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in anderen Ländern! |
Día de los Muertos oder Halloween in Mexiko
Wie Halloween in den USA oder bei uns gefeiert wird, dürfte inzwischen allen bekannt sein, aber wie sieht es in anderen Ländern aus? An dieser Stelle möchten wir mit euch eine Reise nach Mexiko machen und ein wenig berichten, wie dort Halloween oder besser gesagt Dia de los Muertos gefeiert wird. Día de los Muertos, das mexikanische Totenfest am 2. November, ist neben dem Fest der Jungfrau von Guadalupe am 12. Dezember, das bedeutendste Fest Mexikos. Dem Glauben nach besuchen in der Nacht vom 1. auf den 2. November die Seelen der Verstorbenen die Lebenden. Aus diesem Grunde ist dieser Tag, anders wie z.B. in Deutschland, kein Trauertag sondern ein farbenprächtiges Volksfest zu Ehren aller Verstorbenen. In den Geschäften und auf den Märkten werden schon Wochen vor dem 2. November Skelette aus Draht oder Pappmaché, künstliche Totenköpfe in allen Formen und Farben, Abbildungen der berühmten Calavera Catrina, Marzipansärge und calaveras de dulce, Totenköpfe aus Zuckerguss angeboten. In den Familien laufen die Vorbereitung zum Besuch der Verstorbenen auf Hochtouren. Damit
sie den Verstorbenen einen feierlichen Empfang bereiten können, werden die
Gräber mit Blumen und Kerzen geschmückt, die Häuser auf Hochglanz
gebracht, Opferaltäre, die sogenannten ofrendas, Nachdem in der Nacht auf den 2. November die Seelen der Verstorbenen im Haus empfangen wurden, findet anschließend der Abschied von den Toten auf den Friedhöfen und an den Gräbern statt. Es werden mitgebrachte Speisen gegessen, getrunken, musiziert, getanzt und die Verstorbenen bis zum nächsten Jahr, dem nächsten Día de los Muertos, verabschiedet. Obwohl die Hauptfeiern zum Tag der Toten Día de los Muertos am 2. November stattfinden, wird jedoch bereits schon vorher in verschiedenen Kategorien an die Verstobenen gedacht. Die Nacht vom 28. zum 29.Oktober wird den Seelen der Verstobenen gedacht, die bei Unfällen, Selbstmord oder Mord zu Tode kamen. Die Nacht vom 29. zum 30.Oktober wird den Seelen der Verstobenen gedacht, die ohne Taufe oder letzten Segen gestorben sind. Die Nacht vom 30. zum 31.Oktober wird den Seelen der Verstorbenen gedacht, die keine Angehörigen haben. Allen aber wird zum Gedenken in der jeweiligen Nacht eine Kerze aufgestellt. Die Nacht vom 31.Oktober zum 1.November ist die Ankunft der angelitos, der als Engelchen bezeichneten toten Kinder. Für diese angelitos wird ein spezieller Altar mit ofrendas Opfergaben aufgebaut. Zu den ofrendas zählen: Kerzen, orange leuchtende cempasúchil-Blumen, Weihrauch, ein Glas Wasser, Salz, die Totenköpfe aus Zucker, und die Lieblingsspeisen sowie das Lieblingsspielzeug der Kinder. Die Nacht vom 1. zum 2.November ist die Ankunft der Seelen der verstorbenen Erwachsenen. Für die verstorbenen Erwachsenen wird ebenfalls ein Altar mit speziellen Opfergaben aufgebaut. Der Altar wird geschmückt mit Papel Picado, das sind Scherenschnittbilder. Auf dem Altar werden gelbe Cempasúchil , Tangtees, Ringelblumen oder Chrysanthemenblüten gestreut. Die Blüten müssen gelb sein, da dies, einem Glauben nach, die Farbe ist die von den Verstorbenen am besten erkannt werden kann. Es werden Kerzen aufgestellt. Der Geruch von Copal und Kerzen soll den Verstorbenen anlocken. Rote Kerzen symbolisieren Schmerzen, weiße Kerzen symbolisieren die Hoffnung und lilafarbene Kerzen symbolisieren eine Feier. Es wird gekocht und gebacken, Lebensmittel werden aufgetischt z.B. das Lieblingsessen des Verstorbenen, dazu Totenbrot , Pan de los muertos, Totenköpfe aus Zucker calaveras de dulce, tamales Maispastete, mole Soße auf Schokoladenbasis und Früchte. Natürlich sollen die Toten auch etwas zu trinken bekommen etwa das Lieblingsgetränk des Verstorbenen. Zusätzlich kann auch noch Kaffee , Kakao , Bier , Mezcal, und Tequila auf den Altar gestellt werden. Ganz wichtig ist natürlich ein Foto des Verstorbenen. Nicht fehlen darf ein kleines Stück Seife, etwas Wasser und ein kleines Handtuch, damit der Verstorbene sich von seiner langen Reise aus dem Jenseits erfrischen