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Vorlesung "Embryologie"

Allgemeines zur Vorlesung
Literaturempfehlungen
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Hinweise zur Veranstaltung

Allgemeines zur Vorlesung

Die Embryologie-Vorlesung behandelt die menschliche Entwicklung von der Entwicklung der Keimzellen über Befruchtung und Implantation bis zur Embryonal- und Fetalentwicklung mit der Entwicklung der einzelnen Organe und Organsysteme.
Gehalten wird sie von Prof. Franz, PD Dr. Baader und Prof. Büssow. Jeder der drei Dozenten hat einen eigenen, unverwechselbaren Vorlesungsstil und setzt ganz eigene Schwerpunkte in seinen Betrachtungen. So wird man z.B. im Vorlesungsteil von Prof. Franz nicht um die Erkenntnis herumkommen, daß es zu nahezu jeder Fragestellung in der Embryologie mindestens eine "Knock-Out-Maus" gibt... ;-)
Insgesamt sind alle Dozenten bemüht, die menschliche Entwicklung verständlich darzustellen. Vieles, was im Embryologie-Lehrbuch zu kurz kommt, wird in der Vorlesung so behandelt, daß man es endlich verstehen kann. Aber natürlich gilt auch hier: Ohne ein Lehrbuch zum Nacharbeiten offen gebliebener Fragen geht es nicht.
Im Gegenzug erhält man bei der Beschäftigung mit der Thematik Einblicke in mögliche Ursachen von Fehlbildungen und versteht an so mancher Stelle, warum der menschliche Körper so und nicht anders strukturiert ist. Diese Erkenntnisse sind oftmals auch für den Präparierkurs hilfreich!

Thematisch ist die Vorlesung dem Präparierkurs zumindest angelehnt. So werden vor dem Eingeweidetestat die Entwicklung von Herz, Lunge und Verdauungssystem besprochen, während das Urogenitalsystem erst danach (passend zum Beckentestat) betrachtet wird. Und die Entwicklung von Schädel und ZNS folgt zum Abschluß der Vorlesung - also vor dem Kopftestat.
Da in einigen Testaten (besonders im Eingeweidetestat!) von manchen Prüfern gerne Themen aus der Embryologie abgefragt werden, empfiehlt sich der Besuch dieser Vorlesung durchaus. Leider schrecken offenbar die komplexe Thematik und die vergleichsweise frühe Uhrzeit (9ct) viele Studenten ab, denn die Hörerzahl ist durchaus "überschaubar" und verringert sich gegen Ende des Semesters weiter.

Ich kann nur empfehlen, sich diese Vorlesung zumindest einmal anzuhören, solange man die Zeit dazu hat. Mit den hier besprochenen Themen muß man sich ohnehin auseinandersetzen, und die Embryologie ist ein sehr theoretisches Fach, das sich im Lehrbuch nur schwer vermitteln läßt.


In den meisten ausführlichen Anatomie-Lehrbüchern findet man Informationen zur Entwicklung der einzelnen Organsysteme, z.B. im "Schiebler" oder natürlich im "Benninghoff". Trotzdem gibt es auch eigene Embryologie-Lehrbücher, die für den Präparierkurs aber nicht unbedingt erforderlich sind.
Wer sich tiefergehend für die Thematik interessiert oder eine konzentrierte Beschreibung der Embryologie sucht, für den sind solche Lehrbücher aber durchaus von Interesse.

