News  |   Buchempfehlungen  |   Links  |   Computerspiele  |   CD-R/DVD±R(W)

FreeBSD  |   NetBSD  |   Linux  |   Kursfahrt 2000  |   Medizinstudium

Schule  |   Über mich  |   Impressum  |   Feedback |   Übersicht

 
 

 

 Übersicht 
 
 Carl Zuckmayer 
 
 Die Aufklärung 
 
 Variationen in der Musik 
 
 SV-Wettbewerb 
 




Die Aufklärung

Aufklärung - lumières, enlightenment, illuminismo, ilustración - all dies sind Begriffe aus verschiedenen Sprachen, und doch bezeichnen sie alle die gleiche Weltauffassung, eine Weltauffassung, die die europäischen Literaturen und Wissenschaften des 18. Jahrhunderts bestimmt hat.
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts entstanden, sah diese Geistesbewegung in der Vernunft (lat. ratio) das Wesen des Menschen. Kant definierte die Aufklärung auch als 'Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit'.

Die Entwicklung der Aufklärung

Die Anfänge der Aufklärung gehen zurück bis in die Zeit der Reformation und der Renaissance. Deutlich zu erkennen sind hier die humanistischen Bewegungen gegen Scholastik und überlieferten Lehrgebrauch, wie z. B. Latein als alleinige Gelehrtensprache. Die Humanisten waren richtungsweisend für alle, die Philosophie, Kunst und Wissenschaft nicht nur der "Fachwelt", sondern einem größeren Publikum zugänglich machen wollten. Schon Galilei sagte, ein jeder solle seine Briefe und Abhandlungen lesen können. So versuchte er, durch Verwendung des Italienischen seine Werke möglichst vielen zugänglich zu machen. Die Schranken, die durch das Lateinische als Gelehrtensprache zwischen dem Wissen und der Nation errichtet worden waren, sollten beseitigt werden.

Andere Wissenschaftler empfanden die tote Sprache ebenfalls als störend, so z. B. der holländische Physiker Simon Stevin, der sich ebenfalls seiner Volkssprache bediente. Weitere Naturforscher aus verschiedenen Ländern stammten in dieser Grundhaltung überein, sie leiteten die Wendung der Wissenschaft auch zum praktischen Leben entscheidend ein und bildeten so die Anfänge der Aufklärung.

Im 18. Jahrhundert nun prägten die Schriftsteller die Aufklärung entscheidend. Das Verständnis des Begriffes "Philosophie" erweiterte sich. Jeder Schriftsteller sah sich nun als "Philosophen", als ein der Praxis, der Welt und der Forderung nach Humanität verpflichteten Denker. Und so ergab sich hieraus der Drang der Literatur, in alle Bereiche des menschlichen Lebens zu schauen, auf alles Einfluß nehmen zu wollen.

Dies war zwar in besonderem Maße in Frankreich der Fall. Jedoch auch in England wurden nun zeitgenössische Probleme in den Mittelpunkt von Romanen, Theaterstücken und Satiren gebracht. Philosophen wie Bacon, Locke oder Hume wurden als Vorkämpfer einer neuen Form gesehen, die die Bürde pedantischer Schultraditionen nicht länger mitschleppen mußte. Auch hier wurde die Sehnsucht der Zeit nach der Verbindung von Eloquenz und Philosophie zum Ausdruck gebracht.

Ohne den Zusammenhang mit der großen Wissenschaftsbewegung wäre eine solche aufgeklärte Philosophie niemals möglich gewesen. Während des ganzen 18. Jahrhunderts lenkten bisher vernachlässigte und nun erst aufblühende Wissenschaften die Aufmerksamkeit auf sich, wobei sie offenbar den Fall des Althergebrachten herbeizuführen suchten. Schnell wechselte sich die Begeisterung für Medizin, Biologie, Physiologie, Geologie, Chemie und Ökonomik ab; sie alle griffen tief in das tägliche Leben ein und beeinflußten beinahe jeden.

