Kursus der makroskopischen Anatomie
Allgemeines zum Präparierkurs
Zum Wintersemester 2003/2004 wird
voraussichtlich die neue
Approbationsordnung in Kraft treten. Damit verbunden sind deutliche
Änderungen des Medizinstudiums, vor allem auch des Präparierkurses.
Angedacht ist, soweit aus der Gerüchteküche zu vernehmen ist,
u.a. eine Aufteilung des Kurses auf zwei Wintersemester.
Da im Moment noch keine konkreten Pläne vorliegen, beschreibe ich im
folgenden den Stand des Wintersemesters 2002/2003.
Die Anmeldung zum "Präp-Kurs" erfolgt, genau wie beim Histo-Kurs, indem
man im vorangehenden Sommersemester im Foyer der Neuen Anatomie ein
entsprechendes Formular ausfüllt und in den bereitstehenden Kasten
wirft.
Zu Anfang des Wintersemesters hängt dann im Foyer eine Liste der
Teilnehmer des Kurses aus, der man entnehmen kann, an welchem Tisch man
präpariert. Jeweils 10 bis 12 Studenten, meist alphabetisch
zusammengestellt, bilden eine Arbeitsgruppe, die das ganze Semester
über
Bestand hat.
Dreimal pro Woche präpariert man dann zusammen mit den Kommilitonen
an seinem "Tisch" und versucht, gemäß einer vorgegebenen Anleitung,
anatomische Strukturen des menschlichen Körpers darzustellen.
Unterstützt wird man dabei von den "Vorpräppern", älteren
Studenten, die den Präparierkurs meist im vorhergehenden Wintersemester
absolviert haben. Manche Tische haben einen "eigenen Vorpräpper",
andere
Tische müssen sich einen "Vorpräpper" teilen. Das hängt davon
ab, welcher Dozent den Tisch betreut. Denn manche Dozenten (z.B.
Prof. Schmidt oder Frau Dr. Kinsky) präparieren
regelmäßig selbst an ihren Tischen, während andere eher selten
anzutreffen sind (z.B. Prof. Wulfhekel oder Prof. Schilling).
Trotz der dreimal drei Stunden Präparierkurs pro Woche wird man nicht
selten in Rückstand zur Anleitung geraten, denn die saubere Darstellung
von Strukturen verlangt eine große Sorgfalt und damit einen nicht
unerheblichen Zeitaufwand.
Deshalb ist der Präpariersaal jeden Freitag von 11h bis 14h geöffnet,
und man kann dort die begonnene Präparation fortsetzen.
Besonders kurz vor den Testaten empfiehlt es sich, diese Zeit zur
genaueren
Betrachtung des eigenen Präparates zu verwenden. Denn nichts ist
peinlicher, als im Testat eine Struktur am Präparat nicht zeigen zu
können.
Die Überprüfung des gelernten Wissens geschieht in sechs Testaten.
Das erste davon findet bereits in der ersten oder zweiten Woche des
Semesters statt und besteht aus 10 Fragen, die schriftlich zu
beantworten
sind. Zu erzielen sind in diesem Testat maximal drei Punkte, die man ab
sechs richtig beantworteten Fragen erhält. Für fünf und
vier richtige Antworten werden entsprechend zwei bzw. ein Punkt
vergeben.
Inhaltlich orientiert sich dieses Testat an der Vorlesung
Anatomie I des
vorhergehenden Sommersemesters.
Im Stoffkatalog sind alle relevanten Themen in grauen Kästchen
markiert.
Außerdem gibt es in der Fachschaft eine "Mini-Fragensammlung" (wenige
Seiten) zum ersten Testat.
Und hier sind die Fragen des Eingangstestates
WS 2003/2004.
Alle folgenden Testate sind mündliche Prüfungen, bei denen man
von einem der Dozenten am Präparat geprüft wird. Dies ist in
aller Regel das Präparat des eigenen Tisches, kann aber im
Eingeweidetestat (in situ-Präparate!) oder im Becken-Testat
(männliches/weibliches Becken!) auch ein "fremdes" Präparat eines
der Nachbartische sein.
In den mündlichen Prüfungen ist volle Punktzahl vergleichbar
der Schulnote "befriedigend", also auch bei einer falschen Antwort ist
nicht zwingend ein Punkt verloren!