kann, dazu kommt etwas Salz als Symbol der Reinigung. Zusätzlich wird ein Stuhl aufgestellt, damit sich der Verstorbene ausruhen und setzen kann. Es soll ihm ja schliesslich an nichts fehlen. Für uns sind diese Bräuche etwas ungewöhnlich, aber war dies das amerikanische Halloweenfest am Anfang nicht auch? Jedenfalls ist es sehr rührend wie in Mexiko mit dem Andenken an die Verstorbenen umgegangen wird, findet ihr nicht auch? Der Mexikaner tabuisiert den Tod nicht, er wird als etwas betrachtet, vor dem man sich nicht zu fürchten braucht, etwas, dem man jederzeit begegnen kann, mit Ironie. all hallows evening oder Halloween in Irland Die
heutige Version von Halloween stammt von irischen Einwanderern in die USA. Sie
erzählten von dem Trunkenbold Jack OLantern, ein Schmied der mit dem
Teufel einen Pakt einging und bis zum jüngsten Gericht im Dunkeln zwischen
Himmel und Hölle umherirren musste! Damit er im Dunklen seinen Weg findet,
trägt er eine ausgehöhlte Rübe mit einer Kerze mit sich, daher
der Name Jack O Lantern. Anstelle geschnitzter Kürbisse hat man dort früher große weiße Rüben ausgehöhlt und mit einem Licht versehen, um das Haus vor bösen Geistern zu schützen. In Amerika nahmen die irischen Einwanderer den Kürbis, da weiße Rüben nicht angebaut wurden. Die eingeschnitzten Fratzen sind erst in jüngster Geschichte dazu gekommen. Auch
in Irland werden an Halloween köstliche Speisen aufgetischt, sie schmecken
nicht nur gut sondern haben auch eine ganz besondere Bedeutung! Barm Brack ist ein herrlich süßer Hefekuchen mit Gewürzen und getrockneten Früchten. Wer darin einen Ring findet, wird sich verlieben, oder eine bestehende Partnerschaft bekommt neuen Schwung. Wer eine Münze findet, hat für die kommenden zwölf Monate keine Geldsorgen. Colcannon
heißt ein Gericht aus pürierten Kartoffeln, Kohl, Frühlingszwiebeln,
Butter und Gewürzen. Wer an Halloween Colcannon zubereitet, mischt ein in
Butterbrotpapier eingewickeltes Geldstück unter. Derjenige, der es findet,
wird keine finanziellen Sorgen mehr haben. Der Ursprung
des Versteckens von Gegenständen im Essen könnte auf ehemalige Vorhersage
Riten zurückgeführt werden. Eine grosse Rolle spielt natürlich auch die Verkleidung, die beliebtesten Halloween-Verkleidungen sind die von Hexen und Geistern, Untoten und allem anderen was schaurig ist! Beliebte Spiele an Halloween sind das Apfeltauchen und Wahrsagespiele. Beim Apfeltauchen schwimmen Äpfel in einem Wasserbecken und die Spieler müssen nun versuchen die Äpfel nur mit den Zähnen zu packen und aus dem Wasser zu heben, der Schnellste hat gewonnen. Beim Wahrsagen werden die Jahresschwingungen berechnet und aus Geburtstag und Alter einer Person eine Zahl von 1-9 ermittelt, jede dieser Zahlen stehen für einen Rat, den man im kommenden Jahr beherzigen sollte. Andere Länder andere Sitten! Halloween in England In Grossbritannien kennt man Halloween auch als Nut-Crack Night, denn Äpfel und Nüsse, die zu dieser Zeit überall zu haben sind, spielen eine grosse Rolle an Halloween. Junge Leute legen jeweils zwei Nüsse, denen sie ihre eigenen und die Namen Ihrer Traumpartner geben, nebeneinander ins Feuer, um zu sehen ob sie explodieren oder nicht. Ein lauter Knall verspricht dabei die grosse Liebe. Äpfel kommen in vielen alten Spielen vor, von denen manche auch heute wieder auf Kinderfesten zu sehen sind. Die Spieler müssen versuchen, im Wasser schwimmende oder an Seilen hängende Äpfel mit ihren Zähnen zu greifen.
Während schottische Kinder verkleidet von Tür zu Tür ziehen, veranstalteten englische zu Hause Kostümparties. Zu den uralten Halloweenbräuchen gehört auch das Erschrecken der Leute mit einer ausgehöhlten Kohl- oder Steckrübe, in die ein schauriges Gesicht geschnitzt und eine brennende Kerzen gestellt wird. Der gute Jack o´ Lantern ist eigentlich ein Will-o´-the-Wisp so bezeichnet man in England die flackernden, verschwommen Lichter, die man gelegentlich in sumpfigen Gegenden sieht. Hier zum Abschluss noch ein englisches Halloweengedicht und im nächsten Jahr geht die Reise vielleicht weiter!
© Harry Behn
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