NetBSD 2.0: Installation und Grundkonfiguration
Inhalt
Vorwort
NetBSD läuft auf einer Vielzahl von Rechnerarchitekturen, was es
insbesondere seiner sehr guten Portierbarkeit verdankt. Sehr verbreitet
ist natürlich die i386-Architektur, also Intel-kompatible Prozessoren, die
in dieser Anleitung auch hauptsächlich beschrieben werden soll.
Die Installation auf den anderen Architekturen verläuft grundsätzlich
gleich, Unterschiede sind vor allem in den hardwarespezifischen Punkten
zu finden.
Am Ende dieser Anleitung habe ich einige wichtige Unterschiede bei der Installation
auf
SPARC64 (Sun Ultra und andere Systeme) aufgeführt.
Hinweis: Diese Anleitung bezieht sich auf die Installation von NetBSD 2.0,
die Installation anderer Versionen weicht möglicherweise in einigen
Details davon ab!
Wer anstelle des neuen NetBSD 2.0 die alte Version 1.6.2 installieren
möchte, findet meine Anleitung dazu weiterhin unter
http://home.arcor.de/hm-gerhards/netbsd/netbsd_install_1_6_2.html
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NetBSD herunterladen
NetBSD kann von einer Vielzahl von Servern heruntergeladen werden. Zur Auswahl
eines geeigneten Mirrors führt die Seite
http://www.netbsd.org/mirrors/.
Wer sich eine Imagedatei herunterladen möchte, um diese auf CD zu brennen,
wird unter
http://www.netbsd.org/mirrors/#iso
fündig werden.
Ein CD-Image für die Installation auf i386 von NetBSD 2.0 läßt
sich damit unter Linux z.B. mit dem Befehl
user@host:~> wget ftp://iso.de.NetBSD.org/pub/NetBSD/iso/2.0/i386cd.iso
herunterladen (natürlich vorausgesetzt, daß
wget installiert
ist). Alternativ kann der Download aber auch über einen Web-Browser oder ein
FTP-Programm erfolgen.
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Image auf CD brennen
Unter Linux brennen
Unter Linux kann man ganz einfach das Programm
cdrecord benutzen,
um das heruntergeladene Image auf CD zu brennen.
cdrecord wird von
eigentlich allen aktuellen Linux-Distributionen mitgeliefert, teilweise wird
auch die (bis Kernel 2.4 zwangsweise) benötigte IDE-SCSI-Emulation bereits
automatisch eingerichtet.
Ob
cdrecord den eigenen Brenner richtig erkennt, kann man an der
Kommandozeile ganz einfach überprüfen:
user@host:~> cdrecord -scanbus
Cdrecord-Clone 2.01a38 (i686-pc-linux-gnu) Copyright (C) 1995-2004 Jörg Schilling
(...)
Linux sg driver version: 3.1.25
Using libscg version 'schily-0.8'.
scsibus0:
0,0,0 0) 'SONY ' 'DVD RW DW-U12A ' '2.0c' Removable CD-ROM
0,1,0 1) 'LITE-ON ' 'LTR-32123S ' 'XS0Z' Removable CD-ROM
0,2,0 2) *
0,3,0 3) *
In diesem Fall wurden zwei Laufwerke erkannt, nämlich ein Sony DVD-Brenner
als Gerät
0,0,0 und ein LiteOn CD-Brenner als Gerät
0,1,0. Über diese Dreierkombination von Zahlen werden die
Brenner von
cdrecord angesprochen, daher ist es wichtig, diese
Zahlen für seinen Brenner zu kennen.
Folgende Kommandozeile dient dazu, das heruntergeladene i386-Image von NetBSD
auf eine CD-R im LiteOn CD-Brenner zu brennen (vorausgesetzt, man befindet sich
in dem Verzeichnis, in dem auch das Image liegt):
user@host:~> cdrecord -v -dao dev=0,1,0 speed=32 i386cd.iso
Dabei haben die einzelnen Optionen folgende Bedeutung:
-v Meldungen über den Brennfortschritt ausgeben
-dao die CD als Disk-at-Once brennen
dev=0,1,0 das Gerät, auf dem gebrannt werden soll
speed=32 die Geschwindigkeit, mit der gebrannt werden soll
Mehr zum Thema "CD-Brennen unter Linux" findet sich in der Manpage von
cdrecord und im
CD-Writing HowTo (http://en.tldp.org/HOWTO/CD-Writing-HOWTO.html).
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NetBSD installieren
Von CD booten
Die weitaus häufigste Installationsmethode dürfte wohl die Installation
von CD sein, daher werde ich diese Installationsart an dieser Stelle auch genauer
beschreiben. Sie ist für NetBSD-Anfänger auch am einfachsten zu
durchschauen, da man per Menü durch den Installationsprozess geführt wird.
NetBSD stellt aber auch zahlreiche andere Installationsmöglichkeiten
zur Verfügung (von Diskette, über FTP, NFS oder von Band). Wer nicht
von CD installieren kann und eine andere Installationsart wählen muß,
der findet nähere Informationen dazu in den INSTALL-Dateien der jeweiligen
Plattform, also für i386 z.B. unter
ftp://ftp.netbsd.org/pub/NetBSD/NetBSD-2.0/i386/INSTALL.html
Legt man die CD ins Laufwerk und startet den PC, so sollte er in den allermeisten
Fällen direkt von der CD booten. Ist dies nicht der Fall, so muß meist
im
BIOS die Bootreihenfolge auf
CD-ROM, C, A (oder einen
ähnlichen Eintrag) umgestellt werden.