Staat und Recht in der Aufklärung

Trotz ihrer vielen anderen Erfolge erzielte die Aufklärung auf dem Gebiet des Rechts- und Staatswesens ihre größten Leistungen. Sie bemühte sich in ihren Anfängen im 17. Jahrhundert, den Staat gesetzmäßig aus den Elementen der menschlichen Natur aufzubauen. Die "Naturgesetze" des sozialen Lebens sollten frei sein von konfessionellen, nationalen und traditionellen Bedingtheiten und bildeten so die Grundlage für die Beendigung der konfessionellen Bürgerkriege. Zudem enthielten sie bereits die Prinzipien des modernen Völkerrechts.

Das 18. Jahrhundert setzte dann im Anschluß an Locke die Berufung auf den "gesunden Menschenverstand" (sensus communis) an die Stelle der konstruktiven Naturrechtsbegründung. Beiden Jahrhunderten war jedoch die Überzeugung gemein, daß die Naturrechtssätze von gleicher allgemeiner Gültigkeit und Erkennbarkeit seien wie die naturwissenschaftlichen und die mathematischen Sätze und daher ebenso unabhängig von göttlicher Offenbarung wie von staatlicher Festlegung.

Auf Grundlage dieser Ansichten entwickelte die Aufklärung Rechtsprinzipien, die für die amerikanische Unabhängigkeitsbewegung und die Französische Revolution von entscheidender Bedeutung wurden und die bis heute gültig sind. In den amerikanischen und französischen Menschenrechtserklärungen wurden heute selbstverständliche Aussagen formuliert, dazu zählen unter anderem die folgenden: Jeder Mensch ist frei geboren; es gibt angeborene Menschenrechte jedes Einzelnen auf Leben, Freiheit, Eigentum und das Streben nach Glück, die der Staat zu schützen hat. In der Verfassungslehre wurde von Locke und Montesquieu die Theorie der Gewaltenteilung entwickelt.

Gefordert wurde auch eine religiöse Toleranz des Staates, Hexenprozesse und Folter wurden abgeschafft. Zudem kam es unter dem Grundsatz der Verhältnisgleichheit von Verbrechen und Strafe zu einer Milderung der Strafen, die Humanisierung des Strafvollzugs wurde eingeleitet. Erstmals wurde auch die Berechtigung der Todesstrafe angezweifelt. Schließlich kam es zu der berühmten Formulierung nulla poena sine lege, die besagt, daß die Verhängung einer Strafe abhängig ist von ihrer vorherigen Androhung durch ein geschriebenes Gesetz.

Religion im Zeitalter der Aufklärung

In der Aufklärung änderte sich auch die Betrachtungsweise der Religion. Es kam erstmals zu einer kritischen Betrachtung der Bibel nach den gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Zweifel an den theologischen Behauptungen, an bestehenden Gegensätzen zwischen den christlichen Religionsparteien und zwischen Christentum und anderen Religionen führten zu Religionskritik und Toleranz. In der Aufklärung wurde zudem die kirchliche Vormundschaft über den Einzelnen beendet, eine freie, individuelle Entfaltung wurde möglich.

Die aufgeklärte Gesellschaft

Elemente der Säkularisation wurden von der Aufklärung tief ins Volk hineingetragen. Rücksichtnahme, Achtung vor geschichtlichen Gegebenheiten und der gewachsenen Natur, der Sinn für die "Naturformen" des Sozialen, vor allem Familie und Volk, und die durch Reiseerfahrungen bewußter genossene lokale Eigentümlichkeit konnten sich schnell verbreiten. So konnten die Grundlagen für die besonders in Deutschland folgenreiche Romantik entstehen.

