CD-Reviews

 

How Sad A Fate - Assisted Suicide
(von David @ osnametal.de)


Mitte diesen Jahres veröffentlichte eine junge Band aus Bünde ein Demo, das es wirklich in sich hat. Die fünfköpfige Truppe von How sad a Fate zeigt nämlich, dass man den deutschen „Underground“ nicht unterschätzen sollte - ansonsten schlägt er einem mit geballter Faust in´s Gesicht.

Die Jungs rund um Fronter Philipp überzeugen durchweg mit kontinuierlicher Kreativität, musikalischer Präzision und einem Stil, den man irgendwie kennt, der aber dennoch einfach „frisch“ und neu klingt - vielleicht auch deshalb das obligatorische „Nu“? Nach dem atmosphärischen Intro der CD geht´s dann auch schon direkt in den Opener „Flame“ über, der wirklich einfach losballert. Stampfende Double-Bass, sägende Gitarren und ein inbrünstiges Grunzen, vor dem manch Kirchenvater schreiend fortlaufen würde. Bei dem Gesang mögen sich eventuell die Gemüter spalten, jedoch muss man sagen, dass hier wirklich gekonnt gegrunzt wird und der Sänger auch noch mehr zu bieten hat. So überzeugt dieser auch durchaus mit cleanen Vocals, die vom Gitarristen Micha unterstützt werden. An den Drums liefert Nils ein wirklich präzises Spiel ab, welches fast schon einem Uhrwerk gleicht.
Ein weiterer hervorzuhebender Track ist „Ignore“ der sanft mit cleanen Riffs und Vocals beginnt und im Refrain dann wieder voll auf die Zwölf gibt. Hier treffen Stile aufeinander, deren Kreuzung sich sonst eher rar macht. So klingt die Strophe nach leicht melancholischem Nu Rock und der Refrain hingegen schon fast nach langsamem Gore. Man sieht also, dass die Musik äußerst facettenreich ist.
Direkt darauf folgt „Winter“, der mit einem fetten, tragenden Riff beginnt und sich langsam zum Refrain hinschleppt, der unerwartet popig und fröhlich daherkommt und absoluten Ohrwurmcharakter hat. Danach geht es mit „Stampf of Death“ wieder härter zu. Ein Mid-Trempo Song mit herrlichen Grunts, gut ausgearbeiteten Riffs und treibender DB. Erneut überzeugen auch die mehrstimmigen Vocals.
Generell polarisiert sich im Laufe der CD eine scheinbar nicht enden wollende Kreativität und unerschöpflicher Elan heraus, wovon sich manche Bands durchaus eine Scheibe abschneiden könnten. Die Musik von den fünf Jungs ist wirklich äußerst vielfältig und bringt neuen Wind in die alten Genrés & Klischees und schreckt dabei nicht vor Grenzübergängen zurück, sodass jene bei manchen Tracks im positiven Sinne verschwimmen - wodurch sich die Band meiner Meinung nach mit einem sehr individuellen Stil auszeichnet.


Insgesamt bekommt man für 5 (in Worten: fünf!) Euro wirklich verdammt viel Musik und auch noch etwas für´s Auge. Da gilt es sich beim Outro der CD nur noch zurückzulehnen, und erneut auf „Play“ zu drücken.

Fazit: Wer also auf Musik aus dem modernen härteren Bereich steht ist mit How sad a Fate bestens bedient - „frischer“ geht´s nimmer!

Score: 5,0 von 5

 

 

 

 

Live Reviews

 

06.05.2006 - Radio Rockbar Festival Bünde
(von Felix @ fatflat.de)

 

... kamen die vom Publikum heiß erwarteten Jack Attack auf die Bühne, spielten einen meiner Lieblingssongs der neuen CD (Review folgt bald, bälder, am bäldesten) und gingen wieder von der Bühne, nur um zu FÜNFT wiederzukehren mit neuem Haustier... und Chriggel UND neuem Namen.
How sad a fate präsentierten nun also die neue CD "Assisted Suicide" und gingen gleich gut nach vorne. Musikalisch wesentlicher weiter als beim Bünde bebt und mit Chriggel natürlich bestmöglich verstärkt kochte die Stimmung im Hause. Harte, düstere, melancholische Klänge waren schwer angesagt im recht jungen Publikum und auch die Bühnenshow war schon wesentlich selbstbewusster als beim ersten Gig. Auseinander gingen die Meinungen beim Song "Silence", als Philipps Zwillingsschwester auf die Bühne geholt wurde um mitzusingen. Die ersten Töne waren tatsächlich etwas schief, aber die Nervosität bläst gern mal alles Talent davon. Umso schöner growlte dann der Philipp selber weiter.
Beim letzten Song "Ignore" war es dann soweit: ca. 30 Mann stürmten die Bühne und tanzten und moshten. Party Metal für alle! ;)