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Tastenbelegung
Während der Installation kann das von
sysinst verwendete
Tastaturlayout leider nicht geändert werden, d.h. es wird immer das
US-Layout verwendet. Wer keine US-Tastatur besitzt, hat unter Umständen
Probleme mit Sonderzeichen, Schrägstrichen etc. Die folgende Tabelle
dient der Orientierung, welche Tasten der deutschen und der US-Tastatur
übereinstimmen:
US DE
- ß
/ -
= '
: Ö
; ö
# §
" Ä
* (
( )
) =
\ #
| '
@ "
-> Nach oben
Die Festplatte partitionieren
Nachdem NetBSD eine Mini-Installationssystem von CD gebootet hat, landet man zuerst in einer
Sprachauswahl, in der man sich zwischen Englisch, Französisch, Deutsch oder Polnisch entscheiden
kann. Die meisten Dialoge während der Installation sind entsprechend lokalisiert, die Sprachwahl
hat aber keinerlei Auswirkungen auf die Art der Installation. In dieser Anleitung werde ich die
deutschen Dialoge verwenden.
Nach der Sprachauswahl landet man im Hauptmenü des Installationssystems.
Der Auswahlbildschirm sieht folgendermaßen
aus:
+--------------------------------------------------------------+
| NetBSD-2.0 Installationssystem |
| |
| a: NetBSD auf die Festplatte installieren |
| b: Upgrade einer bestehenden NetBSD-Installation |
| c: Erneute Installation oder zusätzliche Pakete installieren |
| d: Computer neu starten |
| e: Extras |
| x: Installationssystem beenden |
+--------------------------------------------------------------+
Die Option
a ("NetBSD auf die Festplatte installieren") ist die richtige Wahl, wenn
man vorher noch nie NetBSD auf dem System installiert hat. Nach Auswahl dieses Punktes
wird (zu Recht!) noch einmal an das fällige Backup erinnert - sollten sich wichtige
Daten auf dem System befinden, so ist ein Backup auf jeden Fall anzulegen! Bei der
Installation kann immer etwas schiefgehen, und wer irrtümlich seine Datenpartition
formatiert, der hat gute Chancen, ALLE SEINE DATEN ZU VERLIEREN!
Wer über ein aktuelles Backup verfügt oder die Festplatte sowieso komplett
löschen möchte, kann diese Meldung beruhigt bestätigen und mit der Installation
fortfahren.
NetBSD untersucht jetzt das System auf eingebaute Festplatten. Wird mehr als eine Festplatte
gefunden, so bietet
sysinst eine Liste der gefundenen Platten zur
Auswahl an. Wird - wie in diesem Beispiel - nur eine Festplatte gefunden, so
erscheint folgende rein informative Meldung, die einfach mit
Enter
bestätigt wird:
Ich habe nur eine Disk, wd0, gefunden. Ich gehe somit davon aus, dass Sie
NetBSD darauf installieren möchten.
Weiter geht es mit der Paketauswahl:
+------------------------------------+
| Wählen Sie ihre Pakete |
| |
| a: Volle Installation |
| b: Benutzerdefinierte Installation |
+------------------------------------+
Wer zum ersten Mal NetBSD installiert, wird mit der Option
Volle Installation sicher
richtig liegen. Denn hierbei wird alles installiert, was zu einem sinnvoll nutzbaren System gehört,
ohne die Installation so aufzublasen, wie dies bei einigen aktuellen Linux-Distributionen der Fall ist.
sysinst zeigt nun die BIOS-Geometrie der ausgewählten Festplatte an, die
z.B. so aussehen könnte:
Diese Disk entspricht der folgenden BIOS Disk:
BIOS # Zylinder Köpfe Sektoren Anzahl Sektoren GB
------ -------- ----- -------- --------------- --
0x80 1024 255 63 22507065 11
In den allermeisten Fällen wird das Installationsprogramm die Geometrie korrekt erkannt
haben. Man sollte sie nur dann per Hand setzen, wenn man sich absolut sicher ist, daß
dies nötig ist und man genau weiß, was man tut! Andernfalls ist ein totaler
Datenverlust möglich!
Im nächsten Schritt fragt
sysinst, wie mit der Partitionierung der
Festplatte verfahren werden soll und bietet dazu zwei Möglichkeiten an:
+----------------------------------------+
| Wie möchten Sie verfahren? |
| a: Editieren der MBR Partitionstabelle |
| b: Die ganze Disk nutzen |
+----------------------------------------+
ACHTUNG: Bei der Möglichkeit b geht NetBSD davon aus, daß die komplette
Festplatte neu aufgeteilt werden soll, bislang bestehende Partitionen werden dabei KOMPLETT
GELÖSCHT! Wer nur einen Teil seiner Festplatte für NetBSD nutzen und bestehende
Partitionen erhalten möchte, wählt an dieser Stelle die Option
Use only part of the disk!
In dieser Beispielinstallation soll eine Workstation aufgesetzt werden, die individuell
partitioniert wird, und auf deren Platte zusätzlich bereits Windows 2000 installiert ist.
Daher ist
a in diesem Fall die richtige Wahl.
An dieser Stelle ein paar kurze Worte zum Thema Partitionen unter NetBSD. Diese sind nicht
mit den von DOS oder Linux gewohnten Partitionen zu verwechseln. Vielmehr heißen
die primären DOS-Partitionen unter NetBSD
slices. Auf einer Festplatte
kann es somit maximal vier
slices geben, die von eins bis vier durchnummeriert
werden.
Innerhalb einer solchen Slice werden dann die BSD-Partitionen angelegt und
mit den Buchstaben a bis p bezeichnet. Einzelne Buchstaben besitzen dabei eine besondere
Bedeutung:
a Üblicherweise die Rootpartition
b Enthält normalerweise den Swap-Bereich
c Umfaßt die gesamte NetBSD-Slice, also alle Partitionen, die sich
innerhalb dieser Slice befinden
d Entspricht der gesamten Festplatte
Weiterhin gilt für die Bezeichnung der Festplatten, daß diese mit null beginnend
gezählt werden, die CD-Laufwerke ebenso. Dabei werden folgende Kürzel verwendet:
wd IDE-Festplatte
sd SCSI-Festplatte
cd CD-ROM-Laufwerk
Die erste IDE-Festplatte wird somit als
wd0 bezeichnet, die
NetBSD-Rootpartition auf dieser Festplatte heißt üblicherweise
folglich
wd0a.