Die Testate mit den maximal erreichbaren Punktzahlen:
| Testat |
Thema |
max. Punktzahl |
 |
|
|
| Testat I |
Vorlesung Anatomie I |
3 |
| Testat II |
Spinalnerven, Hals,
Vordere Rumpfwand |
3 |
| Testat III |
Gelenklehre, Rücken,
Arm, Schultergürtel |
3 |
| Testat IV |
Brust- und Bauchsitus,
Retrositus |
4 |
| Testat V |
Becken und Damm, Bein |
3 |
| Testat VI |
Schädel und Gehirn |
5 |
Zum Bestehen nötig sind mindestens 16 Punkte, wobei in den
Testaten V und VI zusammen mindestens 5 Punkte
erreicht
werden müssen. Wer daran scheitert oder nur 14 oder 15 Punkte
erreicht, der hat zu Beginn des folgenden Sommersemesters im
"Rigorosum"
noch die Chance, den Schein zu bekommen.
Zu den mündlichen Testaten gibt es außer dem Stoffkatalog keine
weiteren (schriftlichen) Hilfen. Aber jeder Prüfer hat seine
Lieblingsfragen, die man unbedingt kennen muß. Wenn also vor dem
letzten Kurstag vor dem Testat die jeweiligen Prüfer ausgehängt
werden, dann informiert Euch! Euer Vorpräpper kann Euch sicher viel
zu den Prüfern erzählen, außerdem kann es hilfreich sein,
an den Tischen der Dozenten nachzufragen, worauf dort besonders Wert
gelegt wurde.
Im zweiten Testat (dem ersten mündlichen also) prüft in aller Regel
der Tischdozent selbst, Ihr wißt also, was Euch erwartet! Da zwischen
erstem und zweitem Testat nur eine Woche liegt, vergeßt nicht, Euch
gut vorzubereiten!
Jeder Prüfer hat einen gewissen Ruf, und sicherlich gibt es leichtere
und schwerere Prüfer. Aber wenn man gut und kontinuierlich lernt
(und anders ist der Kurs ohnehin nicht zu bewältigen!), dann ist bei
jedem Prüfer volle Punktzahl zu erreichen.
Der Präparierkurs ist ganz sicher der Kurs der Vorklinik, der mit dem
größten Lernaufwand verbunden ist. Es gilt, innerhalb kürzester
Zeit sehr viel Wissen anzuhäfen und auch aktiv abrufen zu können.
Erschwerend kommt hinzu, daß vieles davon (z.B. Ursprünge und
Ansätze der Muskeln) nicht logisch erschlossen werden kann, sondern
stupide auswendig gelernt werden muß.
Was zu Beginn des Semesters noch schwer und nahezu unmöglich erscheint,
entpuppt sich im weiteren Verlauf aber als durchaus zu schaffen. Denn
der
Medizinstudent lernt, sehr schnell sehr viel zu lernen. Und so
verwundert es
nicht, daß viele (auch im Rückblick) das zweite Testat trotz des
relativ geringen Umfangs als eines der schwersten empfinden.
Übertroffen wird es eigentlich nur vom letzten Testat, da man das dort
geforderte Wissen in der Kürze der Zeit gar nicht anhäufen kann. Dem
tragen aber auch die meisten Prüfer Rechnung und sind in der
Punktevergabe
im letzten Testat etwas großzügiger als in den anderen Testaten.
Im Präparierkurs kommt man an einem Atlas nicht vorbei. Die meisten
Lehrbücher sind zwar reich bebildert, aber an die Darstellungen eines
Anatomieatlanten reichen diese Zeichnungen meist nicht heran.
Putz, Pabst
(Hrsg.): "Sobotta Atlas der Anatomie des Menschen" (2 Bände)
Der "Sobotta" ist der Standard-Atlas in Bonn. Er besteht aus zwei
Bänden,
in denen rund 1500 durchgehend farbige Abbildungen zu finden sind.
Ergänzt
werden die anatomischen Zeichnungen durch zahlreiche klinische Bilder,
z.B.
von Röntgen, MRT und Ultraschall.
Eine anatomische Struktur, die man im "Sobotta" nicht findet, gibt es
nicht.
