Biochemie-Praktikum
Allgemeines zum Biochemie-Praktikum
Mit dem Sommersemester 2003 wurde das
Biochemie-Praktikum völlig
umstrukturiert, nachdem schon im
Wintersemester 2002/2003 erstmals seit über 30 Jahren ein
vollkommen neues Praktikumsskript benutzt wurde.
Insbesondere die Bewertung und die zum Bestehen nötigen Punktzahlen
haben sich verändert. Da ich selbst das Praktikum noch nach der
alten Regelung absolviert habe, beziehe ich mein Wissen über die neue
Bewertung lediglich aus den Schilderungen Dritter. D.h. es ist durchaus
möglich, daß meine Darstellungen in dieser Hinsicht nicht
völlig zutreffend sind!
Informiert Euch also am besten noch einmal aus offiziellen Quellen;
meist wird
die Bewertung in einer der ersten Vorlesungen des Semesters (bevorzugt
von
Prof. Bause) dargestellt!
Die Anmeldung zum Praktikum findet meist in der ersten Woche des
Semesters
statt, entsprechende Aushänge in der Biochemie beachten! Achtung:
Für die Praktikumskarte braucht man mal wieder ein Paßphoto!
Das Praktikum besteht aus acht Versuchen, die jeweils Mittwochs oder
Freitags stattfinden (im Sommersemester auch Montags). Die Zuteilung zu
einem
der Versuchstage erfolgt dabei mehr oder weniger zufällig.
Allerdings schien es bei meinem
Praktikum so zu sein, daß sich alle Teilnehmer des
"Mittwochs-Praktikums"
am ersten Anmeldetag angemeldet hatten. Da könnte eventuell ein
Zusammenhang zu sehen sein...
Zu Beginn eines jeden Praktikumstages gibt der jeweilige
Praktikumsassistent
den Studenten einen kurzen Überblick über die Versuche des
Praktikumstages, weist auf Änderungen im Vergleich zum Praktikumsskript
hin und erklärt, in welcher Form das Protokoll anzufertigen ist.
Danach führt man in selbstgewählten Zweiergruppen die Versuche
durch, die man mit dem Praktikumsskript vorher bereits gut(!)
vorbereitet
hat. Dies gilt insbesondere für den ersten Versuch!
Die Versuche im Überblick für das Sommersemester 2003:
http://institut.physiochem.uni-bonn.de/SS03/Praktikumsank.html.
Je nach Praktikumsassistent muß man dann entweder direkt am Ende des
Praktikumstages oder in den Tagen danach ein Protokoll der Versuche
erstellen, manchmal nur kurz vorzeigen und erläutern, teilweise auch
zur
Korrektur abgeben.
Außerdem wird seit dem Sommersemester 2003 im
Praktikum auch abgefragt, dabei werden pro Praktikumstag jeweils ein
Punkt
für das Protokoll und ein Punkt für die (erfolgreiche) Abfrage
vergeben. Für jeden Punkt, den man im Praktikum nicht bekommt, muß
man einen Punkt mehr in der Klausur holen, also bereitet Euch immer gut
auf das Praktikum vor!
Ähnlich wie schon im Chemie-Praktikum gilt es auch im
Biochemie-Praktikum
wieder, auf seiner Praktikumskarte Unterschriften für die jeweiligen
Praktikumstage zu sammeln. Dabei bekommt man jeweils eine Unterschrift
für die Anwesenheit und eine für ein richtiges Protokoll. Für
die Zulassung zur Klausur sind also insgesamt 16 Unterschriften nötig.
Außerdem muß man an zwei Einführungsveranstaltungen
teilnehmen (Unterschriftenlisten!), bei denen alle
Praktikumsassistenten ihre Versuche in einem Kurzreferat vorstellen.
Der Sinn dieser
Pflichtveranstaltungen ist den meisten Studenten leider verborgen
geblieben,
nichtsdestotrotz herrscht Anwesenheitspflicht. Also nicht vergessen!
Die Praktikumsversuche selbst sind im Gegensatz zum Chemie-Praktikum
meist
interessant und zeigen einen deutlichen Praxisbezug. So werden z.B.