Nach der Auswahl von
Editieren der MBR Partitionstabelle im Installationsprozess geht es mit
folgender Frage weiter:
+-------------------------+
| Wählen Sie ihre Einheit |
| |
| a: Megabytes |
| b: Zylinder |
| c: Sektoren |
+-------------------------+
Da die Angabe von Megabytes im Allgemeinen am anschaulichsten ist, wird diese Ansicht im folgenden auch
verwendet, also
a.
Die Frage nach der "besten Partitionierung" ist wohl so alt wie das Thema
Partitionierung selbst. Es gibt keine optimale Lösung, die jeden Anwendungszweck
ideal abdeckt. Jedoch kann man sich an ein paar grundlegenden Angaben orientieren,
wer spezielle Anforderungen hat, muß diese gegebenenfalls entsprechend
berücksichtigen.
Die Rootpartition sollte mindestens 64 MB umfassen, diese Größe ist laut
NetBSD-Handbuch wohl für einen "komfortablen Betrieb" ausreichend.
Insbesondere auf älteren i386-Systemen führt ein Kernel jenseits der
504 MB häufig zu Problemen, d.h. die Rootpartition sollte in den meisten
Fällen kleiner als 500 MB gewählt werden. Aber Achtung: Jedes Verzeichnis,
das nicht explizit von einer anderen Partition gemountet wurde, findet sich in der
Rootpartition! D.h. wer für Verzeichnisse wie
/var oder
/usr keine eigene Partition anlegt, wird unter Umständen sehr
schnell unter Platzmangel in der Rootpartition leiden!
Für die Größe des Swap-Speichers gibt es seit Urzeiten die Faustregel
"das Doppelte des physikalischen Speichers". Ist extrem wenig RAM eingebaut, so kann
man diesen Wert auch schonmal vervierfachen, unter 128 MB Swap sollte man meiner
Meinung nach auf keinen Fall gehen. Wer den Platz hat, kann auch problemlos mehrere GB
an Swap anlegen.
Die restliche Festplatte kann man nach Belieben weiter aufteilen. Allerdings sollte man
sich darüber im klaren sein, daß eine Zerstückelung zu Problemen
führen kann, wenn beispielsweise in einer Partition 50 MB fehlen, auf den anderen
Partitionen aber noch zusammen 2,5 GB verfügbar sind... Im allgemeinen sollte man
daher lieber etwas weniger Partitionen anlegen, vor allem, wenn man noch über
wenig Erfahrung verfügt und den Platzbedarf in den einzelnen Verzeichnissen nicht
genau abschätzen kann. Nicht vergessen sollte man aber den Speicherbedarf mancher
Anwendungen, z.B. benötigen Mail- und Newsserver oft sehr viel Platz unter
/var! Und wer die Package-Collection nutzen möchte, der wird
üblicherweise unter
/usr/pkgsrc sehr viel Platz benötigen,
genau wie das Update auf eine neue NetBSD-Version sehr viel Platz unter
/usr/src erfordert. Dies alles gilt es zu berücksichtigen, und daher
sollten die Partitionsgrößen lieber zu groß gewählt als zu knapp
kalkuliert sein.
Unter Umständen kann es sinnvoll sein, eine eigenständige Partition für
/tmp anzulegen. Auf Maschinen mit sehr großzügigem Speicherausbau
ist aber eventuell eine RAM-Disk sinnvoller.
Als ersten Schritt im Partitionierungsprozess muß man die DOS-Partitionstabelle
entsprechend anpassen. Dies geschieht in folgendem Bildschirm:
Wählen Sie die Partition, die Sie verändern möchten:
Start( MB) Größe( MB) Flg Typ Bootmenü
---------- ---------- --- --- --------
a: 0 2997 a Windows FAT32 (NO)
b: 2996 7995 Windows FAT32
c: unused
d: unused
e: Verändern der Grösseneinheiten (Sektoren/Zylinder/MB)
x: Partitionstabelle OK
In diesem Beispiel existieren zwei Windows Partitionen auf dem Rechner, die Systempartition und eine
Datenpartition. Die Datenpartition, die 7995 MB groß ist, soll weichen und Platz schaffen für eine
NetBSD-Installation. Dazu geht man folgendermaßn vor: Man wählt die Zeile
b aus und
bestätigt mit
Enter. Damit gelangt man in ein Menü, in man die Eigenschaften dieser
Partition bearbeiten kann:
+----------------------------------------------------+
| a: Typ: Windows FAT32 |
| b: Start: 2996 MB |
| c: Grösse: 7995 MB |
| d: Ende: 10991 MB |
| e: Aktiv: Nein |
| f: Installation: Nein |
| g: Bootmenu: |
| h: Bootvorgabe: Nein |
| i: Verändern der Grösseneinheiten (Sektoren/Zylinde|
| x: Partition OK |
+----------------------------------------------------+
Wenn man einen Eintrag mit dem Cursor unterlegt und dann auf
Enterdrückt, kann man die
Eigenschaften dieses Eintrags verändern. Da auf dieser (DOS-)Partition (beziehungsweise in dieser
slice,
wenn man in der NetBSD-Terminologie bleiben möchte) NetBSD installiert werden soll, muß der Typ
geändert werden. Die richtige Auswahl aus dem sich öffnenden Menü ist natürlich
NetBSD. Wer aufmerksam das Menü beobachtet hat, wird feststellen, daß sich
gleichzeitig mit dieser Auswahl auch der Eintrag für
Installation von
Nein zu
Ja geändert hat. Dieser Eintrag legt fest, ob diese Slice für die NetBSD-Installation
genutzt werden soll - was in diesem Falle korrekt ist.
