| |
www.Lexikon-der-Astronomie.de
-
M...
-
- Mach-Zahl:
- Geschwindigkeit eines sich in einer Atmosphäre bewegenden
Fahrzeugs bezogen auf die Schallgeschwindigkeit in diesem Bereich.
Nahe der Erdoberfläche beträgt die Schallgeschwindigkeit
ca. 1200km/h. Mach 2 bedeutet demnach 2 x 1200 = 2400km/h.
- Magellanische Wolken:
- Zwei (eigentlich drei) kleine Nachbargalaxien der Milchstraße
am Südhimmel. Die große Magellanische Wolke (engl. Abk.
LMC) hat eine Entfernung von 160000 Lichtjahren und einen Durchmesser
von ca. 21000 Lichtjahren. Die Entfernung der kleinen Magellanischen
Wolke (engl. Abk. SMC) beträgt 185000 Lichtjahre und ihr Durchmesser
10000. Sie hat aber eine Tiefe von 60000 Lichtjahren. Daher nimmt
man an, daß es sich bei der SMC um eine Galaxie handelt, die
durch Gezeitenkräfte in zwei Teile zerrissen wurde, welche von der
Erde aus gesehen in einer Sichtlinie liegen.
- Magnetischer Sturm:
- Plötzlich auftretende Störung des Erdmagnetfeldes mit
Auswirkungen auf Funkverbindungen und Kompaßnadel. Ursache
sind die von der Sonne ausgesandten geladenen Teilchen, oftmals verbunden
mit Flares. Ein magnetischer Einfall ist eine plötzliche Änderung
im Erdmagnetfeld durch veränderte Bedingungen in der unteren
Ionosphäre. Der Einfall steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der
Aufblitzphase des Flares und beginnt mit dieser. Der Sturm erfolgt
erst nach dem Eintreffen der Teilchen auf der Erde ca. 24 Stunden
später.
- Magnetohydrodynamik:
- Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen Magnetfeldern und
elektrisch leitfähigen Flüssigkeiten. Der schwedische Wissenschaftler
H. Alfven wird als Begründer der Magnetohydrodynamik angesehen.
- Magnetosphäre:
- Bereich um einen Körper, in dem das Magnetfeld dieses Körpers
vorherrscht. Im Sonnensystem besitzt Jupiter die größte
Magnetosphäre, die anderen Giganten, wie auch Erde und Merkur,
haben ebenfalls ausgeprägte Magnetfelder. Bei Mond und Venus
ist jedoch kein Magnetfeld nachgewiesen worden.
- Magnitudo:
- Einheit zur Bezeichnung von Helligkeit. Sie wird in Größenklassen
angegeben; Abkürzung: M, mag oder m.
- Maser:
- Abk. für Microwave Amplification by Stimulated Emission of
Radiation. Gleiches Grundprinzip wie beim Laser, jedoch angewendet
auf Radiowellen anstatt auf sichtbares Licht.
- Masse:
- Menge der in einem Körper vereinigten Materie. Sie entspricht
nicht dem Gewicht, das von der örtlichen Schwerkraft abhängig
ist; so betragt z.B. das Gewicht eines Menschen auf dem Mond nur
1/6 seines normalen Gewichts, seine Masse bleibt jedoch unverändert.
- Mehrfachstern:
- Stern, der aus mehr als zwei physisch zusammengehörigen Komponenten
besteht, die sich um den gemeinsamen Schwerpunkt bewegen
- Mesonen:
- Klasse von stark wechselwirkenden Teilchen mit der Baryonenzahl 0. Dazu gehören die Pi-Mesonen,
K-Mesonen, Rho-Mesonen usw.
- Meridian:
- Großkreis an der Himmelskugel, der durch den Zenit und beide
Himmelspole geht. Der Meridian durchschneidet den Beobachterhorizont
exakt am Nord- und Südpunkt und teilt die scheinbare Himmelskugel
so in eine westliche und eine östliche Hälfte.
- Meridiandurchgang:
- Durchgang eines Himmelskörpers oder eines Punktes an der
Himmelskugel durch den Meridian des Beobachters: z.B. geht der Frühlingspunkt
um 0 Uhr Sternzeit durch den Meridian.
