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Allgemeine Pathologie

Allgemeines zum Fach Allgemeine Pathologie
Literaturempfehlungen
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Allgemeines zum Fach Allgemeine Pathologie

Zumindest nach alter Approbationsordnung ist die Allgemeine Pathologie eindeutig der schwerste Schein des ersten klinischen Semesters, mit einer Abschlußklausur, für die es wirklich zu lernen gilt.

Der mikroskopische Pathologie-Kurs erinnert an den aus der Vorklinik wohlbekannten Histo-Kurs, mit dem Unterschied, daß viel mehr Präparate (ca. 100) in deutlich kürzerer Zeit (2h pro Woche) mikroskopiert werden müssen. Ohne Vorbereitung des Kurstages versteht man meist garnichts, zu schnell werden die Charakteristika der Präparate abgespult. Zumindest im WS 2003/2004 gab es aber ein sehr gutes Fachschaftsskript, in dem zu allen Präparaten Histologie, Entstehung, Verlauf und Komplikationen knapp aber ausreichend beschrieben sind.
Zur Vorbereitung der Kurstage und natürlich zur Klausurvorbereitung sehr zu empfehlen ist die in der Fachschaft erhältliche CD-ROM, die (wie schon in der Histologie) sämtliche Kurspräparate in verschiedenen Ausschnitten und Vergrößerungen enthält. An dieser Stelle sei aber davor gewarnt, sich ausschließlich mit der CD auf die Klausur vorbereiten zu wollen: Einige Präparate unterscheiden sich doch erheblich von den photographierten Schnitten, so daß ein Erkennen nicht immer einfach ist. Außerdem sind auf der CD meist die charakteristischen Ausschnitte photographiert, die man beim Mikroskopieren aber erst einmal einstellen muß! Daher kann ich wirklich nur empfehlen, die Termine zum Freien Mikroskopieren möglichst frühzeitig zu nutzen - denn gegen Ende des Semesters wird es immer voller im Mikroskopiersaal und der Berg an noch nicht wiederholten Präparaten auch immer größer...
Mir ist leider nicht bekannt, ob sich das Kursprogramm zum SS 2004 ändern wird. Sollte dies der Fall sein, wären die erwähnten Fachschaftshilfen leider nur sehr eingeschränkt zu verwenden.

In Ergänzung zum Mikroskopie-Kurs gibt es auch einen Makroskopie-Kurs, in dem makroskopische (meist in Formalin fixierte) Präparate demonstriert und besprochen werden. Leider ist nur selten ein Bezug zum Mikroskopie-Kurs oder zur Vorlesung gegeben, trotzdem kann auch dieser Kurs mitunter sehr interessant sein.

Catharina Keller (c.keller@uni-bonn.de) hat im WS 2003/2004 eine sehr gute Zusammenfassung der wichtigsten Pathomechanismen und Krankheiten zusammengestellt, die mir und vielen anderen auch bei der Klausurvorbereitung sehr geholfen hat. Sie hat mir freundlicherweise erlaubt, ihre Zusammenfassung auf meiner Homepage zum Download bereitzustellen:
Allgemeine_Pathologie.pdf


Literatur:

Büttner, Thomas: "Allgemeine Pathologie"
Da Prof. Büttner der Direktor des Bonner Instituts für Pathologie ist, ist dieses Lehrbuch eigentlich Pflichtlektüre für alle Bonner Medizinstudenten.
Inhaltlich werden alle wesentlichen Grundlagen der allgemeinen Pathologie vermittelt, sowie viele Krankheitsbilder zumindest kurz beschrieben. Am Ende jeden Kapitels findet sich ein Bildanhang, der zahlreiche mikroskopische und makroskopische Photographien zu den im jeweiligen Kapitel beschriebenen Krankheitsbildern enthält. In einem umfangreichen Glossar werden eine Vielzahl von Begriffen kurz und prägnant erklärt, so daß man sich bei Fragen zeitraubendes Suchen im Fließtext meist ersparen kann.

Die Darstellung der allgemeinen Pathologie geschieht in durchaus übersichtlicher Form, allerdings fehlte mir beim ersten Durcharbeiten des Lehrbuches ein "roter Faden". Stattdessen hatte ich an vielen Stellen den Eindruck einer bloßen Aneinanderreihung von Fakten. Dies führte in Verbindung mit dem teils sehr komplexen Satzbau und der sehr komprimierten Darstellung dazu, daß mir das Durcharbeiten längerer Abschnitte ohne Unterbrechung mitunter sehr schwerfiel. Inbesondere die Aneinanderreihung verschiedener Krankheitsbilder erschlägt jeden, der nicht über die entsprechenden Vorkenntnisse verfügt.
Diese mehr lexikonartige Darstellung erleichtert jedoch andererseits die Wiederholung bereits gelernten Stoffes, z.B. bei der Klausurvorbereitung.

