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Chemie-Praktikum

Allgemeines zum Chemie-Praktikum
Kleine Hilfe zum Praktikum
Hinweise zur Klausur
Scheinausgabe
Literaturempfehlungen
Nützliche Web-Adressen zur Chemie
Hinweise zur Veranstaltung

Allgemeines zum Chemie-Praktikum

Das Chemie-Praktikum zählt in Bonn noch zu den "echten Abenteuern". Als erstes gilt es nämlich, das Chemische Institut zu finden. Für ganz Verzweifelte gibt's dazu hier eine kurze Wegbeschreibung.

Ist diese erste Hürde genommen, gilt es noch das Problem der Anmeldung zu meistern. Denn um den begehrten Dienstag als Praktikumstag zu bekommen, sollte man früh aufstehen. Dieses Semester waren die ersten von uns gegen 7 Uhr vor Ort...
Manch einer mag sich jetzt vielleicht fragen "Warum so früh aufstehen, nur um dienstags Praktikum zu haben?". Nun, das ist ganz einfach: Das Biologie-Praktikum ist entweder Donnerstags oder Freitags, und die Biologen berücksichtigen bei der Anmeldung (anders als die Chemiker) leider die persönlichen Wünsche kaum. Will man also sicher vermeiden, daß beide Praktika am selben Tag liegen, stehen nur noch Montag oder Dienstag zur Wahl. Und der Dienstag erlaubt zur Not auch mal ein langes Wochenende...
Zu dieser kleinen Camping-Einlage sollte man neben Verpflegung (2 Stunden können lang sein, wenn man wartet...) unbedingt ein Paßbild mitbringen. Denn das wird an die Teilnehmerkarte getackert. Diese Karte ist der Nachweis, daß alle Praktikumstage auch erfolgreich absolviert wurden. Wer sie verliert, muß das ganze Praktikum wiederholen. Also paßt auf Eure Karten auf!

Für das Praktikum benötigt man einen Kittel aus 100% Baumwolle (wichtig wegen der Säuren!), sowie eine spezielle Versicherung (kostet 8 DM). Kittel wie auch Überweisungsvordrucke gibt es bei der Fachschaft Chemie.
Das Chemie-Praktikum ist leider nicht ganz so leicht, besonders die Seminare können - je nach Tutor - ganz schön anstrengend werden. Es empfiehlt sich wirklich, sich auf die einzelnen Praktikumstage sehr gut vorzubereiten. Was vorzubereiten ist, steht im Praktikumsskript, das man bei der Anmeldung erhält. Eine gute Vorbereitung erleichtert nicht nur das Seminar und die Versuche, sondern ist zugleich schon der erste Schritt zur Vorbereitung auf die Klausur.

Normalerweise sollte jeder, der sich nicht ganz blöd anstellt, seine Unterschrift auf der Teilnehmerkarte bekommen. Lediglich zwei Kurstage (der 3. und 5.) sind ein wenig schwieriger. Denn hier gilt es, Arbeitsbögen zuhause auszufüllen und innerhalb von zwei Tagen zur Korrektur abzugeben.
Da die Bögen meist über mehrere Jahre hinweg gleich bleiben, hier einfach mal meine Bögen zum Ideensammeln:
Arbeitsbogen zum 3. Kurstag
Arbeitsbogen zum 5. Kurstag
(Achtung! Aufgrund der vielen Graphiken kann der Ladevorgang relativ lange dauern!)


Hinweise zur Klausur:

In Chemie werden zwei Klausuren geschrieben, dabei müssen in der Anorganik-Klausur (in der Mitte des Semesters) 8 von 15 Punkten erreicht werden, in der Organik-Klausur (am Ende des Semesters) sind es 16 von 30. 10 bzw. 20 der Aufgaben sind dabei Multiple Choice, der Rest meist Aufschreiben von Reaktionsgleichungen, Lösen von Redox-Aufgaben (AC) oder Zeichnen von Strukturformeln (OC).
Die Klausurergebnisse werden meist noch am selben Abend im Chemischen Institut ausgehängt. Wer in der AC und/oder in der OC nicht besteht, hat noch eine zweite Chance in der Nachklausur, die eine Woche nach der OC-Klausur stattfindet. AC- und OC-Nachklausur finden am selben Vormittag statt, zwischen den Klausuren liegt nur eine kurze Pause!

