Holgers Bergtouren 1998


Klammspitze/Ammergauer Alpen

Datum: 21.06.98; Teilnehmer: Holger, Ute

Um einen schönen Rundweg zu erhalten, stellten Ute und ich das Auto auf den Parkplatz Sägertalbach (980 m) und gingen von dort den breiten Forstweg zum Linderhof (943 m). Den Weg Nr. 231 den Berg hinauf fanden wir erst nicht und gingen erst in Richtung Pürschling -> zurück Marsch Marsch und eine Viertelstunde verloren.

Mausklick öffnet Vollbild Der alte Weg war ziemlich steinig. Weiter unten lief ein neuer, vielleicht wäre der besser gewesen. Wir kamen an einem kleinen Wasserfall vorbei, unter dem sich ein Mann in Badehose duschte und andere mit den Füßen im Wasser kühlten. Es war eigentlich an diesem Tag zu warm zum Bergwandern. Trotz der Hitze erreichten wir die Brunnenkopfhäuser (1602 m), an denen es aber keinen Fernseher gab, damit man sich das WM-Spiel Deutschland - Kroatien hätte ansehen können. Wir tranken etwas, füllten unsere Flaschen noch einmal draußen im Waschunterstand und begannen mit dem weiteren Aufstieg. Auch die Tierwelt ließ sich in Form einer Gams blicken, wie das rechte Bild zeigt.

Mausklick öffnet Vollbild Jetzt gingen wir auf einem kleinen Steig, der mit zunehmender Höhe immer ausgesetzter wurde. Durch die Hitze kamen wir nur langsam voran, so dass wir den Gipfel der Klammspitze (1924 m) erst um 15 Uhr erreichten. Hier war nichts los. Uns waren auch nur wenige Wanderer entgegen gekommen. Der zweite Teil der Wanderung sollte noch einsamer werden, wenn man von weiteren Gemsen absieht.

Mausklick öffnet Vollbild Der weitere Weg sollte ein Stück auf dem Klammspitzgrat entlang gehen und dann nach links zurück ins Sägertal. Aber dieser Grat hatte es in sich: Was man auf der Kompass-Wanderkarte nicht sehen kann ist, dass der Gratweg ein rechter Sägezahn ist, wie das rechte Bild zeigt. Ständig geht es auf der Abbruchkante rauf und runter. Und an der Stelle, an der ich den Weg ins Tal erwartete, stellte sich der Feigenkopf in den Weg. Also noch einmal einige hundert Höhenmeter hinauf bis auf diesen Gipfel (1867 m). Jetzt konnte ich auf der Karte auch genau sehen, wo wir waren und dass es noch weiter nach hinten ging - zum Glück aber jetzt so wie ich es erwartet hatte: relativ eben auf einem grasbewachsenem Grat.

Wir erreichten die Hirschwanghütte: Hier sollte irgendwo eine Quelle sein. Da sie sich aber abseits des Weges befinden musste, gingen wir weiter. Ein Gemsrudel äste friedlich auf der Wiese und ließ sich auch durch uns nicht stören. Es war auch schon 17 Uhr. Ab hier ging es endlich wieder abwärts. In engen Serpentinen schlängelte sich der Weg zum Bäckenalmsattel (1540), der kniehoch mit Pflanzen zugewachsen war. Unsere Wasservorräte waren schon erschöpft. Vorwitzig plätscherte ein kleiner Wasserfall auf der anderen Seite des Tales. Der Bach im Tal näherte sich auch nicht. Vorbei ging es auf der verfallenen Bäckenalm (1300 m) und endlich kreuzte der Weg den Bach, so dass wir unseren Durst löschen konnten.

Ab der Sägertaldiensthütte (1130 m) wurde der Weg breiter. Wir erreichten das Auto nach einer sehr langen Wanderung erst um 20 Uhr. Die Dauer der Wanderung wurde uns später auch von anderen Wanderern des Alpenvereins bestätigt: Schön, einsam, aber lang. Nach der Tour beim Kroaten in Oberau erfuhren wir auch, dass die Deutschen noch ein glückliches 2:2 im Fußball herausgeholt hatten - na ja.

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