Kursus der mikroskopischen Anatomie (Histo-Kurs)
Allgemeines zum Histo-Kurs
Das Wichtigste direkt vorneweg: Die
Anmeldung zum Histo-Kurs erfolgt im jeweils
vorhergehenden Wintersemester schriftlich. Dazu steht ein Kasten mit
Formularen
im Foyer der neuen Anatomie, meist für ca. 3-4 Wochen.
Man sollte
die Anmeldung auf keinen Fall vergessen, denn sonst gelangt man nur auf
eine
Nachrückerliste und nimmt unter Umständen nicht am Kurs teil!
Einzige Voraussetzung für den Histo-Kurs ist, daß man in Bonn
für Human- oder Zahnmedizin eingeschrieben und mindestens im zweiten
Fachsemester ist. Es empfiehlt sich aber, die Vorlesung
"Grundlagen der medizinischen Zellbiologie" im Wintersemester
gehört
oder sich in den Semesterferien etwas auf den Kurs vorbereitet zu
haben. Denn
mit dem SS 2002 wurde zum ersten Mal ein Eingangstestat
geschrieben, das
ab dem SS 2003 über die weitere Teilnahme am Kurs entscheiden
soll!
Im Histo-Kurs werden drei Testate geschrieben, ein Eingangstestat in
der ersten
Woche, ein Testat nach der Hälfte des Kurses (am 9. Kurstag) und
eines zum Abschluß des Kurses (am 20. Kurstag).
Die Bewertung des Eingangstestates ist momentan noch unklar, denn in
diesem
Semester fand nur ein "Testlauf" statt; erst im SS 2003 soll das
Eingangstestat wirklich für den Kurs zählen. Als kleine Hilfe gibt's
hier die Fragen des
Eingangstestats 2002.
Bei den beiden weiteren Testaten gilt: Es gibt jeweils 11 Punkte zu
erreichen,
davon sind jeweils mindestens 5 Punkte zum Bestehen nötig. Für
den Schein braucht man insgesamt mindestens 12 Punkte.
Man sollte also versuchen, im ersten Testat mindestens 7 Punkte zu
erzielen, dann genügt die Mindestpunktzahl von 5 Punkten im
(deutlich
schwereren) zweiten Testat am Kursende.
Wer das nicht im ersten Anlauf schafft, für den gibt es ein
Schlußtestat wenige Tage nach Ende des Kurses sowie ein Nachtestat zu
Beginn des folgenden Wintersemesters.
Zur Abschreckung: Von knapp 360 Studenten in den 3 Histo-Kursen mußten
im
SS 2002 149 ins Nachtestat, davon wiederum 120 ins
Nachtestat! Ganz ohne Lernen bekommt man diesen Schein sicher auch
nicht...
Zur Vorbereitung auf die Testate ist die Fragensammlung der Fachschaft
(wieder einmal) sehr zu empfehlen. Mit den
dort aufgeführten Fragen sollte das Eingangstestat kein Problem
darstellen, und auch in den folgenden Testaten
hat man einige der Punkte für die Fragen ohne Bilder schonmal sicher.
Die Bilder sind (im ersten Testat) meist sehr klar zu
identifizieren, ebenso die Präparate. Wer im Kurs nicht
nur geschlafen hat, der sollte z.B. mit dem Wiedererkennen von
Skelettmuskulatur keine Schwierigkeiten haben!
Das zweite Testat ist hingegen deutlich schwieriger. Zur Vorbereitung
empfiehlt es sich dringend, sich alle
Präparate des Kurses gut einzuprägen, sei es beim freien Mikroskopieren
oder von der "Histo-CD". Denn
manche der Bilder sind nur schwer einzuordnen, vor allem wenn sie nur
vergrößerte Strukturen zeigen!
Vorsicht ist geboten bei der Frage "In welcher
Zellschicht des mehrschichtigen Plattenepithels findet man
proliferierende Zellen?". In den meisten Büchern findet sich die
Antwort "Stratum basale und Stratum
germinativum". In Bonn wird diese Antwort allerdings als falsch
angesehen, richtig ist allein
die Antwort "Stratum basale"!