Das Prinzip der Aufklärung als praktische Anwendung der Verstandeserkenntnis und vernünftige Ordnung des Lebens stieß vor allem in England und Frankreich auf großen Widerhall. In Deutschland jedoch kam es in großen Teilen zu einer Abschwächung dieser Grundsätze und einer theologischen Entschärfung. Zusammen mit religiösen Ideen und konservativ-ständischem Gedankengut verbreitet, verwischten sie die Grenzen zwischen Spätaufklärung und Romantik.

Im wirtschaftlichen und sozialen Bereich trat die Welt des Bauerntums und der Adelssitze immer mehr hinter der städtisch-bürgerlichen Kultur zurück. Die Industrialisierung griff teilweise auf das Land über, Heimarbeit wurde eingeführt. Die Landwirtschaft öffnete sich nun auch marktwirtschaftlichen Grundsätzen.

Besonders in der Erziehung folgte die Aufklärung den humanistischen Strömungen und versuchte, durch kindgemäß-selbsttätiges, spielerisch-leichtes Lernen und lebenspraktische Ausrichtung die Strenge in den Schulen abzulösen. Die Volksschule erhielt starken Auftrieb.

Zudem kam es zu einem Ausbau des Gesundheitswesens, man erkannte die Bedeutung von Hygiene und Fürsorge.

Die Literatur - Der Siegeszug der Wörterbücher

Betrachtet man die grundlegende Struktur eines Wörterbuches, dessen Elemente notwendigerweise eine logische Beziehung zueinander haben, so kann es nicht verwundern, daß gerade ein Wörterbuch zu einem der charakteristischsten Werke der Aufklärung geworden ist.

Denn Moréris Grand Dictionaire (1674), der bis 1691 sechs Auflagen erlebt hatte, war vorangegangen, Bayle war 1692 gefolgt mit seinem Dictionnaire historique et critique, und seither konnte die Aufklärung die Beziehung auf Wörterbücher nicht mehr entbehren. Der Plan zur großen Enzyklopädie schließlich erwuchs zunächst aus einer rein praktischen Aufgabe: aus der Übersetzung der 1728 erschienenen englischen Enzyklopädie von Chambers. War diese Übersetzung schon bald umfangreicher als das Original - fast eine Bearbeitung -, so entstand bald auf Anregung des Abbé Gua de Malves und in Zusammenarbeit von D'Alembert und Diderot mit dem Verleger Le Breton der Entwurf eines neuen Werks. Als Enzyklopädie fiel ihm die Aufgabe zu, den Zusammenhang des Wissens zu beschreiben, als Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers die weitere wissenschaftliche und empirische Welt zu erklären.

Durch die beiden Herausgeber Diderot und D'Alembert kamen die zur geistigen und sozialen Wandlung beitragenden Richtungen zusammen. Sie ließen eine Unabhängigkeit von Hof, Adel und Kirche scharf zum Ausdruck kommen. Die Schriftsteller ergriffen nun die Möglichkeit zur Führerschaft und wandten sich nicht an einen bestimmten Leser oder ein begrenztes Publikum, sondern an die "öffentliche Meinung". Die Enzyklopädie wurde in ihrer Gesamtsicht als ein Werk gesehen, daß Wissenschaft und Literatur in sich vereinte und unter ein gemeinsames Prinzip rückte.

Von 1751 bis 1757 erschienen die ersten sieben Bände dieses Werkes. Den Fortgang dieses Unternehmens konnten Angriffe wie Proteste der Jesuiten, zeitweilige Verbote durch die Regierung oder das Ausscheiden der berühmten Mitarbeiter wie Rousseau, D'Alembert, Voltaire und anderer zwar verlangsamen, jedoch nie zum Stillstand bringen. 1780 schließlich erschienen die letzten Bände samt Register, die das in 4250 Exemplaren gedruckte Werk vervollständigten. Ein Großteil der enthaltenen Texte wurden von dem Herausgeber Denis Diderot selbst verfaßt, der seinem Lebenswerk bis zum Abschluß treu geblieben war. Seine Artikel zerfallen in drei große Gruppen. Zum einen sind es Beschreibungen über Handwerk und Gewerbe, zum anderen aber auch Ausführungen über die Geschichte der Philosophie von den Anfängen bis zur Gegenwart. Der dritte Teil stellt mit politischen Artikeln den Grundriß einer politischen Philosophie dar.