Fazit: Wer dieses Buch ohne Vorkenntnisse auf dem Gebiet der Pathologie in die Hand nimmt, wird sich in den meisten Fällen schwer tun, einen Zugang zum Fach zu finden. Zum Einstieg in das Fach kann ich es daher eher weniger empfehlen, wohl aber zur Wiederholung, z.B. bei der Klausurvorbereitung, wo insbesondere das umfangreiche Glossar sehr hilfreich ist.
Erschienen im Schattauer-Verlag, Stuttgart, 3. Auflage, 2003
Weitere Informationen sind auf der Verlagshomepage (http://www.schattauer.de) zu finden.
ISBN: 3-7945-2229-X
299 Seiten, Paperback, EUR 40,95

Böcker, Denk, Heitz: "Pathologie"
Im Vergleich zum "Büttner" ist der "Böcker" zweifelsohne ein sehr "dicker Wälzer", was sich leider auch im Preis deutlich niederschlägt. Die über 1100 Seiten sind gegliedert in die zwei großen Abschnitte "Allgemeine Pathologie" (240 Seiten) und "Spezielle Pathologie" (870 Seiten).

Dieses Lehrbuch ist gut gegliedert und sehr angenehm zu lesen. Der große Umfang wurde nicht nur dazu genutzt, um möglichst viel Spezialwissen zusammenzutragen, sondern dient vielmehr einer ausführlichen und verständlichen Darstellung sowohl der Grundlagen der Pathologie als auch der Beschreibung einer Vielzahl verschiedener Krankheitsbilder.
Farbige Markierungen an den Spaltenrändern erleichtern dabei die Orientierung und das Auffinden von Ätiologie und Pathogenese (blau), Morphologie (grün) und klinisch-pathologischen Korrelationen (rot). Viele sehr schön und übersichtlich gestaltete Abbildungen veranschaulichen die im Text beschriebenen Zusammenhänge ebenso wie die große Zahl an mikroskopischen und makroskopischen Bildern.

Im Abschnitt "Allgemeine Pathologie" beschränkt sich der "Böcker" im Gegensatz zum "Büttner" auf die (ausführliche) Darstellung grundlegender Mechanismen. Hier werden auch molekulare Mechanismen in einer Ausführlichkeit dargestellt, die das in der Pathologie-Klausur abgefragte Wissen teilweise deutlich übersteigt. Daher gilt es, selektiv zu lesen und nicht jeden Mechanismus bis ins kleinste Detail zu lernen. Andererseits findet der interessierte Leser jede Menge Informationen z.B. über die molekularen Mechanismen der Tumorentstehung.
Der mikroskopische Pathologie-Kurs befaßt sich auch in der Allgemeinen Pathologie mit konkreten Krankheitsbildern, die es für Kurs und Klausur vorzubereiten und zu lernen gilt. Hier kann der Teil "Spezielle Pathologie" des "Böcker" durchaus überzeugen. Die Erkrankungen sind nach Organen geordnet und Dank des umfangreichen Registers schnell zu finden. Man kann ohne Probleme selektiv nur bestimmte Erkrankungen eines Organs bearbeiten, ohne dabei auf Vorwissen aus dem Bereich der Speziellen Pathologie angewiesen zu sein (mit den allgemeinen Mechanismen sollte man natürlich vertraut sein). Die Kapitel der speziellen Pathologie bauen also nicht aufeinander auf.

Ein sehr umfangreiches Glossar sowie ein ausklappbares Sachverzeichnis von 60 Seiten(!) sorgen dafür, daß man bei der Suche nach einem Stichwort sicher fündig wird und runden das positive Erscheinungsbild des Lehrbuches ab.
Beigelegt ist außerdem eine CD-ROM für Windows, die die IMPP-Prüfungsfragen des Faches Pathologie im 1. und 2. Staatsexamen (GK2 und GK3) der Examina 8/1993 bis 3/2000 enthält. Ein nettes Extra, das man aber allenfalls als Dreingabe sehen sollte.