Sadler: "Medizinische Embryologie"
Kurz und verständlich beschreibt der Autor dieses Taschenlehrbuches die menschliche Entwicklung. Sicher gibt es deutlich ausführlichere Werke zu diesem Thema, aber zur Begleitung von Embryologie-Vorlesung und Präparierkurs hat sich mir der "Sadler" als vollkommen ausreichend dargestellt.
Das Buch ist aufgeteilt in die zwei Abschnitte "Allgemeine Embryologie" und "Spezielle Embryologie". Während im ersten Abschnitt Gametogenese und die Entwicklung des Embryos (bzw. Feten) im ganzen beschrieben wird, befaßt sich der zweite Teil mit der Entwicklung der einzelnen Organsysteme.
Wie der Titel schon vermuten läß, beschäftigt sich dieses Embryologie-Lehrbuch dabei auch sehr intensiv mit den möglichen Fehlbildungen und deren klinischen Erscheinungsbildern. So werden trockene embryologische Fakten mit klinisch Relevantem zu einem sehr angenehm zu lesenden Lehrbuch verbunden. Viele farbige Abbildungen und Bilder erleichtern das Verständnis der beschriebenen Entwicklungsvorgänge und illustrieren die möglichen Fehlbildungen anhand klinischer Beispiele.
Am Ende jeden Kapitels finden sich eine Kurzzusammenfassung des jeweiligen Kapitels (gut zur Wiederholung kurz vor einem Testat!) und einige Fragen zu den vermittelten Inhalten.
Wer bemüht ist, mit möglichst geringem Aufwand durch das ohnehin sehr arbeitsintensive Semester zu kommen, kann auf dieses Lehrbuch ohne weiteres verzichten. Für alle anderen, die sich für die Thematik interessieren, könnte der "Sadler" aber durchaus einen Blick wert sein.
Erschienen im Thieme Verlag, Stuttgart, 9. Auflage, 1998
Weitere Informationen sind auf der Verlagshomepage zu finden.
ISBN: 3-13-446609-0
469 Seiten, Paperback, EUR 24,95


Übersicht der Entwicklung des Menschen
(http://www.uni-mainz.de/FB/Medizin/Anatomie/workshop/Embryology/Tage.htm)

Auf dieser Seite wird die menschliche Entwicklung streng chronologisch geordnet dargestellt. Gut geeignet für alle, die wissen wollen, was wann passiert.

Topographische Entwicklungsgeschichte des Menschen
(http://homepage.uni-tuebingen.de/student/peter.p.hennig/Anatomie/embryo1.pdf)

Dieses PDF-Dokument ist zumindest als sehr ausführliches Skript zum Thema Embryologie zu sehen. In seiner Ausführlichkeit übertrifft es sicher das eine oder andere Kurzlehrbuch und ist einen Blick für alle diejenigen wert, die die Ausgabe für ein Lehrbuch scheuen!

Vorlesungs-Video(!) zum Thema Rechts-Links-Asymmetrie
(http://timms.uni-tuebingen.de/jtimms/servlet/list02servlet0?clist=1490$3628.0)

Hier findet sich eine Videoaufzeichnung einer Vorlesung, die sich mit dem Thema Rechts-Links-Asymmetrie und früh im Embryo exprimierte Moleküle (sonic hedgehog) beschäftigt. Wer schon die Bonner Vorlesung nicht besucht, kann ja hier einmal einen Blick hineinwerfen.

Situs Inversus und Entstehungsursachen
(http://www.kartagener-syndrom.de/situs_inversus.htm)

Wer wissen möchte, wie es zur Entstehung eines "Situs inversus" kommt, findet auf dieser Seite einen kurzen Abriß der Thematik.

Spezifizierung der Körperachsen: Die Rolle von Homeobox-Transkriptionsfaktoren der goosecoid und Pitx-Genfamilien während der frühen Empryogenese der Wirbeltiere
(http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/vvv/fzk/6461/6461.pdf)

Vorsicht, dieses PDF-Dokument ist 26MB groß! Die reine Textfassung (ohne Bilder) findet sich unter http://www.ubka.uni-karlsruhe.de/vvv/fzk/6461/6461.text.
Wie schon der Titel erahnen läßt, handelt es sich hierbei um eine Dissertation, die sich auf molekularbiologischer Ebene mit der Ausprägung der Rechts-Links-Asymmetrie befaßt. Diese detaillierte Darstellung ist wirklich nur zu empfehlen, wenn man sich sehr für die betrachtete Thematik interessiert - sonst wird man von dieser Arbeit einfach nur erschlagen.


Veranstaltungs-Nr. 2233
Veranstaltungsort Neue Anatomie, HS B
Veranstaltungstag Donnerstag und Freitag
Veranstaltungszeit 9ct

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   Letzte Änderung: 9.2.2004 by Hans-Michael Gerhards (HM-Gerhards@gmx.de)