Die Masse aller Artikel Diderots war geprägt von den Gedanken des idealen Staates, der auf der nationalen Souveränität, auf der Macht, die vom Volke stammt, beruht und die bürgerliche Freiheit, das freie Spiel der wirtschaftlichen Kräfte sichert und der durch die Enzyklopädie repräsentierten öffentlichen Meinung niemals seine Aufmerksamkeit versagt. Damit wurde Diderot zum Wortführer des aufgeklärten Dritten Standes und hat allen seinen Zielen, aber auch unbestimmten Tendenzen, zu klarem Ausdruck verholfen.

Die Literatur - Die historische Literatur der Aufklärung

Wie die Naturwissenschaften und die Theologie, so erschienen im Verlauf des 18. Jahrhunderts auch die geschichtlichen Wissenschaften in einem neuen Licht. Der Blick eines immer größer werdenden Publikums öffnete sich für die Geschichte, nicht nur des eigenen Lande. Man interessierte sich auch für die Geschichte des alten China, für Persien und Arabien.

In Frankreich nahmen sich besonders Montesquieu und Voltaire der Geschichte an. Montesquieu zum Beispiel trug durch seine Untersuchungen über die französische Geschichte zur quellenmäßigen Erforschung des Mittelalters und zum Aufbau der historischen Wissenschaften entscheidend bei. Seine Ideen, die er dem geschichtlichen Denken vermittelte und die Kunst, mit der er den Stoff gestaltete, wurden von Mitwelt und Nachwelt oft und bewundernd anerkannt.

Geschichte als Geschichte des Geistes, als Kulturgeschichte anstatt als eine Häufung von Tatsachen, eines Heroen- und Herrscherkultes war das Ziel Voltaires. Und so verwendete er in seinen zeitgeschichtlichen Werken am liebsten Schilderungen von Augenzeugen der Ereignisse, die in seinen Beschreibungen klar und deutlich hervortreten. Überall in seinen Werken trat das Beispiel seiner Kunst und Methode hervor, die den geschichtlichen Horizont erweiterte. Sie hob die historische Forschung zu einer neuen, noch nicht gekannten Höhe hinauf und verknüpfte die Fakten in einen gesetzmäßigen Gesamtzusammenhang. Beziehungen und Verhältnisse der geschichtlichen Welt schienen sich zu einer systematischen Ordnung zusammenzuschließen.

Aus der neuen Wissenschaft der Chronologie, aus den zahlreichen Berichten über den Fernen Osten konnte sich im Verlauf der Entwicklung ein neues Zeit- und Raumbewußtsein bilden, mit neuen Farben und in einer neuartigen, von allem antiquarischen Ballast befreiten Darstellung.
Die Auswirkungen vor allem der Voltaireschen Geschichtsschreibung waren in ganz Europa erkennbar. In England zeigte sich der stetige Zusammenhang ganz nach Voltairescher Tradition in einer Reihe bedeutender Werke verschiedener Schriftsteller. Hierzu zählen vor allem Hume, der die Geschichte England vom ersten Auftreten der Römer bis zum Ende des Hauses Stuart verfaßte, oder auch Robertson, der die Geschichte Karls V. erzählte.

Mit dieser universalhistorischen Tendenz der französischen und englischen Geschichtsschreibung konnte sich zur Zeit der Aufklärung kein anderes Land messen. Dennoch war in allen europäischen Ländern das 18. Jahrhundert das Jahrhundert der Geschichte. Es schuf die Bedingungen, unter denen vielerorts die Akademien entstehen oder sich weiterentwickeln und den Fortschritt der historischen Forschung fortsetzen konnten.