Vorweg noch einmal der Hinweis: Angesichts der Massen an Fachliteratur
kann ich immer nur mit einer
Auswahl daraus arbeiten. Die Arbeit mit einem Fachbuch halte ich jedoch
für unbedingt erforderlich, will
man wirklich darüber ein Urteil abgeben.
Sollte ein Fachbuch also nicht in meinen Empfehlungen auftauchen, so
spricht das weder für noch gegen
dieses Buch - ich habe es lediglich nicht benutzt, sei es,
weil ich es nicht kannte, es nicht gefunden
habe oder es vielleicht vergriffen/noch nicht erschienen war.
Junqueira,
Carneiro, Kelley: "Histologie"
Dieses Lehrbuch befaßt sich sehr ausführlich mit allen für den
Histo-Kurs relevanten Geweben und
Organen. Diese Ausführlichkeit ist zugleich großer Vorteil als auch
Nachteil des Werkes, denn schnell
fühlt man sich verloren in der Menge der Informationen. Negativ fällt
in diesem Zusammenhang auch
auf, daß Zusammenfassungen der wichtigsten Fakten fehlen; lediglich
eine kurze Einführung zu Beginn
jedes der 24 Kapitel liefert einen groben Überblick über das
besprochene Gewebe bzw. Organ.
Angesichts des Umfangs eignet sich der "Junqueira" nicht für die
kurzfristige Vorbereitung eines Themas,
er ist aber nahezu ideal für alle, die sich in Ruhe (z.B. in den
Semesterferien) auf den Histo-Kurs vorbereiten
wollen. Für das Verständnis äußerst hilfreich sind die sehr guten
Schemazeichnungen, die
vermitteln, was mit Worten manchmal schwer auszudrücken ist.
Als "Atlasersatz", wie der "Junqueira" auch beworben wird, eignet er
sich meiner Ansicht nach jedoch nicht. Zu
gering ist die Zahl der lichtmikroskopischen Bilder, die meist auch
noch schwarz-weiß sind. Die vergleichsweise
große Zahl elektronenmikroskopischer Bilder mag das tiefere Verständnis
der Ultrastrukturen erleichtern,
zur Vorbereitung auf einen Kurs mit einer überwiegenden Zahl an
LM-Bildern sind sie jedoch wenig hilfreich.
Daher halte ich einen zusätzlichen Atlas für sehr empfehlenswert. Er
hilft, das theoretisch vermittelte
Wissen in den Präparaten anzuwenden und Strukturen zu erkennen und
einzuprägen.
Wer den Histo-Kurs mit einem Minimum an Arbeitsaufwand bewältigen
möchte, der ist mit dem "Junqueira"
sicher schlecht bedient. Opfert man hingegen im ohnehin ruhigen
Semester ein wenig Zeit für die Histologie,
dann kann man mit diesem Buch interessante Einblicke gewinnen.
Erschienen im Springer-Verlag, Berlin, 5. Auflage, 2002
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
ISBN: 3-540-41858-X
482 Seiten, gebunden, EUR 39,95
Stevens, Lowe:
"Histologie des Menschen"
Dieses Lehrbuch ist leider inzwischen vergriffen. Bei Bücherflohmärkten
u.ä. ist es jedoch
recht häufig anzutreffen, deshalb habe ich es in diese Liste mit
aufgenommen.
Wer dieses Buch zum ersten Mal aufschlägt, der wird vor allem eines
feststellen: Es ist "schön bunt"!