 

 

 

09.09.2006 - Lokalhelden Bandfestival Bad Oeynhausen
(von punkZERO @ heavy-revolution.de)

 

... Die Meute machte sich bereit für den „Headliner“. Diesen stellte „How sad a Fate“ dar. Als diese die Bühne betraten dachte ich erst: „OH NEEEEEEEEEEIN!!!! EMO KIDDIES!!!!!“. Dazu noch die spassige Anfangspose (alle mit dem Rücken zum Publikum) und ich dachte: na toll.
Doch dann brach es los. Ein Gewitter von Gitarren, Bass und Schlagzeug. Holla die Waldfee. Was haben die 5 Bünder denn da gezimmert. Ist das Metalcore? Nein.....aber es ist auch kein Death Metal......und wie passen die cleanen Gesangspassagen in das infernalische Gegröle des Shouters? Hmm. Kein Plan. Aber das war mir auch sowas von Wurst. How sad a Fate haben sich ihre eigene Nische geschaffen, die sie mit ihrem Sound auch gewaltig ausfüllen. Auf Blastbeats folgen dabei auch immer mal ruhigere Strophen, die man quasi als „Ruhe vor dem Sturm“ ansehen kann. Ein richtig fettes Brett, dass mir erstmal die Matte waagerecht nach hinten geföhnt hat. Technisch sehr sauber (Instrumente) und mit einer grandiosen Leistung (Shouter) haben sich die Jungs beim Publikum einen Stein im Brett erspielt. Auch mich hielt es nun nicht mehr still. Da der Salmagundi Pit sich nicht wirklich aufgelöst hatte ging es dort einfach munter weiter. Dabei bot das Songwriting auch immer mal wieder Verschnaufpausen. Die waren auch dringend nötig, denn wenn die pausenlos ihr Brett durchgezogen hätten, hätte ein Teil der Zuschauer sicher schlapp gemacht. Viel zu schnell war dann auch leider dieser Gig vorbei. Aber was für eine Power steckte dahinter. Wieviel Spielfreude das Quintett investiert hat. Ein Hammer.

 

 

 

07.10.2006 - Herford Rockt Vorentscheid X Herford
(von punkZERO @ heavy-revolution.de)

 

... Irgendwie ist die Stimmung im Publikum, nun, nennen wir es bescheiden. Niemand hat wirklich irgendwas wie pogen vor. Ein wenig Kopfnicken und applaudieren waren das höchste der Gefühle. Sollte da für die anderen Trupps doch noch was gehen?

Offenbar schon, denn schon als HOW SAD A FATE die Bühne betraten war die Stimmung am kochen. Gekreische, Jubel, Applaus. Und es ging los. Diesmal liess ich mich nicht zu irgendwelchen Kiddie-Mutmassungen hinreissen, denn ich wusste ja in etwa was mich erwartet. Eine grandiose Mischung aus Heaven Shall Burn, Dark Tranquillity, Trivium und Metallica. Und wie es losging. Man merkte, dass mir der Sänger unmittelbar vorher erzählt hat: „Man bin ich geil auf diesen Auftritt.“ Das hat offenbar auf seine Kameraden abgefärbt. Spielfreude, Energie, Druck, Hammer. Lediglich einer der neuen Tracks, ein 6-Minüter namens „Wash Away these Walls“ Nahm ein bisschen viel Drive aus der jungen Show, da es sich eher um einen ruhigeren Track handelte. Das geschah allerdings aus rein pragmatischen Gründen, verriet man mir später. Ausserdem war es erst der zweite Track. Anschliessend wurde dann mit „Stamp of Death“ und „Flame“ das absolute Killer Duo gespielt. Dazu ging auch Frontsau Jan Phillip richtig ab. Supergeil. Vor allem ging diesmal richtig die Luzi ab. Die Meute ging ab als wäre der Leibhaftige hinter ihr her. Auch der Rest des Gigs war ähnlich druckvoll. Ein absoluter Über-Gig der 5 Bünder.

 

 

 

© 2008 by How Sad A Fate