Die Literatur - Die Literatur der Aufklärung im allgemeinen

Die Literatur der Aufklärung war erzieherisch, kritisch oder satirisch und diente oft der Belustigung des Verstandes. In England entstanden moralische Wochenschriften, die sich nach englischem Vorbild auch bald in Deutschland verbreiteten.

Bezeichnend für die Epoche der Aufklärung waren auch in der Literatur rational-regelhafte Dichtungen. Gepflegt wurden außerdem Fabeln und Epigramme. Der Bildungsroman sowie der komische Roman waren verbreitet.

In der Aufklärung wurde die klassizistische Tragödie allmählich durch das bürgerliche Trauerspiel abgelöst. Ein herausragender Vertreter dieser Gattung ist der bereits als Herausgeber einer Enzyklopädie bekannte Diderot.

Der Toleranzgedanke wurde, ebenso wie in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen auch in der Literatur zur Geltung gebracht.

Die Literatur - G. W. Leibniz

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) war nicht nur Schriftsteller, sondern zählte zu den universellsten Geistern der Aufklärung. In Leipzig geboren, wurde er Bibliothekar und Hofhistoriker am hannoveranischen und braunschweigischen Hof. Später lebte er am Hofe der Königin Sophie Charlotte in Berlin.

Das harmonische Miteinander von Materie und Geist, von Welt und Mensch und Mensch und Gott wird in seinen oft philosophischen Werken anschaulich geschildert. Zu seinen Hauptwerken zählen die philosophischen Schriften Lehrsätze über die Monadologie sowie Petit discours de métaphysique (Kleine metaphysische Abhandlung).

Sowohl in Lebenshaltung als auch im wissenschaftlichen Denken brach Leibniz mit den Traditionen des Barock. Jedoch auch seine Sprachauffassung läßt deutlich werden, daß er den Grundlinien der Aufklärung folgte, denn er befürwortete eine klare und von Schmuckformeln befreite Sprache. Für ihn war die Sprache der "Spiegel des Verstandes".

Mit seinen Ideen bestimmte Leibniz das ganze deutsche 18. Jahrhundert, er begründete die Berliner Akademie und schuf neben philosophischen auch wissenschaftliche Werke von größter Bedeutung. So entwickelte er die Differential- und Integralrechnung, war Jurist, Politiker, Historiker und Diplomat. Damit war er eigentlich in allen zur Zeit der Aufklärung wichtigen Themenbereichen zuhause.

Gottfried Wilhelm Leibniz starb im Jahre 1716 siebzigjährig in Hannover.

Die Literatur - G. E. Lessing

Gotthold Ephraim Lessing, 1729 in einem lutherischen Pfarrhaus in Kamenz (Oberlausitz) geboren, erhielt eine gute Ausbildung, unter anderem durch sein Studium auf der Fürstenschule St. Afra in Meissen und dem Studium der Theologie in Leipzig. Dieses Studium beendete er jedoch vorzeitig und suchte stattdessen seine sprach- und literaturwissenschaftlichen Kenntnisse zu erweitern.

Lessing führte ein recht ungesichertes Leben, wechselte oft seinen Wohnort und trat erst 1770 als Bibliothekar in Wolfenbüttel in eine feste Stellung.

Berühmt wurde Lessing vor allem als Dramatiker, jedoch verfaßte er besonders in seiner Jugendzeit sehr viele Epigramme. Insgesamt hinterließ er mehr als 200 Epigramme, die den Großteil seiner lyrischen Produktion ausmachen. Die knappe satirisch zugespitzte Form ist das Kennzeichen der Lessingschen Epigramme, die den Leser wie "ein Brandmahl" durch ihre Kritik schmerzen sollen, ohne sich gleichzeitig als Lehr- oder Moralsätze zu präsentieren. Zu den Hauptthemen Lessings zählten hierbei die Kritik an verwerflichen Verhaltensweisen, Zeitgenossen sowie die politische Kritik. Er bekämpfte immer das Unzulängliche, Verkehrte und Minderwertige, um die Voraussetzungen für ein lebendiges literarisches Leben zu schaffen. Für diese Ziele setzte er sich vorurteilsfrei, gewissenhaft und unerschrocken ein.