Die Klausuren unterscheiden sich natürlich in ihrer Schwierigkeit von Jahr zu Jahr. Jedoch ist ganz allgemein ein Trend zu beobachten: Die Schwierigkeit der Klausuren hat insgesamt abgenommen, d.h. die Klausuren der frühen 90er Jahre waren deutlich schwerer als die heutigen.
Trotzdem zählen die Fragensammlungen zu Anorganik und Organik (erhätlich in der Fachschaft!) zu den wichtigsten Vorbereitungsmaterialien. Denn der Fragentyp der Multiple Choice Questions ist von der Schule her nicht vertraut, er widerspricht sogar vielen dort gelehrten Ansichten.
Daher möchte ich diese beiden Fragensammlungen jedem dringendst ans Herz legen. Ein Durcharbeiten der Lehrbücher reicht meiner Erfahrung nach nämlich nicht aus. Beim Kreuzen sollte man sich allerdings nicht blind auf die Antworten verlassen - die Fragensammlungen der Fachschaft enthalten nämlich zahlreiche Fehler.

Wer weiter üben möchte (und Fragensammlungen mit vertrauenswürdigen Antworten sucht), für den gibt es bei Bouvier die "Teske-Fragensammlungen" (mehr Infos unter www.Teske-INF.de).

Abschließend noch eine Warnung: Nehmt die Klausuren nicht zu leicht! Chemie ist das anspruchsvollste Fach der Vorklinik. Durchfallquoten in der OC von über 50% haben das bei uns wieder einmal bestätigt. Trotz allem: Man kann die Klausuren auch beide im ersten Anlauf schaffen!


Scheinausgabe:

Da es aus irgendwelchen (mir völlig unerfindlichen) Gründen keinerlei Aushänge zur Scheinausgabe gibt, hier noch ein paar Informationen für alle, die glücklich bestanden haben und jetzt verzweifelt auf der Suche nach ihrem Schein sind:
Seinen Schein kann man sich meist ab der Woche nach der Nachklausur im Geschäftszimmer des Chemischen Instituts abholen (im Erdgeschoß rechts, dann auf der linken Seite, Raum 103; zwischen 9h und 16h). Alternativ kann man auch einen frankierten und adressierten Rückumschlag in den "Medizinerbriefkasten" werfen; dann wird der Schein zugeschickt.


Literatur:

Zeeck: "Chemie für Mediziner"
Der "Zeeck" bietet ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis und deckt die wichtigsten Fragen ab. Der Aufbau ist logisch, gut durchdacht und hilft bei der gezielten Vorbereitung auf die einzelnen Praktikumstage. Durch Beispiele aus der Klinik wird zudem versucht, den Stoff nicht allzu trocken zu vermitteln.
Wer allerdings versucht, wirklich alle Punkte des Praktikumsskriptes durchzuarbeiten, wird im "Zeeck" nicht immer fündig werden. Diese Vorauswahl wirkt mitunter störend (vor allem in der Anorganik), hilft aber, sich auf die wesentlichen Punkte zu beschränken. Man kann für die Praktikumsvorbereitung einfach die einzelnen Kapitel durcharbeiten und wird auf nur wenig "Ballast" stoßen.
Für die Organik hat mir der "Zeeck" sogar ausnehmend gut gefallen, dort waren alle wesentlichen Punkte abgedeckt und (meiner Meinung nach) sehr gut erklärt.
Daher meine Empfehlung: "Zeeck" und bei Bedarf ein größeres Nachschlagewerk aus der Lehrbuchsammlung.
Erschienen im Verlag Urban & Fischer, München, 4. Auflage, 2000
Weitere Informationen sind auf der Verlagshomepage zu finden.
ISBN: 3-437-42440-8
361 Seiten, Paperback, EUR 30,63