Beim Starten des PCs kann man mittels des NetBSD-Bootselectors zwischen den installierten Betriebssystemen
wählen. Dazu empfiehlt es sich, jeder Betriebssystems-Partition einen Namen zuzuweisen. Dies geschieht im
Menüpunkt
Bootmenu. Soll ein Betriebssystem automatisch nach einer gewissen Zeit starten, falls
keine Auswahl getroffen wird, so ist es als
Bootvorgabe einzutragen. Ein Eintrag für eine
entsprechend angepaßte NetBSD-Partition könnte dann folgendermaßen aussehen:
+----------------------------------------------------+
| a: Typ: NetBSD |
| b: Start: 2996 MB |
| c: Grösse: 7995 MB |
| d: Ende: 10991 MB |
| e: Aktiv: Nein |
| f: Installation: Ja |
| g: Bootmenu: NetBSD |
| h: Bootvorgabe: Ja |
| i: Verändern der Grösseneinheiten (Sektoren/Zylinde|
| x: Partition OK |
+----------------------------------------------------+
Nach Auswahl von
Partition OK gelangt man wieder in das vorhergehende Menü zurück, dessen
Einträge auch entsprechend angepaßt wurden. Nun gilt es nur noch, der Windows-Partition einen Eintrag für
das Bootmenü zu geben, und dann kann die Installation schon weitergehen. Beispiel:
Wählen Sie die Partition, die Sie verändern möchten:
Start( MB) Größe( MB) Flg Typ Bootmenü
---------- ---------- --- --- --------
a: 0 2997 a Windows FAT32 (NO) Win2000
b: 2996 7995 dI NetBSD NetBSD
c: unused
d: unused
e: Verändern der Grösseneinheiten (Sektoren/Zylinder/MB)
x: Partitionstabelle OK
Hinweis: Die Standard-Vorgabe des Bootselectors (d.h. das Betriebssystem, das ohne weiteren Tastendruck
gebootet wird), sowie die Zeit, die auf einen Tastendruck gewartet wird, kann man später jederzeit mit dem
Befehl
fdisk -B (als
root) ändern. Mehr Informationen dazu liefern die Man-Pages
man 8 bootselect und
man 8 fdisk.
Nach einer kurzen Abfrage, ob man den NetBSD-Bootselector installieren möchte (die man mit
Ja
bestätigt), geht es weiter mit dem sogenannten
Disklabel-Editor. Hier werden die Grössen der
einzelnen NetBSD-Partitionen innerhalb der neu angelegten NetBSD-Slice festgelegt. Diese Grössen sollte man
möglichst selbst festlegen, da die Standardvorgaben meist nicht optimal gewählt sind und Speicherplatz frei
lassen. Ausgangspunkt der Änderungen ist zum Beispiel folgende Situation:
MB Zylinder Sektoren Dateisystem
384 (7865) 781 787248 + /
129 263 265104 swap
0 0 0 tmp (mfs)
0 0 0 /usr
0 0 0 /var
0 0 0 /home
Hinzufügen einer benutzerdefinierten Partition
Verändern der Grösseneinheiten (Sektoren/Zylinder/MB)
Akzeptieren der Partitiongrössen. Freier Speicherplatz 7481 MB, 11 f
Durch Auswahl der Einträge kann man den einzelnen Mountpunkten des Dateisystems Grössen zuweisen
(Angabe in MB), sowie auch neue Mountpunkte anlegen. Eine mögliche Partitionierung für dieses System
könnte dann folgendermaßen aussehen (Beispiel):
MB Zylinder Sektoren Dateisystem
200 407 410256 /
512 1041 1049328 swap
0 0 0 tmp (mfs)
3000 6096 6144768 /usr
1500 3048 3072384 /var
2281 4635 4672080 /home
500 1016 1024128 /tmp
Hinzufügen einer benutzerdefinierten Partition
Verändern der Grösseneinheiten (Sektoren/Zylinder/MB)
Akzeptieren der Partitiongrössen. Freier Speicherplatz 0 MB, 7 freie
Der eine oder andere wird sich an dieser Stelle fragen, warum ich für
/tmp eine neue
Partition angelegt und den Eintrag
tmp (mfs) nicht benutzt habe.
mfs steht
für
Memory File System und erstellt eine Partition, die im Arbeitsspeicher des
Computers liegt, also das, was unter DOS/Windows als
RAM-Disk bezeichnet wird. Auf Systemen
mit viel Arbeitsspeicher kann das von Vorteil sein und einen kleinen Geschwindigkeitsvorteil bringen.
Aber auf Systemen, die eher schwach mit Arbeitsspeicher ausgestattet sind (in diesem Beispiel ein PC mit
192 MB RAM) empfiehlt es sich, doch bei einer "konventionellen" Partition für den temporären Speicher zu
bleiben. Mehr zum Thema
MFS gibt es unter
http://www.onlamp.com/pub/a/bsd/2000/09/07/Big_Scary_Daemons.html.
Nach der Auswahl von
Akzeptieren der Partitionsgrössen wird nun noch einmal
eine Übersicht über die gewählte Partitionierung angezeigt:
Nachfolgend sehen Sie ihr BSD Disklabel Partitionen (Dies ist die letzte
Chance dies zu ändern.)
Start MB Ende MB Grösse MB FS Type NewFS Mount Mount Verz
--------- -------- ---------- ------- ----- ----- ----------
a: 2996 3195 200 FFSv1 Ja Ja /
b: 3196 3708 512 swap
c: 2996 10990 7995 NetBSD Partition
d: 0 10990 10991 Ganze Disk
e: 0 2995 2996 MSDOS NO
f: 3709 6708 3000 FFSv1 Ja Ja /usr
g: 6709 8208 1500 FFSv1 Ja Ja /var
h: 8209 10490 2281 FFSv1 Ja Ja /home
i: 10491 10990 500 FFSv1 Ja Ja /tmp
j: 0 0 0
h: Alle unbenutzten Partitionen anzeigen
l: Verändern der Grösseneinheiten (Sektoren/Zylinder/MB)
x: Partitionen OK
Nachdem man die Aufteilung der Partitionen bestätigt hat, wird noch ein Name für die Festplatte
abgefragt. Was man hier eingibt, ist letztlich eine Frage des eigenen Geschmacks.
