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Mach-Zahl:
Geschwindigkeit eines sich in einer Atmosphäre bewegenden Fahrzeugs bezogen auf die Schallgeschwindigkeit in diesem Bereich. Nahe der Erdoberfläche beträgt die Schallgeschwindigkeit ca. 1200km/h. Mach 2 bedeutet demnach 2 x 1200 = 2400km/h.

Magellanische Wolken:
Zwei (eigentlich drei) kleine Nachbargalaxien der Milchstraße am Südhimmel. Die große Magellanische Wolke (engl. Abk. LMC) hat eine Entfernung von 160000 Lichtjahren und einen Durchmesser von ca. 21000 Lichtjahren. Die Entfernung der kleinen Magellanischen Wolke (engl. Abk. SMC) beträgt 185000 Lichtjahre und ihr Durchmesser 10000. Sie hat aber eine Tiefe von 60000 Lichtjahren. Daher nimmt man an, daß es sich bei der SMC um eine Galaxie handelt, die durch Gezeitenkräfte in zwei Teile zerrissen wurde, welche von der Erde aus gesehen in einer Sichtlinie liegen.

Magnetischer Sturm:
Plötzlich auftretende Störung des Erdmagnetfeldes mit Auswirkungen auf Funkverbindungen und Kompaßnadel. Ursache sind die von der Sonne ausgesandten geladenen Teilchen, oftmals verbunden mit Flares. Ein magnetischer Einfall ist eine plötzliche Änderung im Erdmagnetfeld durch veränderte Bedingungen in der unteren Ionosphäre. Der Einfall steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Aufblitzphase des Flares und beginnt mit dieser. Der Sturm erfolgt erst nach dem Eintreffen der Teilchen auf der Erde ca. 24 Stunden später.

Magnetohydrodynamik:
Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Magnetfeldern und elektrisch leitfähigen Flüssigkeiten. Der schwedische Wissenschaftler H. Alfven wird als Begründer der Magnetohydrodynamik angesehen.

Magnetosphäre:
Bereich um einen Körper, in dem das Magnetfeld dieses Körpers vorherrscht. Im Sonnensystem besitzt Jupiter die größte Magnetosphäre, die anderen Giganten, wie auch Erde und Merkur, haben ebenfalls ausgeprägte Magnetfelder. Bei Mond und Venus ist jedoch kein Magnetfeld nachgewiesen worden.

Magnitudo:
Einheit zur Bezeichnung von Helligkeit. Sie wird in Größenklassen angegeben; Abkürzung: M, mag oder m.

Maser:
Abk. für Microwave Amplification by Stimulated Emission of Radiation. Gleiches Grundprinzip wie beim Laser, jedoch angewendet auf Radiowellen anstatt auf sichtbares Licht.

Masse:
Menge der in einem Körper vereinigten Materie. Sie entspricht nicht dem Gewicht, das von der örtlichen Schwerkraft abhängig ist; so betragt z.B. das Gewicht eines Menschen auf dem Mond nur 1/6 seines normalen Gewichts, seine Masse bleibt jedoch unverändert.

Mehrfachstern:
Stern, der aus mehr als zwei physisch zusammengehörigen Komponenten besteht, die sich um den gemeinsamen Schwerpunkt bewegen

Mesonen:
Klasse von stark wechselwirkenden Teilchen mit der Baryonenzahl 0. Dazu gehören die Pi-Mesonen, K-Mesonen, Rho-Mesonen usw.

Meridian:
Großkreis an der Himmelskugel, der durch den Zenit und beide Himmelspole geht. Der Meridian durchschneidet den Beobachterhorizont exakt am Nord- und Südpunkt und teilt die scheinbare Himmelskugel so in eine westliche und eine östliche Hälfte.

Meridiandurchgang:
Durchgang eines Himmelskörpers oder eines Punktes an der Himmelskugel durch den Meridian des Beobachters: z.B. geht der Frühlingspunkt um 0 Uhr Sternzeit durch den Meridian.