Zu fast allem gibt es Zeichnungen aus verschiedenen Perspektiven und in
unterschiedlicher Präparationstiefe, und auch kleinste Strukturen
sind realitätsgetreu dargestellt. Allerdings fordern die Zeichnungen
ein gewisses Vorstellungsvermögen, spiegeln sie doch nur einen Teil
der Realität wider. Wer Probleme damit hat, die Darstellungen auf das
Präparat zu übertragen, der ist vielleicht mit einem Fotoatlas wie
dem "Rohen" besser bedient.
Die Fülle an Informationen, die der "Sobotta" bietet,
wirkt zu Beginn sehr erschlagend, da man mit den dargestellten
Strukturen dann noch nicht allzu viel anfangen kann und das unwichtige
erst
einmal "herausfiltern" muß. Dabei hilft allerdings in vielen
Abbildungen eine "Farbkodierung" der Strukturen, d.h. neben Muskeln
findet sich ein
brauner Punkt, neben Arterien ein roter, neben Venen ein blauer und
neben
Nerven ein gelber Punkt. So findet man manche Struktur ein wenig
schneller!
Zum Auswendiglernen gut geeignet sind die zahlreichen Tabellen zu
Muskelursprüngen und -ansätzen, Schädeldurchtrittsstellen,
Ventrikelbegrenzungen etc.
Mit fast 140 Euro für beide Bände zusammen ist der "Sobotta" nicht
gerade günstig. Auch sind nicht alle Abbildungen als wirklich
gelungen anzusehen, manchmal fehlt trotz oder gerade aufgrund vieler
Details die Orientierung. Trotzdem halte ich den "Sobotta" für den
Präparierkurs für äußerst empfehlenswert. Und wer
die große Ausgabe scheut, kann ja versuchen, in der Lehrbuchsammlung
eines der zahlreichen Exemplare zu ergattern!
Erschienen im Verlag Urban & Fischer, München, 21. Auflage, 1999
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
Band 1:
ISBN: 3-437-41940-4
440 Seiten, gebunden, EUR 69,95
Band 2:
ISBN: 3-437-41950-1
416 Seiten, gebunden, EUR 69,95
Rohen, Yokochi,
Lütjen-Drecoll: "Anatomie des Menschen - Fotografischer Atlas"
Der große Vorteil dieses Atlanten im Vergleich z.B. zum "Sobotta" ist
die große Realitätsnähe. Denn die Bilder in diesem Atlas
entsprechen in großen Teilen den Anblicken, die sich dem Studenten
bei der Präparation bieten. Die einzelnen Strukturen werden dabei
schichtweise freigelegt, genau wie bei der Präparation. Wer Probleme
hat, die Zeichnungen aus dem "Sobotta" auf das Präparat zu
übertragen, der sollte sich den "Rohen" unbedingt anschauen! Denn das
ist die große Stärke eines Fotoatlanten - er zeigt sehr
anschauliche und realitätsnahe Bilder, die ähnlich auch im Kurs
anzutreffen sind.
Ergänzt werden die Fotografien der Präparate durch Schemazeichnungen
und MRT-Aufnahmen, die das Verständnis erleichtern.
Bedingt durch die Art der Präsentation ist die Detailtiefe bei diesem
Atlas sehr viel geringer als beim "Sobotta". Dadurch fällt es jedoch
leichter, sich auf die wesentlichen Strukturen zu konzentrieren und
sich
einen guten Überblick zu verschaffen. Die meisten für den
Präparierkurs wichtigen Strukturen sind in diesem Atlas zu finden,
jedoch bei weitem nicht jede Kleinigkeit.
Unangenehm aufgefallen ist mir die Beschriftung der Strukturen, an den
Hinweispfeilen sind nur Ziffern zu finden. Die Bedeutung der einzelnen
Ziffern muß man in einer Tabelle auf der gleichen Seite suchen.
Dieses Prinzip mag das Auswendiglernen erleichtern, beim Suchen einer
unbekannten Struktur kostet es jedoch viel Zeit.
Der "Rohen" hat mir auch gut gefallen, als alleiniger Atlas ist er mir
jedoch zu knapp. Sehr gut geeignet ist der "Rohen" aber zur
Wiederholung
kurz vor einem Testat, wenn man zuhause auf das Präparat verzichten
muß und der "Sobotta" nicht anschaulich genug ist. Als "Zweit-Atlas"
ist der "Rohen" jedoch im Grunde zu teuer.