Es folgt eine letzte Sicherheitsabfrage, wer auch diese mit
Ja
beantwortet, der löscht die bisherigen Partitionierungsdaten der
Festplatte. Auf alles, was bislang darauf gespeichert war, kann danach nicht
mehr zugegriffen werden! Diesen Schritt sollte man also nur dann
bestätigen, wenn man ein aktuelles BACKUP besitzt und genau weiß,
was man dort tut, denn es gibt KEIN ZURÜCK!
Hat man einmal mit
Ja bestätigt, so werden die Partitionen gemäß
den gemachten Angaben angelegt, formatiert und geprüft. Im Anschluß daran
wird noch abgefragt, welche
Bootblöcke installiert werden sollen.
Wer seinen PC ganz normal mit Tastatur und Monitor bedienen möchte, für den
wird die Option
BIOS Konsole benutzen die richtige Wahl sein.
-> Nach oben
Installation von CD
Nun muß man nur noch angeben, welche Art der Fortschrittsanzeige man wünscht
(
Fortschrittsbalken sollte eigentlich in Ordnung sein) und die Installationsquelle
auswählen:
+------------------------------+
| Medium auswählen |
| |
| a: FTP |
| b: NFS |
| c: CD-ROM / DVD |
| d: Diskette |
| e: Ungemountetes Dateisystem |
| f: Lokales Verzeichnis |
| g: kein(e) |
+------------------------------+
In diesem Beispiel geschieht die Installation von CD-ROM, also ist
CD-ROM / DVD die
richtige Wahl. Die anschließende Frage nach dem genauen Installationsverzeichnis kann
man in aller Regel einfach bestätigen; lediglich Benutzer mit mehreren CD-Laufwerken
müssen hier darauf achten, daß das richtige Laufwerk ausgewählt ist:
Geben Sie das CD-Laufwerk und das entsprechende Verzeichnis
an, in dem die Distribution zu finden ist. (Das Verzeichnis muss .tgz
Dateien enthalten)
Laufwerk: cd0a
Verzeichnis: /i386/binary/sets
+----------------+
| Ändern |
| a: Gerät |
| b: Verzeichnis |
| c: Weiter |
+----------------+
Im Anschluß hieran beginnt die eigentliche Installation, die erforderlichen
Dateien werden von der CD auf die Festplatte kopiert. Sobald dies beendet ist, werden
noch einige Einstellungen abgefragt. Bei der Frage nach der Zeitzone wählt man die
passende Einstellung, also z.B.
Europe/Berlin für Deutschland.
Die Frage nach der Paßwortverschlüsselung bietet
DES,
MD5
und
Blowfish mit 2^7 Wiederholungen zur Auswahl an. Sofern man keinen speziellen Grund hat, der
gegen
MD5 spricht, so ist dies eigentlich eine sichere Wahl. Nun muß nur noch ein root-Passwort
festgelegt, und im Anschluß daran eine Shell für root ausgewählt werden:
Sie können jetzt die Standardshell für Benutzer "root" auswählen. Die
Vorgabe dafür ist /bin/csh, aber vielleicht bevorzugen Sie eine andere Shell.
+-------------+
| Root Shell |
| |
| a: /bin/csh |
| b: /bin/ksh |
| c: /bin/sh |
+-------------+
Wer unter Linux schon mit der
bash gearbeitet hat, wird sich wahrscheinlich mit der
ksh am wohlsten fühlen, da es sich dabei ebenfalls um eine
Bourne-kompatible
Shell handelt. Aber natürlich steht es jedem frei, auch einmal in die
csh hereinzuschnuppern.
Mein Rat für den Linux-Umsteiger ist dennoch die
ksh, ganz einfach, weil sie vieles schon von
der
bash Vertrautes bietet - und die ersten Schritte unter NetBSD wird man zwanfsläufig auf
der Shell tättigen...
Hat man sich einmal für eine Shell entschieden, dann steht einem Reboot des fertig installierten
Systems nichts mehr im Wege. Achtung: Vor dem Reboot die CD aus dem Laufwerk nehmen, sonst wird wieder das
Installationsprogramm gebootet! Die Grundinstallation ist hiermit abgeschlossen.
Wer sich dafür entschieden hat, den NetBSD-Bootmanager zu installieren, der wird sich beim
Neustart einem Auswahlmenü gegenüber sehen, das z.B. folgendermaßen aussieht:
1: Win2000
2: NetBSD
Durch Druck auf die Taste
1 bzw.
2 kann an dieser Stelle entschieden
werden, ob Windows 2000 oder NetBSD gebootet werden soll. Nach Ablauf der als Timeout eingestellten
Zeit wird dann das angegebene Standard-Betriebssystem automatisch gebootet.
-> Nach oben
Grundlegende Konfiguration
Tastaturbelegung ändern und Virtuelle Konsolen aktivieren
Wer keine US-Tastatur verwendet, wird sich sicher schon bei der Installation
über das abweichende Layout seiner Tastatur geärgert haben. Direkt
nach der Installation ist also ein guter Zeitpunkt, um ein deutsches Layout
unter NetBSD einzustellen. Dies läßt sich angenehm verbinden mit dem Aktivieren der
sogenannten "Virtuellen Konsolen", die das Arbeiten an der Kommandozeile doch sehr
erleichtern. Denn beides wird von
wscons bereit gestellt.