Meridiankreis:
Astronomisches Fernrohr, das um eine in Ost-West liegende Achse in Meridianebene frei drehbar ist (d.h. man kann es nur nach oben oder unten schwenken) und mit dem der höchste Stand eines Sterns sowie der Zeitpunkt des Meridiandurchgangs mit größter Genauigkeit (unter 0,05 Sekunden) bestimmbar ist.

Metastabiler Zustand:
Langlebiger, über den Grundzustand liegender Energiezustand eines Atoms oder Moleküls, von dem aus es in der Regel nur durch strahlunglosen Übrgang (z.B. Zusammenstösse mit anderen Teilchen) wieder in den Grundzustand gelangen kann. In extrem dünnen Gasen, wie man sie z.B. im interstellarem Medium findet, können Atome und Moleküle mehrere Sekunden lang in metastabilen Zuständen verharren und ihn durch Aussenden einer "verbotenen Spektrallinie wieder verlassen.

Meteor:
Lichtspur (Sternschnuppe) am Nachthimmel, die entsteht, wenn ein kleines Staubteilchen in der oberen Erdatmosphäre verglüht.

Meteorit:
Größerer Körper, der auf den Erdboden eingeschlagen ist, ohne in der Erdatmosphäre zu verglühen. Meteorite scheinen eher mit Asteroiden oder Kleinplaneten verwandt zu sein. Sie kommen als Steinmeteorite oder Eisenmeteorite (Siderite) bzw. als Zwischentyp (Stein-Eisenmeteonte) vor. In einigen Fallen haben Meteorite Krater verursacht. Das bekannteste Beispiel ist der Arizona Krater, der einen Durchmesser von fast 1,5 Kilometern hat und in prähistorischer Zeit entstand. Es besteht ein entscheidender Unterschied zwischen Meteoriten und Meteoren. Der Begriff Meteor bezeichnet nur die Leuchtspur am Himmel. Ein Meteorit ist der Körper, der auf der Erde eingeschlagen ist und eventuell einen Krater erzeugt hat.

Meteortiden:
Sammelbegriff für meteoritische Körper. Früher wurde angenommen, daß diese eine ernsthafte Gefahr für die Raumfahrt darstellen würden, jedoch scheint das Risiko wesentlich geringer zu sein als befürchtet, obwohl es nicht vollkommen vernachlässigt werden kann.

Mikrometeorit:
Extrem kleines Teilchen, kleiner als 0,01016 cm im Durchmesser, das sich um die Sonne bewegt. Trifft ein Mikrometeorit auf die Erdatmosphäre kann dieser aufgrund seiner geringen Masse keine Leuchterscheinung (Sternschnuppe) hervorrufen. Seit 1957 werden Mikrometeorite von Raumsonden und Satelliten genau untersucht.

Mikrometer (Mikron):
Längeneinheit, die 1/1000 Millimeter entspricht. Ein Mikrometer entspricht 10000 Angström.

Milchstraße:
Leuchtendes Band, das sich über den Nachthimmel erstreckt. Zu Grunde liegt ein perspektivischer Effekt: wenn man entlang der Hauptebene des Milchstraßensystems in den Weltraum sieht, d.h. entweder direkt auf das Zentrum der Galaxis oder vom Zentrum weg, so sieht man viele Sterne in etwa der gleichen Himmelsrichtung. Entgegen dem Anschein liegen die Sterne der Milchstraße nicht eng zusammengepackt. Früher wurde der Begriff Milchstraße auf die Galaxis selbst angewandt, heute steht die Bezeichnung nur für die Erscheinung am Nachthimmel.

Millibar:
Einheit zur Messung des Luftdrucks. Entspricht einem Hektopascal (hPa). Der Standardluftdruck beträgt 1013,24 Millibar (mbar) = 75,97 cm Quecksilbersaule.