Vor kurzem waren Auflagenreste der 4. Auflage günstig zu bekommen,
vielleicht ist davon ja noch etwas erhältlich.
Erschienen im Schattauer Verlag, Stuttgart, 5. Auflage, 2002
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
ISBN: 3-7945-2080-7
500 Seiten, gebunden, EUR 84,95
Mindestens ebenso unverzichtbar wie ein Anatomieatlas ist natürlich
ein Lehrbuch. Im Bereich der Anatomie ist die Vielfalt an Lehrbüchern
nahezu unüberschaubar, wobei sich viele Werke in ihrer
Ausführlichkeit stark unterscheiden.
Letztendlich hängt es auch vom individuellen Lernverhalten ab, ob
man lieber mit einem absoluten Kurzlehrbuch (z.B. "Moll") oder einem
Maximum an Ausführlichkeit (z.B. "Benninghoff") lernt. Ich habe mich
bei meinen Anatomie-Lehrbüchern für einen Mittelweg entschieden.
Daher kann ich jedem nur nahelegen, sich in einer Fachbuchhandlung
selbst
einen Überblick über die Vielfalt der Lehrbücher zu
verschaffen.
Schiebler,
Schmidt, Zilles: "Anatomie"
Der "Schiebler" weist mit seinen fast 900 Seiten schon einen gewissen
Umfang
auf, ohne dabei allerdings unübersichtlich zu werden. Dank der
topographischen Gliederung kann man gezielt die für das jeweilige
Testat relevanten Kapitel lernen und wird auch darauf hingewiesen,
falls
wichtige Ergänzungen an anderer Stelle warten.
Der angenehme Schreibstil erleichtert dabei das Durcharbeiten des
Lehrbuches.
Trotz einer großen Zahl an (überwiegend sehr brauchbaren)
Abbildungen kann dabei meiner Meinung nach aber nicht auf einen Atlas
verzichtet werden.
Dankenswerterweise verzichtet der "Schiebler" darauf, sich in
Kleinigkeiten
zu verlieren. Er bleibt übersichtlich und stellt trotzdem eigentlich
alle
testatsrelevanten Punkte ausführlich und verständlich dar. In
seinem Umfang ist er also zwischen einem Kurzlehrbuch und einem
Nachschlagewerk vom Kaliber des "Benninghoff" anzusiedeln.
Durch viele Tabellen (z.B. mit Muskelursprüngen und -ansätzen,
Gefäßverzweigungen, Schädeldurchtrittsstellen etc.) wird das
gezielte Auswendiglernen erleichtert.
Zahlreiche klinische Bezüge lockern den trockenen Stoff auf und
verdeutlichen, warum man als Medizinstudent so vieles auswendig lernen
muß. Außerdem werden solche klinischen Bedeutsamkeiten oft
in Testaten gefragt!
Neben der Darstellung der makroskopischen Anatomie wird auch der
mikroskopische Aufbau der Organe verständlich dargestellt. Wer bereits
den Histo-Kurs hinter sich hat, kann diese Abschnitte natürlich
überspringen - oder als Wiederholung nutzen.
Ebenfalls prüfungsrelevant ist die Entwicklungsgeschichte, die kurz
und knapp in ihren wichtigsten Abläufen beschrieben ist.
Der "Schiebler" hat mir sehr gut gefallen und ist meiner Ansicht nach
eines
der derzeit besten Anatomie-Lehrbücher. Allerdings ist er nicht
geeignet für all diejenigen, die mit möglichst wenig Aufwand durch
die Prüfung kommen wollen - dafür ist er dann doch zu
umfangreich.
Im Jahr 2002 erschien eine limitierte Sonderausgabe dieses Lehrbuches
im
Paperback zu einem Preis von EUR 39,95, die möglicherweise noch
lieferbar ist!
Erschienen im Springer Verlag, Berlin, 8. Auflage, 1999
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
ISBN: 3-540-65824-6
892 Seiten, gebunden, EUR 69,95
Frick, Leonhardt,
Starck: "Taschenlehrbuch der gesamten Anatomie" (2 Bände)
Dieses Lehrbuch besticht in erster Linie durch sein handliches Format.