Fazit: Wer genügend Zeit und Lust hat, sich intensiver mit dem Fach Pathologie auseinanderzusetzen, findet im "Böcker" eine hervorragende Einführung in die Allgemeine Pathologie und eine sehr schöne und übersichtliche Darstellung der Speziellen Pathologie. Wer kein Interesse an Hintergründen und "Spezialwissen" hat, für den ist dies definitiv das falsche Lehrbuch. Auch für die kurzfristige Prüfungsvorbereitung ist der "Böcker" eindeutig nicht geeignet.
Nicht abschrecken lassen sollte man sich vom hohen Preis. Denn "Allgemeine Pathologie" und "Spezielle Pathologie" sind beim "Büttner" auf zwei Bände verteilt, die zusammen nur unwesentlich günstiger sind - aber meiner Meinung nach weniger für ihr Geld bieten.
Kurz: Wer seine Zeit im Pathologie-Kurs nicht nur absitzen will, sondern auch an tieferen Einblicken interessiert ist, sollte sich dieses Buch zumindest einmal anschauen!
Erschienen im Urban & Fischer-Verlag, München, 2. Auflage, 2001
Weitere Informationen sind auf der Verlagshomepage (http://www.urbanfischer.de) zu finden.
ISBN: 3-437-42380-0
1196 Seiten, gebunden, EUR 84,95

Riede: "Taschenatlas der allgemeinen Pathologie"
Dieser Taschenatlas ist aufgebaut wie alle anderen Thieme-Taschenatlanten, d.h. Text auf der linken Seite werden Bilder auf der rechten Seite gegenübergesetzt. Von den anderen Taschenatlanten unterscheidet er sich allerdings durch sein Format, ist er doch mit 24,0cm x 15,5cm deutlich großformatiger als die üblichen Thieme-Taschenbücher.

Zu Beginn des Buches werden die Grundlagen der allgemeinen Pathologie beschrieben, den Rest nehmen dann Kurzdarstellungen pathologischer Prinzipien und dazugehöriger Krankheitsbilder ein. Die Zusammenhänge pathologischer Prozesse werden dabei in Stichpunktform mit Pfeilen dargestellt.
Klinisch relevantes Wissen wird ebenso in Kästen zusammengefaßt, wie besonders wichtige Sachverhalte ("Merke"-Kästen). So ist eine gute Übersichtlichkeit gewährleistet. Ein umfangreiches Glossar ergänzt den Atlasteil sehr gut.
Die Schemazeichnungen sind meist humorvoll, aber doch sachlich korrekt und übersichtlich gestaltet. Auch die berühmte Steinlaus "Petrophaga lorioti" (bekannt aus dem Pschyrembel) findet ihre Erwähnung. Durch die Vorstellung einer Vielzahl von prominenten Patienten erhalten Krankheiten ein Gesicht und prägen sich besser ein.

Trotz der Vielzahl der behandelten Themen ist der "Taschenatlas" nicht als vollwertiges Lehrbuch zu sehen, sondern eignet sich vielmehr zum schnellen Nachschlagen von Pathomechanismen oder Krankheitsbildern, z.B. vor/im Mikroskopierkurs. Als Begleitwerk zum Mikroskopierkurs ist er allerdings nur sehr eingeschränkt geeignet. Zu gering ist die Zahl der mikroskopischen Bilder, die zudem zu längst nicht allen Krankheitsbildern enthalten sind. Den größten Raum nehmen leider makroskopische Bilder ein, die zumindest im Bonner Pathologie-Kurs keine große Rolle spielen.

Fazit: Der "Taschenatlas der allgemeinen Pathologie" ist - wie eigentlich alle Thieme-Taschenatlanten - ein sehr übersichtlich gestaltetes Buch, das in knapper und teilweise auch sehr humorvoller Form alles Wesentliche zu einer Vielzahl von Krankheitsbildern präsentiert. Durch die geringe Zahl an mikroskopischen Bildern ist er jedoch im Pathologie-Kurs nur von geringem Nutzen.
Erschienen im Thieme-Verlag, Stuttgart, 1. Auflage, 1998
Weitere Informationen sind auf der Verlagshomepage (http://www.thieme.de) zu finden.
ISBN: 3-13-115451-9
484 Seiten, Paperback, EUR 39,95

Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit!

Nützliche Web-Adressen zur Pathologie:

Institut für Pathologie der Uni Bonn
(http://www.meb.uni-bonn.de/pathologie/)

Die Webseite des Instituts für Pathologie der Uni Bonn.



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   Letzte Änderung: 11.4.2004 by Hans-Michael Gerhards (HM-Gerhards@gmx.de)