- Meridiankreis:
- Astronomisches Fernrohr, das um eine in Ost-West liegende Achse
in Meridianebene frei drehbar ist (d.h. man kann es nur nach oben
oder unten schwenken) und mit dem der höchste Stand eines
Sterns sowie der Zeitpunkt des Meridiandurchgangs mit größter
Genauigkeit (unter 0,05 Sekunden) bestimmbar ist.
- Metastabiler Zustand:
- Langlebiger, über den Grundzustand
liegender Energiezustand eines Atoms oder Moleküls, von dem
aus es in der Regel nur durch strahlunglosen Übrgang (z.B. Zusammenstösse
mit anderen Teilchen) wieder in den Grundzustand gelangen kann.
In extrem dünnen Gasen, wie man sie z.B. im interstellarem
Medium findet, können Atome und Moleküle mehrere Sekunden lang
in metastabilen Zuständen verharren und ihn durch Aussenden einer
"verbotenen Spektrallinie wieder verlassen.
- Meteor:
- Lichtspur (Sternschnuppe) am Nachthimmel, die entsteht, wenn ein
kleines Staubteilchen in der oberen Erdatmosphäre verglüht.
- Meteorit:
- Größerer Körper, der auf den Erdboden eingeschlagen
ist, ohne in der Erdatmosphäre zu verglühen. Meteorite
scheinen eher mit Asteroiden oder Kleinplaneten verwandt zu sein.
Sie kommen als Steinmeteorite oder Eisenmeteorite (Siderite) bzw.
als Zwischentyp (Stein-Eisenmeteonte) vor. In einigen Fallen haben Meteorite
Krater verursacht. Das bekannteste Beispiel ist der Arizona Krater,
der einen Durchmesser von fast 1,5 Kilometern hat und in prähistorischer
Zeit entstand. Es besteht ein entscheidender Unterschied zwischen
Meteoriten und Meteoren. Der Begriff Meteor bezeichnet nur die Leuchtspur
am Himmel. Ein Meteorit ist der Körper, der auf der Erde eingeschlagen
ist und eventuell einen Krater erzeugt hat.
- Meteortiden:
- Sammelbegriff für meteoritische Körper. Früher
wurde angenommen, daß diese eine ernsthafte Gefahr für
die Raumfahrt darstellen würden, jedoch scheint das Risiko wesentlich
geringer zu sein als befürchtet, obwohl es nicht vollkommen vernachlässigt
werden kann.
- Mikrometeorit:
- Extrem kleines Teilchen, kleiner als 0,01016 cm im Durchmesser,
das sich um die Sonne bewegt. Trifft ein Mikrometeorit auf die Erdatmosphäre
kann dieser aufgrund seiner geringen Masse keine Leuchterscheinung
(Sternschnuppe) hervorrufen. Seit 1957 werden Mikrometeorite von
Raumsonden und Satelliten genau untersucht.
- Mikrometer (Mikron):
- Längeneinheit, die 1/1000 Millimeter entspricht. Ein Mikrometer
entspricht 10000 Angström.
- Milchstraße:
- Leuchtendes Band, das sich über den Nachthimmel erstreckt.
Zu Grunde liegt ein perspektivischer Effekt: wenn man entlang der
Hauptebene des Milchstraßensystems in den Weltraum sieht,
d.h. entweder direkt auf das Zentrum der Galaxis oder vom Zentrum
weg, so sieht man viele Sterne in etwa der gleichen Himmelsrichtung.
Entgegen dem Anschein liegen die Sterne der Milchstraße nicht eng
zusammengepackt. Früher wurde der Begriff Milchstraße
auf die Galaxis selbst angewandt, heute steht die Bezeichnung nur
für die Erscheinung am Nachthimmel.
- Millibar:
- Einheit zur Messung des Luftdrucks. Entspricht einem Hektopascal
(hPa). Der Standardluftdruck beträgt 1013,24 Millibar (mbar)
= 75,97 cm Quecksilbersaule.