Blutglucosespiegel oder Cholesterinspiegel bestimmt, DNA kloniert und
Mutationen nachgewiesen oder Enzymaktivitäten erfaßt. Im Vergleich
zum alten Praktikumsskript, das bis zum Sommersemester 2002 Verwendung
fand,
ein echter Fortschritt!
Und obwohl die Praktikumstage offiziell bis 19.15h dauern, kann man
Dank
des neuen Skriptes den Versuchstag meist schon deutlich früher beenden.
Bei einzelnen Versuchen war bereits gegen 16h Schluß...
Kurz: Man muß vor dem Biochemie-Praktikum keine Angst haben, wer
Chemie überstanden hat, schafft Biochemie mit links. Wenn Fragen
bestehen, wendet man sich einfach an einen der zahlreichen Assistenten,
die
bei Problemen gerne helfen.
Das Ärgerlichste am Biochemie-Praktikum war für mich eigentlich,
daß ein ganzer Nachmittag zum Anatomie-Lernen verlorenging. Aber
wenn man diesen Gedanken einfach verdrängt, kann das Praktikum
durchaus Spaß machen!
Seit dem Sommersemester 2003 werden erstmals zwei Klausuren
geschrieben,
wobei die erste Klausur etwa in der Mitte des Semesters liegt und sich
thematisch mit den Vorlesungsinhalten aus dem vorangegangenen
Semester befaßt. Ein entsprechend gekürzter Gegenstandskatalog
für das Sommersemester 2003
ist am Schwarzen Brett in der Biochemie und im Internet unter
http://institut.physiochem.uni-bonn.de/KlInhSS2003.html
zu finden.
In dieser Mittelklausur gilt es, wie auch in der Abschlußklausur,
30 Fragen zu beantworten. Im Sommersemester 2003 kann man den Ausfall
dieser Klausur nur als "katastrophal" beschreiben, ob das letzlich an
den
Aufgaben oder der Vorbereitung der Studenten liegt, kann ich nicht
beurteilen,
da ich selbst die Klausur nicht gesehen habe. Allerdings deuten sowohl
Ausfall der Klausur als auch einige (sehr vertrauenswürdige)
Schilderungen
daraufhin, daß vor allem ersteres zutreffend ist...
Aber zur Vorbereitung empfiehlt sich trotz allem natürlich der Besuch
der
Vorlesung im vorangehenden Semester und ein Durcharbeiten eventuell
vorhandener
Vorlesungsmitschriften (notfalls im höheren Semester rumfragen!).
Den Abschluß des Praktikums bildet eine Klausur am Ende des
Semesters, jetzt auch nur noch mit 30 Fragen statt wie früher mit 60
Fragen. Bestanden hat, wer - volle Punktzahl im Praktikum vorausgesetzt
-
in beiden Klausuren zusammen mindestens 36 Punkte erreicht hat. Jeder
Punkt,
der im Praktikum fehlt, muß in den Klausuren zusätzlich geholt
werden.
Da das etwas schwer verständlich ist, hier ein Beispiel: Wenn jemand
im Praktikum zweimal bei der Abfrage keinen Punkt bekommen hat und in
der
ersten Klausur 14 Punkte erreicht hat, muß er zum Bestehen in der
zweiten Klausur mindestens 24 Punkte erzielen!
Bis einschließlich Wintersemester 2002/2003 wurden in dieser Klausur
nur
einige wenige Fragen gestellt, die sich auf die Vorlesung des
jeweiligen
Semesters sowie auf das Praktikum beziehen. Der weitaus größte
Teil der (bislang 60) Fragen stammt aus dem großen Fragenpool der
Physikumsfragen oder ist zumindest eng davon abgeleitet.
Dementsprechend
sah meine Vorbereitung so aus, daß ich die Fragen der
"Schwarzen Reihe - Biochemie"
gekreuzt
habe. Auf meine Klausur (Abschlußklausur Wintersemester 2002/2003)
hat mich das auch optimal vorbereitet, die eine oder andere Frage war
mir
sogar im Wortlaut noch vertraut ;-)
Ob die "Schwarze Reihe" auch in Zukunft noch eine gute Form der
Vorbereitung
darstellen wird, ist noch offen. Zur Überprüfung des gelernten
Wissens eignet sie sich aber allemal und sollte daher (genügend Zeit
vorausgesetzt) einen Blick wert sein.