Das Einschalten der virtuellen Konsolen geschieht in der Hauptkonfigurationsdatei von NetBSD,
der Datei
/etc/rc.conf. Diese Datei bindet die Datei
/etc/defaults/rc.conf
ein, in der Voreinstellungen für die wesentlichen Einstellungen getroffen sind. Manuelle
Änderungen sollten in der Datei
/etc/rc.conf erfolgen und überschreiben dann
diese Voreinstellungen. Bereits vom Installationsprogramm sollte die Einstellung
rc_configured=YES
eingetragen worden sein. Die virtuellen Konsolen werden nun eingeschaltet mittels des Eintrags
wscons=YES
Das Umschalten zwischen den einzelnen virtuellen Konsolen geschieht mit den Tastenkombinationen
Strg+Alt+F1 bis Strg+Alt+F4 (standardmäßig sind 4 virtuelle Konsolen aktiviert).
wscons wird Dank dieses Eintrags in der Datei
/etc/rc.conf bei jedem Booten
gestartet. Somit steht es jetzt auch zur Verfügung, um auf die deutsche Tastenbelegung
umzuschalten. Dies geschieht ganz einfach mit dem Kommando
root@host:~> wsconsctl -k -w encoding=de
Damit ändert man das Layout bis zum nächsten Neustart. Um die
Tastenbelegung dauerhaft anzupassen, hängt man anschließend noch ein
encoding de an die Datei
/etc/wscons.conf an:
root@host:~> echo "encoding=de" >> /etc/wscons.conf
ACHTUNG: Es muß unbedingt ">>" heißen! Gibt man nur ein ">"
an, so wird die Zeile nicht angehängt, sondern überschreibt die ganze
Datei!
-> Nach oben
Hostnamen angeben
Der Hostname wird (wie fast alles) in der Datei
/etc/rc.conf eingetragen. Ein
solcher Eintrag hat die folgende Form:
# Hostname des Rechners
hostname="rechnername.mein-fqdn.tld"
Nach einem
/etc/rc.d/network restart oder einem Reboot wird
der dort eingetragene Hostname verwendet.
-> Nach oben
Netzwerkkarte konfigurieren
Im einfachsten Fall (der hier behandelt werden soll) wird der Rechner mit einer
statischen IP-Adresse versehen und so in ein lokales Netzwerk (LAN) eingebunden.
Zuerst gilt es herauszufinden, ob die eingebauten Netzwerkkarten auch alle korrekt
erkannt worden sind. Wer beim Bootvorgang genau hingeschaut hat, konnte dies bereits
den Startmeldungen entnehmen. Aber auch im Nachhinein liefert der Befehl
dmesg
die Startmeldungen des Systems. In Verbindung mit dem Kommando
grep läßt
sich so bequem eine Auflistung erzeugen.
user@host:~> dmesg | grep Ethernet
ex0 at pci0 dev 10 function 0: 3Com 3c905B-TX 10/100 Ethernet (rev. 0x30)
In diesen Rechner ist nur eine 3Com-Netzwerkkarte eingebaut, die unter dem Namen
ex0
angesprochen werden kann.
Die Softwarekonfiguration der Karte ist schnell erledigt, dabei hilft das Programm
ifconfig mit folgender Befehlszeile:
root@host:~> ifconfig ex0 inet 192.168.1.4 netmask 0xffffff00
Als Optionen des Kommandos dienen der Interface-Name (also
ex0),
die gewünschte IP-Adresse des Interfaces (in diesem Fall also
192.168.1.4) und die Netzwerkmaske in hexadezimaler Schreibweise
(
0xffffff00 entspricht
255.255.255.0). Eventuell muß
bei manchen Netzwerkkarten noch über die Option
media der
benutzte Medientyp angegeben werden, meist funktioniert aber die automatische Erkennung
zufriedenstellend.
Hat die Konfiguration über diesen Befehl funktioniert, so läßt sich
der Status der Netzwerkkarte überprüfen:
user@host:~> ifconfig ex0
ex0: flags=8863<UP,BROADCAST,NOTRAILERS,RUNNING,SIMPLEX,MULTICAST> mtu 1500
capabilities=7<IP4CSUM,TCP4CSUM,UDP4CSUM>
enabled=0
address: 00:01:02:07:ee:e7
media: Ethernet autoselect (100baseTX full-duplex)
status: active
inet 192.168.1.4 netmask 0xffffff00 broadcast 192.168.1.255
inet6 fe80::201:2ff:fe07:eee7%ex0 prefixlen 64 scopeid 0x1
Als Funktionstest wird gewöhnlich der
ping-Befehl benutzt, mit dem man
versuchen kann, andere aktive Rechner im Netz zu erreichen:
user@host:~> ping -c 4 192.168.1.1
PING 192.168.1.1 (192.168.1.1): 56 data bytes
64 bytes from 192.168.1.1: icmp_seq=0 ttl=255 time=0.684 ms
64 bytes from 192.168.1.1: icmp_seq=1 ttl=255 time=0.395 ms
64 bytes from 192.168.1.1: icmp_seq=2 ttl=255 time=0.355 ms
64 bytes from 192.168.1.1: icmp_seq=3 ttl=255 time=0.402 ms
----192.168.1.1 PING Statistics----
4 packets transmitted, 4 packets received, 0.0% packet loss
round-trip min/avg/max/stddev = 0.355/0.459/0.684/0.151 ms
In diesem Beispiel hat die Konfiguration funktioniert, der betrachtete Rechner
192.168.1.4 kann den Rechner
192.168.1.1 erreichen.
Nachdem die Konfiguration erfolgreich war, kann man nun darangehen, diese Konfiguration
dauerhaft in die entsprechenden Dateien einzutragen. Denn momentan müßte
dieses
ifconfig-Kommando nach jedem Neustart wieder eingegeben werden.
Unter NetBSD geschieht die Konfiguration der Netzwerkinterfaces in den Dateien
mit dem Namen
/etc/ifconfig.<INTERFACENAME>. D.h. die
Konfiguration des Interfaces
ex0 geschieht über die Datei
/etc/ifconfig.ex0. Diese Datei mit dem entsprechenden Inhalt erstellt man
folgendermaßen:
root@host:~> echo "inet 192.168.1.4 netmask 0xffffff00" > /etc/ifconfig.ex0
Damit das Interface bei einem Neustart des Rechners automatisch konfiguriert wird,
fügt man nun noch folgenden Eintrag zur Datei
/etc/rc.conf hinzu:
auto_ifconfig=YES
Diese Einstellungen treten damit mit dem nächsten Neustart in Kraft.
