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 Prof. Vogel Berlin

Aufruf - Hilfe für Professor Vogel

Liebe ehemalige und derzeitige Patientinnen und Patienten von Prof. Vogel und Angehörige,

wenn Ihr das Bedürfnis habt, Euch bei Prof. Vogel für seinen außergewöhnlichen Einsatz für Euch  zu bedanken, dann ist jetzt der beste Zeitpunkt hierfür.
Folgender Hintergrund:


Prof. Vogel wird am 30.09.2010 das St. Gertrauenkrankenhaus verlassen, obwohl ihm die Approbation bis 2013 erteilt wurde. Er kann und darf also noch praktizieren nur nicht mehr in „seinem“ Krankenhaus. Er wird in eine Privatklinik gehen.
Offensichtlich wurde er von der Geschäftsleitung zu diesem Schritt gedrängt. Begründet wurde es mit angeblichen wirtschaftlichen Problemen.


Wir kennen Prof. Vogel. Er würde niemals ohne Not, seine Patienten im Stich lassen.
Dies sagte er einer Patienten , bei ihrem letzten Kontroll-Termin am 28.01.2010 . Er sprach ruhig und gefasst wie immer aber mit Wehmut und Bitterkeit in der Stimme, so war ihr Eindruck.
Auf die Frage, ob wir als Patienten (u. Angehörige) etwas für ihn tun können, etwa uns solidarisch mit ihm erklären? Seine Antwort:„ es wird sicher nichts ändern, aber schaden wirdes auch nicht .“
Wenn es ihm also nicht schadet, dann lasst uns bitte zeigen, dass wir als Patienten hinter ihm stehen, lasst uns etwas von dem zurückgeben, was er jeden von uns gegeben hat. Wenn wir ihn vielleicht in seiner Verhandlungsposition nicht (mehr) stärken können, so können wir ihn doch moralisch stützen. Ich glaube, er kann es gerade jetzt gebrauchen.
Bitte wendet Euch mit Eurer Enttäuschung, Traurigkeit, Dankbarkeit, Euren Zweifeln, Ängsten und auch mit Euren Erfahrungen aus diesem speziellen Arzt – Patienten – Verhältnis an die Geschäftsleitung des St. Gertraudenkrankenhauses. Sagt, was es für Euch bedeutet, wenn er geht. Er hat sich eine gebührende Wertschätzung für sein Lebenswerk verdient. Dazu gehört jedoch als wichtigste Grundlage ein fairer Umgang mit ihm von allen Seiten.

Was wir bewirken können, wird von der Intensität und Menge der Patientenstimmen abhängen. Was Prof. Vogel daraus macht, können wir letztendlich nicht beeinflussen. Wenn sich von den über  10.000 von Prof. Vogel Operierten nur ein Bruchteil äußert, kann man nicht einfach darüber hinweg gehen. Wichtig finde ich aber, dass das alles sachlich und ohne Polemik erfolgt, so wie Prof. Vogel eben auch mit seinem Gegenüber umgeht.
Bitte sprecht auch weitere Betroffene an, die bei ihm in Behandlung waren/sind, die auf diesem Weg nicht zu erreichen sind.
Vielleicht habt Ihr ja auch noch andere Ideen, wie wir ihm den Rücken stärken können.

Für den Fall, dass Ihr nicht selbst schreiben wollt, wurde der folgenden Text entworfen, den Ihr gern unterschrieben per Post, Fax oder E-Mail an folgende Adressaten abschicken könnt:  

Geschäftsführung Sankt Gertrauden-Krankenhaus GmbH
Norbert Herrmann,     
n.herrmann@katharinengesellschaft.de
Oliver Grüner,           
oliver.gruener@sankt-gertrauden.de
Dr. med. Stefan Schoch,   
stefan.schoch@sankt-gertrauden.de

Sankt Gertrauden-Krankenhaus GmbH
Paretzer Straße 12, 10713 Berlin
Tel.: 030 - 8272 2474
Fax: 030 - 8272 292474
 

Entwurf: Patientenbrief


Sehr geehrte Herren Herrmann, Grüner und Dr. Schoch,

wir, Patienten und Angehörige, haben erfahren, dass Prof. Vogel nur noch begrenzte Zeit als Chefarzt der stationären und ambulanten Neurochirurgie des St. Gertraudenkrankenhauses  tätig sein soll.

Diese Nachricht nehmen wir mit großer Besorgnis, Traurigkeit, vielen Zweifeln und lähmenden Zukunftsängsten auf.

Es liegt uns viel daran, Ihnen aus unserer Sicht zu schildern, was das Wirken Prof. Vogels für uns bedeutet.

Wir sind in der Mehrheit Patienten mit schwerwiegenden Erkrankungen, d.h. Tumoren des Hirns oder Rückenmarks. Diese Diagnose geht fast stets einher mit der Auseinandersetzung über die Begrenztheit des Lebens und die zu erwartende Lebensqualität in der verbleibenden Zeit.

Als Spezifik weisen diese Tumoren gegenüber anderen noch eine neurologische  Dimension auf, sodass medizinisch oft im Grenzbereich agiert werden muss. Das schlechte Ansprechen der bösartigen Tumoren auf Strahlen- und Chemotherapie stellt deshalb nicht nur für den Neurochirurgen eine besondere Herausforderung dar.