Die
zwei kleinen Taschenbücher kann man problemlos überall hin
mitnehmen, um z.B. in der Bahn oder im Präpariersaal zu lernen. Nicht
täuschen lassen sollte man sich vom scheinbar geringen
Umfang - der "Frick" ist an vielen Stellen ausführlicher als
z.B. der "Schiebler"!
Erreicht wird dies durch den Verzicht auf ausführliche Darstellungen
zu Embryologie und Histologie. Dadurch konzentriert sich dieses
topographisch geordnete Lehrbuch ganz auf eine straffe Darstellung der
makroskopischen Anatomie, ergänzt durch wichtige klinische Bezüge.
Der "Frick" ist nicht so reich bebildert wie z.B. der "Schiebler", aber
zu
allen wesentlichen Themen finden sich sehr gute Abbildungen, die
teilweise
Atlasqualität besitzen.
In Band 1 werden die Themen Extremitäten, Rumpfwand, Kopf und
Hals behandelt, während es in Band 2 um Eingeweide und
Nervensystem geht. Außerdem findet sich im zweiten Band eine
hervorragend
gelungene systematische Darstellung der Muskeln und Leitungsbahnen. Auf
180 Seiten wird hier alles wichtige kompakt zusammengefaßt, eine
bessere Vorlage zum Auswendiglernen habe ich nirgends gefunden!
Negativ fallen an einigen Stellen umständliche Formulierungen und
ein komplizierter Satzbau auf, wodurch der Lesefluß mitunter gestört
wird. Auch die detaillierte Beschreibung der einzelnen (noch so
kleinen)
Knochenpunkte ist für den Studenten kaum zu verfolgen und geht weit
über das im Testat geforderte Maß hinaus. Für diese Kapitel
empfiehlt sich ein anderes Lehrbuch, z.B. der "Schiebler".
Die Ausführungen zum Nervensystem sind, u.a. bedingt durch das Alter
dieses Lehrwerkes (von 1992) nicht auf dem aktuellsten Stand und in
ihrer
Kürze nicht ausreichend für das Kopftest. Hier sollte auf ein
weiteres Lehrbuch zurückgegriffen werden, z.B. den "Trepel".
Fazit: Trotz des Titels "Taschenlehrbuch" ist der "Frick" in seinen
zwei
Bänden ein vollwertiges Anatomielehrbuch, das gerade durch seine
Handlichkeit und seinen vergleichsweise günstigen Preis überzeugen
kann. In Kombination mit dem "Schiebler" und dem "Trepel" haben mich
diese
zwei Bände gut durch den Präparierkurs gebracht!
Erschienen im Thieme Verlag, Stuttgart, 4. Auflage, 1992
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
Band 1:
ISBN: 3-13-356804-3
863 Seiten, Paperback, EUR 29,95
Band 2:
ISBN: 3-13-356904-X
681 Seiten, Paperback, EUR 29,95
Hoffmann:
"Crashkurs Anatomie"
Bei diesem Buch ist der Name Programm, es handelt sich in der Tat um
einen
"Crashkurs". Angenehm fällt die gute Gliederung des Buches auf, die ein
schnelles Wiederholen und Nachschlagen erlaubt. Stichworte in der (sehr
breiten, für eigene Anmerkungen gut geeigneten) Randspalte erlauben
eine
schnelle Orientierung. Die Mehrzahl der (durchgehend schwarz-weißen)
Abbildungen ist gut gelungen und hilft bei der Orientierung, kann aber
natürlich einen Anatomie-Atlas nicht ersetzen. Die (teilweise
stichpunktartigen) Texte sind gut und verständlich geschrieben und
lassen sich leicht und zügig lesen.
Auch wenn dieses Repetitorium versucht, die Bereiche Embryologie,
Histologie,
Makroskopische Anatomie und Neuroanatomie vollständig abzudecken, kann
es
angesichts der Kürze nur beim Versuch bleiben. Insbesondere Embryologie
und Histologie kommen doch sehr zu kurz. Die Makroskopische Anatomie
wird zwar stark
verkürzt, aber doch insgesamt korrekt und zumindest einigermaßen
komplett dargestellt.
Letztlich stellt sich die Frage, wer ein solches Repetitorium braucht.