Mira-Sterne:
Veränderliche Sterne die nach dem Stern Mira im Sternbild Walfisch benannt wurden. Es handelt sich um Riesen- oder Überriesen der Spektraltypen K5 bis M9, S und C. Die Perioden liegen zwischen 80 und 1000 Tagen (langperiodische Veränderliche). Die visuellen Amplituden der Mira-Sterne können bis zu 11 Größenklassen betragen. Es besteht eine - allerdings nicht sehr strenge - Perioden-Amplituden-Beziehung in dem Sinne, dass Mira-Sterne mit längeren Perioden auch größere Amplituden aufweisen. Für die Veränderlichkeit der Mira-Sterne sind radiale Pulsationen verantwortlich.

Mitte-Rand-Variation:
Randverdunklung, d.h. die Helligkeitsabnahme der Sonne von der Mitte zum Rand hin. Dieser Effekt kommt dadurch zustande, daß der Beobachter in der Mitte der Sonnenscheibe in tiefere und heißere Schichten der Sonnenatmosphäre hineninblickt, als in den kühleren randnahen Partien.

Mitternachtssonne:
Die über dem Horizont stehende Sonne um Mitternacht. Im Sommer zwischen den Polarkreisen und den Erdpolen sichtbar.

Molekül:
Ansammlung von Atomen, die durch Bindungen zusammengehalten werden. So besteht z.B. ein Wassermolekül (H2O) aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom.

Monat:
Monat: Die Zeit, die der Mond für einen Umlauf um die Erde benötigt.
  1. Kalendarischer Monat: Der Monat im alltaglichen Gebrauch.
  2. Anomalistischer Monat: Zeit, die der Mond von einem Perigäum zum nächsten benötigt.
  3. Siderischer Monat: Zeit, die der Mond - gemessen an den Sternen - für einen Umlauf um das Baryzentrum benötigt.

Mondfinsternis:
Eine Mondfinsternis ist zu beobachten, wenn der Mond in den Schatten der Erde eintritt; dies kann partiell oder total geschehen. Im allgemeinen wird der Mond dabei nicht völlig unsichtbar, da ein Teil des Sonnenlichtes durch die Erdatmosphäre auf den Mond zurückgeworfen wird.

M-Sterne:
Die Spekten von M-Sternen zeichnen sich durch das Auftreten von Absorptions-Banden von Titanoxid-Molekülen aus. Bei ihnen handelt es sich um recht kühle Sterne, ihre heißesten Vertreter haben nur Oberflächentemperaturen von 3500 K. Sie befinden sich am unteren Ende der Hauptreihe. M-Zwerge haben Massen von 0,08 bis 0,5 Sonnenmassen und Radien von 0,1 bis 0,6 Sonnenradien. Die massereichsten unter ihnen erreichen Leuchtkräfte von fast einem Zehntel der Sonnenleuchtkraft. Die Verweilzeit der M-Sterne auf der Hauptreihe ist sehr lang - länger als die Lebensdauer des Milchstrassensystems!

Alle M-Zwerge rotieren langsam; ihre Rotationsperioden liegen zwischen einigen Tagen und einigen Monaten. Bei den niedrigen Temperaturen, wie sie in der Atmosphäre von M-Sternen vorliegen, können sich Moleküle bilden. Starke Molekülbanden von Kohlenmonoxid (CO) und OH treten im infraroten Spektralbereich der M-Sterne auf; unterhalb von 3500 K zeigen sich starke Banden von H2O (Wasser bzw. Wasserdampf).

Für alle Sterne, die das Stadium der M-Riesen oder M-Überriesen erreicht haben, bedeutet dies das Ende ihrer Entwicklung als Stern mit großem Radius. Am Ende stoßen sie ihre Hüllen ab, und es bleibt der heiße Kern übrig. Dieser Prozess findet bei den massereichen M-Überriesen als Supernova-Explosion statt. Bei den massearmen Sternen gibt es ein weniger spektakuläres Ereignis, das einen planetarischen Nebel hinterläßt.

Myon:
Instabiles Elementarteilchen mit negativer Ladung, wie das Elektron, aber 207 mal so schwer.


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Letzte Änderung: 16.05.2003