Tatsächlich wird das Erscheinungsbild dominiert von bunt umrahmten
Kästchen, vielen lichtmikroskopischen
Bildern und Schemazeichnungen. Inmitten der Fülle dieser "Ergänzungen"
fällt es zuweilen schwer, den
eigentlichen Fließtext zu finden ;-)
Der "Stevens" ist sehr gut geschrieben und beschränkt sich auf die
wesentlichen Fakten, die im Histo-Kurs
behandelt werden. In entsprechend gekennzeichneten Kästchen finden sich
kurze Zusammenfassungen
(das "Schlüsselwissen") bzw. Detailinformationen zu spezielleren
Themen. Die Schemazeichnungen sind
durchweg gut gelungen und vertiefen zusammen mit den zahlreichen
lichtmikroskopischen Bildern das Verständnis.
Sehr hilfreich sind auch die Hinweise zum Erkennen von Strukturen im
lichtmikroskopischen Bild. Einige pathologische
Bilder runden zusammen mit kleinen Prüfungsfragen am Ende jedes
Kapitels den Gesamteindruck ab.
Negativ fällt auf, daß sich leider einige Sachfehler bzw.
Ungenauigkeiten eingeschlichen haben. Eine
Korrekturliste dazu ist unter http://www.meb.uni-bonn.de/anatomie/cellbio/teaching/histokorrektur_d.htm
zu finden. Störend
ist weiterhin die durchgängige Benutzung des ungebräuchlichen Begriffes
"Supportgewebe" anstelle von
Bindegewebe. Sachlich mag dies korrekter sein, es führt aber zu
Verwirrungen bei der Verwendung anderer
Bücher sowie dem Vorbereiten/Nachbereiten von Vorlesung und Kurs.
Die Vielzahl der Bilder und Kästchen fürt auch dazu, daß die Themen
insgesamt eher knapp abgehandelt
werden. Das vermittelte Wissen sollte für das Bestehen des Histo-Kurses
ausreichend sein. Wem sich aber
tiefergehende Fragen stellen, der wird an der einen oder anderen Stelle
vergebens nach Antworten suchen.
Anders als der "Junqueira" ist der "Stevens" keinesfalls allumfassend,
dafür bietet er aber Kästchen für
den schnellen Überblick und viele schöne Bilder.
Erschienen im Verlag Chapman & Hall, Weinheim, 2.
Auflage, 1997
ISBN: 3-8261-0113-8
408 Seiten, Paperback, EUR 54,95
Wensch (Hrsg.): "Sobotta
Atlas Histologie"
Dieser Atlas enthält 528 Abbildungen, darunter sehr viele schöne licht-
und elektronenmikroskopische
Bilder sowie einige gut gelungene Schemazeichnungen.
Sicher gehört zum Erlernen der Histologie das eigenständige
Mikroskopieren unbedingt dazu. Aber die
Kurspräparate sind nicht immer ideal, und manche Strukturen sind nur
selten und schwer zu finden. Vor allem
wenn man nicht genau weiß, wie die gesuchte Struktur aussieht, fällt
das Finden um so schwerer. Daher
halte ich einen Histologie-Atlas für eine sehr sinnvolle und
anzuratende Ergänzung zu einem Lehrbuch.
Ob dies nun unbedingt der Sobotta-Atlas sein muß, kann ich nicht
beantworten. Es gibt auch hier ein
Konkurrenzprodukt aus dem Thieme-Verlag, den etwas handlicheren "Kühnel".
Da ich mit diesem aber
nicht gearbeitet habe, kann ich ihn auch nicht beurteilen.
Sehr gut gefallen haben mir beim Sobotta-Atlas die Bilder mit den
erläuternden Texten, die Lehrbuchwissen oft
erst verständlich gemacht haben. Die 15 Tabellen im Anhang stellen eine
gute Hilfe bei der Differentialdiagnose
der verschiedenen Organe dar und fassen die Lehrbuchaussagen kurz und
prägnant zusammen.
Zusammenfassend läßt sich sagen: Ein rundum empfehlenswertes Werk, auch
der Preis ist angesichts
der durchgehend farbigen Abbildungen (mit Ausnahme der EM-Aufnahmen
natürlich) durchaus gerechtfertigt.
Erschienen im Verlag Urban & Fischer, München, 6.