-> Nach oben
Netzwerk einrichten
Im Abschnitt
"Netzwerkkarte konfigurieren" wurde ein
Interface bereits so eingerichtet, daß eine Verbindung ins lokale
Netzwerk aufgebaut werden kann. Jetzt geht es darum, weitere wichtige
Einstellungen vorzunehmen und gegebenenfalls eine Verbindung ins Internet
über einen Gateway zu ermöglichen.
Damit die Rechner im LAN nicht nur über ihre IP-Adressen, sondern auch
über die jeweiligen Hostnamen angesprochen werden können, gibt es
zwei Möglichkeiten. Entweder man betreibt einen eigenen kleinen
DNS-Server für sein Netz, oder man trägt alle IP-Adressen mit
Hostnamen und Aliases in der Datei
/etc/hosts ein. Letzteres
ist in den meisten kleinen Netzen verbreitet und für eine geringe
Zahl an Rechnern auch noch relativ einfach zu pflegen. Diese Datei hat
dann z.B. folgenden Inhalt:
# $NetBSD: hosts,v 1.6 2000/08/15 09:33:05 itojun Exp $
#
# Host Database
# This file should contain the addresses and aliases
# for local hosts that share this file.
# It is used only for "ifconfig" and other operations
# before the nameserver is started.
#
::1 localhost
127.0.0.1 localhost
#
# RFC 1918 specifies that these networks are "internal".
# 10.0.0.0 10.255.255.255
# 172.16.0.0 172.31.255.255
# 192.168.0.0 192.168.255.255
192.168.1.1 pluto.hmg.homeunix.net pluto
192.168.1.2 merkur.hmg.homeunix.net merkur
192.168.1.3 jupiter.hmg.homeunix.net jupiter
192.168.1.4 earth.hmg.homeunix.net earth
192.168.1.5 mars.hmg.homeunix.net mars
192.168.1.6 saturn.hmg.homeunix.net saturn
192.168.1.8 neptun.hmg.homeunix.net neptun
192.168.1.9 ultra10.hmg.homeunix.net ultra10
Damit sollten alle Rechner im LAN sowohl über ihre IP-Adresse,
als auch über ihren Alias (z.B.
earth) zu erreichen sein.
Besteht über einen Rechner eine Verbindung ins Internet, so ist es sinnvoll,
diesen Rechner als Gateway einzutragen. Denn dann kann diese Verbindung auch von
dem neu eingerichteten Rechner aus genutzt werden. Dazu trägt man die
IP-Adresse des Gateways in die Datei
/etc/rc.conf wie folgt ein:
# Internet-Zugang über einen Gateway
defaultroute="192.168.1.1"
Für einen funktionierenden Internet-Zugang über den Gateway fehlt jetzt
nur noch die Auflösung von Servernamen in IP-Adressen. Dazu gibt man in der
Datei
/etc/resolv.conf die IP-Adressen einiger Nameserver an.
Für den Zugang über T-Online kann diese Datei z.B. folgendermaßen
aussehen:
nameserver 212.185.249.50
nameserver 194.25.2.129
Jetzt sollte ein
ping z.B. auf
www.heise.de erfolgreich sein:
root@host:~> /etc/rc.d/network restart
(...)
user@host:~> ping -c 4 www.heise.de
PING www.heise.de (193.99.144.71): 56 data bytes
64 bytes from 193.99.144.71: icmp_seq=0 ttl=249 time=66.761 ms
64 bytes from 193.99.144.71: icmp_seq=1 ttl=249 time=64.366 ms
64 bytes from 193.99.144.71: icmp_seq=2 ttl=249 time=66.892 ms
64 bytes from 193.99.144.71: icmp_seq=3 ttl=249 time=66.662 ms
----www.heise.de PING Statistics----
4 packets transmitted, 4 packets received, 0.0% packet loss
round-trip min/avg/max/stddev = 64.366/66.170/66.892/1.207 ms
-> Nach oben
User anlegen
Wie bei jedem Mehrbenutzer-Betriebssystem gilt auch bei NetBSD der Grundsatz, daß man nicht
als
root arbeiten sollte. Deshalb empfiehlt es sich sehr, einen lokalen Benutzer
anzulegen, unter dessen Kennung man dann später arbeiten kann:
useradd -m benutzername
passwd benutzername
Das Kommando
useradd legt hierbei einen neuen Benutzer namens
benutzername an.
Die Option
-m sorgt dafür, daß ein Homeverzeichnis für den neuen
Benutzer angelegt wird, üblicherweise als
/home/benutzername. Der Befehl
passwd fragt nach einem Paßwort für diesen neuen Benutzer.
Möchte man dem neu erstellten Benutzer ermöglichen, per
su zum Superuser
zu werden, so muß man ihn der Gruppe
wheel hinzufügen. Dies geschieht
folgendermaßen:
root@host:~> usermod -G wheel benutzername
Es ist dringend zu empfehlen, mindestens einen Benutzer der Gruppe
wheel hinzuzufügen.
Denn wer sich auch einmal remote anmelden möchte (z.B. bei Servern durchaus üblich),
verschließt sich sonst die Möglichkeit, sein System mit Superuser-Rechten zu administrieren.
Der direkte Remote-Login als
root ist beim
sshd
sinnvollerweise per Default deaktiviert - eine Einstellung, die man aus Sicherheitsgründen auch
nicht ändern sollte.
-> Nach oben
SSH aktivieren
Wer über das Netzwerk einen Shell-Zugriff auf den Rechner haben möchte, z.B. um
aus der Ferne administrieren zu können, der sollte sich nach Möglichkeit mittels
ssh verbinden, da hier die gesamte Kommunikation verschlüsselt abläuft.
Klartext-Verbindungen, wie sie z.B. bei
telnet anzutreffen sind, stellen ein
großes Sicherheitsloch dar, das man nach Möglichkeit vermeiden sollte.
