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- Radarastronomie:
- Spezialgebiet der Radioastronomie, das mittels Radarimpulsen
astronomische Körper untersucht. Die meisten Planeten und einige
Asteroiden wurden durch Radarecho erforscht. Die Radarausrüstungen
von Raumsonden, wie etwa der Magellan-Sonde, haben detaillierte
Karten von der Oberfläche der Venus geliefert.
- Radialgeschwindigkeit:
- Himmelskörperbewegung entlang der Sichtlinie (in Richtung
Erde und von ihr weg), die über den Doppler-Effekt in seinem
Spektrum gemessen wird. Sind die Spektrallinien nach rot hin verschoben,
entfernt sich das Objekt, bei Verschiebung nach blau nähert
es sich. Die Radialgeschwindigkeit ist bei einem sich entfernenden
Objekt positiv und bei Annäherung negativ.
- Radiant:
- Scheinbarer Fluchtpunkt am Himmel, von welchem die Meteore irgendeines
Schauers her zu kommen scheinen; so hat z B. der Augustschauer
seinen Radianten im Sternbild Perseus, so daß die von dort
stammenden Meteore Perseiden heißen. Tatsächlich bewegen
sich die Meteore eines Schauers auf parallelen Bahnen im Raum, so daß
der Radiant-Effekt ein rein perspektivischer Effekt ist.
- Radioastronomie:
- Astronomische Untersuchungen, die im langwelligen Bereich des
elektromagnetischen Spektrums durchgeführt werden. Hauptinstrumente
sind Radioteleskope sehr unterschiedlicher Art: von frei beweglichen
"Schüsseln", wie etwa der größten voll schwenkbaren
Reflektorantenne des Radioteleskops in Effelsberg bei Bonn mit einem
Durchmesser von 100m, bis hin zu großen Ketten von Teleskopen,
die ein Apertursyntheseteleskop bilden können. Das bekannteste
ist das VLA (Very Large Array) in New Mexico (USA), das 27 Einzelteleskope
umfaßt.
- Radioburst:
- Ein Strahlungsausbruch im Radiobereich.
- Radiogalaxien:
- Galaxien mit überdurchschnittlich starker (erhöhter)
Radiostrahlung.
- Reflektor:
- Teleskop, in dem das Licht mittels eines Spiegels im Brennpunkt
gesammelt wird.
- Reflexionsnebel:
- Nebel aus intersetellarem Staub, die das Licht benachbarter
Sterne diffus reflektieren.
- Refraktion:
- Richtungswechsel oder Krümmung (auch Brechung genannt) eines
Lichtstrahls beim Übergang von einem transparenten Medium
in ein anderes.
- Refraktor:
- Teleskop, welches das Licht mit Objektivlinsen sammelt. Das einfallende
Licht wird durch die Linse (Objektiv) gebrochen und im Brennpunkt
gesammelt. Das entstehende Bild wird durch das Okular vergrößert.
- Regolith:
- Eine 10-20 m dicke Schicht aus Gesteinstrümmern, die die
Oberfläche des Mondes (und anderer atmosphärenloser Himmelskörper)
bedeckt. Sie entstand aus der darunterliegenden festen Kruste durch
den Einschlag großer und kleiner Meteorite.
- Rekombination:
- Wiedervereinigung positiver und negativer Ionen oder positiver Ionen mit Elektronen. Dabei wird Energie frei, die
z.B. als Rekombinationsleuchten abgestrahlt werden kann.
- Rektaszension:
- gerade Aufsteigung, eine Himmelskoordinate, entspricht
etwa der geographischen Länge auf der Erde. Sie gibt den in
West-Ost-Richtung gemessenen Winkelabstand eines Gestirns vom
Frühlingspunkt an. Angegeben
wird die Rektaszension in der Regel in Stunden,
Minuten und Sekunden.
- Retrograde Bewegung:
- Bewegung von Himmelskörpern des Sonnensystems gegensinnig
zu derjenigen der Erde. Die Erde dreht sich von oben betrachtet
gegen den Uhrzeigersinn. Retrograd rotierende Himmelskörper
drehen sich mit dem Uhrzeigersinn, wie z.B. die Venus. Einige Kometen,
so etwa Halley, umlaufen die Sonne im retrograder Richtiung.
- Reversionsschicht:
- Gasschicht oberhalb der hellen Sonnenoberfläche, der Photosphäre.
Isoliert betrachtet, würde das Gas helle Spektrallinien erzeugen,
aber auf dem Hintergrund der Photosphäre kehren sich diese
Linien um und erscheinen als dunkle Absorptionslinien, den sogenannten
Fraunhofer-Linien. Im strengen Sinn ist die ganze Sonnenchromosphäre
eine Reversionsschicht.
- Roche-Grenze (Rochesche Grenze):
- Kritische Entfernung vom Zentrum eines Planeten oder
anderen Himmelskörpers, unterhalb derer ein zweiter Körper durch
Gravitationsdeformation zerstört würde. Dies gilt nur
für umlaufende Körper, die keine merklich feste Struktur
haben, so daß starke, feste Objekte, wie künstliche Satelliten,
unterhalb des kritischen Abstandes der Roche Grenze die Erde umlaufen
können. Die Roche-Grenze der Erde liegt bei etwa 9170km über
dem Meeresspiegel. Das Ringsystem des Saturn liegt innerhalb der
Roche-Grenze des Saturn.
- Röntgenastronomie:
- Röntgenstrahlen sind sehr kurzwellige elektromagnetische
Strahlen mit Wellenlängen zwischen 0,1 und 100 Angström.
