EKG-Diagnostik
Allgemeines zur EKG-Diagnostik
Die EKG-Diagnostik gehört bereits seit einigen Jahrzehnten zu den
grundlegenden Techniken, die eigentlich jeder Arzt beherrschen sollte.
Bereits in der Vorklinik werden im Physiologie-Praktikum die Grundlagen
des EKG vermittelt, allerdings häufig auf die Theorie und den
Normalbefund beschränkt.
Gerade mit Blick auf Famulaturen und Praktisches Jahr ist es daher
ratsam, sich
möglichst früh mit der grundlegenden EKG-Diagnostik näher
vertraut zu machen. Und insbesondere wer in der Inneren
Medizin/Kardiologie
famuliert, sollte jede Möglichkeit nutzen, um geschriebene EKGs zu
befunden und zu deuten - und die eigenen Ergebnisse mit denen eines
erfahrenen
Arztes zu vergleichen! Denn nur durch sehr viel Übung gelingt die
schnelle
und sichere Befundung, Lehrbücher können nur die Grundlage dazu
schaffen.
Literatur:
Schuster,
Trappe: "EKG-Kurs für Isabel"
Der "EKG-Kurs für Isabel" ist eine vollständige Einführung in die
EKG-Interpretation, der keinerlei Vorkenntnisse der EKG-Diagnostik
voraussetzt.
In 32 Lektionen wird jeweils ein konkretes Thema in sehr verständlicher
Form
und mit vielen Abbildungen dargestellt, z.B. die Zacken des EKG, die
verschiedenen
Ableitungen, Bestimmung des Lagetyps oder das Infarkt-EKG. Auch
"Spezialthemen"
wie Brugada-Syndrom oder Situs inversus cordis werden behandelt. Die
Lerntexte
sind leicht verständlich und angenehm zu lesen, und auch klinische
Symptome der beschriebenen Krankheitsbilder werden dargestellt.
Die zahlreichen Schemazeichnungen sind übersichtlich und gut gelungen.
Dabei
ist jeder Zacke und Strecke des schematisierten EKGs eine Farbe
zugeordnet, die
in allen Abbildungen des Buches beibehalten wird. Dadurch wird eine
schnelle
Orientierung erleichtert.
Am Ende jeden Kapitels werden die wesentlichen Punkte noch einmal in
einem
"Merke"-Kästchen übersichtlich zusammengefaßt - sehr gut geeignet,
um sich später z.B. bestimmte Störungen wieder ins Gedächtnis
zurückzurufen.
Der eigentliche Lehrbuchteil wird gefolgt von einem EKG-Übungsteil, in
dem
40 Beispiel-EKGs (meist in Originalgröße) abgedruckt sind. Jedes der
EKGs beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit einer bestimmten
Störung, so daß der Änfänger zunächst nicht durch
Komplexität überfordert wird. Hier kann man das erworbene Wissen zur
EKG-Interpretation dann sehr gut testen, denn jedes EKG wird in einem
weiteren
Anhang ausführlich befundet, gedeutet und kommentiert.
Hat man erst einmal ein wenig Übung in der EKG-Befundung, findet man im
letzten Kapitel des Buches eine neue Herausforderung. Denn im
"EKG-Quiz"
sind noch einmal 12 EKGs (alle in Originalgröße) abgedruckt, die
sich - wie im richtigen Leben - durch eine Kombination verschiedener
abnormer Befunde auszeichnen. Hier wird der kritische Blick geschult
und noch
das eine oder andere Detail vermittelt, auf das im Lehrbuchteil
verzichtet
wurde. Natürlich sind auch diese EKGs ausf¨hrlich befundet, gedeutet
und kommentiert.
Angenehm fällt auch auf, daß sämtliche EKGs aus dem Beispielteil
sowie aus dem EKG-Quiz im Sachverzeichnis erfaßt sind. Wer im
Klinikalltag
ein Referenz-EKG sucht, wird so schnell fündig.
Fazit: "EKG-Kurs für Isabel" ist ein absolut empfehlenswertes Lehrbuch,
mit
dem zu lernen wirklich Spaß macht. Wer eine gute und verständliche
Einführung in die EKG-Diagnostik sucht, die nicht oberflächlich
bleibt, sondern auch in die Tiefe geht, ist hier genau richtig. Durch
Breite der
behandelten Themen, die schnell zu finden "Merke-Kästen" und
Referenz-EKGs
ist dieses Lehrbuch auch gut dazu geeignet, im späteren Klinikalltag
etwas
nachzuschlagen - nicht nur etwas für Anfänger!
Erschienen im Thieme-Verlag, Stuttgart, 3. Auflage, 2001
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
(http://www.thieme.de)
zu finden.
ISBN: 3-13-127283-X
323 Seiten, Paperback, EUR 32,95
Wiegand,
Schneider: "EKG-Fibel"
Die "EKG-Fibel" ist ein kompaktes Nachschlagewerk für die Kitteltasche,
in dem
Grundlagen und typische EKG-Veränderungen kurz und knapp beschrieben
werden.
Das beginnt bei so "lebenswichtigen Kleinigkeiten" wie der
Farbkodierung und richtigen
Positionierung der einzelnen Ableitungselektroden und führt über
Lagetypen,
Blockbilder, Herzveränderungen, Langzeit- und Belastungs-EKG und vieles
mehr bis hin zur Infarktdiagnostik.
Durch die Knappheit bedingt, sind die kurzen, teils stichwortartigen
Erläuterungen zwangsläufig nicht immer vollständig. Alle wesentlichen
Punkte sind aber abgedeckt, und es ist genügend Platz für eigene
Anmerkungen
vorhanden.
Fazit: Für Anfänger ohne Kenntnisse der EKG-Diagnostik ist die
"EKG-Fibel"
eindeutig nicht geeignet. Wer aber ein knappes und kompaktes
Nachschlagewerk für
die Kitteltasche sucht, weil er sich z.B. die Farben der Elektroden,
die Kriterien
für einen Linksanterioren Hemiblock oder die Infarktlokalisation nicht
merken
kann, der ist mit der "EKG-Fibel" gut bedient. Da es sie obendrein als
kostenloses Werbegeschenk gibt, sollte man nicht zögern und sich ein
Exemplar sichern!
Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit!
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