(Micha) Zum „Knaller-Spiel“ Eisbären Berlin Juniors gegen Dresdner Eislöwen fanden sich doch tatsächlich ca. 500 Blau-Weiße im alten Wellblechpalast zu Hohenschönhausen ein. Grund dafür: Ein Kombiticket-Angebot der Berliner und ne versprochene Führung über die Baustelle des nächsten dusseligen Kommerztempels der Nation. Aber von vorn.
Die Reise in die Hauptstadt begann für mich schon Freitag Vormittag. Der Liebe wegen machte ich mich in Zeiten des Lokführerstreiks mit dem Ersatzbus auf den Weg, der direkt von Dresden Hauptbahnhof nach Berlin Hauptbahnhof fahren sollte. Endlich mal ne normale Bustour, sollte man meinen. Allerdings gestaltete diese sich abenteuerlicher, als gedacht. Kurz nach DD fiel aus unerkenntlichen Gründen der rechte Außenspiegel des ansonsten gemütlich aussehenden Gefährts ab. Das eilig herbei gerufene Reparatur-Team des Unternehmens konnte da natürlich nicht mehr viel machen, so dass sich Azubi Heinz mit dem Ersatzsspiegel auf den Beifahrersitz setzen und das Ding für die nächsten drei Stunden halten musste. Lustige Sache. Angekommen in Berlin, wurde die Zeit bis Sonntag Nachmittag mit Dingen verbracht, für welche auf einer seriösen Seite, wie der unsrigen, kein Platz ist :-)
Am Spieltag traf man sich mit der Reisegruppe Eisbutten/OD 97 ;-) an der Landsberger Allee und fuhr gemeinsam Richtung Welli. Vorbei an den architektonischen Wunderdingen der Ära Honnecker kam man dort auch schnell an und begab sich mit Schlacht“geräuschen“ zum Kartenschalter. Standesgemäß gab´s für uns natürlich nur die Oberliga-Partie. Was interessiert einen schon lahmes DEL-Puckgeschiebe. Außerdem gehen wir doch sowieso viel lieber zum Nachwuchs ;-)
Zum Spiel schreib auch ich nicht viel. 0:3 wurde gewonnen, wobei die Bärchen sich doch gut zu wehren wussten. Fantechnisch war es ne saubere Vorstellung des Dresdner Anhangs, gute Lautstärke, ab und an Bewegung und bisschen feiern. Bedenkt man jedoch, dass ohne das Sonderangebot sich wohl nicht mehr als 50 Leute im Gästeblock eingefunden hätten, relativiert sich das Bild doch ganz schnell. Aber wie üblich wurde überall der dicke Max raushängen gelassen und man kam sich so richtig toll vor. Besonders „lustig“ waren auch die mehrmaligen Liebesbekundungen an die Eisbären. Was uns seit neuestem so dolle mit diesem dämlichen DDR-Retro-Verein verbindet, dass sich sogar in der UFFTA (die ja an sich schon nervig ist) ein Eisbären-Sieg gewünscht wird – ich weiß es nicht. Aber Anbiederei war schon immer ne Stärke der Dresdner Fan“szene“.
Nach dem Spiel wurde gefeiert, als hätten wir grad den Aufstieg geschafft, inlusive Tanzen, Raupe und sonstigem Pipapo. Naja, wer drauf steht, dass sich die eigene Mannschaft nach nem Pflichtsieg dermaßen zum Äppel macht. Von selbiger wurde noch ein Spruchband des Fanrats mit einer Aufforderung zum Anmelden für den Sonderzug nach Passau präsentiert. Also Leute, tut das gefälligst auch ;-)
Bloß weg hieß es nun für die Zugreisenden, dem DEL-Scheiß wollte man sich nicht freiwillig länger, als notwendig aussetzen. Am Bahnhof Südkreuz wurde noch Flüssig-Proviant für die lange Heimfahrt besorgt, welche dann auch vorhersehbar feuchtfröhlig ausfiel und für mich gegen 9 zurück in Pieschen endete. |