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Keine Panik!

2004-12-16

Premiumstudiengang a la Koch

Klassengesellschaft ante portas
Heute bekomme ich eine Mail, in der sich die Asta der Universität Frankfurt über das Hessiche Hochschulgesetz (HHG) auslässt. Beklagt wird insbesondere die offenbar schon per Gesetz geplante Einführung von Premiumstudiengängen in Hessen. D.h. künftig sollen Universitäten die Möglichkeit erhalten, für die zahlungskräftige Klientel ein besseres Studieren zu ermöglichen.

Sicher, einerseits ist klar, wer bereit ist mehr zu zahlen, hat von Natur aus Anspruch auf mehr Qualität. In der Realität sieht es wohl dann aber wohl so aus, dass _nur_ die Kinderchen vermögender Eltern ein adequates Studium durchführen können. Nicht nur das sie eine bessere, individuellere Behandlung seitens der Universität erhalten werden, man kann davon ausgehen, das technische Geräte und Neuanschaffungen in Zukunft dann nur noch den "Reichen" zur Verfügung stehen. Verschärfend kommt dann noch hinzu, dass nach Abschluss des Studiums naturgemäß diejenigen bei den jeweiligen Personalchefs im Vorteil sind, die die bessere Ausbildung genossen haben.

In Hessen werden künftig also die Söhnchen und Töchterchen der Bonzen per Gesetz gefördert, während der Ausschuss der Gesellschaft ein Schattendasein fristen wird.

Besonders verärgert haben sich die Damen und Herren aus der Asta dann auch über eine Presseerklärung der CDU-Landesregierung zum Thema "Premiumstudiengang" gezeigt, die im Kern sämtliche weniger zahlungskräftigere Studenten zutiefst beleidigt:
Aus der Presseerklärung des Ministeriums vom 25.6.2004: „Ein solches Angebot [Anm. Hitchi: Premiumsutdiengänge] ist insbesondere für (...) solche Bewerber von Interesse, die ein qualitativ hochwertiges Studienangebot wahrnehmen und es zügig abschließen wollen.“

Damit unterstelle die Landesregierung denjenigen, die sich keinen Premium-Studiengang leisten können, kein qualitativ hochwertiges Studienangebot wahrnehmen zu wollen.


Nichtsdestotrotz halte ich die/den (?) Asta für zahnlos. Solange die Grundmauern des Ministeriums unangetastet bleiben wird sich an der menschenverachtenden Politik von Roland Koch wohl auch so schnell nichts ändern.

Apropos Koch: Das er jetzt den ostdeutschen Ministerpräsidenten das Gesäß pudert hat wohl auch damit was zu tun, das die Kanzlerkandidatur in der Union noch offen zu sein scheint. Armes Deutschland, wenn der Fall der Fälle wirklich eintritt.