- Mira-Sterne:
- Veränderliche Sterne die nach dem Stern Mira im Sternbild
Walfisch benannt wurden. Es handelt sich um Riesen- oder Überriesen
der Spektraltypen K5 bis M9, S und C. Die Perioden liegen
zwischen 80 und 1000 Tagen (langperiodische Veränderliche). Die visuellen
Amplituden der Mira-Sterne können bis zu 11 Größenklassen
betragen. Es besteht eine - allerdings nicht sehr strenge - Perioden-Amplituden-Beziehung
in dem Sinne, dass Mira-Sterne mit längeren Perioden auch größere
Amplituden aufweisen. Für die Veränderlichkeit der Mira-Sterne
sind radiale Pulsationen verantwortlich.
- Mitte-Rand-Variation:
- Randverdunklung, d.h. die Helligkeitsabnahme der Sonne
von der Mitte zum Rand hin. Dieser Effekt kommt dadurch zustande,
daß der Beobachter in der Mitte der Sonnenscheibe in tiefere
und heißere Schichten der Sonnenatmosphäre hineninblickt,
als in den kühleren randnahen Partien.
- Mitternachtssonne:
- Die über dem Horizont stehende Sonne um Mitternacht. Im Sommer
zwischen den Polarkreisen und den Erdpolen sichtbar.
- Molekül:
- Ansammlung von Atomen, die durch Bindungen zusammengehalten werden.
So besteht z.B. ein Wassermolekül (H2O) aus zwei
Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom.
- Monat:
- Monat: Die Zeit, die der Mond für einen Umlauf um die Erde
benötigt.
- Kalendarischer Monat: Der Monat im alltaglichen Gebrauch.
- Anomalistischer Monat: Zeit, die der Mond von einem Perigäum
zum nächsten benötigt.
- Siderischer Monat: Zeit, die der Mond - gemessen an den
Sternen - für einen Umlauf um das Baryzentrum benötigt.
- Mondfinsternis:
- Eine Mondfinsternis ist zu beobachten, wenn der Mond in den Schatten
der Erde eintritt; dies kann partiell oder total geschehen. Im allgemeinen
wird der Mond dabei nicht völlig unsichtbar, da ein Teil des
Sonnenlichtes durch die Erdatmosphäre auf den Mond zurückgeworfen
wird.
- M-Sterne:
- Die Spekten von M-Sternen zeichnen sich durch das Auftreten von
Absorptions-Banden von Titanoxid-Molekülen aus. Bei ihnen handelt
es sich um recht kühle Sterne, ihre heißesten Vertreter
haben nur Oberflächentemperaturen von 3500 K. Sie befinden sich
am unteren Ende der Hauptreihe.
M-Zwerge haben Massen von 0,08 bis 0,5 Sonnenmassen und Radien von
0,1 bis 0,6 Sonnenradien. Die massereichsten unter ihnen erreichen
Leuchtkräfte von fast einem Zehntel der Sonnenleuchtkraft.
Die Verweilzeit der M-Sterne auf der Hauptreihe ist sehr lang - länger
als die Lebensdauer des Milchstrassensystems!
Alle M-Zwerge rotieren langsam; ihre Rotationsperioden
liegen zwischen einigen Tagen und einigen Monaten. Bei den niedrigen
Temperaturen, wie sie in der Atmosphäre von M-Sternen vorliegen,
können sich Moleküle bilden. Starke Molekülbanden von
Kohlenmonoxid (CO) und OH treten im infraroten Spektralbereich der
M-Sterne auf; unterhalb von 3500 K zeigen sich starke Banden von
H2O (Wasser bzw. Wasserdampf).
Für alle Sterne, die das Stadium der M-Riesen oder
M-Überriesen erreicht haben, bedeutet dies das Ende ihrer Entwicklung
als Stern mit großem Radius. Am Ende stoßen sie ihre
Hüllen ab, und es bleibt der heiße Kern übrig. Dieser
Prozess findet bei den massereichen M-Überriesen als Supernova-Explosion
statt. Bei den massearmen Sternen gibt es ein weniger spektakuläres
Ereignis, das einen planetarischen Nebel hinterläßt.
- Myon:
- Instabiles Elementarteilchen mit negativer Ladung, wie das Elektron,
aber 207 mal so schwer.
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Zur Startseite
Letzte Änderung: 16.05.2003 |