 in Band 72 (Lippisches Geschlechterbuch Bd. 1) des Deutschen Geschlechterbuches (Görlitz bei C. A. Starke) erschienene Stammfolge Petri ist anhand von Kirchenbüchern und anderen Archivalien für die Vergangenheit nachgeprüft, erweitert und berichtigt und bis zur Gegenwart - 1999 - fortgeführt worden.
|
A