Die Geschichte der Raumfahrt
Personen

Da die Zeit des 2. Weltkrieges auf vielen Seiten eine Geschichte der Raketenentwicklung war, lohnt sich eine Annäherung an einige Personen:


Walter Dornberger 
1895 - 1980

Schon in 20er Jahren mit war Walter Dornberger mit dabei in der Heeresversuchsanstalt in Berlin-Kummersdorf. In den 30er Jahren wurde er zu einem wichtigen Mann mit guten Verbindungen zu den Militärs Nazi-Deutschlands. Er bot den Nazis die Rakete als Waffe an. Während er zu Kriegszeiten stets in Uniform auftrat stellte er sich den Alliierten als Zivilperson. Er wurde 1947 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und den USA übergeben. Dort bringt er es zum Leiter der Firma Bell Aircraft Corp. in Buffalo/New York.

Dr. Ing. Wernher v. Braun 
1912 - 1977

In Kummersdorf hatte zunächst den etwas spöttischen Spitznamen: "Der Freiherr". Er zeichente sich bereits früh aus als guter Organisator. Mit 23 Jahren legte er seine Dokorarbeit Über Brennversuche vor. In Peenemünde hatte er zur selben Zeit bereits leitende Funktion, ab 1937 Leitungsfunktion über die gesamte Entwicklung der A4 (V2).Seit 1936 ist er Mitglied der SS. Er leitete bereits 14 Tage nach der Kapitulation wieder Starversuche für die Briten. Nach seiner Übersiedlung in dieUSA leitete er dort die Entwicklung einiger Raketen bis zum Anfang der 60er Jahre. Die Boden-Boden-Rakete REDSTONE wird an Anfang der 60er Jahre die Trägerin des "Mercury"-Programmes. Bei vielen heutigen USAF-Raketen (Atlas-Centuar, Jupiter, usw.) hatte Wernher v. Braun entwicklungstechnisch mitgearbeitet. Bei der "Saturn-V"-Entwicklung arbeiteten unter seiner leitung ca.6.000 Mitarbeiter. Daß alle Raketen heutzutage senkrecht starten ist übrigens eine rein historische Entwicklung. Es hätte auch horizontal funktioniert

Prof. Dr. Hermann Oberth  
1894 - 1989

Will man die Erfindung der modernen Weltraumrakete an einer Person festmachen, so wird wohl am meisten der Name Hermann Oberth genannt werden. Er war der erste, der die Durchführbarkeit von Weltraumflügen wissenschaftlich untersuchte und realistische und durchführbare Konzepte und  Konstruktionsentwürfe vorlegte. Nach langjährigen Studien, die bis ins Jahr 1907 zurückreichten, stellte der Mathematiklehrer Oberth die Ergebnisse seiner Betrachtungen in dem Buch "Die Rakete zu den Planetenräumen" im Jahre 1923 einer breiten Öffentlichkeit vor. Er entwickelte die theoretischen Grundlagen für das Prinzip und die Arbeitsweise von Flüssigkeitsraketen und befasste sich mit den Möglichkeiten der Steuerung. Oberth beließ es aber nicht bei der Theorie, sondern bewies in zahlreichen praktischen Tests und Versuchen deren Richtigkeit.
Selbstverständlich basierte seine wissenschaftliche Arbeit auf Überlegungen, die andere schon vor ihm gemacht hatten. So wies schon Konstantin Ziolkowski im Jahre 1890 auf die Vorzüge des Raketenprinzips für den Bau eines Raumschiffes hin. Im Jahre 1919 wiederum war es Robert Goddard, der überzeugt war, das mit mehrstufigen Raketen ein Verlassen der Erdatmosphäre möglich sein müsste. Goddard und Ziolkowski waren die ersten, die wissenschaftliche Raketentheorien aufstellten. Während Ziolkowski in Russland "Vater der Astronautik" genannt wird, wird Goddard von den Amerikanern als "Vater der Raketentechnik" bezeichnet. Aber erst Hermann Oberth gelang es, all diese Theorien wissenschaftlich und mathematische zu untermauern und den Nachweis der Realisierbarkeit zu erbringen.

Robert H. Goddhard  
1881 - 1945

Robert Hutchings Goddard war ein begeisterter Leser der phantastischen Weltraumgeschichten von Jules Verne.
Nach einem wissenschaftlichen Studien wurde er Professor an der Universität von Clarke. Bis 1920 interessierte er sich fast ausschließlich für Feststoffraketen, mit denen er seit 1909 experimentierte. Im Jahre 1919 veröffentlichte er eine Abhandlung "Über eine Methode zur Erreichung größter Höhen". Darin erörterte Goddard unter anderem auch die Möglichkeit, den Mond mit einer Versuchsrakete zu erreichen. Er schlug vor, den Aufschlagspunkt mittels einer magnesiumhaltigen Zusatzladung aufleuchten zu lassen.Nach zahlreichen Berechnungen und vielen Versuchen startete er am 16. März 1926 die erste Flüssigkeitsrakete mit Sauerstoff und Benzin als Treibstoff. Robert Goddard, der übrigens sehr zurückhaltend und medienscheu war, bewies, dass Konstantin Ziolkowski mit seinen theoretischen Betrachtungen zur Einsetzbarkeit des Raketenantriebs im Vakuum Recht hatte. Bis 1935  folgten noch viele weitere Versuche. Goddard gelang es, seine Raketen mit Kreiselgeräten und Rudern automatisch zu stabilisieren. Seine Raketen erreichten Höhen von fast 3 km und waren schneller als der Schall. Technisch gesehen, waren seine Raketen denen, die zur gleichen Zeit in Deutschland entwickelt wurden, überlegen. Während des zweiten Weltkrieges arbeitete Goddard für die Marine unter anderem an der Entwicklung von Lenkraketen, ferngesteuerten Raketen und an einer Starthilfe für Wasserflugzeuge. Er starb am 10. August 1945, nachdem er noch erleben durfte, wie seine grundlegenden Erkenntnisse in die Praxis umgesetzt wurden

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Letzte Änderung: 20.03.2005