Dies sind Gründe, weshalb wir bei der medizinischen Beurteilung dieser Krankheit oft großem Nihilismus begegnen.

Patient Prof. Vogels und Ihres Hauses sein zu dürfen, stellt unter dem unermesslichen Leidensdruck der Krankheit ein besonderes Glück dar. Seine hervorragenden Fähigkeiten als Neurochirurg verbunden mit seinen außerordentlich hohen ethischen Ansprüchen an sich selbst geben uns Mut und Zuversicht, nicht aufzugeben. Er fühlt sich in seinem Selbstverständnis als Arzt, als Mensch seinen Patienten in einer Weise verpflichtet, wie es kaum ein zweites Mal anzutreffen ist

Wir können das beurteilen, weil wir im Austausch miteinander Anteil an verschiedenen Schicksalen nehmen. Nicht wenige von uns haben eine Odyssee quer durch Deutschland hinter sich, weil allzu oft das Risiko einer Operation  im Vergleich zur verbleibenden Lebenszeit und den nicht auszuschließenden neurologischen Ausfällen gescheut wird. Wo sich andere Neurochirurgen allenfalls Teilresektionen wagen, operiert Prof. Vogel vollständig. Oftmals ist  er der letzte Rettungsanker, wenn andere Mediziner ihre Patienten bereits zum Sterben nach Hause geschickt haben.

„Der Arzt sollte nicht über die Lebenszeit des Patienten entscheiden. Er sollte dem Patienten alle Möglichkeiten und die Grenzen der Behandlung eröffnen, um ihm die Entscheidung über die verbleibende Lebenszeit zu ermöglichen.“ Zitat Prof. Vogel

Dies ist  Prof. Vogels Maxime, von der wir als Patienten in hohem Maße profitieren. Prof. Vogel zeigt Chancen, Risiken oder Grenzen auf. Er überlässt keinen Patienten einfach seinem Schicksal. Wenn es angezeigt ist, operiert er auch ein zweites oder drittes Mal. 

Aber auch nach der Operation begleitet Prof. Vogel seine Patienten weiter. Er scheut dabei keinen Aufwand an Zeit und Hingabe, seinen Patienten mit seinem immensen Erfahrungsschatz zur Seite zu stehen. Allein seine konsequente Einhaltung  der turnusmäßigen Kontrollen über den Erfolg der Operation und den Verlauf der Krankheit bringt in den Alltag von uns Betroffenen ein Gefühl von Sicherheit.

Wir wissen von anderen Erkrankten, dass sie nach der Operation oftmals keinen festen Ansprechpartner haben und in Anbetracht der schlechten Prognose nur noch weitergereicht werden.

Dieser beschriebene Eindruck erfährt noch einmal eine Steigerung, wenn seine Patienten Kinder sind. Seine Verdienste um den Aufbau der Kinderneurochirurgie in Ihrem Haus dürften deutschlandweit einmalig sein.

Wir  Patienten und Angehörige nehmen Ihr Haus dank Ihrer engagierten und freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als einen Ort der Hoffnung, Zuversicht und Zuwendung in oft schwierigsten Lebenslagen wahr.

Der gute Ruf Prof. Vogels und Ihrer Einrichtung über die Grenzen unseres Landes hinaus darf Sie mit Stolz erfüllen. Ihnen, Prof. Vogel und den Angestellten Ihres Hauses gilt unsere höchste Anerkennung, unser Dank.

Was Sie im Leitbild Ihrer Einrichtung festgeschrieben haben,

„...Wir werden...auf der Grundlage von Offenheit, Vertrauen, Herzenswärme, Toleranz, Ehrlichkeit und Liebe mit den Patientinnen und Patienten und untereinander umgehen...“

setzt Prof. Vogel seinerseits im  Arzt-Patienten-Verhältnis täglich um. Wurde dieser Grundsatz Ihrerseits auch im Umgang mit Prof. Vogel berücksichtigt?

Wir wissen, dass ein sich zur christlichen Nächstenliebe bekennendes Krankenhaus auch den Gesetzen der Marktwirtschaft und damit wirtschaftlichen Zwängen unterliegt. Jedoch Ihrem Leitbild folgend „...sehen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Basis Ihres Erfolges an.“

Zu dieser Aussage passt es nicht, auf Prof. Vogel zu verzichten, obwohl er noch praktizieren kann.

Nach unserer Wahrnehmung würde Prof. Vogel niemals seine Patienten im Stich lassen, solange er der Berufung folgen kann, die ihn so einzigartig macht: seine Fähigkeit, exzellent zu operieren sowie Hoffnung und Lebenszeit zu schenken!

Wir möchten sicher sein, dass

  • Sie alles veranlasst  haben, um Prof. Vogel als Chefarzt weiter zu beschäftigen und es wirklich keinen Weg gibt, seine Tätigkeit im St. Gertraudenkrankenhaus fortzusetzen.
  • es auch seine Intention ist, das Krankenhaus zu verlassen.
  • Sie nachvollziehen können, welch schmerzhafter Verlust sein Fortgang für seine Patienten bedeutet.

Können Sie uns diese Sicherheit geben?

Sein Einsatz für seine Patienten in diesem Krankenhaus hat unabhängig von seiner weiteren Wirkungsstätte eine seinen Verdiensten angemessene Art und Form der Würdigung verdient. Bitte sorgen Sie dafür, dass er diese erhält.

Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit. 

 

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