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Über Igel

Pflege

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Meine Hobbys: Biologie, Biologie, Biologie.

Nach den üblichen Kinderträumen über die Berufswahl entschloss ich mich, Lehrerin für Biologie, Chemie und Geographie zu werden. Meinen ganz großen Traum, Tierärztin, konnte ich mir nicht erfüllen, da es damals kaum Kleintierpraxen gab, und für den Umgang mit großen Tieren hätte mir die Kraft gefehlt.

Biologielehrer zu sein bedeutet, dass man sich nicht auf eine Fachsparte festlegen muss: Ich darf alles wissen. Allerdings sind Schüler schon hin und wieder enttäuscht, wenn sie feststellen, dass ihr Lehrer nicht Ökologe, Landwirt, Botaniker, Molekulargenetiker, Facharzt für sämtliche inneren Krankheiten, Anthropologe usw. in einer Person ist und über den Untergang der Dinosaurier keine endgültige Erklärung geben kann. Aber Unterricht ist in allen Klassenstufen interessant.

Ich gehöre keinem Verein an und habe nur eine kleine Igel-Station. In einer Saison zwischen Juli und Mai habe ich zwischen 25 und 30 Tiere in Pflege. Manche Tiere können bald wieder ausgesetzt werden, andere müssen von November bis April bleiben.

Es fing alles an, als ich vor über 30 Jahren 5 Jungigel im Spätsommer im Garten fand, die noch nicht das Grzimeksche Idealgewicht von 800 g hatten. Also ließ ich sie unter einer dicken Strohschicht in unserem großen Kaninchenstall überwintern. War es das Jahr darauf oder erst ein Jahr später, als ich von Bekannten gefragt wurde: "Du hast doch schon einmal Igel gehabt! Kannst du dich um diesen hier kümmern?"
Es war ein properes Kerlchen von 680 g, das ich heute nicht mehr aufnehmen würde, denn das ist schon ein gutes Gewicht, und schwerer wird ein Igel im ersten Jahr nach meinen Beobachtungen nur in einer futterreichen Umgebung.

Ja und dann kamen wirkliche Pflegefälle. Wie viele inzwischen? Das weiß ich nicht, da ich nie Buch geführt habe. In den letzten Jahren wurden es immer mehr, obwohl es inzwischen große Igelstationen gibt. Die Hauptgründe dafür sehe ich darin, dass der Lebensraum von Menschen und Igeln sich deutlicher überlappt und die Tiere in den winzig gewordenen Hausgärten nicht genügend Nahrung finden, um ein Mindestmaß an Winterspeck anzusammeln, und natürlich auffallen, wenn die Gärten für den Winter leer geräumt sind. Laubsauger sind für Igel die schlimmste Erfindung, denn durch sie werden viele Winterquartiere vernichtet, weil nicht einmal am Boden einer Hecke etwas Laub, das die Igel als „Bettdecke“ brauchen, liegen bleiben darf.