Mortimer: "Das Basiswissen der Chemie"
Der "Mortimer" ist ein äußerst umfassendes Lehrwerk der Chemie. Die umfassende Behandlung des Stoffes der Anorganik sowie ein etwas eigentümliches Ordnungsprinzip führen jedoch dazu, daß man sich leicht in der Menge der Seiten verlieren kann.
Außerdem scheint man bemüht gewesen zu sein, eine zu große Ausführlichkeit in der Anorganik durch eine größere Knappheit in der Organik wieder wettzumachen. Denn dort werden einige Themenkomplexe überraschend knapp abgehandelt, z.B. die Kohlenhydrate auf nur vier Seiten.
Als Einführung in die Chemie, gerade in die Anorganik, ist der "Mortimer" sicher gut geeignet - gerade für Studenten ohne chemische Vorkenntnisse und mit genügend Zeit (!).
Als Nachschlagewerk gefällt mir der "Mortimer" recht gut, gerade in Ergänzung zum "Zeeck" - allerdings mit Einschränkungen in der Organik. Wer alleine mit dem "Mortimer" lernen will, der wird viel Zeit benötigen - oder die Fähigkeit, sehr selektiv zu lesen.
Angesichts des Preises empfehle ich aber dringend, in der Lehrbuchsammlung erst einmal einen Blick in den "Mortimer" zu werfen!
Erschienen im Thieme-Verlag, Stuttgart, 7. Auflage, 2001
Weitere Informationen sind auf der Verlagshomepage zu finden.
ISBN: 3-13-484307-2
744 Seiten, Paperback, EUR 54,95

Skript "Chemie der wäßrigen Lösungen"
Dieses Skript ist eine Zusammenfassung der Anorganik-Vorlesung von Prof. Ross. Bis auf geringfügige Änderungen in der Reihenfolge stimmte es auch in diesem Semester exakt mit seiner Vorlesung überein. Damit ist es ideal für alle, die diese Vorlesung nach- oder vorbereiten wollen.
Ob die Schwerpunktsetzung des Skriptes (wie auch der Vorlesung natürlich) richtig sind, wird wohl eine Geschmacksfrage sein. Mir persönlich haben weder Skript noch Vorlesung sonderlich geholfen. Aber man kann ja mal einen Blick in das Skript riskieren...
Erhätlich bei der Fachschaft Chemie, 17. Auflage, 1993
192 Seiten, Paperback, DM 10,00

M. Berndt: "Scriptum der Chemie I: Anorganik"
Dieses Skript bietet einen Kurzdurchgang durch die anorganische Chemie. Als alleinige Lerngrundlage ist es mit Sicherheit nicht ausreichend, aber als Kurzüberblück ist es durchaus brauchbar. So könnte es z.B. allen "Mortimer"-Lernern als Orientierung dienen, welche Punkte besonders wichtig sind. Mir gefiel es deutlich besser als das Skript der Fachschaft.
Wer braucht dieses Skript wirklich? Sicher alle, die zu faul sind, sich selbst Stichpunkte herauszuschreiben. Werft bei Bouvier mal einen Blick hinein, man muß es ja nicht gleich kaufen.
Erschienen bei bon(n)-medizin, Herdecke, 6. Auflage, 1995
Weitere Informationen sind auf der Verlagshomepage zu finden.
61 Seiten, Paperback, DM 12,00

M. Berndt: "Scriptum der Chemie II: Organik"
Dieses Skript ist deutlich besser als die Anorganik-Ausgabe. Außerdem lohnt sich sein Kauf wirklich, denn der Inhalt stimmt nahezu 1:1 mit den Vorlesungsanschrieben überein!
Auf diese Weise kann man während der Vorlesungen versuchen, dem Stoff inhaltlich zu folgen, anstatt nur angestrengt abzuschreiben. Außerdem vermeidet man die unvermeidlichen Abschreibfehler.
Im Gegensatz zum Anorganik-Skript kann ich dieses Skript wirklich empfehlen, einfach mal reinschauen!
Erschienen bei bon(n)-medizin, Herdecke, Nachdruck der 6. Auflage, 1990/1991
Weitere Informationen sind auf der Verlagshomepage zu finden.
116 Seiten, Paperback, DM 18,00

Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit!

