Pressemitteilung
200 Antifaschistinnen und Antifaschisten protestieren
am Freitag Abend in Lorch gegen eine Veranstaltung der Jungen
Nationaldemokraten (JN).
Gegen eine Veranstaltung des JN Kreisverbandes Rems-Murr / Ostalb-Kreis,
mit dem JN-Landesvorsitzenden Alexander Neidlein und dem Nazi-Liedermacher
Michael Müller protestierten am Freitag Abend in Lorch 200
Menschen.
Die JN hielt den Veranstaltungsort bis zuletzt geheim und gab
als Treffpunkt Freitag
Abend, zwischen 18.30 und 19.30, den Bahnhof in Lorch bekannt.
Dort sollten anreisende Nazis u.a. vom JN Stützpunktleiter
Frank Schönleber zum Veranstaltungsort weitergelotst werden.
Im Vorfeld der Veranstaltung wurden vom Bündnis der antifaschistischen
Kehrwochen an sämtliche Gaststätten in der Region Flugblätter
verteilt, in welchen auf die Nazi-Veranstaltung hingewiesen wurde.
Die GaststättenbesitzerInnen wurden darin auf-gefordert,
den Nazis keine Räume zu überlassen und auch auf mögliche
Konsequenzen hingewiesen.
Das Bündnis mobilisierte auch auf 18 Uhr ebenfalls zum Bahnhof
in Lorch. Dort fanden sich zunächst ca. 100 AntifaschistInnen
ein, bis 19 Uhr wuchs die Menge u.a. durch viele Jugendliche aus
der Region um Lorch auf 200 Menschen
Die Polizei schützte durch ein Grossaufgebot die wenigen
am Bahnhof anwesenden Nazis, verhielt sich ansonsten aber weitgehend
deeskalierend. Nachdem die Nazis gegen 19.45 Uhr vom Bahnhof unter
Polizeischutz aufbrachen, führten die AntifaschistInnen eine
Spontandemonstration in Lorch durch. Mit Parolen wie, „Für
die Freiheit, für das Leben – die Nazis von der Straße
fegen“ „Tod dem Faschismus – Für den Kommunismus“
und „Solidarität muss praktisch werden – Feuer
und Flamme den Abschiebebehörden“ zogen 200 Menschen
bis ca. 20.30 Uhr durch die Lorcher Innenstadt.
Laut unbestätigten Aussagen, wurden die Nazis aus zwei Gaststätten
geworfen
und mussten die Veranstaltung absagen.
Ein Sprecher des Bündnisses: Wir waren selbst überrascht,
dass trotz kurzer Mobilisierungszeit 200 Menschen nach Lorch kamen,
um die Naziveranstaltung zu verhindern. Zuletzt gab es im Rems-Murr/Ostalb-Kreis
im Jahr 2000 Widerstand gegen eine Veranstaltung der Nazis, damals
wurde ein Grillfest der JN bei Winterbach militant angegriffen.
In den letzten Jahren konnten ihre Veranstaltungen dagegen weitgehend
ungestört ablaufen. Die Zeiten, in denen die Nazis sich hier
in der Provinz unbehelligt treffen können und sie nur in
größeren Städten Widerstand zu erwarten haben,
sind
vorbei! Sollte sich bestätigen, dass die Nazis am Abend aus
zwei Gaststätten geworfen wurden, lässt das ebenfalls
viel gutes für die Zukunft hoffen, da sie für ihre Treffen
auf Räumlichkeiten angewiesen sind.
Besonders gefreut hat uns, dass sich so viele Menschen in Lorch
noch an der Demo beteiligt haben. Es ist wichtig, dass die Menschen
auf die Straße gehen und gemeinsam ihre Interessen durchsetzen,
sei es wie am Freitag gegen die Nazis, oder gegen Sozialabbau,
Kriege, Umweltzerstörung und andere Symptome des Kapitalismus.
In anderen Ländern wie in Italien oder Frankreich, ist dies
selbstverständlich während in Deutschland in dieser
Hinsicht bekanntlich noch ein großer Nachholbedarf besteht.
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