Hitchhikers Pflichtlektuere - News & Media - Kultur & Gesellschaft - Ereignisse

Keine Panik!

2004-12-22

TP: Bundestags- und andere Mandate

TP: Bundestags- und andere Mandate
Wo Abgeordnete noch etwas dazu verdienen.
Zahlreiche Politiker sind mit ihrem Bundestagsmandat offenbar nicht ganz ausgelastet oder brauchen noch ein Zubrot. Sie sitzen in allen möglichen Aufsichts- und Verwaltungsräten sowie Unternehmens- und Stiftungsvorständen. Ein Streifzug durch das Handbuch des 15. Deutschen Bundestages - natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt freilich auch viele 'Nur'-Abgeordnete".


Ich frage mich schon immer wie diese Leute ihren Job, in den sie hinein gewählt worden sind, noch ordentlich ausführen können, bei den ganzen Randbelastungen.
Irgendwas stimmt da nicht. Unsereins ist nicht selten ganz gut mit einem Beruf ausgelastet. Da bleibt noch mitunter Zeit für ein Hobby oder die Erledigung verschiedener Dinge des Alltags.

Mit Volksvertretung hat das jedenfalls nichts zu tun, wenn sich ein Abgeordneter (MdB: Minimum 6.500 Euro + Aufwandsentschädigung + div. Pauschalen+....) nebenbei noch inm Aufsichtsräten und Vorständen verlustiert.
Andererseits ist natürlich klar, dass solche Pöstchen mehr eine Lobbyfunktion haben als das irgendeine konkrete Arbeit - außer eben Propaganda - dahinter stecken würde.
Es ist allerdings sehr unwahrscheinlich, dass ein bezahlter Lobbyisten-Politiker in erster Linie seine Volksvertretung wahrnimmt, wenn er Konzerninteressen vertritt. Beides beißt sich. Gewinnmaximierung und Volksvertretung sind im Kern gegensätzlich.

Es handelt sich also ganz offenbar um eine korrumpierte Politik.

2004-12-17

Tagelöhner haben Konjunktur

Zeitarbeit in Deutschland nimmt zu
In 2004 wird mit einem Wachstum von Umsatz und Beschäftigung von 5% gerechnet.

Volles Managergehalt für den CDU-General?


Laurenz Meyer täuscht Öffentlichkeit
"CDU-Spitzenpolitiker Laurenz Meyer hat nach Informationen der 'Berliner Zeitung' noch während seiner Amtszeit als Generalsekretär der Partei nicht nur materielle Zuwendungen von einem großen Energie-Konzern erhalten - er soll die Öffentlichkeit auch über das tatsächliche Ausmaß seiner Vorteile getäuschte haben. Nach Recherchen des Haupstadt-Blattes stehen Meyers Aussagen im Widerspruch zu den tatsächlichen Ereignissen." [Quelle: T-Online.de]

2004-12-16

Premiumstudiengang a la Koch

Klassengesellschaft ante portas
Heute bekomme ich eine Mail, in der sich die Asta der Universität Frankfurt über das Hessiche Hochschulgesetz (HHG) auslässt. Beklagt wird insbesondere die offenbar schon per Gesetz geplante Einführung von Premiumstudiengängen in Hessen. D.h. künftig sollen Universitäten die Möglichkeit erhalten, für die zahlungskräftige Klientel ein besseres Studieren zu ermöglichen.

Sicher, einerseits ist klar, wer bereit ist mehr zu zahlen, hat von Natur aus Anspruch auf mehr Qualität. In der Realität sieht es wohl dann aber wohl so aus, dass _nur_ die Kinderchen vermögender Eltern ein adequates Studium durchführen können. Nicht nur das sie eine bessere, individuellere Behandlung seitens der Universität erhalten werden, man kann davon ausgehen, das technische Geräte und Neuanschaffungen in Zukunft dann nur noch den "Reichen" zur Verfügung stehen. Verschärfend kommt dann noch hinzu, dass nach Abschluss des Studiums naturgemäß diejenigen bei den jeweiligen Personalchefs im Vorteil sind, die die bessere Ausbildung genossen haben.

In Hessen werden künftig also die Söhnchen und Töchterchen der Bonzen per Gesetz gefördert, während der Ausschuss der Gesellschaft ein Schattendasein fristen wird.

