Präpotente USA
SpOn: R.E.M.-Sänger Michael Stipe: Die USA sind unregierbar
Meistens melden sich Promis dann zu Wort, wenn eine neue CD oder ein neues Buch vor dem Verkaufsstart steht. Das ist bei R.E.M. offenbar nicht der Fall. "Vote for Change", weg mit Bush, dem Hampelmann, meint Michael Stipe. Nebenbei analysiert er im Gespräch mit SpOn die Probleme des Zwei-Parteien-Systems und den Hang zur Gewalttätigkeit einer spätpupertären Nation.
"Die politische Linke in den USA ist extrem zersplittert. Die Menschen brauchen dringend etwas, das sie zusammenschweißt. Die Rechte erscheint deutlich geschlossener. Bei den Linken hat jeder sein eigenes Ziel und seine ganz persönliche Überzeugung, sie verzetteln sich in Lagerstreitigkeiten."
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"Wir sind grundsätzlich ein ziemlich gewalttätiges Volk. Die USA sind ein sehr junges Land, gerade mal 200 Jahre alt, ein Teenager. Und wir benehmen uns auch so. Wir sind arrogant, selbstverliebt, halten uns für die größten, für unsterblich und wissen alles besser als die anderen. Und wir haben, wie alle Teenager, einen ausgeprägten Hang zu Mythen. Cowboys, Pioniere, Soldaten, all dieses Macho-Zeug. Da passt Bush gut ins Konzept. Ein anderes Problem sind allerdings unsere fehlenden Waffengesetze."

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