Für
die Vorbereitung auf den Präparierkurs ist es definitiv viel zu knapp
gehalten, hier fehlen viele oft gefragte Kleinigkeiten.
Ich habe mir dieses Buch für die Vorbereitung auf die mündliche
Physikumsprüfung gekauft. Als angenehm empfand ich dabei
die komplette und komprimierte Darstellung der Anatomie, die nicht
(wie in der Schwarzen
Reihe oder im
Physikum
exakt)
speziell auf den IMPP-Fragenpool zugeschnitten ist. Denn die wenigsten
Prüfer
orientieren sich am IMPP-Gegenstandskatalog.
"Crashkurs Anatomie" läßt sich darüber hinaus problemlos an 2-3
Tagen komplett durcharbeiten, ein weiterer Pluspunkt in der zeitlich
knappen
Vorbereitungszeit auf die mündliche Prüfung.
Als alleiniges Buch für die Vorbereitung auf die mündliche
Physikumsprüfung ist "Crashkurs Anatomie" meiner Ansicht nach doch
etwas
zu knapp. Aber wenn man es für die grobe Wiederholung nutzt und
einzelne
Themen in den "großen" Lehrbüchern (bei mir z.B.
Sobotta, Frick,
Trepel
und Junqueira)
nachliest, sollte das als
Vorbereitung genügen.
Trepel:
"Neuroanatomie - Struktur und Funktion"
Die Neuroanatomie ist wohl eines der schwierigsten Themen der Anatomie.
Problematisch ist nicht zuletzt der große Zeitdruck, unter dem man
für das Kopftestat lernen muß.
Um so wichtiger ist deshalb eine verständliche und übersichtliche
Darstellung, wie sie in diesem Lehrbuch verwirklicht ist. Aufgeteilt
auf
verschiedene Kapitel werden nacheinander Bau und Funktion der einzelnen
Anteile des Nervensystems dargestellt.
Die getrennte Besprechung von Mittelhirn, Kleinhirn, Zwischenhirn und
Großhirn
erschwert zwar anfangs das Verständnis übergreifender
Verschaltungskreise, ist aber für einen "unbedarften Studenten"
leichter
nachzuvollziehen als eine funktionelle Betrachtung. Denn so ist
eindeutig
zuzuordnen, in welcher makroskopischen Region sich die gerade
besprochenen
Zentren befinden und der Überblick bleibt erhalten.
Dank eines sehr angenehmen Schreibstils ist dieses Buch sehr leicht und
flüssig zu lesen, ein komplettes Durcharbeiten ist ohne weiteres an
einem (verlängerten) Wochenende möglich. Bei der kurzfristigen
Wiederholung vor dem Testat helfen die Kurzzusammenfassungen am Ende
jeden
Kapitels.
Durch gute schematische Zeichnungen werden Zusammenhänge verdeutlicht,
ohne sich in Details zu verlieren. Für die genaue (anatomisch korrekte)
Lage der einzelnen Kerne etc. empfiehlt sich aber (bei genügend Zeit)
der
Blick in einen Atlas.
Zahlreiche klinische Bezüge zeigen die Verknüpfung zur späteren
ärztlichen Praxis und sind auch für das Testat relevant. Bilder
klinischer Schnittverfahren werden ebenfalls erläutert und tragen zum
Verständnis der Hirnschnitte im Kurs bei.
Fazit: Da die Abschnitte zur Neuroanatomie in den meisten
Anatomie-Lehrbüchern etwas zu kurz kommen, ist für das Kopftestat ein
zusätzliches Lehrbuch zu empfehlen. Den "Trepel" würde ich dabei
auf jeden Fall in die engere Auswahl nehmen, denn es macht einfach
Spaß, dieses Buch zu lesen! Interessante Ausführungen und ein
leichtverständlicher Schreibstil erleichtern das Verstehen des sehr
komplexen Stoffes und motivieren auch noch gegen Ende des
Präparierkurses.
Erschienen im Verlag Urban & Fischer, München, 2. Auflage, 1999
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
ISBN: 3-437-41296-5
373 Seiten, Paperback, EUR 29,95
Zilles, Rehkämper:
"Funktionelle Neuroanatomie"
Wie der Titel bereits vermuten läßt, konzentriert sich dieses
Lehrbuch sehr stark auf die funktionellen Zusammenhänge. Daher nimmt
eine Darstellung der verschiedenen funktionellen Systeme auch den
größten Teil des Buches ein. Ein kleiner Atlasband
vervollständigt das Paket.