Besonders verärgert haben sich die Damen und Herren aus der Asta dann auch über eine Presseerklärung der CDU-Landesregierung zum Thema "Premiumstudiengang" gezeigt, die im Kern sämtliche weniger zahlungskräftigere Studenten zutiefst beleidigt:
Aus der Presseerklärung des Ministeriums vom 25.6.2004: „Ein solches Angebot [Anm. Hitchi: Premiumsutdiengänge] ist insbesondere für (...) solche Bewerber von Interesse, die ein qualitativ hochwertiges Studienangebot wahrnehmen und es zügig abschließen wollen.“

Damit unterstelle die Landesregierung denjenigen, die sich keinen Premium-Studiengang leisten können, kein qualitativ hochwertiges Studienangebot wahrnehmen zu wollen.


Nichtsdestotrotz halte ich die/den (?) Asta für zahnlos. Solange die Grundmauern des Ministeriums unangetastet bleiben wird sich an der menschenverachtenden Politik von Roland Koch wohl auch so schnell nichts ändern.

Apropos Koch: Das er jetzt den ostdeutschen Ministerpräsidenten das Gesäß pudert hat wohl auch damit was zu tun, das die Kanzlerkandidatur in der Union noch offen zu sein scheint. Armes Deutschland, wenn der Fall der Fälle wirklich eintritt.

2004-12-14

Schwarzbuch Lidl

SpOn: systematische Verletzung elementarer Arbeitnehmerrechte

Konstruierte Kündigungsgründe, Manipulationen der Kassenbestände, Einschüchterung, psychischer Druck, präparierte Testkäufer, "freiwillige" Pflicht-Überstunden, Halbtagsjobs als 9-Stunden-Arbeitstag.....der Menschenpark ist ja groß genug, so dass das Kapital ungehindert seine Materialprüfung im Bereich Human Ressources fortsetzen und verfeinern kann.

Über ein halbes Jahr ist es her, da stand Aldi in der Süddeutschen Zeitung am Pranger.

Natürlich war zu erwarten, dass dies nur die Spitze eines Eisbergs ist.

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Wie sich der Umgang mit dem Personal in der Einzelhandelbranche, hier am Untersuchungsobjekt Lidl beispielhaft veranschaulicht, darstellt kann in dem diesen Beitrag zugrundeliegenden Buch der Gewerkschaft ver.di nachgelesen werden. Unter Aufwendung eines relativ niedrigen Betrages läßt sich das Buch bequem und ohne Versandkosten nach Hause bestellen:
(Amazon-Link: Schwarz-Buch Lidl)

2004-12-12

Tante Emma ist Out

tp: Der Onlinehandel ist der Ruin der stationären 'Dienstleister'
Stichwort: Fortschritte (/Folgen) der Globalisierung.

Glosse über die Servicewüste Buchhandlung.

2004-12-08

Lizenz zum Gelddrucken


60 Mille pro Jahr und Gratisstrom erhält ein nichts-tuender Politiker von RWE
Was mich hierbei besonders freut, es hat einen heuchelnden Barden von der CDA (die christlich organisierten Arbeitsbienen in der CDU) erwischt. Dieser Wanderprediger war mir erst letztens noch bei Maischberger (oder war es bei Bremer?) übel aufgestossen.
Nicht nur dass die Abkassier-Mentalität eines Auf-die Bibel-Schwörer im großen Stil bekannt wurde, er wollte allen ernstes noch ins Präsidium der CDU gewählt werden - doch die Schäfchen verweigerten ihm die Zustimmung, nun tritt er von einem (!) Amt und einer Kandidatur zurück.
Dem Spiegel zufolge seien alle Ämter betroffen, doch dies kann das Magazin nicht mal in dem eigenen Bericht akkurat belegen: Seine Arbeit in Fraktion und Landtag soll er bis zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im kommenden Jahr fortführen.

Bis dahin...ist ohnehin alles vergessen/vergeben.

Apropos: Der korrupte Kirchgänger besaß doch wirklich die Dreistigkeit, um Vergebung für seine Fehler zu bitten. Wie gesagt, die Delegierten auf dem Parteitag verweigerten ihm trotzdem die Gefolgschaft - und das, obwohl er noch mal nachdrücklich darauf hinwies, das doch die Arbeitnehmerinteressen im CDU-Präsidium vertreten sein müssten.