Auflage, 2002
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
ISBN: 3-437-43140-4
262 Seiten, gebunden, EUR 39,95
Leonhardt: "Histologie,
Zytologie und Mikroanatomie des Menschen"
Dieses "Taschenlehrbuch" wird seinem Namen vollkommen gerecht - es paßt
problemlos in jede Jackentasche!
Hier wird alles Wichtige gut und verständlich beschrieben,
Schemazeichnungen und Bilder in schwarz-weiß
dienen zur Vervollständigung. Der Schwerpunkt liegt jedoch eindeutig
auf dem theoretischen Wissen, nicht auf dem
praktischen Erkennen von Strukturen im Mikroskop. Daher stellt der
"Leonhardt" eine gute Ergänzung zum
"Stevens" dar, der eher auf die bildliche Darstellung setzt.
Nicht verwirren lassen darf man sich allerdings davon, daß manche
Kleinigkeit im "Leonhardt" noch
anders beschrieben wird, als in den neueren
Lehrwerken - schließlich ist das Buch mittlerweile
schon über 12 Jahre alt. Da gibt es doch den einen oder anderen
Fortschritt in der Forschung...
Erschienen im Thieme-Verlag, Stuttgart, 8. Auflage, 1990
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
ISBN: 3-13-371508-9
562 Seiten, Paperback, EUR 29,95
Tackmann:
"Auxilium Repetitorium - Histologie" (2 Bände)
Diese Repetitorien fassen die wichtigsten Fakten der Histologie kurz
zusammen. Damit sind sie gut geeignet für
die Vorbereitung auf Kursstunden oder Testate, um das gelernte Wissen
kurzfristig aufzufrischen. Merksätze
und Erkennungsregeln runden zusammen mit Schemazeichnungen das Werk ab.
Zwar fällt die eine oder andere Ungenauigkeit auf, allerdings läßt sich
das damit entschuldigen, daß
das Werk zum einen nicht das neueste und zum anderen eben kein Lehrbuch
ist.
Wer diese Repetitorien benutzt, muß sich darüber im klaren sein, daß es
sich dabei nicht um
Lehrbücher handelt. Man kann sie sehr gut ergänzend einsetzen, wer sich
aber ausschließlich darauf
verläßt, der wird wahrscheinlich den Histo-Kurs nicht bestehen! Denn
hier wird bloßes Wissen
vermittelt, ohne die einführenden und erklärenden Texte eines echten
Lehrwerkes. Bereits vorhandenes
Grundwissen ist zum Verständnis unbedingt erforderlich, auch um falsche
oder überholte Ausführungen
zu erkennen!
Ob man an solchen Repetitorien Freude hat, hängt sicher nicht zuletzt
von der persönlichen Lernweise ab.
Wer gerne aus umfangreichen Fachbüchern lernt oder alles Wichtige zu
Lernzwecken herausschreibt, der kann sich
diese Ausgabe sicher sparen. Wer sich im Vorbereitungsstreß nur noch
einmal einen kurzen Überblick über
das gelernte verschaffen möchte (z.B. zur Selbstberuhigung), der kann
ja in seiner Buchhandlung einmal einen
Blick hinein werfen.
Erschienen bei Auxilium-Repetitorien, Berlin, 4. Auflage, 1991
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
Band 1:
ISBN: 3-932723-00-7
108 Seiten, Paperback, EUR 5,06
Band 2:
ISBN: 3-932723-01-5
175 Seiten, Paperback, EUR 7,67
Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit!
| Veranstaltungs-Nr. |
2220 |
| Veranstaltungsort |
Mikroskopiersaal der
Neuen Anatomie |
| Veranstaltungstag |
Montag + Donnerstag
(Kurs A)
Dienstag + Freitag (Kurs B)
Mittwoch + Donnerstag (Kurs C) |
| Veranstaltungszeit |
8h-10h
bzw. 14h-16h (nur Kurs C, Donnerstag) |
| Veranstaltungsdauer |
20 x 120 Minuten |
|