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Galaxien
Galaxien sind riesige Ansammlungen aus Gas, Staub
und Sternen, die durch ihre gegenseitige Anziehungskraft zusammen gehalten
werden. Sie unterscheiden sich sehr in ihrer Größe und Masse
und zeigen verschiedene Strukturen und Eigenschaften. Die kleinsten bekannten
Galaxien sind relativ nahestehende Zwerggalaxien, die nur 100 000
Sterne enthalten, weniger als ein typischer Kugelsternhaufen.
Dagegen enthält M87, eine der massereichsten Galaxien, 3000 Milliarden
Sonnenmassen.
Das Hubble-Schema wurde im Laufe der Zeit ausgedeht, um mit neuen Erkenntnissen schrittzuhalten, die durch verbesserte Fotografien enthüllt wurden. 1960 bemerkte Sidney van den Bergh vom David Dunlap Observatorium (DDO), dass Hubbles-Standard-Spiralgalaxientypen nur durch das Aussehen der hellsten Galaxien definiert waren. Die hellsten und die schwächsten Galaxien unterscheiden sich um den Fakor 100 in ihrer Leuchtkraft. Van den Bergh führte darauf hin das DDO-Klassifikationsschema ein, indem er die Galaxien in Leuchtkraftklassen von I bis V einteilte. Es bedeutet: I = Überriesen-Galaxien, II = helle Riesengalaxien, III = Riesengalaxien, IV = Unterriesen und V = Zwerggalaxien. Diese Klassen haben ungefähr eine absolute Helligkeit von -21, -20, -19, -18 und -15. Van den Bergh fand heraus, dass nur Galaxien der Klassen I, II und III deutliche Spiralarme zeigen, sodass man sie einem Hubble-Typ zuordnen kann. Schwächere Galaxien zeigen nur Ansätze von Armen, und sie passen nicht so gut in das Hubble-Schema. Daher bezeichnet man leuchtschwache Galaxien als S+, wenn man sie in Einzelsterne auflösen kann, und S-, wenn man es nicht kann. Seyfert-Galaxien
Diese Galaxien wurden zuerst 1943 vom Carl Seyfert
beschrieben. Sie sehen aus wie normale Galaxien, haben aber einen extrem
hellen Kern. Breite Emissionslinien in ihren Spektren deuten darauf hin,
dass Gas mit hohen Geschwindigkeiten aus ihrem Kern ausgestoßen
wird. Bei Seyfert-Galaxien kann es sich vielleicht um eine energieärmere
Version von Quasaren handeln. In
der Tat sind die hellsten Seyfert-Galaxien mit den schwächsten Quasaren
vergleichbar. Zu den Seyfert-Galaxien gehört auch die größte
bis heute bekannte Galaxie, NGC262 oder Makarian 348. Sie liegt an der
Grenze der Sternbilder Andromeda/Fische, ist 300 Millionen Lichtjahre entfernt
und hat einen Durchmesser von 1,3 Millionen Lichtjahren (d.h. 13facher Durchmesser
unserer Milchstrasse). Wechselwirkende Galaxien
Gelegentlich kommt es vor, dass Galaxien im geringen
Abstand aneinander vorbeitreiben, miteinander kollidieren oder gar verschmelzen.
Derartige Begegnungen gehören zu den spektakulärsten Ereignissen
im Kosmos. Ein Beispiel dafür ist die Galaxie M51. In der Verlängerung
eines der Spiralarme steht eine kleine Begleitgalaxie mit der Bezeichnung
NGC5195. Diese kleine Galaxie liegt hinter dem Spiralarm von M51. Sie fliegt
an M51 vorbei und entfernt sich immer mehr von uns. Dabei scheint sie
einen Spiralarm von M51 mit sich zu reissen.
Dieses wechselwirkende Paar von Galaxien ist auch unter dem Namen "Antennengalaxie" bekannt. Es liegt in einer Entfernung von 63 Millionen Lichtjahre im Sternbild Rabe. Durch die Gezeitenkräfte wurden bei dieser mehrere Hundertmillionen Jahre lang andauernden Begegnung, zwei lange Materiescheife aus Gas und Sternen aus den zwei Galaxien herausgeschleudert. Die beiden Galaxien berühren sich nicht, obwohl man von der Erde aus diesen Eindruck gewinnen kann. Dieses Bild wurde hier als Negativ wiedergegeben, damit man die
schwachen "Antennen" besser erkennt.
Besonders ungewöhnlich erscheinen die sogenannten
Ringgalaxien. Hier könnte nach Ansicht der Astronomen eine Spiralgalaxie
von einer kleineren Galaxie durchdrungen worden sein, wobei dann eine
Kettenreaktion zur Entstehung neuer Sterne ausgelöst wurde. Ein schönes
Exemplar dieser Klasse ist die 500 Millionen Lichtjahre entfernte Cartwheel-
(Wagernrad-) Galaxie im Sternbild Bildhauer. Deutlich erkennt man den
Ring, der sich nach dem Zusammenstoss - vermutlich mit einer der beiden
kleinen Galaxien rechts - gebildet hat. Die blaue Farbe verrät den
Astronomen, dass der Ring aus jungen, heissen, blauen Sternen besteht. Galaktischer Kannibalismus
Bei der Begegnung zweier Galaxien kann es vorkommen,
dass diese dabei zu einer einzigen Galaxie verschmelzen. Diesen Prozess
bezeichnet man als galaktischen Kannibalismus. Centaurus A scheint
so ein Fall zu sein. Auf Photos erkennt man ganz deutlich eine elliptische
Galaxie, die von einem Staubgürtel umgeben ist. Aber elliptische Galaxien
enthalten normalerweise kaum Gas und Staub. Derartige Staubringe sind eher
typisch für Spiralgalaxien. Es sieht so aus, als ob diese Galaxie
aus der Verschmelzung einer elliptischen Galaxie mit einer Spiralgalaxie
hervorgegengen ist. Computersimulationen zeigen, dass bei der Verschmelzung
zweier Spiralgalaxien eine elliptische Galaxie entsteht. Dabei wird eine
Phase verstärkter Sternentstehung ausgelöst, die sämtliches
Gas in der Galaxie aufbraucht. Es gibt Vermutungen, dass die elliptischen
Riesengalaxien in den Zentren mancher Galaxienhaufen - wie z.B. M87 im Virgo-Haufen
- aus der Verschmelzung mehrerer kleiner Spiralgalaxien entstanden sein
könnten. Radiogalaxien
Als "Radiogalaxien" bezeichnet man Galaxien, die
im Radiobereich etwa 106 mal heller leuchten als die relativ
schwach strahlenden normalen Galaxien. Es handelt sich bei Radiogalaxien
fast ausnahmslos um elliptische Galaxien. Bei normalen Galaxien kommt die
Radiostrahlung hauptsächlich von Supernova-Überresten und von
Sternentstehungsgebieten. Die Radiostrahlung von Radiogalaxien stammt hauptsächlich
aus zwei riesigen Blasen ("Lobes") ausserhalb der Galaxie. Es sieht so aus,
als wären diese Lobes durch eine Explosion aus der Galaxie herausgeschleudert
worden. Diese Lobes können bis zu 16 Millionen Lichtjahren gross sein
- d.h. sie können fast die Grösse eines Galaxienhaufens erreichen.
Letzte Änderung: 01.01.2003
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