Da die Röntgenstrahlen durch die Erdatmosphäre absorbiert
werden, müssen astronomische Untersuchungen von Raketen aus
durchgeführt werden. Die Sonne ist eine Röntgenquelle, die durch
solare Flares wesentlich verstärkt wird. Röntgenquellen
außerhalb des Sonnensystems wurden zuerst 1962 von amerikanischen
Astronomen entdeckt, die zwei Quellen lokalisierten; eine davon
ist heute als Krebsnebel identifiziert. Seitdem wurden zahlreiche weitere
Röntgenquellen entdeckt.
- Röntgen-Doppelstern:
- Helle kosmische Röntgenquellen, die zuerst vom Uhuru-Satelliten
entdeckt wurden. Sie bestehen im allgemeinen aus einem engen Doppelsternsystem,
bei dem von einem gewöhnlichen, massereichen Stern mit ausgedehnter
Atmosphäre Materie auf die Oberfläche eines kleinen, aber
superdichten Begleiters (meist ein Neutronenstern, in einigen Fällen
- wie bei Cygnus X-1 - vielleicht auch ein Schwarzes Loch) herüberströmt.
Da der kompakte Begleiter bei 1-3facher Sonnenmasse einen Durchmesser
von nur etwa 10 km aufweist, besitzt er ein außergwöhnlich
starkes Gravitationsfeld. Die von diesem "angesogenen" Gasmassen
werden auf Temperaturen von mehreren hundert Millionen Grad aufgeheizt
und emittieren dadurch Röntgenstrahlen und zum Teil auch Gammastrahlen.
- Röntgenstrahlen:
- Sehr kurzwellige elektromagnetische Strahlung. Im Himmel existieren
sehr viele verschiedene Arten von Röntgenstrahlen, die mittels
Weltraumforschungsmethoden näher erforscht werden. Die Wellenlänge
der Röntgenstrahlung liegt zwischen 10nm (weiche Röntgenstrahlung)
und 0,1 nm (harte Röntgenstrahlung).
- Rote Riese:
- Sterne mit Oberflächentemperaturen zwischen 2000 und 4000K
und etwa 10 - 100fachem Sonnendurchmesser.
Wenn ein Stern seinen gesamten Wasserstoff in seinem Kern verbrannt
hat, beginnt er Helium zu Kohlenstoff zu verbrennen. Dies ist mit
einer höheren Energieerzeugung verbunden. Daher dehnt sich
der Stern zu einem Vielfachen seiner Größe aus. Da die
Oberfläche überproportional größer wird, kühlt
sie sich ab, und die Farbe des Sterns wird rötlich.
- Rote Zwerge:
- Sterne mit niedrigen Oberflächentemperaturen zwischen ca.
2000 K und 4000 K und etwa 0,5fachen Sonnendurchmesser. Sie gehören
den Spektralklassen K und M an, besitzen nur 0,8- bis 0,08fache
Sonnenmasse und weniger als 1% der Sonnenleuchtkraft. Aufgrund ihrer
geringen Energieproduktion weisen Rote Zwerge die größte
Lebensdauer von allen Sternen im Milchstraßensystem auf und
bilden den häufigsten Sterntyp. Alle Roten Zwerge befinden
sich auf der Hauptreihe des Hertzsprung-Russell-Diagramms,
und wandeln in ihrem Inneren Wasserstoff in Helium um.
- Rotverschiebung:
- Spektrallinienverschiebung nach dem Doppler-Effekt nach rot oder
in Richtung des Langwellenendes des Spektrums, was auf eine positive
Radialgeschwindigkeit (Entfernung des Objekts) hindeutet. Außer
den Mitgliedern der Lokalen Gruppe weisen alle Galaxien eine Rotverschiebung
in ihren Spektren auf.
- RR Lyrae-Veränderliche:
- Regelmäßig veränderliche Sterne (Pulsationsveränderliche)
mit sehr kurzen Perioden (zwischen 1 und 30 Std.). Sie scheinen
eine ziemlich einheitliche Leuchtkraft zu besitzen - jeder ist
etwa 100 mal heller als die Sonne - und können daher gut für
Entfernungsschätzungen genutzt werden (wie die Cepheiden). Viele tauchen
in Sternhaufen auf, weshalb sie früher als Haufen-Cepheiden
bekannt waren. Kein RR Lyrae-Veränderlicher scheint hell
genug, um mit dem bloßen Auge sichtbar zu sein.
- Rückläufigkeit:
- Normalerweise bewegen sich die Planeten von West nach Ost relativ
zu den Sternen (rechtläufige Bewegung). Da die Erde die Sonne
schneller umkreist als die äußeren Planeten, überholt
sie diese in regelmäßigen Abständen. Während die Erde
an einen äußeren Planeten vorbeizieht, sieht es von
der Erde für kurze Zeit so aus, als ob der Planet sich rückwärts
(also von Ost nach West) relativ zu den Sternen bewegt. Den selben
Effekt kann man beobachten,wenn man beim Fahren auf der Straße ein
langsamen LKW überholt: während des Überholvorgangs
sieht es vom schnelleren Fahrzeug so aus, als bewegte sich der
LKW rückwärts.
- RW Aurigae-Sterne:
- Untergruppe der irregulären eruptiven Veränderlichen.
Sie zeichnen sich durch relativ große Amplituden (1 bis 4
Größenklassen) aus und sind vorwiegend Hauptreihensterne
oder Unterriesen des Spektraltyps G. Ihre Lichtkurven zeigen stark
unregelmäßige Schwankungen.
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Letzte Änderung: 16.05.2003 |