Die Fragensammlung aus der Fachschaft ist nicht mehr zu empfehlen, da
sich die neuen Klausuren von den zum Teil sehr alten Klausuren in der
Fragensammlung deutlich unterscheiden. Wer gerne etwas zum "Kreuzen"
haben
möchte, sollte sich lieber an die "Schwarze Reihe"
halten - oder sich umhören, ob irgendjemand aktuellere
Klausuren
(ab 1999/2000) hat...
Noch ein paar Worte an alle, die Biochemie parallel zum Präparierkurs
machen: Wenn man bereits für das
Biochemie-Colloquium
gelernt hat, dann
reicht eine Woche durchaus zum Lernen für die Biochemie-Klausur. Man
kann sich also problemlos auf das Kopftestat konzentrieren und erst
danach
mit dem Biochemie-Lernen weitermachen.
Auch für die Biochemie gibt es eine Vielzahl verschiedener Lehrbücher.
Bedingt durch die Zeitknappheit während des Semesters neigen viele
Studenten dazu, mit einem Kurzlehrbuch wie dem "Kreutzig" zu arbeiten.
Unter
den Studenten ist er sehr beliebt, unter den Dozenten sehr verhaßt. Da
er mit ebenfalls nicht zusagte, gibt es dazu an dieser Stelle keine
ausführlicheren Kommentare dazu, es soll nur nicht heißen, ich
hätte ihn nicht erwähnt ;-)
Ansonsten gilt auch hier wieder: Ich schildere nur einige Eindrücke,
die
ich beim Arbeiten mit Lehrbüchern gesammelt habe, die bei mir zumindest
eine Vorauswahl positiv durchlaufen haben. Es handelt sich dabei weder
um
die einzigen Lehrbücher für dieses Fach, noch zwingend um die
besten/ausführlichsten/aktuellsten etc.
Löffler,
Petrides: "Biochemie und Pathobiochemie"
Direkt vorweg: Ich habe mit der inzwischen veralteten 6. Auflage aus
dem Jahre
1998 gearbeitet. Meine Kommentare sind daher nicht direkt auf die
aktuellere
Auflage übertragbar. Wem aber die "veraltete" Ausgabe ausreicht, kann
diese z.B. bei Lehmanns
für 49,95 Euro statt 79,95 Euro bekommen. Für das Bestehen im
Wintersemester 2002/2003 war auch die "alte" Fassung jedenfalls noch
mehr als ausreichend!
Auf 1155 Seiten werden alle für den Medizinstudenten wichtigen
Aspekte der Biochemie ausführlichst dargestellt. Zahlreiche klinische
Bezüge verdeutlichen die Relevanz des Stoffes auch für das
weitere Studium und lassen keinen Zweifel daran, daß sich dieses
Lehrbuch in erster Linie an Mediziner und Medizinstudenten richtet.
Auch
wenn es nicht explizit im Titel genannt wird, so geht es doch fast
ausschließlich um die "Biochemie des Menschen", wie Kapitel zu den
einzelnen Geweben verdeutlichen. Themen wie z.B. "Photosynthese" werden
nur am äußersten Rande gestreift und nicht näher besprochen.
Da sie für den Mediziner nicht relevant ist, ist dies eine durchaus
sinnvolle Beschränkung des behandelten Stoffgebietes, als Käufer
des Buches sollte man sich nur darüber im Klaren sein.
Das Lehrbuch ist übersichtlich gegliedert, jedes Themengebiet wird
in einem abgeschlossenen Kapitel ausführlich und gut verständlich
dargestellt. Dabei wird auch auf "Kleinigkeiten" eingegangen, man muß
also unter Zeitdruck etwas "querlesen". Zahlreiche sehr farbige
Abbildungen
verdeutlichen die Aussagen des Textes und tragen zum Verständnis bei.