Der Daemon für die
SecureShell,
sshd genannt, wird über
folgenden Eintrag in der Datei
/etc/rc.conf aktiviert:
sshd=YES
Beim nächsten Systemstart werden dann automatisch die benögten Schlüssel erstellt
und der Dienst gestartet. Wer nicht solange warten möchte (schließlich startet man
Unix-Rechner ja eigentlich nicht neu), der kann den
sshd auch von Hand starten:
root@host:~> /etc/rc.d/sshd start
Nach Möglichkeit sollte man den
sshd nur auf den IP-Adressen "lauschen" lassen,
auf denen man auch selbst zugreifen möchte. Dazu dient z.B. folgender Eintrag in der Datei
/etc/ssh/sshd_config:
ListenAddress 192.168.1.4
ListenAddress 192.168.2.4
Möchte man das Public/Private-Key-Prinzip benutzen, um sich auch ohne Paßwort einloggen
zu können, so muß dazu jeder User, der dies möchte, seine Schlüssel selbst
erzeugen. Um einen DSA-Schlüssel (benötigt
ssh2 auf allen beteiligten Rechnern)
mit 2048 Bit erstellen zu lassen, benutzt man z.B. folgenden Befehl:
user@host:~> ssh-keygen -b 2048 -t dsa
Den Dateinamen kann man in aller Regel einfach bestätigen, die Vorgabe
lautet
~/.ssh/id_dsa. Wer möchte, kann diesen Schlüssel
dann noch zusätzlich mit einem Paßwort absichern. Dann geht der Vorteil des paßwortlosen
Zugriffs zwar verloren, man erhöht aber die Sicherheit beträchtlich. In aller Regel wird man
am Privat-PC diesen zuätzlichen Schutz eher nicht brauchen, in
sicherheitskritischen Umgebungen sieht das hingegen anders aus.
Im Anschluß daran kopiert man den öffentlichen Teil des Schlüssels auf alle Rechner,
auf die man paßwortlosen Zugriff über wüscht, und hängt ihn an die Datei
~/.ssh/authorized_keys an. Beispiel:
michael@earth:~ scp ~/.ssh/id_dsa.pub saturn:/home/michael/.ssh/earth
Password:
id_dsa.pub 100% |*****************************| 1134 00:00
michael@saturn:~$ cat earth >> authorized_keys
In diesem Beispiel kann sich der User
michael nun vom Rechner
earth aus
ohne Paßworteingabe über
ssh auf den Rechner
saturn verbinden.
Hinweis: Nötig ist dazu außerdem noch der Eintrag
PubkeyAuthentication yes
in der Datei
/etc/ssh/sshd_config auf dem Rechner, auf dem man sich einloggen möchte
(also im Beispiel
saturn). Unter NetBSD 2.0 ist dieser Eintrag standardmäßig
aktiviert. Um das Beispiel noch kurz zu vervollständigen, hier noch die nötigen Schritte, um
sich auch vom Rechner
saturn aus auf dem Rechner
earth ohne Paßwort
einloggen zu können:
michael@earth:~ scp saturn:/home/michael/.ssh/id_dsa.pub .ssh/saturn
id_dsa.pub 100% |*****************************| 1116 00:00
michael@earth:~ cat .ssh/saturn >> .ssh/authorized_keys
-> Nach oben
Besonderheiten auf SPARC64
Die Installation von NetBSD auf SPARC64 unterscheidet sich nur in Details von der Installation auf
einem i386-System. Im folgenden werde ich auf einige bedeutsame Punkte eingehen, die mir
persönlich bei der Installation von NetBSD 2.0 SPARC64 auf einer Sun Ultra 10 aufgefallen
sind.
SPARC64: Von CD booten
Schaltet man die Sun ein, so wird üblicherweise direkt das installierte Betriebssystem
gebootet. Um das zu verhindern, drückt man während des Bootvorgangs die
Tastenkombination
Stop+
a. Damit gelangt man an die
OpenBoot-PROM-Eingabeaufforderung, auch als
ok-Prompt bekannt.
Bevor man nun das Booten von CD startet, sollte man die Sicherheitsfunktionen des
OpenBoot-PROM deaktiveren, um Probleme mit NetBSD zu vermeiden. Denn NetBSD bietet
keine Unterstützung für diese Funktionen. Dazu gibt man am
ok-Prompt
folgenden Befehl ein:
setenv security-mode none
Anschließend kann man die vorbereitete CD in das CD-Laufwerk legen und die
NetBSD-Installation mit dem Befehl
boot cdrom
starten.
-> Nach oben
SPARC64: Die Festplatte partitionieren
Die Partitionierung unterscheidet sich auf SPARC64 etwas von der Partitionierung
auf i386. Auf SPARC64 wird die gesamte Festplatte als NetBSD-Slice betrachtet, innerhalb
der dann die NetBSD-Partitionen erstellt werden. Eine Aufteilung in "DOS-Partitionen"
existiert auf SPARC64 nicht.
Für die Benennung der einzelnen NetBSD-Partitionen gilt das bereits für
i386 gesagte mit wenigen Einschränkungen: Da die Partition
c
die gesamte NetBSD-Slice und damit die gesamte Festplatte umfaßt, ist die
Partition
d nicht besonders geschützt, sondern eine ganz normale
Datenpartition. Anders als auf i386 können auf SPARC64 auch nur eine sehr
eingeschränkte Zahl von Partitionen angelegt werden, nämlich nur 7
(
a-h, ohne
c).
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SPARC64: Tastaturbelegung ändern
Wer keine US-Tastatur verwendet, wird sich sicher schon bei der Installation
über das abweichende Layout seiner Tastatur geärgert haben. Leider
unterstützt SPARC/SPARC64
wscons nicht, daher kann das
Tastaturlayout NICHT geändert werden. Die Sun-Tastatur macht
außerdem Probleme, weil diverse Tasten nicht einwandfrei funktionieren,
sondern die Scancodes nicht erkannt werden. Die Backspace-Taste bekommt man
üblicherweise zum funktionieren mit dem Befehl
root@host:~> stty erase '^h'
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SPARC64: Virtuelle Konsolen
NetBSD auf SPARC/SPARC64 unterstützen leider derzeit
wscons
noch nicht. Daher ist ein Einschalten der Virtuellen Konsolen nicht möglich.
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Quellen und weiterführende Links
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