Jetzt frage ich mich: Ja sind sie denn nun nicht mehr vertreten!?

Eine Überraschung wäre es jedenfalls nicht.

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Proletarier aller Länder vereinigt euch! (Mao Tsetung) *g*

2004-12-06

Gegensätze in Deutschland


Laissez-Faire bei den 'Preußen' und Deichlern, prollige "Null Toleranz" und die Kriminalisierung des Natürlichen bei den Texanern hierzulande.
Berlin vs. Bayern

Das man in der Politik auch immer so maßlos überziehen muss - egal auf welcher Seite...

2004-12-01

Wahrscheinlichkeit eines Crashs


Das Risiko steigt...
Glaubt man den Schweizern (Swiss Re - der weltweit größte Rückversicherer) und deren jüngsten Studie, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Crash an der Börse - wenngleich nicht unmittelbar - doch mittelbar bevorsteht, gestiegen. D.h. auf Grundlage der Befragung von 45 Volkswirten und in Bezug zur selbigen Umfrage 6 Monate zuvor kommt Analyst zu diesem Ergebnis. Alles in allem machen den Unterschied 2 Prozentpunkte aus - waren es im April 11%, wird nun das Risiko auf 13% geschätzt.
Per Definition ist mit dem Begriff 'Börsencrash' der Einbruch eines Leitindexes um 25% gemeint.

Das ist aber noch nicht alles. Gemäß der Studie und der ihr zugrundeliegenden Umfrage ist auch die Zuversicht, die USA würden in 2005 ein Wirtschaftswachstum von 3% hinlegen erheblich gesunken. Von 72% runter auf 49%.

Nun, könnte man die Schaar der Volkswirte als Kontraindikator nutzen. Schliesslich haben sie ja schon oft daneben gelegen. Abgesehen davon, könnte diese 'negative' *g* Einschätzung nicht vielleicht auch damit zusammen hängen, dass Fondsmanager in das Ergebnis der Studie hineingewirkt haben? Der Art, dass sie in den letzten Monaten 'Short' gegangen sind (also nicht mit einer Jahresendrally rechneten), die Indizes aber anschwillten und nun vor Quartalsabschluss (zum 31.12.) die Kurse noch ein bißchen gedrückt werden müssen, damit die Bilanz nicht gar so schlecht dreinschaut. Stichwort: Hexensabbat; Window-Dressing (schreibt man das wirklich so?).

Schlechte News würden jedenfalls jenen in die Hände spielen, die an fallenden Kursen verdienen. Die Börse ist eben auch nur pure Psychologie - und es gewinnt der, der den Antrieb der Masse zuerst schnuppert.

Nun denn,
gut möglich das meine hypothetische Annahme mit den Shorties gleich in sich zusammen fällt.

Bei der Frage nach dem Wachstum in Europa gab es nämlich im Vergleich zum April 2004 einen signifikanten Anstieg jener Einschätzung, die besagt: Europa wird um über 2% wachsen. Die Wahrscheinlichkeit stieg hier von 19% auf 33%.

Unter der Beachtung weiterer Indikatoren stelle ich also fest:
- Euro steigt gegen Dollar - mit allen impliziten Konsequenzen für die weltweite Abwicklung des Schmierstoffs No. 1: Öl
- Vielmehr kann es aber auch bedeuten, dass das Vertrauen in den US-Dollar als Weltleitwährung schwindet.
- Das Wachstum von USA und Europa beginnt sich anzugleichen.


Naja, und hier bin ich auch schon wieder am Ende. Keine Lust jetzt, noch weitere Indikatoren anzuführen weil - ich müde bin.

Hausaufgabe:
Man informiere sich über Regiogeld, alternative Energiequellen (jeder kann mit einer Solaranlage auf dem Dach oder ner Brennstoffzelle im Keller überleben und überschüssige Energie verkaufen - kann man das?) und lerne endlich wieder wie man richtig einen Acker bestellt, hämmert und bohrt und auch sonst ein autarkes Leben führen kann. Ich seh für die Zukunft nämlich eher schwarz, und das nicht blos, weil ich etwa nachts von Merkel und Koch träumen würde.

Schönen Abend noch!