Eine Kurzzusammenfassung am Ende jeden Kapitels vermittelt einen guten
Überblick über das im jeweiligen Kapitel vermittelte Wissen.
Die Ausführlichkeit dieses Buches ist sowohl seine große
Stärke als auch sein großer Nachteil. Denn zur Vorbereitung
auf Colloquium oder Klausur eignet es sich meiner Ansicht nach nicht.
Zu
groß ist die Menge an vermitteltem Wissen, das man deutlich filtern
muß. Gerade im Zeitdruck kurz vor einer Prüfung scheitert dies
aber am schlichten Zeitmangel.
Wer aber ein grundlegendes Verständnis der Biochemie erlangen möchte
und ein Lehrbuch sucht, in dem er nicht nur mit einer Aneinanderreihung
von
Aussagen konfrontiert wird, der findet im "Löffler/Petrides" eine
sehr gute Einführung in die Biochemie, die trotz allen Detailwissens
immer noch verständlich bleibt. Auch zur Vorbereitung für die
einzelnen Praktikumstage oder zur Ausarbeitung des Referates für das
Seminar ist der "Löffler/Petrides" sehr gut geeignet.
Fazit: Der "Löffler/Petrides" ist ein sehr empfehlenswertes Lehrbuch,
das allerdings nicht für "Minimal-Lerner" geeignet ist. Wer
ausschließlich damit lernen will, braucht viel Zeit und die
Fähigkeit, selektiv zu lesen.
Noch ein persönlicher Kommentar: Ich habe dieses Lehrbuch sowohl für
die Zusammenstellung meines Referates als auch zum grundsätzlichen
Lernen für das Colloquium genutzt. Dabei habe ich die für mich
relevanten Themen erst im "Löffler/Petrides" durchgearbeitet und dann
etwa 8-10 Tage vor dem Colloquim den
"kleinen Löffler"
durchgearbeitet, um mir
noch einmal einen grundsätzlichen Überblick zu verschaffen.
Erschienen im Verlag Springer, Berlin, 6. Auflage, 1998
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
ISBN: 3-540-64350-8
1155 Seiten, gebunden, früher EUR 79,95
Löffler:
"Basiswissen Biochemie mit Pathobiochemie"
Der "kleine Löffler" ist eigentlich eine handliche Zusammenfassung des
großen "Löffler/Petrides".
Insofern ist er als Kurzlehrbuch zu sehen und wird dieser Rolle auch
vollkommen
gerecht. Knapp und kompakt wird alles für den Medizinstudenten
wesentliche dargestellt und gegebenenfalls auf ausführliche
Lehrbücher verwiesen.
Es handelt sich hierbei deshalb keinesfalls um ein "vollwertiges"
Lehrbuch,
da aus Platzgründen auf lange Erklärungen und Erläuterungen
verzichtet wurde. Meist findet man nur eine Aneinanderreihung der
wichtigsten Fakten. Zum grundsätzlichen Verständnis empfiehlt sich
also dringend ein ausführlicheres Lehrbuch.
Die große Zahl farbiger Abbildungen und tabellarischer
Zusammenfassungen
ergänzt die knappen Lerntexte sehr gut. Außerdem rufen viele der
Abbildungen Erinnerungen beim Leser wach, der bereits
den "Löffler/Petrides"
kennt - fast alle Abbildungen sind nämlich vom
"großen Bruder" übernommen.
Sehr hilfreich für einen schnellen Überblick über die
jeweilige Thematik sind die zahlreichen Kurzüberschriften, die
als Merksatz wesentliche Aspekte zusammenfassen. Am Ende jeden
(Teil-)Kapitels
folgt wiederum ein
kurze Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen des
Kapitels - ideal,
um sich kurz vor der Prüfung noch einmal einen generellen Überblick
über die Thematik zu verschaffen, ohne sich in Details zu verlaufen.