Im Gegensatz zu seinen späteren Werken lassen auch Lessings frühe Fabeln noch eine individuelle Originalität vermissen. Dies trifft ebenso auf seine Lehrgedichte zu, die allerdings weitgehend unvollständig geblieben sind. Bei diesen Lehrgedichten handelte es sich ebenfalls um eine bevorzugte Gattung der frühen Aufklärungszeit.

Zu Lessings berühmtesten und bedeutendsten Werken zählen die drei Dramen Minna von Barnhelm, Emilia Galotti und Nathan der Weise. Sie sind über zwei Jahrhunderte hinweg auf den Bühnen lebendig geblieben. Durch ihre dialektisch zugespitzte Sprache wenden sie sich zwar an den Verstand des Zuschauers, jedoch sind die Hauptpersonen aus einer Natürlichkeit und Menschlichkeit heraus geschaffen, die auch Lessing selbst auszeichnete.

Und so liegt auch Lessings Bedeutung für die deutsche Bühne vor allem in dem sittlichen Gehalt seiner Dramen. Seine Kunst besteht in der zwanglosen Verbindung von Spiel, Wort und Gesinnung. Neben dem ethischen Gehalt und der treffenden Charakteristik sind vor allem die Eigenart der Sprache sowie der planvolle Aufbau der Stücke dafür verantwortlich, daß Lessing eine neue Epoche der deutschen Theaterkunst einleitete.

1781 starb Lessing bei einem Besuch in Braunschweig im Alter von 62 Jahren.

Die Kunst

In der bildenden Kunst war die Aufklärung das Zeitalter des Spätbarocks, des Rokokos und des Klassizismus. Immer stärker griff die Säkularisation um sich. In Folge dessen wurde die Ablehnung religiöser Bilder und die "Ausweißung" ganzer Kirchen symbolisch für diese Epoche. Wo aber dennoch an religiösen Bildern festgehalten wurde, verzichteten die Künstler auf freie Erfindungen und allzu wunderbare Ereignisse und folgten streng den biblischen Berichten.

Auswirkungen der Aufklärung

Während man die Aufklärung lange Zeit mit dem Blick der Romantik sah, ihre "dürren und schalen Auswüchse" ablehnte, so sieht man andererseits heute doch die Vielfalt und Widersprüchlichkeit dieser Bewegung und ihre engen Verbindungen mit anderen Strömungen.

Damit fällt auch die Würdigung ihrer bleibenden Leistungen leichter, die sich vor allem in der Humanisierung des sozialen und kulturellen Lebens zeigt. Ende des 18. Jahrhunderts wurde die Bewegung der Aufklärung zwar von neuen Geistesbewegungen wie Sturm und Drang oder Romantik überlagert, jedoch setzen sich weite Teile bis in die Gegenwart fort. Hierzu sind vor allem die Anerkennung der Menschenwürde und der Glaube an die Gleichheit aller Menschen zu zählen. Der Glaube an die Sicherheit und Wohltätigkeit des Fortschritts ist fragwürdig geworden, doch trägt er noch heute die weltbestimmenden Ideologien in Ost und West.
Literatur: Propyläen-Weltgeschichte, 1964, Propyläen-Verlag, Berlin; Brockhaus-Enzyklopädie in zwanzig Bänden, 17. Auflage 1967, Brockhaus-Verlag, Wiesbaden; Kindlers Neues Literaturlexikon, 1988, Kindler-Verlag München; bsv-Literaturgeschichte

Nach oben


 


Valid CSS!

 
Zähler  Zugriffe auf diese Seite

   Letzte Änderung: 9.2.2004 by Hans-Michael Gerhards (HM-Gerhards@gmx.de)