Zur Verabschiedung eines kirchlichen Würdenträgers waren wir auf den Wallberg geladen. An sich war sogar die Liftfahrt mit dabei, aber wir wollten lieber wandern. Später stellte sich heraus, dass wir die Einzigen waren...
Da der Gottesdienst um 11 Uhr beginnen sollte, mussten wir schon relativ früh losfahren. Dank nur mäßigem Verkehr konnten wir Punkt 9 Uhr an der Talstation der Wallbergbahn losgehen. Der Weg war von unten bis oben in sehr gutem Zustand. Durchweg hatten wir eine gestickte Fahrstraße, die ab und zu sehr steil war und nur loses Gestein als Oberfläche bot. Da der Weg fast nur im Wald verlief, eignete er sich auch für heiße Tage. Nur der obere Teil lag in der Sonne.
Da wir auf dem Weg etwa 900 Höhenmeter ohne große Pause überwanden, waren wir kurz vor der Bergstation doch etwas geschwächt, so dass sich die letzten Meter doch etwas zogen. Obwohl wir rechtzeitig an der Kirche "Heilig Kreuz" (1608 m) angekommen waren, waren schon sämtliche Bänke besetzt und wir mussten uns auf den Boden setzen. Da ich nicht sehr gelenkig war, fiel mir dies besonders schwer. Aber der Gottesdienst war kurzweilig und interessant. Außerdem war das Panorama atemberaubend, so dass ich ab und zu mit Augen und Gedanken abschweifte.
Zur Belohnung gab es noch eine Essen im Panoramarestaurant. Da aber Astrid immer vorn dabei war, wenn es Arbeit gab, trugen wir zunächst noch die Bierbänke zurück in den ersten Stock des Restaurants, wobei wir von der Spitze des Feldes ans Ende zurück fielen. Aber es gab für uns genug Platz im Restaurant. Wir ergatterten noch drei Stühle an einem Tisch am Fenster, Reinhard war inzwischen zu uns gestoßen, und bekamen auch noch als einer der Ersten das Essen. Da wir aber noch weiter wandern wollten, blieb es bei einem Bier und die Nachspeise sollte auf dem Wallberg eingenommen werden.
Frisch gestärkt und ab jetzt mit Reinhard zu dritt gingen wir nach dem Essen auf den Wallberg. Es gibt verschiedene Pfade auf den Gipfel, die alle mehr oder weniger gut, aber auf jeden Fall ausgelatscht sind. Am besten man geht der Masse nach. Nach dem Startplatz der Gleitschirmflieger sollte man sich links halten, um den Wallberg von Norden her zu besteigen, denn das ist definitiv der leichtere Weg.
Endlich auf dem Gipfel des Wallbergs (1722 m) angekommen und das Gipfelkreuz abgeklatscht, gingen wir gleich ein paar Schritte weiter nach Osten, denn es war hier ziemlich voll. Dort verdrückten wir unseren Nachtisch: wir hatten selbst gebackenen Kuchen dabei. Außerdem trafen wir noch viele Teilnehmer des Gottesdienstes, so dass es uns nicht langweilig wurde. Da wir aber noch ein ganzes Stück Weg vor uns hatten, mussten wir uns bald wieder aufmachen.
Den nächsten Abschnitt am Panoramarestaurant vorbei zurück zum Wallberghaus waren wir ja schon am Vormittag gegangen. Von dort führte uns ein Pfad auf den Setzberg (1706 m), den wir nach gut einer Stunde erreichten. Kurz nach uns kamen ein paar Väter mit 10 Kindern am Gipfel an, das war vielleicht ein Hallo! Wir stellten außerdem fest, dass nur wir drei beschlossen hatten, auf dem Grat weiter und zu Fuß ins Tal zu gehen. Gerade der nächste Abschnitt war nämlich sehr sehenswert, da wir einerseits in einem schönen Nadelwald gingen, das Gelände linker Hand aber steil abfiel, so dass sich immer wieder spektakuläre Aussichten ergaben. Außerdem war das Ganze noch ein Alpenlehrpfad, an dem wir interessante Hinweistafeln fanden. Diese konnten Reinhard und ich auch gut lesen, da Astrid jetzt Tribut für den langen Aufstieg zollen musste und nur noch langsam voran kam.
Nach einer Stunde erreichten wir den Abzweig, der uns wieder ins Tal führen sollte. Der Pfad selbst führt weiter zum Risserkogel, auf dem ich 2002 weiter gegangen war (siehe Beschreibung). Unser neuer Weg war relativ schlecht markiert; jeder ging mehr oder weniger dort hinunter, wo er wollte. Den großen Steinbrocken Daffenstein (1546 m) in der Nähe des Pfades hätten wir beinahe verpasst. Es gab keinen Abzweigung dorthin. Besteigen konnten ihn wohl nur Kletterer.
Auf einer Höhe von etwa 1220 m stießen wir dann auf den Forstweg "Wallbergstraße", der uns zurück zur Talstation bringen sollte. Leider führte er zunächst wieder ein gutes Stück bis auf fast 1300 m hinauf. Da Reinhard viel schneller gehen konnte als wir und noch etwas zu erledigen hatte, ließen wir ihn ziehen und gingen gemütlich weiter. In einer Haarnadelkurve verließ unser Weg die Forststraße und führte relativ steil den Berg hinunter. Das gab Astrid den Rest. Sie quälte sich noch bis zum Parkplatz an der Wallbergmooshütte, an dem wir ein Auto anhielten und uns bis zur Talstation mitnehmen ließen. Die letzten 400 Höhenmeter wären auch nicht mehr so interessant gewesen. Der Pfad war bereits der Winterweg zum Wallberg gewesen, einen Kilometer weiter wären wir auf den Winterweg, unsere Aufstiegsroute, gestoßen.
| Ort | KM | Höhe | Höhenmeter |
| Talstation (06:57:06) | 0,00 km | 707 m | 0 m |
| Kirche "Heilig Kreuz" (08:41:46) | 5,61 km | 1608 m | 894 m |
| Panoramarestaurant (10:21:16) | 6,53 km | 1613 m | 906 m |
| Wallberg (11:49:03) | 7,40 km | 1718 m | 1011 m |
| Setzberg (13:21:13) | 10,20 km | 1705 m | 1011 m |
| Abzweig vom Grat (14:18:43) | 11,41 km | 1619 m | 1011 m |
| Wallbergmooshütte (16:19:43) | 16,95 km | 1115 m | 1011 m |
| Talstation (16:28:43) | 20,14 km | 821 m | 1011 m |
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