Fazit: Wer den Stoff prinzipiell schon einmal durchgearbeitet und
verstanden
hat, der findet im "kleinen Löffler" eine gute Möglichkeit, den
gelernten Stoff zu wiederholen. Ideal ist natürlich die Kombination
mit dem "Löffler/Petrides", da
beide auf dieselben Abbildungen zurückgreifen und der "kleine Löffler"
als "Zusammenfassung" des großen Lehrbuches zu sehen ist. Als
alleiniges
Lehrbuch ist er aber meiner Meinung nach deutlich zu kurz, hier sollte
man
auf ausführlichere Werke zurückgreifen.
Erschienen im Springer Verlag, Berlin, 4. Auflage, 2000
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
ISBN: 3-540-67389-X
754 Seiten, Paperback, EUR 26,95
Stryer:
"Biochemie"
Der "Stryer" ist eines großen Biochemie-Lehrbücher. Anders
als der "Löffler/Petrides" legt er
aber das Gewicht mehr auf die organische Chemie. Die Zahl an klinischen
Bezügen ist daher auch etwas geringer als im "Löffler/Petrides".
Grundsätzlich behandeln beide Lehrbücher natürlich ähnliche
Themen. Allerdings ist die Informationsdichte im Stryer nicht ganz so
hoch
wie im "Löffler/Petrides", da der Autor sehr viel Wert auf eine
verständliche und nachvollziehbare Hinführung zur Thematik legt.
Dabei fügt er gerne wissenschaftsgeschichtliche Abschnitte ein, die
z.B. die Erforschung der jeweiligen Thematik beschreiben.
Durch den Verzicht auf eine Straffung des Textes sind die Erklärungen
gut
verständlich und keinesfalls eine Aneinanderreihung von Fakten. Die
Gedanken werden langsam und Schritt für Schritt entwickelt und sind
gut nachvollziehbar.
So werden viele Themen im "Stryer" detaillierter besprochen als
im "Löffler/Petrides". Wer z.B. auf der Suche nach der
Erläuterung von Reaktionsmechanismen
ist, sollte einen Blick in dieses Lehrbuch werfen. Und die Länge des
Kapitels über "Photosynthese" verdeutlicht, daß die Zielgruppe
nicht allein bei den Medizinstudenten zu suchen ist - der
"Stryer" ist ein allgemeines Biochemie-Lehrbuch.
Auch im Stryer findet sich am Ende jeden Kapitels eine Zusammenfassung
der wichtigsten Fakten. Zahlreiche gute Abbildungen verdeutlichen die
Aussagen des Haupttextes, Kästen mit Worterläuterungen verhindern
Verständnisprobleme.
Übungsaufgaben zu jedem Kapitel runden das Bild dieses Lehrbuches ab.
Während des Semesters hat man leider meist nur wenig Zeit, sich mit
der Biochemie zu beschäftigen. Meiner Ansicht nach ist diese Zeit
zu knapp, um wirklich mit dem "Stryer" lernen zu können. Allein der
schiere Umfang dieses Lehrbuches macht es nahezu unmöglich, es neben
Präparierkurs oder Histologie-Kurs zu lesen - vom Lernen
ganz zu schweigen.
Hervorragend geeignet ist der "Stryer" aber als Arbeitsgrundlage für
das Referat zum Biochemie-Seminar. An vielen Stellen ergänzt er den
"Löffler/Petrides" sinnvoll oder stellt die Problematik aus einer
anderen Perspektive dar, die unter Umständen verständlicher ist
oder nie gestellte Fragen beantwortet.
Fazit: In der Lehrbuchsammlung ist der "Stryer" meist vergriffen,
gerade
auch weil er das Lieblingslehrbuch von Prof. Bause ist. Nach
Möglichkeit sollte man aber versuchen, doch irgendwie ein Exemplar
für sein Referat zu ergattern. Denn für diesen Zweck hat mir
der "Stryer" sehr gut gefallen. Aber das bessere Lehrbuch für
Medizinstudenten ist meiner Meinung nach der "Löffler/Petrides".
Erschienen im Spektrum Verlag, Heidelberg, 4. Auflage, 1996
ISBN: 3-86025-346-8
1125 Seiten, gebunden, EUR 79,95
Karlson,
Doenecke, Koolman: "Kurzes Lehrbuch der Biochemie für Mediziner und
Naturwissenschaftler"
Wie der Name schon nahelegt, handelt es sich beim "Karlson" um ein
Kurzlehrbuch.