Nützliche Web-Adressen zur Chemie:

Uni Bonn: Fachschaft Chemie
(http://www.chemie.uni-bonn.de/fachschaft/main.htm)
Die Bonner Fachschaft Chemie im Internet.

Homepage Prof. Dr. S. Bräse
(http://www.chemie.uni-bonn.de/oc/ak_sb/homepage.htm)
Prof. Bräse (der die Organik-Vorlesung hält) stellt auf seiner Seite einige Folien zu seiner Vorlesung ins Internet.

Allgemeine Chemie B, II. Teil: Organische Chemie für Biologen und Sekundarlehrer-Studenten
(http://www.oci.unizh.ch/edu/lectures/material/AC_BII/)
Hier gibt es online eine sehr schöne Einführung in die Organische Chemie. Stellenweise ist diese zwar für den Mediziner ein wenig zu ausführlich, aber man sollte ruhig schonmal reinschauen!

Substitutionsreaktionen an Aromaten
(http://www.chemie.fu-berlin.de/chemistry/oc/oc2/aromaten.html)
Eine Übersicht über Substitutionsreaktionen am Aromaten. Sehr umfangreich, und wer nach Informationen dazu sucht, wird hier sicher etwas finden.

de.sci.chemie
Diese Newsgroup ist eine gute Anlaufstellte für verzweifelte Medizin-Studenten. Wer Fragen zur Chemie hat und auch nach intensiver Recherche und eigenem Bemühen (!) keine Antwort gefunden hat, der darf hier gerne freundlich (!) nachfragen.
Unbedingt die Nettiquette beachten!

Linkverzeichnis von de.sci.chemie
(http://www.svbuc.de/dsc/katalog.html)
Hier findet sich u.a. die FAQ von de.sci.chemie, sowie weitere nützliche Beiträge. Immer einen Blick wert!

C-Design Freeware
(http://www.ch.tum.de/oc1/EFontain/C-Design/)
Wer einmal selbst chemische Moleküle am Computer zeichnen will (sowas soll's ja geben...), der erhält mit diesem Programm kostenlos die Möglichkeit dazu. Die Software ist ausgereift, stabil und einigermaßen intuitiv zu bedienen.

"Internet - Schulchemie"
(http://alp.dillingen.de/projekte/cii/chempge)
Eine interaktive Lernumgebung zum Thema Chemie. Zwar bezieht sie sich prinzipiell auf die "Schul-Chemie", doch durch die Anschaulichkeit der Beiträge (Plugin benötigt!) hilft sie vielleicht auch dem einen oder anderen Mediziner weiter.

SPOT Software Archiv
(http://spot.fho-emden.de/ftp/chemie.htm)
Wer ein Programm im naturwissenschaftlichen Aufgabenfeld sucht, könnte auf dieser Seite fündig werden.

The Periodic Table Challenge
(http://www.ilpi.com/genchem/periodicquiz.htm)
Das Periodensystem als Quiz. Eigentlich erhält man bei den Chemie-Klausuren ein gedrucktes Periodensystem - aber auch da gab es schon Ausnahmen. Wer sich also 100%ig absichern möchte, kann schonmal mit dem Lernen anfangen...

Hinweise zur Veranstaltung:

Veranstaltungs-Nr. 7044
Veranstaltungsort Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie
Veranstaltungstag Montag (Gruppe I)
Dienstag (Gruppe II)
Donnerstag (Gruppe III)
Freitag (Gruppe IV)
Veranstaltungszeit 13.30h-14.30h (Seminar)
14.35h-17.30h (Praktikum)
Veranstaltungsdauer 8 x 240 Minuten

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   Letzte Änderung: 9.2.2004 by Hans-Michael Gerhards (HM-Gerhards@gmx.de)