US-Wahl 2004 / 2000
FTD - Kolumne: Bruch mit den Gründervätern:
Der Wahlkampf John Kerrys zeigt, wie weit Amerika seit dem 11. September nach rechts gedriftet und von Europa entfernt ist....
Link zu Al Gore:
Auszug FTD-Kolumne:
Diese Entfremdung Amerikas ist auch eine Entfremdung von der eigenen Geschichte - nämlich vom europäischen Aufklärungserbe des Kampfes für Rechtsstaatlichkeit und gegen Folter, das die amerikanischen Gründerväter den USA vor 230 Jahren in die Wiege gelegt haben. [...]
Wir wissen: Kerry kämpft um die nur kleine Zahl der Unentschlossenen in der politischen Mitte. Doch wie muss der 11.09. den Respekt vor elementaren Prinzipien der Rechtsstaatlichkeit unterspült haben, wenn ein demokratischer Kandidat mit Worten, die jeder Rechtsstaatlichkeit Hohn sprechen, just in dieser Mitte auf Wählerfang geht?
[...] Das, was Kerry bei seiner Jagd nach dem Zentrum im Wahlkampf sagt, ist das kleinere Übel. Das größere liegt in dem, wovon der Wahlkämpfer Kerry beharrlich schweigt. Während der TV-Duelle kein Wort über das Rechtsgutachten des Justizministeriums zur Legitimierung schwerer Folter. Kein Wort zu den Folterpraktiken in Abu Ghraib, in Bagram oder Guantanamo, diesem "amerikanischen Gulag", wie der ehemalige US-Präsidentschaftskandidat und Demokrat Al Gore es genannt hat. Kein Wort zu...
[...] Umso bedrückender [...], dass derselbe [John F.] Kerry als Kandidat bei seiner Analyse zu diesem Schluss gekommen ist: Mit getöteten Ausländern, mit der Folterung Unschuldiger kann ein Demokrat heute in Amerika im Wahlkampf gegen einen Präsidenten Bush nicht punkten.
Es gibt auch in den heutigen USA einen demokratischen Präsidentschaftskandidaten, der davon spricht, dass 'viele Amerikaner das ungute Gefühl haben, dass etwas sehr Grundsätzliches in unserer Demokratie schief gelaufen ist', und der in seinen Reden - wie in Washington am Montag - heftig und beredt 'die offizielle Rechtfertigung der Folter' und 'die massive Verletzung der Grundrechte' durch die US-Regierung anprangert. Es ist nicht Kerry, der so in den Wahlkampf zieht. Es ist nur sein Wahlkampfhelfer Gore, den Pech, Pannen und parteiische Richter bei seinem Rennen gegen Bush 2000 zum Verlierer gestempelt haben.
Die politische Mitte Amerikas, so die Analyse der Demokraten, will heute einen Präsidenten, der Terrorverdächtige weltweit foltern und liquidieren lässt und dem nichtamerikanische Opfer amerikanischer Angriffskriege keine Erwähnung wert sind. Ein düstereres Urteil über den Zustand der USA nach dem 11. September gibt es nicht.
[...]

0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home