Schematische Darstellung des Meteoriteneinschlages

(in Anlehnung an David, Gall, Hüttner, Kavasch J., Pohl und Stöffler)

I Anflug

Anflug des Meteoriten

Ein Steinmeteorit (Durchmesser 800 - 1200 m) durchschlägt in 1 - 2 Sekunden die Atmosphäre mit einer Geschwindigkeit von 20 - 60 km/sec.

II Aufschlag

Aufschlag des Meteoriten

Der Meteorit schlägt auf der Alboberfläche auf, durchdringt das Sedimentgestein und bohrt sich etwa 1 km tief in das Kristallin. Unmittelbar vor dem Aufschlag und während des Eindringens werden die Moldavite ausgeschleudert. Kugelschalig breitet sich eine Druckfront (Stoßwellenfront) im Gestein und entgegenlaufend im Meteoriten aus.

III Der Meteorit verdampft

Der Meteorit verdampft

Sofort nach dem Aufschlag entstehen im Einschlagzentrum Drücke von mehreren Tausend Kilobar und Temperaturen von über 100.000° C. Meteorit und umgebendes Gestein werden auf bis zu 40% des ursprünglichen Volumens komprimiert und verdampfen explosionsartig. Die Stoßwellenfront verliert sehr schnell an Energie und Geschwindigkeit und läuft mit etwa 5 km/s weiter. Man unterscheidet verschiedene Stadien der Beanspruchung des Gesteins (Stoßwellenmetamorphose V - O).

IV Hauptauswurf

der Hauptauswurf

Nach weniger als zwei Sekunden beginnt der Hauptauswurf, wobei die Bunten Trümmermassen in Form eines trichterförmigen "Auswurfvorhanges" ausgeschleudert und in einer Mächtigkeit von über 100m auf einer Fläche von 25OO km2; rund um das Ries abgelagert werden (STÖFFLER). Insbesondere große Malmschollen (S) können auch rollend und gleitend transportiert worden sein. Die Bunten Trümmermassen werden anschließend von Suevit überdeckt. Ein Teil des Suevits verbleibt im Primärkrater, der nur einen Durchmesser von etwa 8 km hat.

V Endphase der Kraterbildung

Endphase der Kraterbildung

Zum Kraterzentrum hin zurückfließendes Gesteinsmaterial (Rückfederung) füllt den Primärkrater großenteils auf. Durch Absenkungsvorgänge rund um den Primärkrater wird der endgültige Kraterdurchmesser auf etwa 24km erweitert. Es bildet sich der innere, kristalline Ringwall.

VI Der Ries-Meteoritenkrater heute

Der Ries-Meteoritenkrater heute

Durch Auffüllung mit Sedimenten des Riessees, die allerdings später wieder teilweise ausgeräumt werden, entsteht die flache Schüssel des Rieses in ihrer heutigen Gestalt.

Weiter: Apollo 14 Astronauten im Nördlinger Ries


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© Hans-Peter Jäger -letzte Änderung 30.06.2003-