Dies merkt man auch deutlich, da viele (auch wichtige) Aspekte der
Biochemie
nur am Rande angesprochen werden. Insgesamt ist alles sehr gestrafft
dargestellt und läßt oft genug Fragen offen.
Und nicht zuletzt der Sprachstil dieses Lehrbuches erschwert das rasche
Durcharbeiten und das Verständnis der Zusammenhänge.
An einigen Stellen erscheint der "Karlson" wirr strukturiert, wie sich
überhaupt sein Ordnungsprinzip mir nicht offenbart hat. So ist
z.B. die Besprechung des Citratcyclus vor der Glykolyse zumindest
eigenwillig zu nennen.
Angesichts des Alters des Lehrbuches (letzte Auflage aus dem Jahre
1994)
fehlen zudem neue Forschungserkenntnisse, die sich in anderen
Lehrbüchern bereits niedergeschlagen haben. Da der Thieme-Verlag zudem
im Jahr 2002 mit dem "Horn" ("Biochemie des Menschen",
ISBN 3-13-130881-8) ein weiteres Biochemie-Lehrbuch herausgebracht
hat,
steht zu bezweifeln, daß der "Karlson" noch weitergeführt werden
wird.
Fazit: Mir hat der "Karlson" überhaupt nicht gefallen, und ich habe
nur sehr wenig damit gearbeitet. Wer sich trotzdem dafür interessiert,
wird unter Garantie auf jedem "Bücherflohmarkt" in der Neuen Anatomie
fündig werden - dort zählt der "Karlson" zu den am
häufigsten angebotenen Büchern überhaupt.
Erschienen im Thieme Verlag, Stuttgart, 14. Auflage, 1994
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
ISBN: 3-13-357814-6
596 Seiten, Paperback, EUR 39,95
Domagk,
Zech: "Schwarze Reihe GK1 - Biochemie"
Um es direkt klar zu sagen: Die "Schwarze Reihe" ist kein richtiges
Lehrbuch,
sondern in erster Linie eine Sammlung von kommentierten
Physikumsfragen. Zusätzlich finden sich aber bei den Fragenkommentaren
183 Lerntexte,
die die wichtigsten Fakten der Biochemie gut und verständlich
zusammenfassen.
Die 1030 Original-Physikumsfragen sind ausnahmslos mit kommentieren
Lösungen versehen und somit ideal zum "Kreuzen". Denn es wird
bei jeder Frage genau erläutert, warum genau diese Antwort richtig und
die anderen Antworten falsch sind.
Fazit: Zur Vorbereitung auf die Biochemie-Klausur ist dieser Band der
"Schwarzen Reihe" sehr gut geeignet. Die zahlreichen Fragen ähnelten
zumindest in den mir bekannten Klausuren sehr den tatsächlichen
Klausurfragen und stellen so eine gute Übung dar. Die Lerntexte sind
eine gute Wiederholung, wenn man bereits für das Biochemie-Colloquium
gelernt hatte. Insgesamt läßt sich diese Fragensammlung
durchaus in einer Woche komplett durcharbeiten - etwa die
Zeit,
die vor der Biochemie-Klausur zum Lernen verbleibt.
Hinweis: Wer im dritten Semester die Biochemie-Klausur schreibt, sollte
darüber nachdenken, sich nicht nur den Biochemie-Band, sondern direkt
die komplette "Schwarze Reihe" zu kaufen. Denn das Komplettpaket ist im
Vergleich zum Einzelkauf aller Bände deutlich günstiger und
für das Physikum sowieso obligatorisch.
Erschienen im Thieme Verlag, Stuttgart, 15. Auflage, 2001
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
ISBN: 3-13-114635-4
408 Seiten, Paperback, EUR 24,95
Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit!
| Veranstaltungs-Nr. |
2261 |
| Veranstaltungsort |
Praktikumssaal des
Instituts für Physiologische Chemie |
| Veranstaltungstag |
Mittwoch oder Freitag |
| Veranstaltungszeit |
14ct-19.15h |
|