Die funktionelle Darstellung ist ohne grundlegende Kenntnisse der
Neuroanatomie nur sehr schwer bis gar nicht nachzuvollziehen. Die
Einführungen zu den einzelnen Kapiteln sind recht knapp gehalten,
sehr schnell wird man mit großem Detailwissen konfrontiert.
Zu detailliert erscheint auch die Beschreibung der
Neuronenverschaltungen, die
dargestellte Komplexität ist in der Kürze der zur Verfügung
stehenden Zeit einfach erschlagend. Daran können auch die vielen
klinischen Bezüge nichts ändern, die eine Lektüre dieses
Buches durchaus sehr interessant gestalten.
Der beiliegende Atlasband ist zwar sehr handlich und somit auch
unterwegs
gut benutzbar. In seiner Qualität kommt er aber bei weitem nicht an
die Darstellungen z.B. des "Sobotta" heran und sollte daher nur als
Beigabe zum Lehrbuch gesehen werden.
Fazit: Wer über genügend Zeit verfügt und wissen möchte,
wie die Wirkungen der einzelnen funktionellen Systeme genau zustande
kommen,
kann sich dieses Buch durchaus einmal ansehen. Aber als ergänzendes
Lehrbuch zum Kopftestat ist es meiner Meinung nach vollkommen
ungeeignet, da
auf das grundlegende Verständnis zu wenig Wert gelegt wurde. Es scheint
im Gegenteil an vielen Stellen bereits vorausgesetzt zu werden.
Genau dieses grundlegende Verständnis der Neuroanatomie ist es aber,
das meist im Kopftestat geprüft wird. Zur Testatsvorbereitung halte
ich daher den "Trepel" für wesentlich geeigneter.
Erschienen im Springer Verlag, Berlin, 3. Auflage, 1998
Weitere Informationen sind auf der
Verlagshomepage
zu finden.
ISBN: 3-540-64293-5
409 Seiten + 109 Seiten Atlasband, Paperback, EUR 26,95
Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit!
Anatomisches Institut Bonn - Hinweise zum Präparierkurs
(http://www.meb.uni-bonn.de/anatomie/cellbio/teaching/praepkurs_d.htm)
Von dieser Seite des Anatomischen Institutes kann man sich u.a. den
Stoffkatalog für die einzelnen Testate oder die Präparieranleitung
herunterladen (Word-Format). Nützlich, wenn die eigene Anleitung den
Präpariersaal nicht heil überstanden hat...
Auch allgemeine Hinweise und die Testatstermine sind auf dieser Seite
abrufbar.
Medizinstudent.de
(http://www.medizinstudent.de)
Auf dieser Seite gibt es viele hilfreiche Tips für Medizinstudenten.
Besonderes Highlight für Bonner: Die sogenannten "Golatta-Skripte". Das
sind Kurzzusammenfassungen zu den einzelnen Testaten des
Präparierkurses,
genau auf den Bonner Stoffkatalog abgestimmt. Die Skripte sind einfach
zu
finden durch Suchen nach "Golatta".
Achtung: Diese Skripte liefern einen Überblick über das absolute
Minimum, das man für das jeweilige Testat wissen muß. Außerdem
handelt es sich um eine reine Auflistung von Fakten, keinen Lehrtext.
Man
sollte die Skripte also nur zur Wiederholung nutzen,
keinesfalls zum
Lernen. Auch haben sich leider einige Fehler eingeschlichen, also nicht
alles
aus diesen Skripten bedenkenlos glauben!
Auch interessant auf dieser Seite: Eine Sammlung von Eselsbrücken.
Damit
könnte das Auswendiglernen an der einen oder anderen Stelle vielleicht
etwas leichter fallen. Die Eselsbrücken findet man, indem man über
die Direktwahl "Anatomie" wählt und dann auf "Eselsbrücken" klickt.
| Veranstaltungs-Nr. |
2230 |
| Veranstaltungsort |
Präpariersaal in der
Neuen Anatomie |
| Veranstaltungstag |
Montag, Dienstag und
Donnerstag |
| Veranstaltungszeit |
14h-17h |
|