| Am 11.06.2002 ging ich
zu einem Urologen. Eine Ultraschalluntersuchung zeigte nichts Eindeutiges, aber für ihn
kamen nur 2 Möglichkeiten in Frage: eine Entzündung oder ein Tumor, was noch nicht Krebs
heißen musste. Er verschrieb mir Antibiotika. Diese schlugen aber nach 2 Tagen immer noch
nicht an und nun sank ich in ein immer tieferes Loch. Krebs! Tod! Familie! Und, und, und!
Genau nach einer Woche hatte ich wieder
einen Termin bei meinem Urologen. Da sich der Zustand nicht gebessert hatte, wusste ich
also was kommen würde: Krankenhaus und Offenlegung des Hodens. Und so absurd es sich
Anhören mag, ich wollte es, ich wollte Gewissheit haben! Die Ängste und Befürchtungen
der letzten Tage waren unerträglich und ich wollte Klarheit. Auch wenn es eine böse
Wahrheit werden sollte!
Noch am selben Tag fuhr ich ins
Universitätsklinikum Benjamin Franklin in Berlin-Steglitz. Dort wurde ich sofort
untersucht und nach kurzer Ultraschalluntersuchung bestätigte sich mein Verdacht!
"Ja, ja, alles klar, aber Sie werden wieder 100% gesund!", das waren die Worte
meines untersuchenden Arztes. "Wirklich 100%?", fragte ich. "Ja!", war
die klare Antwort und diese Antwort half mir so, wie es sich wohl nur ein Mensch in meiner
Situation vorstellen kann.
Wieder zu Hause angekommen, las ich meine
Emails. Ich suchte Ablenkung. Auch das mag sich komisch anhören, aber ich fühlte mich
gut. Die Worte meines Arztes geisterten mir bei der Sichtung meiner neuen Mails ständig
durch den Kopf. Eine gute Freundin, der ich mich vor Tagen anvertraut hatte und ihr meine
Befürchtungen geschrieben hatte, hatte geantwortet. Und dort las ich, dass sie 2 gute
Bekannte kennt, die auch an Hodenkrebs erkrankten, einer vor Jahren und der Andere schon
in der Jugendzeit, und beide heute gesund und beschwerdefrei ihr Leben genießen. Diese
tolle Nachricht verbesserte meine seelische Verfassung weiter und ich wurde immer
zuversichtlicher und spürte in mir immer stärker den Drang zu Kämpfen!
Am 19.06.2002 erfolgte
die Operation...
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